Title:
Bohrer mit Bohrlochreinigungselementen zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs
Kind Code:
A1


Abstract:

Bohrer (100) zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs (200) in einem Untergrund (102), wobei der Bohrer (100) einen endseitigen Bohrabschnitt (104) zum Abtragen von Material des Untergrunds (102) unter Bildung von Bohrmehl (202) zum Bohren des Bohrlochs (200) und einen sich an den Bohrabschnitt (104) anschließenden Schaftabschnitt (110) mit zumindest abschnittsweise über den Bohrabschnitt (104) radial hinausstehenden flexiblen Bohrlochreinigungselementen (112) zum Entfernen von zumindest einem Teil des Bohrmehls (202) aus dem Bohrloch (200) aufweist.




Inventors:
Reuther, Herbert (74238, Krautheim, DE)
Application Number:
DE102013207661A
Publication Date:
10/30/2014
Filing Date:
04/26/2013
Assignee:
Adolf Würth GmbH & Co. KG, 74653 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102010063859A1N/A2012-06-28
DE102008001908A1N/A2009-11-26
DE19757424A1N/A1999-06-24
DE3919095A1N/A1990-01-18



Attorney, Agent or Firm:
Dilg Haeusler Schindelmann Patentanwaltsgesellschaft mbH, 80636, München, DE
Claims:
1. Bohrer (100) zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs (200) in einem Untergrund (102), insbesondere Beton, wobei der Bohrer (100) aufweist:
einen endseitigen Bohrabschnitt (104) zum Abtragen von Material des Untergrunds (102) unter Bildung von Bohrmehl (202) zum Bohren des Bohrlochs (200);
einen sich an den Bohrabschnitt (104) anschließenden Schaftabschnitt (110) mit zumindest abschnittsweise über den Bohrabschnitt (104) radial hinausstehenden flexiblen Bohrlochreinigungselementen (112) zum Entfernen von zumindest einem Teil des Bohrmehls (202) aus dem Bohrloch (200).

2. Bohrer (100) gemäß Anspruch 1, wobei der Bohrabschnitt (104) eine Bohrspitze (114) mit sich daran anschließenden Bohrkanten (106) zum insbesondere hämmernden Abtragen von Material des Untergrunds (102) aufweist.

3. Bohrer (100) gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die Bohrlochreinigungselemente (112) Borsten, insbesondere metallische Borsten, aufweisen, die gemeinsam eine Bürste bilden.

4. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Bohrlochreinigungselemente (112) Lamellen, insbesondere Kunststofflamellen, aufweisen.

5. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Schaftabschnitt (110) eine Ringnut (800) aufweist und die Bohrlochreinigungselemente radial an einem insbesondere elastischen Ring (900) angebrachte Borsten (112) aufweisen, wobei der Ring (900) mittels Einführens in die Ringnut (800) an dem Schaftabschnitt (110) befestigbar oder befestigt ist.

6. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Bohrlochreinigungselemente (112) in mehreren voneinander räumlich beabstandeten und miteinander nicht zusammenhängenden Bohrlochreinigungselementgruppen gruppiert sind.

7. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Bohrlochreinigungselemente (112) spiralförmig um den Schaftabschnitt (110) umlaufend angeordnet sind.

8. Bohrer (100) gemäß Anspruch 7, wobei der Schaftabschnitt (110) mindestens eine spiralförmige Wendel (700) aufweist, wobei zumindest ein Teil der Bohrlochreinigungselemente (112) spiralförmig, insbesondere auf mindestens einer der mindestens einen Wendel (700), umlaufend angeordnet ist.

9. Bohrer (100) gemäß Anspruch 7 oder 8, wobei der Schaftabschnitt (110) mindestens zwei spiralförmige Wendeln (700) aufweist, wobei zumindest ein Teil der Bohrlochreinigungselemente (112) spiralförmig in oder zwischen zwei benachbarten Wendeln (700) umlaufend angeordnet ist.

10. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, aufweisend eine insbesondere elastische Hülse (1100), die über den Schaftabschnitt (110) übersteckbar und an deren Innenseite an dem Schaftabschnitt (110) befestigbar ist und an deren Außenseite die Bohrlochreinigungselemente (112) vorgesehen sind.

11. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Schaftabschnitt (110) und Bohrlochreinigungselemente (112), insbesondere gemeinsam mit dem Bohrabschnitt (104), einstückig ausgebildet sind.

12. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei die gesamte Oberfläche des Schaftabschnitts (110) mit Bohrlochreinigungselementen (112) versehen ist.

13. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Bohrer (100) einen Hohlkanal (1700) aufweist, der eine vorderseitige Austrittsöffnung (1702), insbesondere am Bohrabschnitt (104), und eine rückseitige Austrittsöffnung (1704), insbesondere am Schaftabschnitt (110), aufweist, wobei die rückseitige Austrittsöffnung (1704) mit einer Absaugeinrichtung (118) gekoppelt oder koppelbar ist, die zum Absaugen des Bohrmehls (202) aus dem Bohrloch (200), vorzugsweise während des Bohrens und/oder während des Reinigens, ausgebildet ist.

14. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei sich der Schaftabschnitt (110) ausgehend von dem Bohrabschnitt (104) in Richtung des Bohrlochäußeren hin verjüngt.

15. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei die Bohrlochreinigungselemente (112) von dem Schaftabschnitt (110) abnehmbar und somit austauschbar ausgebildet sind.

16. Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei der Schaftabschnitt (110) und die Bohrlochreinigungselemente (112) kooperierende Befestigungseinrichtungen zum insbesondere formschlüssigen Befestigen aneinander aufweisen.

17. Bohranordnung (150) zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs (200) in einem Untergrund (102), wobei die Bohranordnung (150) aufweist:
einen Bohrer (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 16;
eine Bohrmaschine (152) zum Aufnehmen des Schaftabschnitts (110) des Bohrers (100) und zum rotatorischen Antreiben des Bohrers (100).

18. Bohranordnung (150) gemäß Anspruch 17, aufweisend eine Absaugeinrichtung (118) zum Absaugen von Bohrmehl (202) aus dem Bohrloch (200) während des Bohrens und/oder während des Reinigens.

19. Bohranordnung (150) gemäß Anspruch 18, aufweisend einen Hilfskörper (120) zum Aufsetzen auf den Untergrund (102), wobei in dem Hilfskörper (120) eine Bohreraufnahmeöffnung (122) zum Durchführen des Bohrers (100) bis zu dem Untergrund (102) und eine Absaugaufnahmeöffnung (124), die vorzugsweise mit der Bohreraufnahmeöffnung (122) verbunden ist, zum Wirkverbinden der Absaugeinrichtung (118) mit dem zu bohrenden Bohrloch (200) vorgesehen sind.

20. Verfahren zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs (200) in einem Untergrund (102), wobei das Verfahren aufweist:
Bohren des Bohrlochs (200) durch Abtragen von Material des Untergrunds (102) unter Bildung von Bohrmehl (202) mittels eines endseitigen Bohrabschnitts (104) eines Bohrers (100);
Entfernen von zumindest einem Teil des Bohrmehls (202) aus dem Bohrloch (200) mittels über den Bohrabschnitt (104) radial hinausstehenden flexiblen Bohrlochreinigungselementen (112), die zumindest abschnittsweise an einem sich an den Bohrabschnitt (104) anschließenden Schaftabschnitt (110) des Bohrers (100) angebracht sind.

21. Verfahren gemäß Anspruch 20, wobei während eines Teils des Verfahrens das Bohrloch (200) mittels axialen und/oder radialen Bewegens der Bohrlochreinigungselemente (112) entlang des Bohrlochs (200) unter Entfernen des Bohrmehls (202) gereinigt wird, ohne zu bohren.

22. Verfahren gemäß Anspruch 20 oder 21, wobei das Bohrloch (200) bis zu einer Solltiefe, insbesondere bis zu einem Bohrlochtiefsten, gebohrt wird und nach Erreichen der Solltiefe der Bohrer (100) zum zumindest teilweisen Entfernen des Bohrmehls (202) aus dem Bohrloch (200) mindestens einmal, insbesondere mehrmals, ausgehend von der Solltiefe in Richtung Bohrlochmündung (300) bewegt wird.

23. Verfahren gemäß Anspruch 22, wobei während des Bewegens der Bohrer (100) rotiert wird.

24. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 21 bis 23, wobei während zumindest eines Teils des Verfahrens das Bohrmehl (202) aus dem Bohrloch (200) abgesaugt wird.

25. Verwendung eines Bohrers (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 16 oder einer Bohranordnung (150) gemäß einem der Ansprüche 17 bis 19 zum Bohren eines Bohrlochs (200) und zum zumindest teilweisen Reinigen des Bohrlochs (200) von Bohrmehl (202) mittels der Bohrlochreinigungselemente (112).

Description:

Die Erfindung betrifft einen Bohrer zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs, eine Bohranordnung, ein Verfahren zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs sowie eine Verwendung.

Beim Bohren von Löchern mit einem Bohrer beispielsweise in Beton fällt eine nicht unbeträchtliche Menge von Bohrmehl an, die als Feinstaub zu einer Gesundheitsbeeinträchtigung eines Monteurs führen kann, wenn ein Monteur diese unkontrolliert einatmet. Aus diesem Grunde ist es wünschenswert, beim Bohren anfallendes Bohrmehl gezielt aus dem Loch zu entfernen. Auch wird eine erreichbare Haltekraft beim Fixieren eines Befestigungsankers in einem Bohrloch mittels eines chemischen Dübels, d.h. mittels in das Bohrloch einzubringenden aushärtbaren Aushärtmaterials, durch ein sauberes und im Wesentlichen von Bohrmehl freies Bohrloch erhöht.

Die Firma Hilti bietet für ein Dübelsystem mit Injektionsmörtel das System Hilti HIT-HY 200 und zugehörige Hohlbohrer TE-CD bzw. TE-YD an. Demgemäß ist ein Hohlbohrer mit mindestens einem Loch in dem Bohrer hinter der Bohrspitze vorgesehen, durch das Bohrstaub mithilfe eines Staubsaugers sofort nach dessen Entstehen abgesaugt werden kann. Das Bohrloch muss allerdings anschließend ggf. zusätzlich mit einer Bürste ausgebürstet werden, um eine saubere Verklebung bzw. Befestigung mit Hilfe eines chemischen Ankers zu erreichen.

Somit ist das Bereitstellen sauberer Bohrlöcher aus Gründen der Arbeitssicherheit und der Festigkeit chemischer Dübel herkömmlich immer noch äußerst aufwändig.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das Ausbilden eines gereinigten Bohrlochs schnell, einfach und zuverlässig zu ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst. Weitere Ausführungsbeispiele sind in den abhängigen Ansprüchen gezeigt.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Bohrer zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs in einem Untergrund geschaffen, wobei der Bohrer einen endseitigen Bohrabschnitt zum Abtragen von Material des Untergrunds unter Bildung von Bohrmehl zum Bohren des Bohrlochs und einen sich an den Bohrabschnitt anschließenden Schaftabschnitt mit zumindest abschnittsweise über den Bohrabschnitt radial hinausstehenden flexiblen Bohrlochreinigungselementen zum Entfernen von zumindest einem Teil des Bohrmehls aus dem Bohrloch aufweist.

Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist eine Bohranordnung zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs in einem Untergrund geschaffen, wobei die Bohranordnung einen Bohrer mit den oben beschriebenen Merkmalen und eine Bohrmaschine zum Aufnehmen des Schaftabschnitts des Bohrers und zum rotatorischen Antreiben des Bohrers aufweist.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs in einem Untergrund bereitgestellt, wobei bei dem Verfahren das Bohrloch durch Abtragen von Material des Untergrunds unter Bildung von Bohrmehl mittels eines endseitigen Bohrabschnitts eines Bohrers gebohrt wird, und zumindest ein Teil des Bohrmehls mittels über den Bohrabschnitt radial hinausstehenden flexiblen Bohrlochreinigungselementen, die zumindest abschnittsweise an einem sich an den Bohrabschnitt anschließenden Schaftabschnitt des Bohrers angeordnet sind, aus dem Bohrloch entfernt wird.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird ein Bohrer mit den oben beschriebenen Merkmalen oder eine Bohranordnung mit den oben beschriebenen Merkmalen zum Bohren eines Bohrlochs und zum zumindest teilweisen Reinigen des Bohrlochs von Bohrmehl mittels der Bohrlochreinigungselemente verwendet.

Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung können die Arbeitsgänge des Bohrens eines Bohrlochs und des Reinigens desselben von anfallendem Bohrstaub zu einem gemeinsamen Arbeitsgang zusammengefasst werden. Dies kann erreicht werden, indem an dem Bohrer selbst nicht nur ein Bohrabschnitt zum Abtragen von Untergrundmaterial (zum Beispiel mittels Hämmerns, Schabens und/oder Meißelns) unter Erzeugen von Bohrstaub bzw. Bohrmehl, sondern auch gleich Bohrlochreinigungselemente vorgesehen werden, die bei Herausziehen des Bohrers aus dem Bohrloch selbsttätig eine zum Beispiel bürstenartige Reinigung des Bohrlochs von Bohrstaub bzw. Bohrmehl vornehmen, ohne dass hierfür ein separater Arbeitsschritt erforderlich ist. Die Flexibilität oder Elastizität der radial überstehenden Bohrlochreinigungselemente erlaubt ein Einführen des Bohrers in das Bohrloch ohne übermäßigem Kraftaufwand, währenddessen die Bohrlochreinigungselemente aber auch gleich gegen die Bohrlochwandung vorgespannt bzw. an diese unter Verbiegung angedrückt werden. Aufgrund eines solchen, aus dem radialen Überstehen resultierenden Anpressdrucks führt ein Herausziehen des Bohrers aus dem Bohrloch nach vollendetem Bohren aufgrund eines Schleifkontakts der Bohrlochreinigungselemente automatisch zu einem Lösen des Bohrmehls von der Bohrlochwandung und zu einem Herausziehen des Bohrmehls aus dem Bohrloch. Erfindungsgemäß ist daher eine kombinierte und somit zeitsparende gemeinsame Herauszieh- und Reinigungsbewegung des Bohrers ermöglicht. Dadurch kann ein separates Werkzeug zum Reinigen des Bohrlochs ebenso eingespart werden wie ein separater Reinigungs-Arbeitsgang.

Im Weiteren werden zusätzliche exemplarische Ausführungsbeispiele des Bohrers, der Bohranordnung, des Verfahrens und der Verwendung beschrieben.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann der Bohrabschnitt eine Bohrspitze mit sich daran anschließenden Bohrkanten zum (insbesondere hämmernden) Abtragen von Material des Untergrunds aufweisen. Zum Beispiel kann die Bohrerspitze mit einer Art Hämmerbewegung Material, insbesondere Betonmaterial, des Untergrunds lösen. Optionale Bohrkanten, die sich ausgehend von der Bohrspitze in Richtung des Schaftabschnitt hin erstrecken können, können dann Beiträge zum Zermahlen bzw. Abtransportieren des Bohrmehls leisten. Auch können solche Bohrkanten eine Art Führungsfunktion ausüben und ein Abschaben des Materials des Untergrunds unterstützen. Gemäß anderen Ausführungsbeispielen der Erfindung kann der Bohrabschnitt aber anders ausgebildet sein, je nach zu bohrendem Untergrundmaterial, wie dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt ist.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann zumindest ein Teil der Bohrlochreinigungselemente als Borsten ausgebildet sein, die gemeinsam eine Art Bürste bilden. Insbesondere können die Bohrlochreinigungselemente als Vielzahl (zum Beispiel mindestens 10, insbesondere mindestens 30, weiter insbesondere mindestens 100) von zum Beispiel metallischen Drähten oder Borsten ausgebildet sein, die sich radial von dem Schaftabschnitt aus erstrecken und sich gegen die Bohrlochwandung anlegen. Die Anzahl und die Dicke der Bohrlochreinigungselemente können zweckmäßig abhängig von der Größe des Bohrers ausgewählt werden.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann zumindest ein Teil der Bohrlochreinigungselemente als insbesondere in axialer Richtung verlaufende Lamellen ausgebildet sein. Solche Lamellen können zum Beispiel aus flexiblem Gewebe-, Gummi- oder Kunststoffmaterial hergestellt sein und eine oder mehrere Lippen bilden, die linienförmig und ununterbrochen an eine Bohrlochwandung angrenzen, um bei Bewegung des Bohrers die Bohrlochwandlung von Bohrmehl zu säubern und dieses gegebenenfalls aus dem Bohrloch abzuführen.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann der Schaftabschnitt eine Ringnut aufweisen und können die Bohrlochreinigungselemente radial nach außen gerichtet an einem Ring angebracht sein, wobei der Ring mittels Einführens in die Ringnut an dem Schaftabschnitt (dauerhaft, zum Beispiel mittels Aufschrumpfens, oder lösbar, zum Beispiel mittels elastischen Überziehens) befestigbar oder befestigt ist. Der Ring kann aus einem flexiblen oder elastischen Material wie zum Beispiel Kunststoff oder Gummi ausgebildet werden und kann somit über den Schaftabschnitt oder über den Bohrabschnitt übergezogen werden, um dann in der Ringnut zu verrasten. Nach Verschleiß der Bohrlochreinigungselemente kann der Ring einfach ausgetauscht werden, indem er von der Ringnut abgezogen wird und durch einen anderen Ring mit Bohrlochreinigungselementen ersetzt wird. Auch ist bei dieser Ausgestaltung der Bohrlochreinigungselemente ein einfaches einstückiges Herstellen von Bohrabschnitt und Schaftabschnitt möglich, da dann kein mit den Bohrlochreinigungselementen einstückiger Bohrer gebildet werden muss, bei dem die Bohrlochreinigungselemente mit unterschiedlichen Härteeigenschaften im Vergleich zu Bohrabschnitt und Schaftabschnitt ausgebildet werden müssten.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Bohrlochreinigungselemente in mehreren voneinander räumlich beabstandeten und miteinander nicht zusammenhängenden Bohrlochreinigungselementgruppen gruppiert sein. Zum Beispiel können mehrere voneinander axial beabstandete ringförmige, insbesondere kreisringförmige, Bohrlochreinigungselementgruppen vorgesehen sein. Dadurch kann zwischen geschlossenen Bürstenstrukturen ein freies Aufnahmevolumen für abzutransportierendes Bohrmehl gebildet werden, was die Abfuhr des Bohrmehls aus dem Bohrloch begünstigt.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Bohrlochreinigungselemente spiral- oder helixförmig um den Schaftabschnitt umlaufen. Auch auf diese Weise ist ein besonders effizientes Abtransportieren von Bohrmehl aus dem Bohrloch ermöglicht, da das Bohrmehl dann entlang einer unterbrechungsfreien helikalen Bahn aus dem Bohrlochinneren an die Bohrlochmündung und daraus heraus befördert werden kann. Auch ist das Vorsehen spiralförmig angeordneter Bohrlochreinigungselemente dazu geeignet, mehrere solche spiralförmigen Strukturen platzsparend getrennt voneinander (zum Beispiel parallel zueinander) vorzusehen, was eine effiziente Reinigung des Bohrlochs zusätzlich fördert.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann der Schaftabschnitt mindestens eine spiralförmige Wendel (das heißt eine gegenüber dem Schaftkern erhabene Helix) aufweisen, wobei die Bohrlochreinigungselemente spiralförmig auf mindestens einer der mindestens einen Wendel umlaufen. Zum Beispiel können entlang der Wendel Nuten zum Aufnehmen von Endabschnitten der Bohrlochreinigungselemente angeordnet werden. Zwischen benachbarten Wendeln sind dann Vertiefungen gebildet, entlang welcher das Bohrmehl effizient und geführt abtransportiert werden kann.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann der Schaftabschnitt mindestens zwei spiralförmige Wendeln aufweisen, wobei die Bohrlochreinigungselemente spiralförmig zwischen zwei benachbarten Wendeln umlaufen. Die Wendeln selbst können dann von Bohrlochreinigungselementen frei bleiben. Gemäß dieser Ausgestaltung können zwischen benachbarten Wendeln gebildete Vertiefungen (in denen wiederum Aufnahmenuten gebildet sein können) zum Aufnehmen von Endabschnitten der Bohrlochreinigungselemente verwendet werden.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann der Bohrer eine Hülse aufweisen, die über den Schaftabschnitt übersteckbar (zum Beispiel elastisch übersteckbar oder aufschrumpfbar) und an der Innenseite an dem Schaftabschnitt befestigbar ist und an deren Außenseite die Bohrlochreinigungselemente vorgesehen sind. Eine solche Hülse kann zum Beispiel ein Schlauch aus Kunststoff, Gummi oder einem metallischen Material sein, der als Austausch- oder Ersatzteil zum Beispiel ausgewechselt werden kann, wenn die Bohrlochreinigungselemente verschlissen sind. Sowohl die Montage als auch die Demontage einer solchen Hülse ist auch für einen ungeübten Benutzer intuitiv und einfach möglich.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel können der Schaftabschnitt und die Bohrlochreinigungselemente einstückig ausgebildet sein. Gemäß dieser Ausführungsform sind Schaftabschnitt und Bohrlochreinigungselemente integral und somit untrennbar voneinander vorgesehen. Dies ermöglicht eine mechanisch besonders feste Verbindung der Bohrlochreinigungselemente mit der Basis des Bohrers und stellt somit eine besonders robuste Ausführungsform dar. Beim Herstellen eines entsprechenden Bohrers können die Härteeigenschaften von Bohrabschnitt und Schaftabschnitt einerseits sowie der Bohrlochreinigungselemente andererseits unterschiedlich eingestellt werden. Besonders der Bohrabschnitt sollte zum Bohren von harten Untergründen, wie zum Beispiel Beton, eine besonders hohe Härte aufweisen und kann daher einem spezifischen Härteverfahren unterzogen werden. Umgekehrt sollten die Bohrlochreinigungselemente zum Reinigen des Bohrlochs eine flexible bzw. elastische Eigenschaft und somit eine verringerte Härte aufweisen, was durch eine selektive Nachbehandlung der Bohrlochreinigungselemente an dem Schaftabschnitt bewirkt werden kann, beispielsweise durch gezieltes Erhitzen bzw. eine geeignete Wärmebehandlung und Abkühlung.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die gesamte Oberfläche des Schaftabschnitts mit Bohrlochreinigungselementen versehen sein. Anders ausgedrückt kann der Schaftabschnitt von Bereichen frei sein, die von Bohrlochreinigungselemente frei sind, wodurch eine Flächenbürste gebildet sein kann. Dadurch ist eine vollflächige und somit besonders effiziente Reinigung der Bohrlochwandung möglich.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann der Bohrer zusätzlich zu den Bohrlochreinigungselementen einen Hohlkanal aufweisen, der eine erste Austrittsöffnung am oder nahe am Bohrabschnitt und eine zweite Austrittsöffnung am oder nahe am Schaftabschnitt aufweist, wobei die zweite Austrittsöffnung mit einer Absaugeinrichtung gekoppelt ist, die zum Absaugen des Bohrmehls aus dem Bohrloch, vorzugsweise während des Bohrens und/oder während des Reinigens, ausgebildet ist. Dadurch kann ein Teil des Bohrmehls bereits vor Inbetriebnahme der Bürsten oder anderen Bohrlochreinigungsstrukturen abgesaugt werden, so dass den Bürsten oder anderen Bohrlochreinigungsstrukturen dann die restliche Reinigung des bereits vorgereinigten Bohrlochs vorbehalten bleibt.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann sich der Schaftabschnitt ausgehend von dem Bohrabschnitt in Richtung des Bohrlochäußeren hin verjüngen, das heißt kann dessen Kerndurchmesser sukzessive verkleinert werden. Somit kann der Schaft des Bohrers oder der gesamte Bohrer keilförmig ausgebildet sein. Damit kann das korn- oder pulverförmige Material, wie zum Beispiel Bohrmehl oder Bohrstaub, entlang eines nach außen hin größer werdenden Kanals abtransportiert werden. Durch die beschriebene Geometrie kann es zusätzlich zu einem dynamischen Verstärkungseffekt bei Absaugung des Bohrmehls kommen, da sich der Abstand zwischen Bohrlochwandung und Mantelfläche des Bohrers zum Bohrlochäußeren hin vergrößert.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Bohrlochreinigungselemente von dem Schaftabschnitt abnehmbar und somit austauschbar ausgebildet sein. Dann ist es möglich, zum Beispiel nach Abnutzung oder Verschleiß der Bohrlochreinigungselemente oder zur Montage von für bestimmte Reinigungsaufgaben besonders geeigneten Bohrlochreinigungselementen Letztere auszuwechseln.

Alternativ können Bohrlochreinigungselemente und Schaftabschnitt integral vorgesehen sein. Zum Beispiel kann beim Walzen des Bohrers auch ein Mitwalzen der Bürsten erfolgen. Bei dieser Ausgestaltung ist zu beachten, dass der Schaftabschnitt vorzugsweise mechanisch hochstabil und die Bohrlochreinigungselemente vorzugsweise stark elastisch sein sollen. Diese abschnittsweise unterschiedlichen Materialeigenschaften des Bohrers können zum Beispiel erreicht werden, indem selektiv der Schaftabschnitt samt Bohrabschnitt gehärtet wird, die Bohrlochreinigungselemente von einem Härten aber frei bleiben. Alternativ können Schaftabschnitt samt Bohrabschnitt und Bohrlochreinigungselemente einem gemeinsamen Härtungsverfahren unterzogen werden, wobei nachfolgend die Bohrlochreinigungselemente selektiv weich gemacht werden, zum Beispiel durch eine Glühbehandlung.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel können der Schaftabschnitt und die Bohrlochreinigungselemente kooperierende Befestigungseinrichtungen zum insbesondere formschlüssigen (oder auch kraftschlüssigen bzw. reibschlüssigen) Befestigen aneinander aufweisen. Die Befestigung sollte eine ausreichende Haltekraft ermöglichen, um den üblichen mechanischen Belastungen während des Bohrens und Bürstens des Bohrlochs standzuhalten. Zum Beispiel ist ein Einkleben, Einlöten, Einschweißen oder Einklemmen der Bohrlochreinigungselemente in Nuten am Schaftabschnitt möglich. Auch ist das Herstellen einer Nut-Feder-Verbindung, einer Schraubverbindung, einer Bajonettverbindung, einer Schnappverbindung oder einer Schwalbenschwanzverbindung zwischen dem Schaftabschnitt und einer Trägerstruktur der Bohrlochreinigungselemente oder den Bohrlochreinigungselementen selbst möglich.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Bohranordnung eine Absaugeinrichtung zum Absaugen von Bohrmehl aus dem Bohrloch während des Bohrens und/oder während des Reinigens aufweisen. Ein solcher Bohrlochstaubsauger kann es ermöglichen, einen Teil des Bohrmehls aus dem Bohrloch abzusaugen und sicher zu entsorgen. Gemäß einer Ausgestaltung kann der Bohrstaubsauger zumindest teilweise als Teil des Bohrers bzw. damit einteilig vorgesehen werden. Gemäß einer alternativen Ausgestaltung ist der Bohrstaubsauger ein von dem Bohrer getrenntes Bauteil. Zum Absaugen von Bohrlochstaub kann eine geeignete Zuluftöffnung vorgesehen sein.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Bohranordnung einen Hilfskörper zum Auflegen auf den Untergrund aufweisen, wobei in dem Hilfskörper eine erste Aufnahmeöffnung zum Aufnehmen bzw. Durchführen des Bohrers bis zu dem Untergrund und eine zweite Aufnahmeöffnung, die vorzugsweise mit der ersten Aufnahmeöffnung verbunden ist, zum Wirkverbinden der Absaugeinrichtung mit dem zu bohrenden Bohrloch vorgesehen sind. Mit einer solchen Ausgestaltung ist eine besonders sichere Entsorgung des Bohrmehls möglich. Ein Benutzer setzt den Hilfskörper direkt auf den zu bohrenden Untergrund auf und bohrt dann durch die erste Aufnahmeöffnung mittels des Bohrers das Loch in dem Untergrund. Eine zweite Aufnahmeöffnung ist an den Bohrstaubsauger angeschlossen, der zumindest einen Teil des anfallenden Bohrmehls schon während des Bohrvorgangs absaugt und somit entsorgt.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann während eines Teils des Verfahrens das Bohrloch mittels axialen (das heißt entlang Bohrrichtung) und/oder radialen (das heißt in Umfangsrichtung des Bohrers) Bewegens der Bohrlochreinigungselemente entlang des Bohrlochs unter Entfernen des Bohrmehls gereinigt werden, ohne dabei noch zu bohren (das heißt ohne weiteres Material des Untergrunds in Bohrmehl umzuwandeln). Gemäß einer solchen Ausgestaltung wird nach Vollendung des Bohrens des Bohrlochs der Bohrer einfach aus dem Bohrloch rückseitig herausgezogen. Dabei gleiten die Borsten oder sonstigen Bohrlochreinigungselemente entlang der Bohrlochwandung und reinigen diese von verbleibendem Bohrmehl. Durch die Bewegung des Bohrers wird von der Bohrlochwandung abgelöstes Bohrmehl gleichzeitig auch aus dem Bohrloch abtransportiert. Es ist allerdings auch möglich, nach Vollendung des Bohrens den Bohrer noch ein oder mehrere Male vorwärts und zurück zu ziehen, um die Bohrlochwandung mehrfach sauber zu bürsten. Der Hub bei dieser Reinigungsbewegung kann dabei entweder die gesamte Strecke zwischen dem Bohrlochtiefsten und der Bohrlochmündung umfassen, oder nur einen Teilbereich davon, wahlweise mit oder ohne Einsatz eines Absaugers.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann das Bohrloch bis zu einer Solltiefe, insbesondere bis zu einem Bohrlochtiefsten, gebohrt werden und nach Erreichen der Solltiefe der Bohrer zum zumindest teilweisen Entfernen des Bohrmehls aus dem Bohrloch mindestens einmal, insbesondere mehrmals, ausgehend von der Solltiefe in Richtung Bohrlochmündung bewegt werden. Insbesondere ist ein Hin- und Herbewegen der Bohrerspitze zwischen dem Bohrlochtiefsten und der Bohrlochmündung eine wirksame Maßnahme, um das Bohrloch annähernd vollständig von Bohrmehl zu säubern, wahlweise mit oder ohne Einsatz eines Absaugers.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann während des Bewegens der Bohrer (insbesondere weiter oder fortgesetzt) rotiert werden, selbst wenn nicht mehr gebohrt wird. Auf diese Weise kann durch das Rotieren des Bohrers die Reinigungswirkung der Bürste weiter verbessert werden. Dieses Rotieren kann zum Beispiel mit 1000 bis 3000 Umdrehungen/min, insbesondere mit 1500 bis 2000 Umdrehungen/min, erfolgen.

Es ist allerdings auch möglich, während des Bürstens den Antrieb des Bohrers auszuschalten. In diesem Fall kann zum Beispiel zunächst gebohrt werden, dann der Bohrer gestoppt werden und nachfolgend durch Bewegen des Bohrers entlang des Bohrlochs mittels Bürstens das Bohrloch gereinigt werden.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann während zumindest eines Teils des Verfahrens das Bohrmehl aus dem Bohrloch abgesaugt werden. Durch das synergistische Zusammenwirken eines Absaug- und eines Bürstvorgangs kann ein besonders sauberes Bohrloch erzielt werden. Das Absaugen von Bohrmehl erhöht zudem die Betriebssicherheit, da es eine Bedienperson wirksam vor Bohrstaub schützt.

Im Folgenden werden exemplarische Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung mit Verweis auf die folgenden Figuren detailliert beschrieben.

1 bis 6 zeigen unterschiedliche Ansichten einer Bohranordnung bzw. eines zu bohrenden Untergrunds während eines Verfahrens zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs sowie zum nachfolgenden Verankern eines Verankerungselements in dem gebohrten Bohrloch gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

7 zeigt einen Bohrer mit an einem Ring angebrachten Bohrlochreinigungselementen zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

8 zeigt einen Frontabschnitt eines Bohrers gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel mit einer Ringnut zum Aufnehmen eines in 9 gezeigten Rings mit radial angeordneten Bohrlochreinigungselementen gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

10 zeigt einen Frontabschnitt eines Bohrers gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einer zwischen zwei erhabenen Ringstrukturen gebildeten Ringnut zum Aufnehmen des in 9 gezeigten Rings mit radial angeordneten Bohrlochreinigungselementen gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

11 bis 15 zeigt Bohrer mit Bohrlochreinigungselementen zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs gemäß anderen exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung.

16 und 17 zeigen Anordnungen mit einem Bohrer mit Bohrlochreinigungselementen und mit einer Bohrmehlabsaugeinrichtung zum Bohren eines gesäuberten Bohrlochs gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung.

Gleiche oder ähnliche Komponenten in unterschiedlichen Figuren sind mit gleichen Bezugsziffern versehen.

Bevor bezugnehmend auf die Figuren exemplarische Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben werden, sollen noch einige allgemeine Aspekte der Erfindung erläutert werden:
Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung erfolgt gleichzeitig mit dem Bohren des Lochs ein Ausbürsten desselben. Der Bohrer wird mit einer optional austauschbaren Bürste verbunden bzw. ausgestattet. Indem gleichzeitig mit dem Bohren (bzw. ausgelöst durch das Herausziehen des Bohrers aus dem unmittelbar zuvor gebohrten Bohrloch) ein Ausbürsten des Bohrlochs stattfindet, kann der herkömmlich erst nach dem Bohren des Bohrlochs folgende Arbeitsgang des separaten Ausbürstens entfallen.

Basis eines exemplarischen Ausführungsbeispiels der Erfindung bildet ein Schalungsbohrer, der eine Bohrspitze aufweist. Der Bohrer (zum Beispiel ein Hammerbohrer) ist vorzugsweise aus Hochleistungsschnellschnittstahl (HSS) hergestellt. Die Bohrspitze kann somit eine HSS-Bohrspitze oder alternativ eine Diamantbohrspitze sein. Der Bohrerschaft besteht zum Beispiel aus HSS oder aus hochfestem Stahl. Optional weist der Bohrer an einer Rückseite der Bohrspitze mindestens eine Windung einer Bohrspirale auf, vorzugsweise zwei oder drei oder mehr als drei Bohrspiralen. An einer Rückseite der Bohrspitze und ggf. der Bohrspirale findet eine Verjüngung des Durchmessers statt, der dann auf der übrigen Länge konstant ist, wodurch sich ein zum Beispiel gerader Schaftabschnitt bildet. Der insbesondere glatte Schaftabschnitt dient dazu, auf diesem Bürstenelemente anzuordnen.

In einer ersten Variante wird ein Gewebe- oder Kunststoffschlauch, aus dem Borsten radial nach außen vorstehen, über den insbesondere glatten Schaftabschnitt gezogen und vorzugsweise mit Hilfe von Befestigungsmitteln an dem Schaftabschnitt befestigt, um ein Verrutschen desselben gegenüber dem Bohrer zu vermeiden. Der Schlauch kann ein Gewebe- oder Kunststoffschlauch bzw. ein Metallschlauch sein.

In einer zweiten Variante sind zum Beispiel in der Wendel des Bohrers oder in dem Zwischenraum zwischen zwei Bohrwendelgängen Verrastungsmittel, beispielsweise Nuten, angeordnet, in die Bürstenelemente (zum Beispiel Bürstenstreifen oder Bürstenflächenelemente wie zum Beispiel Bürstenbündel) eingeschoben oder daran in anderer Weise befestigt werden können und vorzugsweise dort verrastet werden können.

Beim Bohren mit dem Bohrer erzeugt die Bohrspitze den Vortrieb in dem Material. Die danach eingreifenden Bürstenelemente befördern das Bohrmehl zum einen in Richtung Bohrloch und lösen zum anderen das Bohrmehl von der Bohrlochwand. Außerhalb des Bohrlochs kann optional ein Staubsauger angeordnet werden, der das Bohrmehl absaugt. Bevorzugt ist dazu ein Saugkopfadapter vorgesehen, der auf den Saugschlauch des Saugers aufgesteckt ist und durch den der Bohrer verläuft, um vollumfänglich das Bohrmehl aus dem Bohrloch zu saugen.

In einer dritten Variante besteht der Bohrer aus mindestens zwei Komponenten: einer Bohrspitze mit anschließendem Befestigungsmittel und einem Schaft mit optional lösbaren Bürstenelementen. Die Bohrspitze kann mit Hilfe von dem Befestigungsmittel an dem Schaft befestigt werden, beispielsweise aufgeschraubt werden. Bürstenelemente können in oder an dem Schaft befestigt werden (zum Beispiel in Art einer Feder-Nut-Verbindung). Die Verrastungsmittel können anstelle einer Nut und Feder auch mittels Loch und Knopf realisiert werden. Bevorzugt bilden die Bürstenelemente jeweils eine umlaufende Spirale, um das Bohrmehl aus dem Bohrloch effizient hinaus zu befördern.

In einer vierten Variante kann in der Spitze des Bohrers eine ringförmige Nut vorgesehen sein, in die ein Ring mit Bürstenelementen auswechselbar einführbar ist. Nach Erreichen der gewünschten Bohrlochtiefe wird der Bohrer axial hin und her bewegt, um den Bohrstaub aus dem Bohrloch zu lösen, wobei die Bohrstaubabsaugung weiterläuft. Optional kann der Bohrer währenddessen ein wenig in Rotation versetzt werden, um das Bürsten zu unterstützen bzw. zu fördern.

Optional steht die Bohrspitze radial über Schaft hinaus, um darin die Bürstenelemente anzuordnen.

1 bis 6 zeigen unterschiedliche Ansichten einer Bohranordnung 150 bzw. eines zu bohrenden Untergrunds 102 während eines Verfahrens zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs 200 sowie zum nachfolgenden Verankern eines Verankerungselements 600 in dem gebohrten Bohrloch 200 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

In 1 ist die Bohranordnung 150 zum Bohren und Reinigen des in 2 gezeigten Bohrlochs 200 in einer Betonwand als Untergrund 102 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt. Die Bohranordnung 150 weist einen Bohrer 100 auf, der im Weiteren näher beschrieben wird. Der Bohrer 100 ist gemäß 1 von einer Bohrmaschine 152 aufgenommen. Genauer gesagt nimmt ein Futter der Bohrmaschine 152 ein freies Ende eines Schaftabschnitts 110 des Bohrers 100 drehfest auf, so dass ein Drehantreiben des Bohrers 100 mittels eines Antriebs der Bohrmaschine 152 ermöglicht ist. Dies ist in 1 mit einem Drehpfeil 130 schematisiert.

Der Bohrer 100 ist zum Bohren und Reinigen des Bohrlochs 200 in dem Untergrund 102 ausgebildet. Er weist einen endseitigen Bohrabschnitt 104 mit einer Bohrspitze 114 und sich daran anschließenden Bohrkanten 106 zum Abtragen von Material des Untergrunds 102 auf. Der Bohrabschnitt 104 ist zum Abtragen von Betonmaterial des Untergrunds 102 unter Bildung von Bohrmehl zum Bohren des Bohrlochs 200 ausgebildet. An den Bohrabschnitt 104 schließt sich unmittelbar der in dem beschriebenen Ausführungsbeispiel damit einschlägig ausgebildete Schaftabschnitt 110 an, von dem ein Teil seiner Mantelfläche mit radial über seinen massiven Kern hinausstehenden flexiblen Metallborsten 112 zum bürstenden Reinigen des Bohrlochs 200 mittels Entfernens von Bohrmehl 202 aus dem Bohrloch 200 ausgestattet ist.

Um beim Bohren anfallendes Bohrmehl 202 während eines im nachfolgenden näher beschriebenen Bohrvorgangs und/oder während eines nachfolgend näher beschriebenen Reinigungsvorgangs aus dem Bohrloch 200 zu entfernen, weist die Bohranordnung 150 ferner eine Absaugeinrichtung 118 auf. Diese wirkt mit dem Bohrer 100 und mit einem Hilfskörper 120 zusammen. Der zum Beispiel im Wesentlichen wie eine Zigarettenschachtel geformte Hilfskörper 120 wird vor dem Bohren des Bohrlochs 200 auf die Wand 102 aufgelegt und gegebenenfalls dort fixiert. In dem Hilfskörper 120 ist eine erste Aufnahmeöffnung 122 zum Aufnehmen bzw. Durchführen des Bohrers 100 von einer externen Position bis zu einer Oberfläche des zu bohrenden Untergrunds 102 gebildet. Eine entsprechende Einführrichtung ist in 1 mit einem Pfeil 132 schematisiert. Ferner ist in dem Hilfskörper 120 eine mit der ersten Aufnahmeöffnung 122 verbundene zweite Aufnahmeöffnung 124 gebildet, welche zum Wirkverbinden der Absaugeinrichtung 118 mit dem zu bohrenden Bohrloch 200 ausgebildet ist. Anders ausgedrückt kann durch Drehantreiben des Bohrers 100 mittels der Bohrmaschine 152 das Bohrloch 200 in dem Untergrund 102 gebildet werden, wobei Betonbohrmehl anfällt. Dieses wird durch einen Teil der ersten Aufnahmeöffnung 122 und durch die zweite Aufnahmeöffnung 124 von der Absaugeinrichtung 118 abgesaugt und in einen in 1 nicht gezeigten Behälter entsorgt, so dass eine Bedienperson vor dem möglicherweise gesundheitsschädlichen Bohrmehl 202 sicher geschützt ist.

1 zeigt die Bohranordnung 150 nun in einem Zustand kurz bevor der drehangetriebene Bohrer 100 in die erste Aufnahmeöffnung 122 eingeführt wird, um nach Kontaktieren der Oberfläche des Untergrunds 102 mit dem Bohren des Bohrlochs 200 zu beginnen.

2 zeigt die Bohranordnung 150 in einem späteren Zustand, in dem die Spitze 114 des Bohrers 100 das Bohrlochtiefste entsprechend einer vorgegebenen Solltiefe erreicht hat und daher das Bohrloch 200 vollständig gebildet ist. In dem Bohrloch 200 befindliches Bohrmehl 202 wird mittels der Absaugeinrichtung 118 abgesaugt, wobei eine Saugrichtung mit einem Pfeil 208 gekennzeichnet ist. Die flexiblen oder elastischen Metallborsten 112 werden, da diese radial über den Kern des Bohrers 100 überstehen, entlang ihrer vollen Umfangserstreckung kraftschlüssig gegen die Bohrlochwandung des Bohrlochs 200 gedrückt.

Wenngleich die Absaugeinrichtung 118 während des Bohrens einen beträchtlichen Teil des Bohrmehls 202 abführt, kann gerade an der Bohrlochwandung noch restliches Bohrmehl 202 verbleiben.

3 zeigt die Bohranordnung 150 in einem noch späteren Zustand, in dem mittels bloßen Zurückziehens des Bohrers 100 aus dem Bohrloch 200 die Bohrlochwandung des Bohrlochs 200 mittels der Metallbürsten 112 von verbleibendem Bohrmehl 202 gereinigt wird. Das Zurückziehen des Bohrers 100 ist in 3 mit einem Pfeil 300 schematisiert. Durch das Zurückziehen schleifen die Metallborsten 112 anschaulich entlang der Bohrlochwandung und ziehen daher verbleibendes Bohrmehl 202 aus dem Bohrloch 200 heraus. Diese Reinigung der Bohrlochwandung kann durch die Absaugeinrichtung 118 zusätzlich unterstützt werden.

Verbleibt der Bohrer 100 jedoch während des Zurückziehens gemäß 3 im rotierenden Zustand, so kann dadurch die Reinigungswirkung der dann rotierenden Metallborsten 112 zusätzlich verstärkt werden.

Alternativ zu der beschriebenen Betriebsweise kann aber auch der Antrieb der Bohrmaschine 152 und/oder die Absaugeinrichtung 118 ausgeschaltet werden.

Optional kann durch ein- oder mehrmaliges Vor- und Zurückziehen des Bohrers 100 (mit oder ohne Antrieb bzw. Drehung des Bohrers 100) zwischen den Betriebszuständen gemäß 2 und 3 die Reinigung des Bohrlochs 200 weiter verbessert werden.

4 zeigt das verbleibende und gereinigte Bohrloch 200 in dem Untergrund 102, nachdem die Bohranordnung 100 vollständig entfernt worden ist.

Das derart gereinigte Bohrloch 200 kann dann in Kombination mit einem chemischen Dübel dazu verwendet werden, ein Verankerungselement 600 aufzunehmen und an dem Untergrund 102 zu verankern. Dies ist in 5 und 6 gezeigt und wird im Weiteren näher beschrieben.

Gemäß 5 wird zunächst mit einer Dosiereinrichtung 500 eine passende Menge eines aushärtbaren Aushärtmaterials 502 in das Bohrloch 200 eingebracht.

Nachfolgend wird, wie in 6 gezeigt, das Verankerungselement 600 in das teilgefüllte Bohrloch 200 eingeführt und das aushärtbare Aushärtmaterial 502 anschließend ausgehärtet. Da das Bohrloch 200 dank der Kombination aus der Absaugeinrichtung 118 und den an dem Bohrer 100 angebrachten Borsten 112 sauber von Bohrmehl 202 befreit wurde, ist die Verankerungskraft des chemischen Dübels in 6 außerordentlich hoch.

7 zeigt einen Bohrer 100 gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung mit sich ringförmig und radial nach außen erstreckenden Metallborsten 112 als Bohrlochreinigungselemente zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs 200.

Bei dem Bohrer 100 gemäß 7 weist der Schaftabschnitt 110 zueinander parallel verlaufende spiralförmige Wendeln 700 auf, zwischen denen jeweils eine Vertiefung 704 gebildet ist. Das während des Bohrvorgangs anfallende Bohrmehl 202 kann entlang der Vertiefungen 704 nach außen hin abgeführt werden, wenn während des Bohrens mittels einer Absaugeinrichtung 118 Bohrmehl abgesaugt wird und/oder mittels der der Metallborsten 112 Bohrmehl 202 von der Bohrlochwandung entfernt wird. Ein freies Ende des Schaftabschnitts 110 bildet einen Einspannabschnitt 706 zum Einspannen des Bohrers 100 in ein Futter einer Bohrmaschine 152.

Die Metallborsten 112 sind an einem von dem Schaftabschnitt 110 separat vorgesehenen umlaufenden Bürstenbauteil 702 angebracht. Das Bürstenbauteil 702 weist, wie näher in 9 gezeigt ist, einen Gummiring 900 auf, an dessen Außenumfang die Metallborsten 112 radial nach außen zeigend immobilisiert sind. 8 zeigt einen Frontabschnitt des Bohrers 100 gemäß 7 mit einer Ringnut 800 zum Aufnehmen des in 9 gezeigten Rings 900 mit radial angeordneten Metallborsten 112. Das Bürstenbauteil 702 kann somit an dem Schaftabschnitt 110 montiert werden, indem der elastische Gummiring 900 formschlüssig in der Ringnut 800 aufgenommen wird. Die Länge der Metallborsten 112 ist so bemessen, dass diese radial zum Beispiel 1 mm bis 3 mm über den Bohrabschnitt 104 überstehen, wenn der Ring 900 in der Ringnut 800 aufgenommen ist.

Bei dem Bohrer 100 gemäß 7 ist somit der Schaftabschnitt 110, wie in 8 gezeigt, mit der Ringnut 800 versehen. Die Metallborsten 112 sind radial nach außen zeigend an dem in 9 gezeigten elastischen Gummiring 900 angebracht. Mittels Einführens des Gummirings 900 in die Ringnut 800 sind die Metallborsten 112 an dem Schaftabschnitt 110 und somit an dem Bohrer 100 befestigbar. Durch diese Konfiguration ist ein vollumfänglich ringförmiges Bohrlochreinigen ermöglicht. Zusätzlich ist ein einfaches Auswechseln der Metallborsten 112 möglich, da nach Verschleiß derselben lediglich der Ring 900 mit den daran angebrachten Metallborsten 112 ausgewechselt werden braucht. Aufgrund des Positionierens des Rings 900 am vorderseitigen Ende des Schaftabschnitts 110, das heißt direkt angrenzend an den Bohrabschnitt 104, ist zudem ein bereits im bohrlochtiefen Bereich beginnendes Reinigen ermöglicht. Durch Zurückziehen des Bohrers 100 aus dem Bohrloch 200 nach Bilden des Bohrlochs 200 legt der im bohrlochtiefen Bereich angeordnete Ring 900 einen langen Weg bis zur Bohrlochmündung zurück und reinigt dabei effektiv einen großen Oberflächenbereich der Bohrlochwandung.

10 zeigt einen Frontabschnitt eines Bohrers 100 gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einer zwischen zwei axial beabstandeten Ringstegen 1002 an dem Schaftabschnitt 110 gebildeten ringförmigen Vertiefung 1000 zum Aufnehmen des in 9 gezeigten Rings 900 mit den radial angeordneten Metallborsten 112. 10 zeigt, dass zur Aufnahme des Rings 900 an dem Schaftabschnitt 110 im Wesentlichen beliebige Befestigungsmittel gebildet werden können, die bevorzugt formschlüssig den Ring 900 aufnehmen und ein Lösen des Rings 900 von den Befestigungsmitteln bei den während des Bohrens bzw. Reinigens anfallenden Kräften unterbinden.

11 bis 15 zeigen Bohrer 100 mit Bohrlochreinigungselementen 112 gemäß anderen exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung.

Bei dem in 11 gezeigten Bohrer 100 ist der gesamte Schaftabschnitt 110 mit Metallborsten 112 oder anderen Bürstenelementen bedeckt. Dies wird gemäß 11 dadurch bewerkstelligt, dass ein in diesem Fall zylindrischer bzw. röhrenförmiger Schlauch 1100 über den Schaftabschnitt 110 übergezogen wird und dort vorzugsweise kraftschlüssig hält. An einer Außenseite des Schlauchs 1100, ringförmig radial nach außen gerichtet, sind die Metallborsten 112 angebracht. Eine rückseitige Fläche 1102 einer zum Beispiel als Diamantsegment ausgebildeten Bohrspitze als Bohrabschnitt 104 dient als Anschlag für das vorderseitige Ende des Schlauchs 1100. Der Schlauch 1100 kann aus Kunststoff, Gummi oder Metall gebildet werden oder auch als Gewebe ausgeführt sein. Er kann eine beliebige Kontur aufweisen und sollte dazu konfiguriert sein, außenseitig Bürstenelemente befestigen zu können.

Wie bei allen Ausführungsbeispielen der Erfindung können auch gemäß 11 entweder der Schaftabschnitt 110 und der Bohrabschnitt 104 einstückig vorgesehen werden, oder es können der Schaftabschnitt 110 und der Bohrabschnitt 104 als getrennte, aber miteinander verbindbare (zum Beispiel miteinander verschraubbare) Bauteile ausgebildet werden.

Bei einem in 12 gezeigten Bohrer 100 gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die Bohrlochreinigungselemente als Metallborsten 112 auf einer Außenfläche einer spiralförmigen Wendel 700 des Schaftabschnitts 110 angebracht. Das Bohrmehl 202 kann dann entlang von Vertiefungen 704 zwischen benachbarten Wendeln 702 entlang einer helixförmigen Trajektorie abgeführt werden.

Bei einem in 13 gezeigten Bohrer 100 gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die Bohrlochreinigungselemente als Metallborsten 112 in Vertiefungen 704 zwischen benachbarten spiralförmigen Wendeln 700 des Schaftabschnitts 110 angebracht. Somit können die Bürstenelemente 112 vor übermäßiger mechanischer Beanspruchung geschützt in Zwischenräumen zwischen Bohrwendeln 700 untergebracht werden.

14 zeigt einen Bohrer 100 gemäß noch einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem als Bohrlochreinigungselemente Gummilamellen 112 bereichsweise auf dem Schaftabschnitt 110 und um diesen herum umlaufend angebracht sind. Hierfür können zum Beispiel auf den Wendeln 700 Längsnuten gebildet werden, in welche die Gummilamellen 112 eingesteckt und optional verklebt oder eingeklemmt werden können.

In 15 ist ein Bohrer 100 gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, bei dem ähnlich wie in 11 ein Schlauch 1100 mit außenseitig angebrachten Metallborsten 112 übergestreift ist. Gemäß 15 ist der Schlauch 1100 in einem Bereich des Schaftabschnitts 110 angebracht, in dem Wendeln 700 und dazwischen angeordnete Vertiefungen 704 gebildet sind. Ein rückwärtiger, einem Futter einer Bohrmaschine (nicht gezeigt) zugeordneter Endabschnitt 1500 des Bohrers 100 ist von Wendeln 700, Vertiefungen 704 und dem Schlauch 1100 frei.

16 und 17 zeigen Anordnungen 150 mit einem Bohrer 100 mit Bohrlochreinigungselementen 112 und mit einer Bohrmehlabsaugeinrichtung 118 zum Bohren und Reinigen eines Bohrlochs 200 gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung.

Gemäß 16 sind mehrere axial und radial voneinander beabstandete Oberflächenbereiche des Schaftabschnitts 110 mit Metallborsten 112 versehen. Durch die Abstände oder Zwischenräume zwischen den Metallborsten 112 ist ein Absaugen von Bohrmehl ungeachtet des Vorhandenseins der Metallborsten 112 während des Bohrvorgangs mittels der Bohrmehlabsaugeinrichtung 118 ermöglicht.

Gemäß 17 ist eine Anordnung 150 mit einem Bohrer 100 gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel gezeigt. Ähnlich wie in 7 bis 10 ist in einer Ringnut 800 an einem vorderen Ende des Schaftabschnitts 110 ein Ring 900 mit nach außen überstehenden Metallborsten 112 zum Ausputzen des Bohrlochs 200 eingeführt. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel ist die Absaugeinrichtung 118 nun in die Bohrmaschine 152 integriert. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist in einem vorderen Bereich des Bohrers 100 ein Austrittsloch 1702 gebildet, das mit einem Bohrmehlkanal 1700 im Inneren des Bohrers 100 verbunden ist. Ein rückseitiges Ende des Bohrmehlkanals 1700 ist über eine Schlauchleitung 1706 oder dergleichen mit der Absaugeinrichtung 118 zum Absaugen von Bohrmehl 202 während des Bohrvorgangs gekoppelt.

Die Absaugeinrichtung 118 saugt bereits während des Bohrens des Bohrlochs 200 mittels des Bohrabschnitts 104 des Bohrers 100 gebildetes Bohrmehl 202 durch die Austrittsöffnung 1702, den Bohrmehlkanal 1700 und den Schlauch 1706 ab. Nach Beenden des Bohrens führt aufgrund des Vorsehens der Metallborsten 112 ein bloßes Herausziehen des Bohrers 100 aus dem Bohrloch 200 zu einen zusätzlichen Reinigen der Bohrlochwandung, ohne dass dafür eine von dem Bohrer 100 separate Reinigungsvorrichtung erforderlich wäre.

Ferner zeigt 17, dass der Schaftabschnitt 110 sich in Richtung zu dem Bohrlochäußeren hin konisch verjüngt. Dadurch kann ein dynamischer Verstärkungseffekt beim Absaugen des Bohrmehls 202 erreicht werden, mit dem die Bohrlochreinigung weiter verbessert werden kann.

Bohrer gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung können zum Beispiel zum Bohren in ein Vollmaterial, wie zum Beispiel Beton oder Kalksandstein, eingesetzt werden. Es ist allerdings auch möglich, Bohrer gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen für Hohlkammersteine einzusetzen, bei denen die Stege groß und die Kammern klein sind, so dass ein Großteil des Volumens auf die Stege entfällt.

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass „aufweisend“ keine anderen Elemente oder Schritte ausschließt und „eine“ oder „ein“ keine Vielzahl ausschließt. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.