Title:
Bispezifisches Antikörperfragment und pharmazeutisches Kombinationspräparat mit einem solchen
Kind Code:
A1
Abstract:

Die Erfindung geht aus von einem bispezifischen Antikörperfragment (10) mit einer ersten Erkennungsstelle (12) und zumindest einer zweiten Erkennungsstelle (14), welche spezifisch jeweils zumindest eine Struktur (16, 18) erkennen, wobei sich die Strukturen (16, 18) voneinander unterscheiden.
Ein guter Therapieerfolg kann erzielt werden, wenn die erste Erkennungsstelle (12) so ausgeführt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop (16) zumindest einer Oberflächenstruktur (20) einer entarteten Wirtszelle (22) vorbereitet ist und dass die zumindest zweite Erkennungsstelle (14) so ausgeführt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop (18) zumindest eines Organismus (24) vorbereitet ist.
Die Erfindung geht ferner aus von dem bispezifischen Antikörperfragment (10) zur Verwendung als Medikament, von einem Polynukleotid codierend das bispezifische Antikörperfragment (12) und einem pharmazeutischen Kombinationspräparat (34, 34a) aufweisend zumindest das bispezifische Antikörperfragment (10).



Inventors:
gleich Anmelder
Application Number:
DE102013111487A
Publication Date:
04/23/2015
Filing Date:
10/17/2013
Assignee:
Thaller, Arno, 91801 (DE)
Attorney, Agent or Firm:
Heyerhoff Geiger & Partner Patentanwälte, 88662, Überlingen, DE
Claims:
1. Bispezifisches Antik?rperfragment (10) mit einer ersten Erkennungsstelle (12) und zumindest einer zweiten Erkennungsstelle (14), welche spezifisch jeweils zumindest eine Struktur (16, 18) erkennen, wobei sich die Strukturen (16, 18) voneinander unterscheiden, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Erkennungsstelle (12) so ausgef?hrt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop (16) zumindest einer Oberfl?chenstruktur (20) einer entarteten Wirtszelle (22) vorbereitet ist und dass die zumindest zweite Erkennungsstelle (14) so ausgef?hrt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop (18) zumindest eines Organismus (24) vorbereitet ist.

2. Bispezifisches Antik?rperfragment nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Epitop (16) der zumindest einen Oberfl?chenstruktur (20) der entarteten Wirtszelle (22) ein Oberfl?chenprotein (26) ist und/oder dass das zumindest eine Epitop (16) ein tumorspezifisches Antigen (28) und/oder ein epitheliales Antigen (28) und/oder dass das zumindest eine Epitop (16) ausgew?hlt ist aus einer Gruppe bestehend aus Erb-B4b2, Prostate-specific membran antigen (PSMA), Epithelial cell adhesion molecule (EpCAM), Cytokeratin 20 oder Mucin 1, cell surface associated (MUC1).

3. Bispezifisches Antik?rperfragment nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Organismus (24) ein Mikroorganismus (30), insbesondere ein Virus (32) ist, bevorzugt aus der Gruppe der onkolytischen Viren (32), und/oder dass der zumindest eine Organismus (24) ein Virus (32) ist aus der Gruppe bestehend aus einem Adenovirus, einem Herpessimplex-Virus (oHSV), einem Reovirus, einem Parvovirus (H1), einem Pockenvirus, einem Masernvirus, einem Sendaivirus, einem Newcastle-Disease-Virus (NDV), einem Picornavirus (pig Enterovirus (PEV), ECHO7-Virus), einem Arbovirus, einem Sindbis-Virus, einem Vesicular stomatitis-Virus (VSV), einem Myxoma-Virus, einem Aujeszky-Virus (pseudorabies-virus, PRV) und einem Seneca-Valley-Virus.

4. Bispezifisches Antik?rperfragment (10) nach zumindest einem der Anspr?che 1 bis 3 zur Verwendung als Medikament.

5. Polynukleotid codierend das bispezifische Antik?rperfragment (10) zumindest nach Anspruch 1.

6. Pharmazeutisches Kombinationspr?parat (34, 34a), insbesondere zu einer Krebstherapie, enthaltend:
? Zumindest ein bispezifisches Antik?rperfragment mit einer ersten Erkennungsstelle (12) und zumindest einer zweiten Erkennungsstelle (14), welche spezifisch jeweils zumindest eine Struktur (16, 18) erkennen, wobei sich die Strukturen (16, 18) voneinander unterscheiden, wobei die erste Erkennungsstelle (12) so ausgef?hrt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop (16) zumindest einer Oberfl?chenstruktur (20) einer entarteten Wirtszelle (22) vorbereitet ist und dass die zumindest zweite Erkennungsstelle (14) so ausgef?hrt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop (18) zumindest eines Organismus (24) vorbereitet ist;
? Zumindest den einen Organismus (24), gegen den die zumindest zweite Erkennungsstelle (14) gerichtet ist; und
? Mindestens einen pharmazeutisch vertr?glichen Exzipienten (36) und/oder mindestens ein pharmazeutisch vertr?gliches Vehikel (38).

Description:

Die Erfindung betrifft ein bispezifisches Antik?rperfragment, ein pharmazeutisches Kombinationspr?parat mit zumindest einem bispezifischen Antik?rperfragment sowie eine Verwendung des bispezifischen Antik?rperfragments als Medikament und ein Polynukleotid codierend das bispezifische Antik?rperfragment.

J?hrlich sterben allein in Deutschland 200.000 Menschen an Krebs. Sie versterben zumeist an den Folgen einer Metastasierung. Seit drei Jahrzehnten hat sich trotz Forschungsbillionen in diesem Stadium kein Fortschritt in der Krebstherapie ereignet. Die Betroffenen sterben trotz massiven Einsatzes von Chemotherapeutika und neuerer, sogenannter zielgerichteter, Molek?le, die jedes Budget sprengen. Beispielsweise kosten drei Injektionen des monoklonalen Antik?rpers Ipilimumab, der das Alterungsepitop A4 auf zytotoxischen Lymphozyten hemmen soll, 120.000.- Euro und verl?ngern das mediane ?berleben lediglich um drei Monate. Hinzu kommt nachteilig, dass eine solche Therapie allseits bekannte und erhebliche Nebenwirkungen aufweist.

Die Jahreskosten dieser Chemotherapien im weitesten Sinne belaufen sich mittlerweile auf weit ?ber 60 Mrd. Euro. Ihr Anteil am F?nfjahres?berleben ist auf 2,7% gesch?tzt worden. Dies ist ein gro?es Missverh?ltnis zwischen Aufwand und Nutzen und erscheint kaum vorstellbar, noch vertretbar zu sein.

Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, sich an komplexen Strategien zu orientieren, welche die Natur selbst gegen den sogenannten Krebs in Jahrmillionen hervorgebracht hat. Zu diesen nat?rlichen Krebsstrategien z?hlen beispielsweise onkolytische Viren, wie beispielsweise das Newcastle-Disease-Virus (vgl. 1, genaue Beschreibung siehe Figurenbeschreibung). Eine Behandlung mit onkolytischen Viren wird als Virotherapie bezeichnet. Der gr??te Nachteil der bei der Virotherapie eingesetzten Viren, wie beispielsweise das Newcastle-Disease-Virus, besteht darin, dass ihre Andockstelle an eine Wirtszelle unspezifisch ist. Das Andockmolek?l Neuramins?ure kommt auf allen m?glichen Zellelementen, sogar auf Erythrozyten vor, so dass der gr??te Teil der Viren absorbiert wird, noch bevor sie die Tumorzellen erreichen!

Das Newcastle-Disease-Virus dockt an der entarteten Wirtszelle bzw. der Krebszelle an dem Epitop Neuramins?ure mit Hilfe der viruseigenen Neuraminidase an und spaltet diese. So gelangt das Erbgut des Virus ins Innere der Zelle. Die H?lle l?sst es drau?en. Da das Virus ein starker Interferon-Induktor ist, wird es von gesunden menschlichen Zellen sofort inaktiviert. Die Krebszellen aber haben einen defekten Interferon-Produktionsweg und fallen so dem Virusangriff zum Opfer.

Um das Problem der unspezifischen Bindung und damit der Eliminierung der Viren zu l?sen bzw. eine gezielte Zufuhr der Viren an deren Zielstruktur zu erm?glichen, ist aus dem Stand der Technik bekannt, intraarterielle Portsysteme einzusetzen. Damit k?nnen die Viren tumornah appliziert werden. Diese Portsysteme bergen jedoch eine gro?e Gefahr, weil sie infizieren und auch zur Quelle von Embolien werden k?nnen. V.a. bei Portsystemen, die Hirngef??e versorgen m?ssen, wie bei Hirntumoren, aber auch allen andern Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, sind solche gef?hrlichen Portsysteme leider unumg?nglich.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein bispezifisches Antik?rperfragment, ein dieses codierendes Polynukleotid sowie ein pharmazeutisches Kombinationspr?parat mit einem solchen bispezifischen Antik?rperfragment bereitzustellen, bei deren Einsatz nachteilige Zuf?hrungseffekte der Viren und Nachteile f?r den Patienten, wie eine Gefahr f?r Entz?ndungen oder Embolien, minimiert werden k?nnen und eine hohe Erfolgsquote in der Behandlung von Krebserkrankungen erzielt werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgem?? gel?st mit einem bispezifischen Antik?rperfragment mit den Merkmalen des Anspruchs 1, einem Polynukleotid mit den Merkmalen des Anspruchs 5 sowie mit einem pharmazeutischen Kombinationspr?parat aufweisend zumindest das bispezifische Antik?rperfragment und einen Organismus mit den Merkmalen des Anspruchs 6. G?nstige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Anspr?chen und der Beschreibung.

Die Erfindung geht aus von einem bispezifischen Antik?rperfragment mit einer ersten Erkennungsstelle und zumindest einer zweiten Erkennungsstelle, welche spezifisch jeweils zumindest eine Struktur erkennen, wobei sich die Strukturen voneinander unterscheiden.

Es wird vorgeschlagen, dass die erste Erkennungsstelle so ausgef?hrt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop zumindest einer Oberfl?chenstruktur einer entarteten Wirtszelle vorbereitet ist und dass die zumindest zweite Erkennungsstelle so ausgef?hrt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop zumindest eines Organismus vorbereitet ist.

Durch die erfindungsgem??e Ausgestaltung kann ein Antik?rperfragment zur Verf?gung gestellt werden, welches als Linkermolek?l zwischen einer entarteten Wirtszelle und einem Organismus fungieren kann. Zudem kann das bispezifische Antik?rperfragment das Epitop des Organismus abdecken und somit unerw?nschte und unspezifische Bindungen dessen, beispielsweise an gesunde Zellen, verhindern. Damit ist ein Komplex aus bispezifischem Antik?rperfragment und Organismus sehr spezifisch in seinen Bindungseigenschaften zum Binden des Epitops der entarteten Wirtszelle. In Folge dessen hat es eine besonders hohe Erfolgsquote in einer Behandlung von Krebserkrankungen. Damit kann das Antik?rperfragment beispielsweise erfolgreich in der Krebstherapie eingesetzt werden. Es w?re sogar denkbar, dass das bispezifische Antik?rperfragment unterst?tzend in einer Chemotherapie eingesetzt werden oder sogar die Nachfolge der Chemotherapie antreten kann, deren M?glichkeiten schon seit geraumer Zeit bis zur Grenze der ?Menschlichkeit? ausgereizt sind.

Ein bispezifisches Antik?rperfragment stellt ein Antik?rperfragment dar, welches zumindest zwei erkennungsrelevante Anteile, die Erkennungsstellen, zur Erkennung anderer Strukturen, wie beispielsweise ein Peptid, ein Protein, ein Zuckermolek?l, ein Nukleotid, ein Polynukleotid, aufweist. Unter dem Begriff ?bispezifisches Antik?rperfragment? soll die Gesamtheit aller Antik?rperfragmente verstanden werden, die zwei bestimmte, sich voneinander unterscheidende Epitop erkennen, wovon eines eine Oberfl?chenstruktur einer entarteten Wirtszelle und das andere ein Epitop eines Organismus, wie einem therapeutischen Organismus, ist. Alle Antik?rper und gegebenenfalls auch deren Fragmente, deren gemeinsames Merkmal darin besteht, dass eine Erkennungsstelle eines ihrer Fab-Anteile zu zumindest einem Teil einer Oberfl?chenstruktur einer entarteten Wirtszelle bzw. Krebszelle passt bzw. diesen spezifisch erkennt, und die andere Erkennungsstelle eines ihrer Fab-Anteile zu zumindest einem Teil einer Struktur eines Organismus passt bzw. diesen spezifisch erkennt sollen als ?bispezifische? Antik?rperfragmente gegen die Epitope verstanden werden.

In diesem Zusammenhang soll unter einem Antik?rperfragment jedes, vom Fachmann f?r einsetzbar erachtetes Fragment von Antik?rpern oder jede Kombination von Fragmenten verstanden werden. Als Fragment denkbar w?re beispielsweise ein ?quivalent zu einem F(ab?)2-Fragment, Fab?-Fragment, Fab-Fragment oder scFv-Fragment (ein so genanntes single-chain variable fragment), di-scFv, aber auch ein kompletter Antik?rper. ?quivalent soll hier hei?en, dass sich die Zielstrukturen der Erkennungsstellen der Dom?nen im Gegensatz zu der klassischen Verwendung der oben genannten Begriffe voneinander unterscheiden. Grunds?tzlich w?re es auch denkbar, als Antik?rperfragment einen so genannten trifunctional antibody oder ein so genanntes chemically linked F(ab?)2-Fragment einzusetzen.

Es kann entweder ein Antik?rperfragment oder es k?nnen eine Vielzahl von Antik?rperfragmenten eingesetzt werden. Diese k?nnten vom selben Typ bzw. von selber Herkunft oder von unterschiedlichen Typen bzw. Urspr?ngen sein. Es kann also beispielsweise eine Mischung an verschieden aufgebauten Fragmenten eingesetzt werden. Auch w?re es m?glich, dass diese Fragmente aus unterschiedlichen Produktionsorganismen stammen (Maus, Kaninchen, Esel etc., weitere Details siehe unten). Zudem k?nnte(n) das/die bispezifische(n) Antik?rperfragment(e) polyklonalen oder monoklonalen Ursprungs sein. Im folgenden Text wird, unabh?ngig von Anzahl, Zusammensetzung und genauem Aufbau ? also auch ein kompletter Antik?rper ?, das zumindest eine bispezifische Antik?rperfragment generell als das bispezifische Antik?rperfragment bezeichnet. Bevorzugt w?re jedoch ein Einsatz von vollst?ndigen Antik?rpern, wodurch eine besonders hohe Halbwertszeit des bispezifischen Antik?rpers im behandelten Organismus erreicht werden kann. Zudem werden das jeweils zumindest eine Epitop, die zumindest eine Oberfl?chenstruktur und der zumindest eine Organismus als das Epitop, die Oberfl?chenstruktur und der Organismus bezeichnet.

Unter einer Oberfl?chenstruktur einer entarteten Wirtszelle soll hier insbesondere eine von der Wirtszelle pr?sentierte Struktur, wie ein Peptid, ein Protein, wie beispielsweise ein Enzym, ein Rezeptor, ein Zuckermolek?l, und/oder zumindest ein Teil der genannten Molek?le, verstanden werden. Dies kann beispielsweise ein Membranprotein wie ein Rezeptor oder Kanal sein. Ferner soll in diesem Zusammenhang unter einem Epitop des Organismus jede, vom Fachmann f?r sinnvoll erachtete Struktur des Organismus, wie ein Peptid, ein Protein, wie beispielsweise ein Enzym, ein Zuckermolek?l, ein Nukleotid, ein Polynukleotid etc. und/oder zumindest ein Teil der genannten Molek?le, verstanden werden. Bevorzugt ist diese Struktur auf einer Oberfl?che bzw. einer Au?enoberfl?che des Organismus angeordnet bzw. in zumindest dem Zustand des Andockens des Organismus an der Wirtszelle auf der Au?enoberfl?che des Organismus pr?sentiert. Besonders bevorzugt ist das Epitop zumindest ein Teil eines Membranproteins des Organismus. Ist der Organismus beispielsweise ein Virus, kann das Epitop zumindest ein Teil von Haemagglutinin und/oder Neuraminidase sein. Eine Wirtszelle stellt hier insbesondere eine entartete Wirtszelle also eine Tumorzelle und/oder Krebszelle dar.

Ferner soll hier und im folgenden Text unter ?vorbereitet" speziell ausgestattet, ausgelegt, vorgesehen, ausgebildet und/oder ausgef?hrt verstanden werden.

Gem?? einer bevorzugten Realisierung der Erfindung ist vorgesehen, dass das zumindest eine Epitop der zumindest einen Oberfl?chenstruktur der entarteten Wirtszelle ein Oberfl?chenprotein ist. Dadurch kann das bispezifische Antik?rperfragment leicht an sein Ziel andocken.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das zumindest eine Epitop ein tumorspezifisches Antigen und/oder ein epitheliales Antigen ist. Hierdurch kann die entartete Wirtszelle eindeutig identifiziert werden, was eine Behandlung besonders erfolgversprechend macht. Hierbei ist es wichtig, dass die Oberfl?chenstruktur bzw. das Antigen nicht l?slich vorliegt oder im K?rper von der Zelle, die es exprimiert, ?abgeschilfert? oder abgespalten wird. Solche Strukturen w?rden sonst an die erste Erkennungsstelle des bispezifischen Antik?rperfragments f?r die Oberfl?chenstruktur der entarteten Wirtszelle binden und verhinderten, dass das Antik?rperfragment sein Ziel ? die Krebszelle ? erkennt bzw. erreicht. Somit w?re beispielsweise der Interleukin-2-Rezeptor, trotz seines Vorkommens auf Tumorzellen, kein erw?nschtes Epitop f?r die erste Erkennungsstelle des bispezifischen Antik?rperfragments. Durch eine solche Wahl des Epitops ist zumindest gew?hrleistet, dass der Organismus und/oder die Viren nicht an der Masse der Blutzellen ?stranden? und damit aus dem Verkehr gezogen werden! Auf diese Weise l?sst sich der Organismus und/oder lassen sich die Viren sicher zu ihrem Ziel bef?rdern.

Ein Andockung an andere epitheliale Zellen, die ebenso diese Antigene exprimieren k?nnen, als die Krebszellen ist von untergeordneter Bedeutung und zwar aus folgenden Gr?nden. Ersten hat eine gesunde epitheliale Zelle ein intaktes Interferon-System. Der Organismus und/oder die Viren werden deshalb als gewaltige Interferon-Induktoren sofort aus dem Verkehr gezogen. Sie richten also in gesunden menschlichen Zellen keinen Schaden an. Zweitens ist die Blut-Gewebe-Schranke im Bereich des Tumors defekt. Die Tumorgef??e sind primitiv, d.h. sehr durchl?ssig! Also werden mehr Organismen und/oder Viren zu Tumorzellen gebracht als zu gesunden!

Eine besonders zuverl?ssige Erkennung der entarteten Wirtszelle kann erreicht werden, wenn das zumindest eine Epitop ausgew?hlt ist aus einer Gruppe bestehend aus Erb-B4b2, Prostatespecific membran antigen (PSMA) (auch bekannt als Glutamate carboxypeptidase II), Epithelial cell adhesion molecule (Ep-CAM), Cytokeratin 20 oder Mucin 1, cell surface associated (MUC1) (auch bekannt als polymorphic epithelial mucin (PEM)).

Unter einem Organismus soll jeder, vom Fachmann f?r einsetzbar erachtete Organismus, wie beispielsweise ein Bakterium, ein Virus, ein Achaea, ein Pilz, ein Protozoon, eine Alge, ein Parasit, wie bspw. ein Endoparasit (Band-, Spul- oder Fadenwurm) oder ein Ektoparasit, verstanden werden. Es kann entweder ein Organismus oder eine Vielzahl von Organismen eingesetzt werden. Diese k?nnten vom selben Typ oder von sich unterscheidenden Typen sein. Somit kann auch eine Kombination von unterschiedlichen Organismen zum Einsatz kommen. Im folgenden Text wird, unabh?ngig von der Anzahl und der Zusammensetzung, der zumindest eine Organismus als der Organismus bezeichnet. Ein hier zum Einsatz kommender Organismus hat die Eigenschaft therapeutisch zu wirken; d.h. er bek?mpft eine Krankheitssituation im zu behandelnden Patienten. Hierf?r befindet er sich bevorzugt im K?rper des Patienten. Die Bek?mpfung der Krankheit kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass der Organismus einen Stoff sezerniert, der gegen die Krebserkrankung wirkt und vorteilhaft deren Progression verlangsamt oder sogar stoppt. Denkbar und bevorzugt wurde jedoch der Organismus selbst mit der entarteten Wirtszelle interagieren und dadurch den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Der beispielsweise sezernierte Stoff des Organismus oder bevorzugt der Organismus selbst kann, vermittelt durch das bispezifische Antik?rperfragment, die entartete Wirtszelle erkennen und sogar an diese andocken.

Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass der Organismus ein Mikroorganismus ist. Hierdurch kann ein Organismus eingesetzt werden, der klein genug ist, um sich im K?rper des Patienten zu bewegen bzw. dort bewegt zu werden. Unter einem Mikroorganismus soll jeder, vom Fachmann f?r einsetzbar erachtete Organismus, wie beispielsweise ein Bakterium, ein Virus, ein Achaea, ein Pilz, ein Protozoon oder eine Alge verstanden werden. Es kann entweder ein einzelner Mikroorganismus oder eine Vielzahl von Mikroorganismen eingesetzt werden. Ferner kann auch eine Kombination von unterschiedlichen Mikroorganismen zum Einsatz kommen.

Vorteilhafterweise ist der Organismus und/oder der Mikroorganismus ein Virus, wodurch ein Organismus zum Einsatz kommt, der eine schnelle und einfache Vermehrung aufweist, wodurch schnell eine gro?e Menge an Organismen vorliegt. Zudem sind Viren beispielsweise kleiner als Bakterien, was sie zu dem Organismus der ersten Wahl macht. Unter einem Virus soll jedes, vom Fachmann f?r einsetzbar erachtetes Virus verstanden werden. Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Organismus und/oder der Mikroorganismus ein Virus aus der Gruppe der onkolytischen Viren ist, wodurch eine Bek?mpfung von Tumorerkrankungen, wie bspw. Krebs, effektiv und nachhaltig erfolgen kann.

Bevorzugt ist der Organismus und/oder der Mikroorganismus ein Virus aus der Gruppe bestehend aus einem Adenovirus, einem Herpes-simplex-Virus (oHSV), einem Reovirus, einem Parvovirus H1, einem Pockenvirus, einem Masernvirus, einem Sendaivirus, einem Newcastle-Disease-Virus (NDV), einem Picornavirus (pig Enterovirus (PEV), ECHO7-Virus), einem Arbovirus, einem Sindbis-Virus, einem Vesicular stomatitis-Virus (VSV), einem Myxoma-Virus, einem Aujeszky-Virus (pseudorabies-virus, PRV) und einem Seneca-Valley-Virus. Hierdurch steht eine breite Anzahl an unterschiedlichen Viren bereit, wovon zumindest einer je nach Erkrankungstyp und Progression selektiv eingesetzt werden kann.

Gem?? einer alternativen Realisierung wird vorgeschlagen, dass der Mikroorganismus ein Bakterium ist, wodurch ein Organismus zur Anwendung kommen kann, welcher sich wirtszellunabh?ngig vermehren kann. Zudem kann bei einer Verabreichung des Organismus eine hohe Anzahl pro kleines Gabevolumen gegeben werden. Unter einem Bakterium soll jedes, vom Fachmann f?r einsetzbar erachtetes Bakterium verstanden werden. Bevorzugterweise ist der Organismus und/oder der Mikroorganismus aus der Gruppe der onkolytischen Bakterien. Damit kann ein spezifisches Mittel gegen einen Tumor angewendet werden. Es hat sich hierbei gezeigt, dass eine besonders effektive Bek?mpfung stattfindet, wenn der Organismus und/oder der Mikroorganismus ein Bakterium ist aus der Gruppe bestehend aus Salmonella typhimurium, Clostridium und E. coli. Ferner w?re es auch m?glich, das Bakterium zu modifizieren oder zu adaptieren.

Ferner geht die Erfindung aus von einem bispezifischen Antik?rperfragment mit den oben beschriebenen Merkmalen zur Verwendung als Medikament.

Durch die erfindungsgem??e Realisierung kann ein Medikament zur Verf?gung gestellt werden, welches zum Behandeln einer Tumorerkrankung effektiv eingesetzt werden kann. Wie oben beschrieben, wird und/oder werden in der aktuell g?ngigen Virotherapie der Organismus und/oder die Viren h?ufig auf ihrem Weg zur Tumorzelle durch die Bindung an gesunde Zellen abgefangen. Mittel des erfindungsgem??en Medikaments enthaltend zumindest das bispezifischen Antik?rperfragments kann ein Weg zur Verf?gung gestellt werden, der die Zufuhr der heilend einsetzbaren Organismus verbessert und hilft, dass der Organismus und/oder die Viren an eine Krebszelle binden kann/k?nnen, um diese zu zerst?ren.

Zus?tzlich geht die Erfindung aus von einem Polynukleotid codierend das erfindungsgem??e bispezifische Antik?rperfragment. Das Polynukleotid kann jedes, vom Fachmann f?r einsetzbar erachtete Polynukleotid, wie bspw. DNA oder RNA etc., sein. Das Polynukleotid k?nnte auch ein zus?tzlicher Bestandteil eines Kombinationspr?parats (siehe unten) sein. Dadurch kann eine alternative Zufuhr des bispezifischen Antik?rperfragments bereitgestellt werden, die unterschiedliche Kinetiken im Vergleich zu dem bispezifischen Antik?rperfragment aufweisen kann. Damit kann das Polynukleotid codierend das bispezifische Antik?rperfragment auch zur Verwendung als Medikament dienen.

Ferner k?nnte das Polynukleotid auch als Anteil eines Vektors, insbesondere eines viralen Vektors, ausgef?hrt sein, wobei der Vektor als ein Vehikel bzw. ein Tr?ger f?r das Polynukleotid angesehen werden kann. Beispielsweise k?nnte die Sequenz des bispezifischen Antik?rperfragments so in die Wirtszelle gelangen und ?hnlich wie das Virus selbst dort vermehrt werden. Damit k?nnte eine weitere Bek?mpfung anderer Tumorzellen effektiv erfolgen, da der K?rper des Behandelten sowohl die Viren, wie auch das bispezifischen Antik?rperfragment selbst produzieren. Hierbei k?nnten weitere Modifikationen des Polynukleotids und/oder des Vektors vorgenommen werden, um ein fehlerfreies Prozessieren zu erm?glichen. Diese Ma?nahmen wird der Fachmann selbstt?tig aufgrund seiner Fachkenntnis ausw?hlen.

Ferner geht die Erfindung aus von einem pharmazeutisches Kombinationspr?parat, insbesondere zu einer Krebstherapie, enthaltend: Zumindest ein bispezifisches Antik?rperfragment mit einer ersten Erkennungsstelle und zumindest einer zweiten Erkennungsstelle, welche spezifisch jeweils zumindest eine Struktur erkennen, wobei sich die Strukturen voneinander unterscheiden, wobei die erste Erkennungsstelle so ausgef?hrt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop zumindest einer Oberfl?chenstruktur einer entarteten Wirtszelle vorbereitet ist und dass die zumindest zweite Erkennungsstelle so ausgef?hrt ist, dass sie zum Erkennen von zumindest einem Epitop zumindest eines Organismus vorbereitet ist; zumindest den einen Organismus, gegen den die zumindest zweite Erkennungsstelle gerichtet ist; und mindestens einen pharmazeutisch vertr?glichen Exzipienten und/oder mindestens ein pharmazeutisch vertr?gliches Vehikel.

Durch die erfindungsgem??e Ausgestaltung kann ein Kombinationspr?parat zur Verf?gung gestellt werden, welches eine entartete Wirtszelle zuverl?ssig bek?mpfen kann, da das bispezifische Antik?rperfragment eine hohe Spezifit?t f?r seine Bindungspartner aufweist. Dadurch ist es besonders gut vertr?glich und weist geringe bis keine Nebenwirkungen auf. Ferner kann das bispezifische Antik?rperfragment das Epitop des Organismus abdecken und somit unerw?nschte und unspezifische Bindungen dessen, beispielsweise an gesunde Zellen, verhindern. Damit ist ein Komplex aus bispezifischem Antik?rperfragment und Organismus sehr spezifisch in seinen Bindungseigenschaften zum Binden des Epitops der entarteten Wirtszelle. In Folge dessen hat es eine besonders hohe Erfolgsquote in einer Behandlung von Krebserkrankungen. Bei einem Kombinationspr?parat aus bispezifischen Antik?rperfragment und Organismus kann die Gabe als einmalige Gabe erfolgen, da beide aktiven Bestandteile enthalten sind. Dies f?hrt zu einem schnellen Behandlungserfolg. Damit kann eine Gabe von zus?tzlich immunmodulierenden und/oder immunsupprimierenden Substanzen reduziert werden oder v?llig unterbleiben. Ferner ist dies f?r den Behandelten, wie beispielsweise einen Krebspatienten, besonders schonend. Hierbei w?re die Art der Gabe sowie der Exzipient, das Vehikel und/oder des Tr?gers des bispezifischen Antik?rperfragments und die des Organismus aufeinander abzustimmen.

Unter einem Kombinationspr?parat soll ein Pr?parat und/oder Mittel verstanden werden, das zumindest einen pharmazeutisch relevanten Bestandteil und/oder zumindest einen behandlungsrelevanten Bestandteil aufweist. Ein behandlungsrelevanter Bestandteil stellt insbesondere zumindest einen Stoff, ein Medikament und/oder ein Mittel dar, das zumindest einen Effekt, positiv oder negativ, auf einen Organismus, wie einen pflanzlichen, tierischen und/oder menschlichen K?rper oder einen Bestandteil davon, hat. Das Kombinationspr?parat kann einen gemeinsamen Exzipienten und/oder ein gemeinsames Vehikel f?r das bispezifische Antik?rperfragment und den Organismus aufweisen oder der Exzipient und/oder das Vehikel f?r das bispezifische Antik?rperfragment bzw. f?r den Organismus k?nnen unterschiedlich ausgef?hrt sein. Hierbei sind jeweils die Eigenschaften des bispezifischen Antik?rperfragments und des Organismus sowie die Art der Verabreichung ausschlaggebend zur Wahl des jeweiligen Exzipienten und/oder des Vehikels. Diese Merkmale werden vom Fachmann aufgrund seiner Fachkenntnis selbstt?tig bestimmt.

Das Kombinationspr?parat kann auch mehr als eine verabreichbare Einheit haben, wobei zum Beispiel zwei verabreichbare Einheiten zeitlich und/oder r?umlich unabh?ngig voneinander gegeben werden k?nnen. Bei einem Kombinationspr?parat mit zwei verabreichbaren Einheiten kann je Einheit beispielsweise ein behandlungsrelevanter Bestandteil verabreicht werden. Eine Einheit weist beispielsweise das bispezifische Antik?rperfragment und die andere Einheit den Organismus auf.

Ein Exzipient stellt hier einen Hilfsstoff dar, welcher beispielsweise eine Vertr?glichkeit, eine Aufnahme, eine Resorption, eine Zufuhr (Spritzen, Schlucken etc.), eine Haltbarkeit, eine Viskosit?t, einen pH-Wert, eine L?slichkeit, eine Salzkonzentration, eine Stabilit?t, eine Farbe, einen Geschmack und/oder einen Geruch des Kombinationspr?parats und/oder des behandlungsrelevanten Bestandteils dessen unterst?tzt und/oder beeinflusst. Unter einem Vehikel soll insbesondere ein Tr?ger verstanden werden. Der Exzipient und/oder das Vehikel ist dazu vorgesehen, zumindest zusammen mit dem bispezifischen Antik?rperfragment und/oder dem Organismus zugef?hrt, verabreicht und/oder aufgenommen zu werden. Zudem werden im folgenden Text der zumindest eine Exzipient und das zumindest eine Vehikel als der Exzipient und das Vehikel bezeichnet.

Die Gabe der Substanzen k?nnte auch zeitlich im Wesentlichen gleich, aber r?umlich getrennt voneinander erfolgen, wobei ?im Wesentlichen gleich? zumindest an demselben Tag bedeuten soll. Bei Bedarf kann das Kombinationspr?parat aus im Wesentlichen bispezifischen Antik?rperfragment und Organismus ein weiteres oder mehrere Mal(e), beispielsweise in regelm??igen Abst?nden, wie etwa alle drei Wochen, verabreicht werden.

Das bispezifische Antik?rperfragment und sein Exzipient, Vehikel oder Tr?ger sowie der Organismus und sein Exzipient, Vehikel oder Tr?ger k?nnen auch jeweils so ausgef?hrt sein, dass sie r?umlich und/oder zeitlich unabh?ngig voneinander verabreichbar sind, also als zwei Einheiten. Damit kann sowohl das bispezifische Antik?rperfragment wie auch der Organismus je nach Bedarf verabreicht werden. Zudem k?nnen so der Exzipient, das Vehikel oder der Tr?ger, wie auch andere Eigenschaften, beispielsweise Dosis, Temperatur, Verabreichungsvolumen, Aufnahmekinetik, Vertr?glichkeit etc., jeweils auf das bispezifische Antik?rperfragment und/oder den Organismus abgestimmt werden.

Es best?nde z. B. die M?glichkeit den Organismus zu dessen besserer Zug?nglichkeit r?umlich in der N?he der entarteten Wirtszelle zu verabreichen und das bispezifische Antik?rperfragment in die Blutbahn zu geben. Unter ?r?umlich unabh?ngig? soll verstanden werden, dass die Gabe der Substanzen entweder auf unterschiedliche Art, wie bspw. i.a. (intraarteriell, intraartikul?r), i.c., i.m., i.o., i.p., i.t., i.th., intrakardial, i.v., intravitreal, s.c. s.l. oder peroral, oder auf gleiche Art aber an unterschiedlichen K?rperstellen (z. B. Arterie/Vene rechter Arm und Arterie/Vene linker Arm; s.c. Bauchhaut und s.c. Ges?? usw.) erfolgt.

Es w?re beispielsweise auch denkbar, dass das bispezifische Antik?rperfragment zeitlich vor der Gabe des Organismus verabreicht wird. Damit w?re eine hohe Verf?gbarkeit an bispezifischem Antik?rperfragment im K?rper gegeben. Um eine ?berlastung des behandelten Organismus zu verhindern, w?re es beispielsweise auch m?glich, zuerst den Organismus zu verabreichen und zeitlich danach erst das bispezifische Antik?rperfragment.

Denkbar w?re auch, zur Aufrechterhaltung einer effektiv ben?tigten Menge an bispezifischem Antik?rperfragment im Organismus (Patient) und zu dessen hohen Verf?gbarkeit, das bispezifische Antik?rperfragment zeitlich nach einer gemeinsamen Gabe von bispezifischem Antik?rperfragment und Organismus einmalig oder mehrmalig zu geben oder aufzufrischen.

Das pharmazeutische Kombinationspr?parat dient insbesondere zu einer Behandlung einer Krebserkrankung und wird beispielsweise im Bereich der Virotherapie eingesetzt. Durch die gleichzeitige Verabreichung des bispezifischen Antik?rperfragments zusammen mit dem Organismus k?nnen eine Erkennung der entarteten Wirtszellen und damit eine Zuf?hrung bzw. ein Transport des Organismus an seinen Wirkort besonders effektiv erfolgen. Dadurch hat sich gezeigt, dass sich die Krankheitstherapie, wie beispielsweise die Virotherapie, vorteilhaft positiv beeinflussen l?sst und dies zu deren Erfolg beitr?gt.

Ist der Organismus ein Mikroorganismus, ergibt sich, wegen einer geringen Gr??e eines einzelnen Mikroorganismus, ein geringes Gabevolumen, wodurch mit einer Zufuhr eine Vielzahl von Organismen verabreicht werden kann. Da beispielsweise ein Virus eine schnelle und einfache Vermehrung aufweist kann mit einem kleinen Applikationsvolumen eine gro?e St?ckzahl an Organismen verabreicht werden.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das bispezifische Antik?rperfragment ein murines Antik?rperfragment oder ein chim?res Antik?rperfragment ist. Damit kann eine Generierung, eine Gewinnung und eine eventuelle Modifizierung des bispezifischen Antik?rperfragments mit gut erforschten sowie routinem??ig angewendeten und damit erfolgversprechenden Verfahren gewonnen werden. Vorteilhaft weist das bispezifische Antik?rperfragment hierbei ein hybrides humanes Antik?rperfragment oder ein humanisiertes Antik?rperfragment auf. Somit kann eine gute Vertr?glichkeit des bispezifischen Antik?rperfragments bei einem Einsatz in einem beispielsweise menschlichen Organismus erzielt werden.

Grunds?tzlich kann das bispezifische Antik?rperfragment jede Art von chim?rem und/oder hybridem Antik?rperfragment sein, dessen einer Arm bzw. dessen Erkennungsstelle das Epitop des Organismus und dessen anderer Arm bzw. dessen Erkennungsstelle die Oberfl?chenstruktur einer entarteten Wirtszelle erkennt. Hierbei kann der Organismus, welcher die entartete Wirtszelle aufweise, also der Patient, jeder, vom Fachmann f?r behandelbar erachteter, tierischer und/oder menschlicher Organismus sein, wie beispielsweise der einer Maus, einer Ratte, eines Hasen, eines Hunds, einer Katze, eines Paarhufers, eines Unpaarhufers (eines Schweins, einer Kuh, eines Pferds, eines Kamel etc.) und insbesondere eines Menschen.

Eine homogene Bindung kann vorteilhaft erreicht werden, wenn das bispezifische Antik?rperfragment bzw. die zur Herstellung dessen verwendeten Antik?rper(fragmente) monoklonalen Ursprungs sind. Hierdurch kann das bispezifische Antik?rperfragment in gro?en Mengen und wiederholt in gleicher Qualit?t sowie kosteng?nstig gewonnen werden.

Eine bevorzugte Weiterbildung besteht darin, dass das bispezifische Antik?rperfragment ein F(ab?)2-Fragment, ein Fab?-Fragment, ein Fab-Fragment oder scFv-Fragment ist. Durch diese Ausgestaltungen fehlt dem bispezifischen Antik?rperfragment der Fc-Anteil, wodurch eine Aktivierung des Komplementsystems im Zielorganismus (Patient) vorteilhaft unterbleibt. Je kleiner das bispezifische Antik?rperfragment ist, umso besser ist eine Gewebeg?ngigkeit im Zielorganismus. Dadurch kann das bispezifische Antik?rperfragment gezielt auf seinen Einsatzort abgestimmt ausgew?hlt werden. Die kurze Halbwertszeit dieser trunkierten bispezifischen Antik?rperfragmente kann zum Beispiel durch eine h?her frequentierte Gabe ausgeglichen werden.

Es wird zudem vorgeschlagen, dass das Epitop des Organismus eine Struktur des zumindest einen Organismus und/oder Mikroorganismus ist, welche dazu ausgebildet ist, an die Wirtszelle anzudocken. Damit kann erreicht werden, dass der Organismus, wie beispielsweise ein Virus, in und/oder aus der Wirtszelle ein- und/oder ausgeschleust werden kann, da er mittels des bispezifischen Antik?rperfragment gezielt an die Wirtszelle geschleust wird. Hierbei ergibt sich kein Widerspruch aus der oben gemachten Aussage, dass das bispezifische Antik?rperfragment eine Andockstruktur zum Binden des Organismus an gesunde Zellen und auch an die entartete Wirtszelle abdeckt. Dies ist der Fall, da der Organismus mehrere Andockstrukturen aufweist und damit, trotz Abdeckung einiger dieser Strukturen, eine Bindung zum Eindringen in die Zielzelle (entartete Wirtszelle) trotzdem erfolgen kann. Im Falle eines onkolytischen Virus, wie beispielsweise das Newcastle-Disease-Virus oder das Reovirus, ist das Epitop des Organismus bevorzugt Neuraminidase.

Des Weiteren kann es vorteilhaft sein, wenn das bispezifische Antik?rperfragment so ausgef?hrt ist, dass es zum zumindest teilweisen Ersetzen von Zytostatika vorbereitet ist. Damit k?nnen Nebenwirkungen einer Behandlung bzw. einer Krebstherapie f?r den Behandelten vorteilhaft reduziert oder sogar verhindert werden. Auch k?nnen Behandlungskosten verringert werden. Generell kann die Behandlung trotzdem durch weitere Medikamente, Hilfspr?parate oder Anwendungen unterst?tzt und/oder erg?nzt werden.

Zweckm??igerweise ist der Organismus und/oder der Mikroorganismus so ausgew?hlt, dass er zum Infizieren zumindest einer entarteten Wirtszelle und/oder Krebszelle vorbereitet ist. Hierdurch kann mit einer Wahl von Merkmalen des Organismus die Behandlung zielgenau ausgerichtet werden, was der Behandlung ein gro?es Erfolgspotential gibt. Dies Vorbereitung kann durch die Wahl eines geeigneten Organismus erfolgen oder durch eine gezielte Modifikation des Organismus abgestimmt auf den speziellen Behandlungsbedarf.

Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Organismus und/oder der Mikroorganismus ein onkolytisches Virus ist, mit welchem die zumindest eine entartete Wirtszelle infizierbar ist. Diese Virengruppe zeigt eine besonders hohe Infektions- und Erfolgsquote. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere das Newcastle-Disease-Virus, das Reovirus oder das Vesicular stomatitis-Virus (VSV) eine gute Wirkung erzielt.

Das bispezifische Antik?rperfragment wird durch eine gezielte Produktion im Labor erhalten. Es wird also unter Laborbedingungen gebildet. Das bispezifische Antik?rperfragment dient zu einer prophylaktischen und/oder therapeutischen Zufuhr von au?en.

Eine Gewinnung des bispezifischen Antik?rperfragments kann beispielsweise folgenderma?en erfolgen. Jeweils eine Struktur, die das jeweilige Epitope der Erkennungsstellen des bispezifischen Antik?rperfragments erkennen soll, also beispielsweise ein tumorspezifisches und/oder epitheliales Antigen ( z.B. Erb-B4b2, PSMA, EpCAM, Cytokeratin 20, MUC1) oder ein Oberfl?chenprotein des Organsimus (z.B. Neuraminidase oder Haemagglutinin), wird in zumindest ein Labortier, wie beispielsweise eine Maus, ein Kaninchen, ein Esel, injiziert, um diese zur Bildung von Antik?rper zu stimulieren. Die erkennungsrelevanten Anteile des jeweiligen Antik?rpers werden identifiziert und deren DNA-Sequenzen werden in einen daf?r ausgelegten, in der Fachwelt bekannten, Klonierungsvektor eingef?hrt. Ein solcher Klonierungsvektor beinhaltet beispielsweise Modifikationen, die eine Aufreinigung erleichtern, oder Antik?rperbestandteile, die bei der Prozessierung zu einem humanisierten Antik?rper f?hren. Dies erfolgt, indem einzelne Dom?nen, wie beispielsweise ein Fc-Teil oder eine variable Region, gezielt ver?ndert oder ?menschlicher gemacht? werden. Das Endprodukt ist also f?r eine Anwendung im Menschen angepasst. Dadurch kann die Vertr?glichkeit des bispezifischen Antik?rperfragments entscheidend erh?ht werden.

Alternativ und/oder zus?tzlich k?nnte bei Bedarf der Endantik?rper durch spezifischen Verdau modifiziert werden, wodurch zumindest eines der oben genannten trunkierten bispezifischen Antik?rperfragmente erhalten werden kann. Ein solches Fragment k?nnte ferner weiter modifiziert werden. Grunds?tzlich k?nnte der Antik?rper auch f?r eine Anwendung bei einer anderen Tierspezies angepasst bzw. modifiziert werden.

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung, sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verst?ndlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausf?hrungsbeispiele, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen n?her erl?utert werden.

Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgem??en bispezifischen Antik?rperfragments erkennend einen Organismus und ein Membranprotein einer Wirtszelle zum Behandeln eines Krebspatienten,

2 eine schematische Darstellung eines erfindungsgem??en Kombinationspr?parats mit dem Organismus und einem bispezifischen Antik?rperfragment der 1 als eine verabreichbare Einheit und,

3 eine schematische Darstellung eines alternativen pharmazeutischen Kombinationspr?parats mit dem Organismus und dem bispezifischen Antik?rperfragment der 1 als zwei unabh?ngig voneinander verabreichbare Einheiten.

1 zeigt in einer schematischen Darstellung einen K?rper 40 eines Behandelten, wie beispielsweise einen menschlichen Krebspatienten, mit einem b?sartigen Tumor, wie z. B. einem Prostatatumor 42 (die Dimensionen sind in 1 nicht wahrheitsgem?? wiedergegeben). Als momentan g?ngige Therapie kann in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium die sogenannte Virotherapie angewendet werden. Hierbei wird dem K?rper 40 des Patienten beispielsweise i.v. und/oder i.a. ein Organismus 24 bzw. eine Vielzahl von Organismen 24 injiziert. Hierbei ist der Organismus 24 so ausgew?hlt, dass er zum Infizieren einer entarteten Wirtszelle 22 vorbereitet ist. Ferner ist der Organismus 24 ein therapeutischer Organismus 24. Der Organismus 24 ist eine Mikroorganismus 30 und insbesondere ein onkolytisches Virus 32, mit welchem die entartete Wirtszelle 34 infizierbar ist. Das onkolytische Virus 32 ist beispielsweise ausgew?hlt aus der Gruppe bestehend aus einem Adenovirus, einem Herpessimplex-Virus (oHSV), einem Reovirus, einem Parvovirus (H1), einem Pockenvirus, einem Masernvirus, einem Sendaivirus, einem Newcastle-Disease-Virus (NDV), einem Picornavirus (pig Enterovirus (PEV), ECHO7-Virus), einem Arbovirus, einem Sindbis-Virus, einem Vesicular stomatitis-Virus (VSV), einem Myxoma-Virus, einem Aujeszky-Virus (pseudorabies-virus, PRV) und einem Seneca-Valley-Virus. All diese Viren 32 haben Potential in der Krebstherapie gezeigt. Exemplarische wird hier der Einsatz des Newcastle-Disease-Virus 32 (NDV) beschrieben.

Das Virus 32 kann in die entartete Wirtszelle 22 bzw. eine Tumorzelle des K?rpers 40 eindringen und kann sich in der Wirtszelle 22 vermehren. Hierf?r weist das Virus 32 an seiner Oberfl?che 44 verschiedene Membranproteine 46, wie beispielsweise Neuraminidase 48 und Haemagglutinin 50 auf. Um in die Wirtszelle 22 einzudringen dockt ein Teil der Neuraminidase 48 an einen hier nicht n?her gezeigten Rezeptor bzw. Neuramins?ure einer Zellmembran 52 der Wirtszelle 22 an. Das Virus 32 vermag letztlich die Wirtszelle 22 bzw. die Tumorzelle zu lysieren, was diese beseitigt. Damit kann die Krankheitsprogression entscheidend verlangsamt werden.

Hierbei hat sich gezeigt, dass die Virotherapie oft nicht den erhofften Erfolg zeigt. Es wird unter anderem davon ausgegangen, dass bei Gabe der Viren 32 ?ber die Blutbahn, diese oft ihren Einsatzort nicht erreichen, da die Viren 32 durch eine Bindung der Neuraminidase 48 an die Neuramins?ure, die auch auf gesunden Zellen vorkommt, abgefangen werden, bevor sie den Tumor 42 erreichen (nicht gezeigt).

Um eine Erkennung bzw. Bindung des Virus 32 an die Wirtszelle 22 zu verbessern, wird ein Linkermolek?l eingesetzt, das sowohl den Organismus 24 wie auch die entartete Wirtszelle 22 erkennt und binden kann. Hierf?r weist das bispezifische Antik?rperfragment 10 zwei Erkennungsstellen 12, 14 auf, welche spezifisch jeweils eine Struktur und/oder ein Epitop 16, 18 erkennen, wobei sich die Strukturen bzw. Epitope 16, 18 voneinander unterscheiden.

Die erste Erkennungsstelle 12 ist so ausgef?hrt, dass sie zum Erkennen einer Oberfl?chenstruktur 20 der entarteten Wirtszelle 22 vorbereitet ist. Diese Oberfl?chenstruktur 20 ist ein Oberfl?chenprotein 26 bzw. ein tumorspezifisches Antigen 28, das auf der Zellmembran 52 der Wirtszelle 22 exprimiert wird. Da es sich hier exemplarisch bei dem Tumor 42 um einen Prostatatumor 42 handelt, pr?sentieren die Zellen des Tumors 42 das Prostate-specific membran antigen (PSMA) auf ihrer Zellmembran 52.

Die zweite Erkennungsstelle 14 des bispezifischen Antik?rperfragments 10 ist so ausgef?hrt, dass sie zum Erkennen von einem Epitop 18 des Organismus 24 bzw. des Virus 32 vorbereitet ist. Das Epitop 18 ist beispielsweise die Neuraminidase 48, die auf der Oberfl?che 44 des Virus 32 exprimiert wird.

In 2 ist in einer schematischen Darstellung ein erfindungsgem??es pharmazeutisches Kombinationspr?parat 34 zu einer Behandlung eines K?rpers 40 eines Krebspatienten mit beispielsweise einem fortgeschrittenen Tumor 42 anhand der oben beschriebenen Virotherapie gezeigt (Dimensionen nicht wahrheitsgem?? gezeigt).

Das pharmazeutische Kombinationspr?parat 34 weist den Organismus 24 bzw. eine Vielzahl von Organismen 24 zusammen mit dem bispezifischen Antik?rperfragment 10 bzw. einer Vielzahl von bispezifischen Antik?rperfragmenten 10 als eine verabreichbare Einheit 54 auf (zur besseren Darstellbarkeit sind lediglich ein Antik?rperfragment 10 und ein Virus 32 gezeigt, ebenso sind alle Dom?nen des Antik?rperfragments 10 ohne Muster der 1 gezeigt). Zudem weist das Kombinationspr?parat 34 einen pharmazeutisch vertr?glichen Exzipienten 36 f?r die bispezifischen Antik?rperfragmente 10 und die Viren 32 auf. Alternativ und/oder zus?tzlich kann das Kombinationspr?parat 34 ein pharmazeutisch vertr?gliches Vehikel 38 f?r die bispezifischen Antik?rperfragmente 10 und die Viren 32 enthalten (vgl. gestrichelt gezeichneter Halbmond). Das pharmazeutisch vertr?gliche Vehikel 38 k?nnte an entweder das bispezifische Antik?rperfragment 10 oder an den Organismus 24 binden. Denkbar w?re es auch, dass es an beide gleichzeitig bindet (nicht gezeigt). Grunds?tzlich k?nnte das pharmazeutische Kombinationspr?parat 34 auch zwei pharmazeutisch vertr?gliche Exzipienten 36 und/oder Vehikel 38 aufweisen und zwar einen/eines f?r die bispezifischen Antik?rperfragmente 10 und einen/eines f?r die Viren 32 (nicht gezeigt). Eine Auswahl des/der Exzipienten 36 und/oder des/der Vehikel(s) 38 wird ein Fachmann aufgrund seiner Fachkenntnis selbstt?tig treffen.

Enth?lt das Kombinationspr?parat 34 sowohl die Viren 32 wie eine Vielzahl von bispezifischen Antik?rperfragmenten 10, k?nnen diese schon vor einer Gabe des Kombinationspr?parats 34 eine Bindung miteinander eingehen. Damit deckt die zweite Bindungsstelle 14 des bispezifischen Antik?rperfragments 10 das Epitop 18 des Organismus 24 bzw. des Virus 32 ab, wodurch unerw?nschte Bindungen der Neuraminidase 48 und somit des Virus 32 an gesunde Zellen bei einer Passage durch den K?rper 40 verhindert werden k?nnen. Es kann nat?rlich zu einer Vielzahl von Bindungen zwischen mehreren Antik?rperfragmenten 10 und einem Virus 32 kommen. Zur besseren Darstellbarkeit ist lediglich eine Interaktion gezeigt.

Das Kombinationspr?parat 34 wird bei seinem Einsatz in der Virotherapie dem K?rper 40 des Patienten beispielsweise i.v. und/oder i.a. injiziert (nicht gezeigt). Bei der Wanderung des Komplexes aus bispezifischem Antik?rperfragment 10 und Virus 32 in der Blutbahn erkennt die erste Erkennungsstelle 12 des Antik?rperfragments 10 seine Zielstruktur, n?mlich das Antigen 28, pr?sentiert auf einer Tumorzelle des Tumors 42, und bindet an dieses (vgl. 1). Dadurch kommt das Virus 32 direkt in die N?he der Zellmembran 52, die auch den hier nicht n?her gezeigten Rezeptor f?r die Neuraminidase 48 pr?sentiert. Diese kann an diesen binden und so an die Wirtszelle 22 andocken, in diese eindringen und diese lysieren bzw. zerst?ren.

Das bispezifische Antik?rperfragment 10 stellt hier exemplarisch einen Antik?rper 56 dar, welcher durch molekularbiologische Methoden im Labor generiert wurde. Hierbei wurde beispielsweise ?ber eine im Fachgebiet bekannte Vektorklonierung ein weitestgehend humaner Antik?rper 56 generiert, dessen variablen Teile bzw. Antigenbindungsstellen (abgek?rzt CDR, englisch f?r ?Complementarity Determining Region?; offene, schwarze und unterschiedlich dicht gestreifte Streifen) sich je Arm unterscheiden. Die offenen und dicht gestreiften Streifen stellen die Erkennungssequenzen der ersten Erkennungsstelle 12 zum Erkennen des Epitops 16 bzw. der Oberfl?chenstruktur 20 der entarteten Wirtszelle 22 dar (linker Teil des Antik?rpers 56) und die schwarzen und weniger dicht gestreiften Streifen die Erkennungssequenzen der zweiten Erkennungsstelle 14 zum Erkennen des Epitops 18 bzw. der Neuraminidase 48 des Organismus 24 bzw. Virus 32 (rechter Teil des Antik?rpers 56). Die humanen Dom?nen der schweren Ketten 58 und der leichten Ketten 60 sind als unterschiedlich dicht gepunktet dargestellt. Die hohe Dichte repr?sentiert konstante Dom?nen, sogenannte CH1, CH2 und CH3-Anteile, der schweren Ketten 58 (unter anderem ein sogenannter Fc-Teil (CH2 und CH3, englisch f?r ?crystallisable fragment?) und die geringere Dichte die Dom?ne der leichten Ketten 60, ein sogenannter C-Anteil.

Das bispezifische Antik?rperfragment 10 ist also so ausgef?hrt, dass es zum Binden und Transportieren des Organismus 24 und zum Binden an die Wirtzelle 22 vorbereitet ist. Damit ist das bispezifische Antik?rperfragment 10 zur Verwendung als Medikament gedacht. Durch die zus?tzliche Gabe der bispezifischen Antik?rperfragmente 10 wird die Virotherapie den entscheidenden Durchbruch erzielen, um die Nachfolge der Chemotherapie antreten zu k?nnen.

Alternativ k?nnte das pharmazeutische Kombinationspr?parat 34 als Organismus 24 bzw. Mikroorganismus 30 ein Bakterium aufweisen. Dieses Bakterium ist aus der Gruppe der onkolytischen Bakterien bzw. aus der Gruppe bestehend aus Salmonella typhimurium, Clostridium und E. coli (nicht im Detail gezeigt).

In der 3 ist ein alternatives pharmazeutisches Kombinationspr?parat 34a dargestellt. Im Wesentlichen sind gleich bleibende Bauteile, Merkmale und Funktionen grunds?tzlich mit den gleichen Bezugszeichen beziffert. Zur Unterscheidung der Ausf?hrungsbeispiele der 3 zu dem Ausf?hrungsbeispiel in den 1 und 2 sind den Bezugszeichen der in den Ausf?hrungsbeispielen der 3 voneinander abweichend ausgef?hrten Bauteile der Buchstabe a hinzugef?gt. Die nachfolgende Beschreibung beschr?nkt sich im Wesentlichen auf die Unterschiede zu dem Ausf?hrungsbeispiel in den 1 und 2, wobei bez?glich gleich bleibender Bauteile, Merkmale und Funktionen auf die Beschreibung des Ausf?hrungsbeispiels in den 1 und 2 verwiesen werden kann.

In der 3 ist ein alternatives pharmazeutisches Kombinationspr?parat 34a zu einer Behandlung eines Krebspatienten mit gezeigt. Das Kombinationspr?parat 34a unterscheidet sich von dem Kombinationspr?parat 34 der 1 und 2 dadurch, dass es eine weitere bzw. eine zweite verabreichbare Einheit 54? aufweist, die zeitlich und/oder r?umlich unabh?ngig von der ersten verabreichbaren Einheit 54 und damit unabh?ngig von dieser verabreicht werden kann.

Das Kombinationspr?parat 34a weist in einer verabreichbaren ersten Einheit 54 eine Vielzahl von bispezifischen Antik?rperfragmenten 10 und in einer zweiten verabreichbaren Einheit 54?eine Vielzahl von Organismen 24 bzw. von Mikroorganismen 30, beispielsweise in der Form von Newcastle-Disease-Viren 32, auf (zur besseren Darstellbarkeit ist lediglich ein Antik?rperfragment 10 und ein Virus 32 gezeigt). Zudem weist das Kombinationspr?parat 34a in der ersten Einheit 54 einen pharmazeutisch vertr?glichen Exzipienten 36 f?r die bispezifischen Antik?rperfragmente 10 und in der zweiten Einheit 54? einen pharmazeutisch vertr?glichen Exzipienten 36 f?r die Newcastle-Disease-Viren 32 auf. Wahlweise kann das Kombinationspr?parat 34a je Einheit 54, 54? ein pharmazeutisch vertr?gliches Vehikel 38 entweder f?r die bispezifischen Antik?rperfragmente 10 und die Newcastle-Disease-Viren 32 enthalten (vgl. gestrichelt gezeichneter Halbmond). Alternativ k?nnten auch nur die bispezifischen Antik?rperfragmente 10 oder die Newcastle-Disease-Viren 32 ein Vehikel 38 aufweisen (nicht im Detail gezeigt). Auch bei dieser Figur sind zur besseren Darstellbarkeit lediglich ein Antik?rperfragment 10 und ein Virus 32 gezeigt.

Werden das Virus 32 und das bispezifische Antik?rperfragment 10 r?umlich unabh?ngig voneinander verabreicht, kann dies beispielsweise so erfolgen, dass das Virus 32 beispielsweise i.a. und das bispezifische Antik?rperfragment 10 i.v. oder peroral verabreicht wird. Bei einer zeitlich voneinander unabh?ngigen Gabe k?nnten an einem ersten Tag die bispezifischen Antik?rperfragmente 10 und an einem darauffolgenden Tag die Viren 32 gegeben werden. Grunds?tzlich entscheidet dies ein Fachmann aufgrund seiner Fachkenntnis selbstt?tig.

Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausf?hrungsbeispiele n?her illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschr?nkt und andere Variationen k?nnen vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.

Bezugszeichenliste

10
bispezifisches Antik?rperfragment
12
Erkennungsstelle
14
Erkennungsstelle
16
Struktur, Epitop
18
Struktur, Epitop
20
Oberfl?chenstruktur
22
Wirtszelle
24
Organismus
26
Oberfl?chenprotein
28
Antigen
30
Mikroorganismus
32
Virus
34
Kombinationspr?parat
36
Exzipient
38
Vehikel
40
K?rper
42
Tumor
44
Oberfl?che
46
Membranprotein
48
Neuraminidase
50
Haemagglutinin
52
Zellmembran
54
verabreichbare Einheit
56
Antik?rper
58
Kette
60
Kette