Title:
Scharnier sowie Türanordnung
Kind Code:
B3


Abstract:

Die folgende Erfindung betrifft ein Scharnier für die Anordnung zwischen einem Türflügel (1) und einer Türzarge (2) mit einer ersten Befestigungseinrichtung (4), einer zweiten Befestigungseinrichtung (5), zumindest einem Scharnierbügel (6), der die erste Befestigungseinrichtung (4) und die zweite Befestigungseinrichtung (5) verbindet und von der ersten Befestigungseinrichtung (4) drehbar aufgenommen ist, und mit einer elektrischen Leitung (10) zwischen den beiden Befestigungseinrichtungen (4, 5). Erfindungsgemäß ist die elektrische Leitung (10) in den Scharnierbügel (6) eingesetzt und/oder an dem Scharnierbügel (6) befestigt, wobei die elektrische Leitung (10) an der ersten Befestigungseinrichtung (4) einen die Bewegung des Scharnierbügels (6) ermöglichenden Vorrat (14) aufweist. Gegenstand der Erfindung ist auch die gesamte Türanordnung mit Türflügel (1), Türzarge (2) und Türscharnier (3).




Inventors:
Brei, Friedhelm (33378, Rheda-Wiedenbrück, DE)
Göldner, Frank (48361, Beelen, DE)
Application Number:
DE102013108973A
Publication Date:
09/11/2014
Filing Date:
08/20/2013
Assignee:
Simonswerk, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, 33378 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102010025691B3N/A2011-10-27
DE102007041816B4N/A2009-08-27
DE202005018419U1N/A2007-03-29



Foreign References:
200500917972005-05-05
200901450422009-06-11
EP04647681995-08-30
EP10237532005-02-09
EP14892552007-02-28
Attorney, Agent or Firm:
Andrejewski - Honke Patent- und Rechtsanwälte, 45127, Essen, DE
Claims:
1. Scharnier für die Anordnung zwischen einem Flügel und einer Zarge mit einer ersten Befestigungseinrichtung (4), einer zweiten Befestigungseinrichtung (5), zumindest einem Scharnierbügel (6), der die erste Befestigungseinrichtung (4) und die zweite Befestigungseinrichtung (5) verbindet und von der ersten Befestigungseinrichtung (4) drehbar aufgenommen ist, und mit einer elektrischen Leitung (10) zwischen den beiden Befestigungseinrichtungen (4, 5), wobei die elektrische Leitung (10) in den Scharnierbügel (6) eingesetzt und/oder an dem Scharnierbügel (6) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung (10) an der ersten Befestigungseinrichtung (4) einen die Bewegung des Scharnierbügels (6) ermöglichenden Vorrat (14) aufweist.

2. Scharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung (10) in eine Nut (8) des Scharnierbügels (6) eingesetzt ist.

3. Scharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung (10) an dem Scharnierbügel (6) verdeckt angeordnet ist.

4. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Scharnierbügel (6) für eine verdeckte Anordnung zwischen Flügel und Zarge eine gebogene und/oder abgewinkelte Form aufweist.

5. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung (10) und der Scharnierbügel (6) an der zweiten Befestigungseinrichtung (5) unbeweglich angeordnet sind.

6. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an der ersten Befestigungseinrichtung (4) ein Elektroanschluss (15) fixiert ist, wobei der Vorrat (14) an der ersten Befestigungseinrichtung (4) zwischen dem Elektroanschluss (15) und dem Scharnierbügel (6) gebildet ist.

7. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung (10) an der zweiten Befestigungseinrichtung (5) in einem Stecker (11) endet.

8. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Scharnierbügel (6) mit einem geraden Endabschnitt (12) in einem Aufnahmeschlitz (13) des zweiten Befestigungsteils (5) angeordnet ist.

9. Türanordnung mit einem Türflügel (1), einer Türzarge (2) und einem Türscharnier (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.

10. Türanordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung (10) bei einem geöffneten Türflügel (1) vollständig verdeckt angeordnet ist.

11. Türanordnung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Türflügel (1) und der Türzarge (2) zusätzlich zu dem Türscharnier (3) zwei Türbänder (18) angeordnet sind, wobei die Kraftabstützung des Türflügels (1) an der Türzarge (2) zumindest im Wesentlichen über die Türbänder (18) erfolgt.

12. Türanordnung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Türscharnier (3) verdeckt angeordnet ist, wobei das Türscharnier (3) mit den Befestigungseinrichtungen (4, 5) in Schmalseiten von Türflügel (1) und Türzarge (2) eingesetzt ist.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Scharnier für die Anordnung zwischen einem Flügel und einer Zarge mit einer ersten Befestigungseinrichtung, einer zweiten Befestigungseinrichtung, zumindest einem Scharnierbügel, der die erste Befestigungseinrichtung und die zweite Befestigungseinrichtung verbindet und von der ersten Befestigungseinrichtung drehbar aufgenommen ist, und mit einer elektrischen Leitung zwischen den beiden Befestigungseinrichtungen, wobei die elektrische Leitung in den Scharnierbügel eingesetzt und/oder an dem Scharnierbügel befestigt ist.

Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Türanordnung mit einem Türflügel, einer Türzarge und einem Türscharnier.

Ein Scharnier in Form eines Türbandes mit den eingangs beschriebenen Merkmalen ist aus der EP 1 489 255 B1 bekannt. Die elektrische Leitung ist durch Bohrungen in Befestigungsflanschen der Befestigungseinrichtung geführt und ermöglicht eine elektrische Stromzufuhr von der Türzarge zu dem Türflügel, um Stromverbraucher an dem Türblatt möglichst unauffällig durch das Türband mit Strom zu versorgen. Im geschlossenen Zustand der Tür ist die Elektroleitung zwar verdeckt und geschützt, doch durch die Öffnungsbewegung des Türflügels wird die elektrische Leitung sichtbar und damit anfällig für fahrlässige oder vorsätzliche Beschädigungen. Insbesondere besteht auch die Gefahr, dass die Elektroleitung beim Öffnen und Schließen der Tür zwischen Teilen des Türbandes gequetscht wird. Eine zusätzlich vorgesehene Schutzleitung soll dies verhindern. Demzufolge sind aufwendige konstruktive Maßnahmen notwendig, um die Elektroleitung zugfrei und sicher zu verlegen. Da sich bei der Öffnungsbewegung auch die Länge der elektrischen Leitung zwischen den beiden Befestigungseinrichtungen ändert, ist diese nur lose und beweglich eingesetzt. Schließlich wird auch durch die zusätzliche, sichtbare elektrische Leitung das optische Erscheinungsbild beeinträchtigt.

Aus der DE 10 2007 041 816 B4 ist ein weiteres gattungsgemäßes Türband mit einer elektrischen Leitung bekannt, wobei die elektrische Leitung bei einem Verdecktürband mit zwei zusammenwirkenden Scharnierbügeln hinter den Scharnierbügeln verdeckt angeordnet ist. Die elektrische Leitung ist auch dabei zwischen den beiden Befestigungseinrichtungen frei verlegt und wird mehrfach abgewinkelt. Der Schutz gegenüber Beschädigungen durch die Bewegung oder durch einen Benutzer ist noch verbesserungsbedürftig. Auch hier ist die Elektroleitung lose beweglich eingesetzt, wobei freie Enden der elektrischen Leitung mit Steckern an der Rückseite der Befestigungseinrichtungen abstehen.

Gemäß der DE 10 2007 041 816 B4 ist als elektrische Leitung ein Flachbandkabel vorgesehen. Dabei ergibt sich der Vorteil, dass in einem Flachbandkabel ohne weiteres mehrere Adern isoliert voneinander vorgesehen sein können. Es können damit mehrere Strom- und elektronische Steuerungskreise realisiert werden, wobei zum Teil erhebliche Anforderungen zu berücksichtigen sind. Als elektrische Einrichtungen eines Türflügels kommen beispielsweise Fingerprint-Sensoren, elektrische Schlösser und Schließmechanismen, Beleuchtungen, Anzeigedisplays, elektronische Steuerungen oder dergleichen in Betracht.

Neben den aus der DE 10 2007 041 816 B4 und EP 1 489 255 B1 bekannten gattungsgemäßen Türscharnieren bzw. Türbändern sind auch andere Scharnierkonstruktionen mit einer elektrischen Leitung bekannt. So offenbart die EP 0 464 768 B1 eine Scharnierkonstruktion, bei der eine elektrische Leitung um eine Schwenkachse herumgewickelt ist.

Aus der EP 1 023 753 B1 ist ferner ein Scharnier für elektronische Geräte bekannt, bei dem ein Flachbandkabel als elektrische Leitung durch eine separate, drehbare Hülse geführt ist.

US 2005/0 091 797 A1 beschreibt eine spezielle Bandkonstruktion, bei der zwei Bandlappen um eine Verzahnung drehbar sind. Eine solche Scharnierkonstruktion kommt ohne einen drehbaren Scharnierbügel aus und ist auch nur für sehr flache plattenförmige Teile geeignet. Eine solche Scharnierkonstruktion kann nicht für Türen eingesetzt werden, bei denen sich ein Türflügel von einer Zarge wegbewegen soll, insbesondere wenn Türflügel und Zarge gemäß den üblichen Ausgestaltungen mit Falzen und/oder Dichtungen versehen sind. Eine elektrische Leitung, insbesondere ein Flachbandkabel soll um das durch die Verzahnung gebildete Gelenk herumgeführt werden.

Aus der DE 20 2005 018 419 U1 ist ein Türscharnier mit einer Führung für eine elektrische Leitung bekannt, wobei die elektrische Leitung fest mit dem Scharnierbügel verbunden ist. Im Zuge der Drehbewegung des Türscharniers ändert sich die Anordnung der elektrischen Leitung innerhalb des Scharnierbügels nicht. Die Ableitung der elektrischen Leitung erfolgt somit entweder über Schleifkontakte, oder über die Befestigungseinrichtungen des Scharnierbügels. Eine Verformung der elektrischen Leitung im Zuge der Drehbewegung des Türscharniers ist nicht vorgesehen.

US 2009/0 145 042 A1 beschreibt eine Kabelführung mit einem Hohlprofil und einem beweglichen Bereich, wobei durch das Hohlprofil eine elektrische Leitung verläuft. Die elektrische Leitung weist einen Vorrat auf, welcher allerdings außerhalb des beweglichen Bereichs angeordnet ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Scharnier für die Anordnung zwischen einem Flügel und einer Zarge anzugeben, bei dem eine elektrische Leitung besonders gut gegen Beschädigungen und Verschleiß geschützt ist. Des Weiteren soll das Scharnier auch leicht montierbar sein. Schließlich soll auch eine Türanordnung mit einem solchen Türscharnier angegeben werden.

Gegenstand der Erfindung und Lösung der Aufgabe sind ein Türscharnier gemäß Patentanspruch 1 sowie eine Türanordnung gemäß Patentanspruch 9.

Ausgehend von einer gattungsgemäßen Ausgestaltung mit den eingangs beschriebenen Merkmalen ist das erfindungsgemäße Scharnier dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung an der ersten Befestigungseinrichtung einen die Bewegung des Scharnierbügels ermöglichenden Vorrat aufweist. Der Vorrat kann insbesondere in Form einer Schlaufe oder Spirale vorgesehen sein.

Da die elektrische Leitung in den Scharnierbügel eingesetzt und/oder an dem Scharnierbügel befestigt ist, bilden der Scharnierbügel und die elektrische Leitung hinsichtlich der Bewegung des Türscharniers eine Einheit. Folglich bewegt sich die elektrische Leitung nicht oder allenfalls wenig gegenüber dem Scharnierbügel, so dass entlang des Scharnierbügels auch bei einem langfristigen Betrieb keine die Funktion der elektrischen Leitung beeinträchtigenden Belastungen auftreten können.

Die für die Betätigung des Türscharniers notwendige Beweglichkeit der elektrischen Leitung wird dabei von dem Vorrat in Form einer Schlaufe oder Spirale bereitgestellt, der an der ersten Befestigungseinrichtung gebildet ist. Die Bewegung der elektrischen Leitung wird damit von dem Scharnierbügel selbst ferngehalten und in einen genau definierten Bereich, nämlich den Vorrat verlagert. Der Vorrat kann dabei durch eine Spiralform oder auch eine Schlaufe so gestaltet werden, dass dort die elektrische Leitung auch bei einer langfristigen Benutzung des Türscharniers keinen Schaden nimmt.

Um die elektrische Leitung in den Scharnierbügel integrieren zu können, kann der Scharnierbügel eine Nut aufweisen. Diese Nut erstreckt sich vorzugsweise zumindest über die Länge des Scharnierbügels, welche bei der Benutzung des Scharniers in dem Spalt zwischen Flügel und Zarge freiliegt. Wenn die elektrische Leitung in eine Nut des Scharnierbügels eingesetzt ist, ergibt sich durch die zurückspringende Anordnung in der Nut ein verbesserter Schutz.

Zusätzlich kann auch eine Abdeckung vorgesehen sein, welche auf der elektrischen Leitung angeordnet ist und die Nut verschließt. Die elektrische Leitung ist dann überhaupt nicht mehr sichtbar und optimal gegen Beschädigungen und Manipulationen geschützt. Je nach Ausgestaltung des Scharniers ist es für einen Benutzer überhaupt nicht ersichtlich, wo und wie der elektrische Anschluss des Flügels erfolgt.

Die verdeckte Anordnung der elektrischen Leitung innerhalb des Scharnierbügels bzw. einer Nut des Scharnierbügels kann auch aus Sicherheitsgründen von Vorteil sein, um beispielsweise einen Schutz vor Manipulationen zu erreichen. Ein solcher Schutz kann gerade dann von besonderer Bedeutung sein, wenn der Türflügel mit Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet ist, welche über die elektrische Leitung angeschlossen sind.

Grundsätzlich kommen unterschiedliche Varianten in Betracht, um die elektrische Leitung an dem Scharnierbügel verdeckt anzuordnen. So kann der Scharnierbügel aus mehreren Teilen bestehen, welche die elektrische Leitung innenliegend aufnehmen. Eine Ausgestaltung mit Nut und Abdeckung ist lediglich eine mögliche konkrete Verkörperung dieses Ansatzes. Bei einem Scharnierbügel aus Kunststoff kann die elektrische Leitung beispielsweise auch direkt bei einem Spritzgießvorgang in das Material des Scharnierbügels eingebettet werden.

Wie zuvor beschrieben, ergeben sich besondere Vorteile, wenn die elektrische Leitung in den Scharnierbügel eingesetzt ist. Eine Bewegung der elektrischen Leitung gegenüber dem Scharnierbügel kann zusätzlich oder alternativ auch dadurch vermieden werden, dass die elektrische Leitung an dem Scharnierbügel befestigt, beispielsweise mit dem Scharnierbügel verklebt ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Scharnierbügel für eine verdeckte Anordnung zwischen Flügel und Zarge eine gebogene und/oder abgewinkelte Form aufweist. Grundsätzlich ist es möglich, die elektrische Leitung in einen von zwei paarweise zusammenwirkenden Scharnierbügeln zu integrieren, wie diese aus der DE 10 2007 041 816 B4 sowie der EP 1 489 255 B1 bekannt sind.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung, sind aber die beiden Befestigungseinrichtungen lediglich durch einen Scharnierbügel miteinander verbunden, der durch eine gekrümmte und/oder abgewinkelte Form die verdeckte Anordnung zwischen Zarge und Flügel ermöglicht. Der Scharnierbügel kann beispielsweise in einer Draufsicht eine in etwa V- oder U-förmige Gestalt aufweisen. Ein Türband mit einem entsprechend geformten Scharnierbügel ist aus der DE 10 2010 025 691 B3 bekannt.

Insbesondere bei einer Ausgestaltung mit nur einem Scharnierbügel zwischen den beiden Befestigungsteilen und einer drehbaren Aufnahme des Scharnierbügels an der ersten Befestigungseinrichtung ist es zweckmäßig, wenn die elektrische Leitung und der Scharnierbügel an der zweiten Befestigungseinrichtung unbeweglich angeordnet sind. Die elektrische Leitung und der Scharnierbügel können beispielsweise an der zweiten Befestigungseinrichtung geklemmt oder verschraubt sein.

Wie nachfolgend erläutert, kann das in Rede stehende Türscharnier auch zusätzlich zu weiteren Türbändern eingesetzt werden, wobei das Gewicht des Türflügels zumindest im Wesentlichen über die Türbänder abgestützt wird. Das Türscharnier dient dann nur dazu, eine elektrische Versorgung des Türflügels zu ermöglichen. Wenn im Rahmen einer solchen Ausgestaltung das erfindungsgemäße Türscharnier keine tragenden Eigenschaften aufweist, kann der Scharnierbügel auf besonders einfache Weise mit einem geraden Endabschnitt in einen Aufnahmeschlitz des zweiten Befestigungsteils eingesteckt sein. Es ergibt sich dann eine unbewegliche Anordnung an dem zweiten Befestigungsteil auch ohne eine starke Fixierung. Alternativ kann die Anordnung eines geraden Endabschnittes des Scharnierbügels in dem Aufnahmeschlitz auch zu einer klemmenden Befestigung benutzt werden, wobei dann ein entsprechender Klemmmechanismus oder eine andere Art der Befestigung vorzusehen ist.

Die elektrische Leitung kann an der zweiten Befestigungseinrichtung in einem Stecker enden, um eine leichte Kontaktierung zu ermöglichen. An der zweiten Befestigungseinrichtung ist dann ein entsprechendes Gegenstück für den Stecker vorzusehen.

Wie zuvor erläutert, befindet sich an der ersten Befestigungseinrichtung der Vorrat, welcher die notwendige Beweglichkeit der elektrischen Leitung ermöglicht. Um auch an der ersten Befestigungseinrichtung eine zuverlässige und einfache Kontaktierung zu ermöglichen, kann dort ein Elektroanschluss fixiert sein, wobei der Vorrat an der ersten Befestigungseinrichtung zwischen dem Elektroanschluss und dem Scharnierbügel gebildet ist. Die Länge, die Anordnung und die Beweglichkeit des Vorrates sind so genau festgelegt. Der Vorrat kann dabei so eingestellt werden, dass unter allen Umständen eine Beschädigung der elektrischen Leitung verhindert wird. Zugkräfte an den Zuleitungen zu dem Türscharnier können nicht auf die elektrische Leitung übertragen werden. Es ist auch von Vorteil, dass durch die Ausbildung des Vorrates zwischen dem Elektroanschluss und dem Scharnierbügel genau definierte und reproduzierbare Bedingungen für die Bewegung der elektrischen Leitung sichergestellt werden.

Als elektrische Leitung ist vorzugsweise ein Flachbandkabel vorgesehen, welches mehrere Adern aufweisen kann und sich durch eine gewisse Beweglichkeit auszeichnet.

Der Vorrat kann in Form einer einfachen Schlaufe vorgesehen sein, welche sich bei einem Öffnen des Türscharniers reproduzierbar verkürzt. Des Weiteren kann der Vorrat auch eine Spiralform aufweisen. Der Anfang und das Ende einer solchen Spirale sind dann außen liegend, wobei dann die elektrische Leitung, also vorzugsweise ein Flachbandkabel, doppellagig in Spiralform gewickelt ist und wobei innen liegend die beiden gewickelten Lagen ineinander übergehen. Wenn ein geeignetes Flachbandkabel eingesetzt wird, kann alleine aus der elastischen Rückstellkraft des Materials eine automatische Aufwickelfunktion realisiert werden. Darüber hinaus sind auch federbelastete Rückstellmechanismen oder dergleichen denkbar.

Gegenstand der Erfindung ist auch eine Türanordnung mit einem Türflügel, einer Türzarge und dem zuvor beschriebenen Türscharnier, wobei die elektrische Leitung bei einem geöffnetem Türflügel vorzugsweise vollständig verdeckt, beispielsweise hinter einer Abdeckung, angeordnet ist.

Das Türscharnier ist bei einem geschlossenen Türflügel gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung nicht sichtbar angeordnet, wobei das Türscharnier mit den Befestigungseinrichtungen in Schmalseiten von Türflügel und Türzarge eingesetzt ist.

Wie bereits zuvor erläutert, können zwischen Türflügel und Türzarge zusätzlich zu dem Türscharnier zwei Türbänder angeordnet sein, wobei die Kraftabstützung des Türflügels an der Türzarge ausschließlich oder zumindest im Wesentlichen über die Türbänder erfolgt. Es ergibt sich dann eine Anordnung mit drei Verbindungselementen in Form der beiden Türbänder und des Türscharniers, die optisch aufeinander abgestimmt sein können. Für einen Benutzer kann sich dadurch der Eindruck ergeben, dass die drei Elemente gleich ausgeführt sind, wobei jedoch das vorzugsweise in der Mitte angeordnete Türscharnier nur oder im Wesentlichen nur dem elektrischen Anschluss des Türflügels dient.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung erläutert. Es zeigen:

1 eine Türanordnung mit Türflügel, Türzarge und Türscharnier im geöffneten Zustand,

2 die Anordnung gemäß der 1 bei einem geschlossenen Türflügel in einem Querschnitt,

3 das in 1 dargestellte Türscharnier ohne Türflügel und Türzarge,

4 Teile des Türscharniers gemäß der 3 in einer Ansicht von der gegenüberliegenden Seite,

5 eine alternative Ausgestaltung des Türscharniers an einer Türanordnung gemäß der 2,

6 eine schematische Ansicht der gesamten Türanordnung.

Die 1 zeigt in einem Ausschnitt eine Türanordnung mit einem Türflügel 1, einer Türzarge 2 und einem Türscharnier 3 zwischen Türflügel 1 und Türzarge 2. Das Türscharnier 3 ist mit einer ersten Befestigungseinrichtung 4 in die Türzarge 2 und mit einer zweiten Befestigungseinrichtung 5 in den Türflügel 1 eingesetzt, wobei die beiden Befestigungseinrichtungen 4, 5 durch einen Scharnierbügel 6 miteinander verbunden sind. Der Scharnierbügel 6 erstreckt sich an seinen Enden in die beiden Befestigungseinrichtungen 4, 5. In der 1 ist dabei bereits zu erkennen, dass der Scharnierbügel 6 in einem mittleren Bereich mit einer separaten Abdeckung 7 versehen ist, welche eine darunter liegende Nut 8 des Scharnierbügels 6 verdeckt.

Weitere Details des erfindungsgemäßen Türscharniers ergeben sich aus dem Querschnitt gemäß der 2. Der Scharnierbügel 6 ist an einer Schwenkachse 9 drehbar an der ersten Befestigungseinrichtung 4 aufgenommen. Darüber hinaus ist zu erkennen, dass in der Nut 8 unterhalb der Abdeckung 7 eine elektrische Leitung 10 verläuft, welche die beiden Befestigungseinrichtungen 4, 5 miteinander verbindet. Durch die Nut 8 und die Abdeckung 7 ist dabei für die elektrische Leitung 10 in Form eines Flachbandkabels ein Kanal gebildet, mit dem die elektrische Leitung 10 verdeckt an dem Scharnierbügel 6 geführt und gehalten ist. Die elektrische Leitung 10 endet an der zweiten Befestigungseinrichtung 5 mit einem Stecker 11, wobei dort auch der Scharnierbügel 6 mit einem geraden Endabschnitt 12 in einem Aufnahmeschlitz 13 des zweiten Befestigungsteils 5 angeordnet ist.

Sofern der Scharnierbügel 6 für eine Kraftübertragung zwischen Türflügel 1 und Türzarge 2 vorgesehen ist, kann an dem Aufnahmeschlitz 13 eine feste Klemmung des geraden Endabschnittes 12 erfolgen, wobei grundsätzlich aber auch andere Arten der Befestigung des Scharnierbügels 6 an der zweiten Befestigungseinrichtung 5 möglich sind.

Üblicherweise ist aber stets vorgesehen, dass der Scharnierbügel 6 und die elektrische Leitung 10 im montierten Zustand an der zweiten Befestigungseinrichtung 5 unbeweglich angeordnet sind. Gleichsam bilden die zweite Befestigungseinrichtung 5, der Scharnierbügel 6 und der in diesem Bereich angeordnete Abschnitt der elektrischen Leitung 10 eine starre Einheit, bei der sich die genannten Teile nicht gegeneinander bewegen.

Die Öffnungsbewegung des Türflügels 1 ergibt sich in diesem Zusammenhang dadurch, dass der Türflügel 1 mit der zweiten Befestigungseinrichtung 5, dem Scharnierbügel 6 und dem zugeordneten Abschnitt der elektrischen Leitung 10 gegenüber der Türzarge 2 um die Schwenkachse 9 dreht. Der in der Nut 8 geführte Abschnitt der elektrischen Leitung 10 wird damit von Bewegungen und Belastungen freigehalten und unterliegt somit keiner Gefahr eines Verschleißes.

Darüber hinaus ist die elektrische Leitung 10 gemäß der 1 auch bei einem geöffnetem Türflügel 1 vollständig geschützt und kann so auch nicht manipuliert oder beschädigt werden. Auch ein Verknicken der elektrischen Leitung 10 zwischen Türflügel 1 und Türzarge 2 ist vollständig ausgeschlossen.

Um die Schwenkbewegung zu ermöglichen, weist die elektrische Leitung 10 an der ersten Befestigungseinrichtung 4 einen Vorrat 14 in Form einer Schlaufe auf. Da gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel die erste Befestigungseinrichtung 4 in die Türzarge 2 in Form eines Hohlprofils eingesetzt ist, ist auch dieser Vorrat 14 optimal geschützt. Erfindungsgemäß wird die elektrische Leitung 10 damit in einen Bereich entlang des Scharnierbügels 6 und den Vorrat 14 aufgeteilt, wobei lediglich an dem Vorrat 14 eine Belastung durch die Öffnungs- und Schließbewegung des Türflügels 1 auftritt. Dabei ergibt sich auch der Vorteil, dass die Art der Belastung und die Größe des Vorrates 14 genau auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden können. Gemäß der 2 ist an der ersten Befestigungseinrichtung 4 ein Elektroanschluss 15 vorhanden, wobei der Vorrat 14 mit definierter Länge zwischen dem Elektroanschluss 15 und dem Scharnierbügel 6 angeordnet ist.

Die 3 zeigt das erfindungsgemäße Türscharnier 3 ohne Türflügel 1 und Türzarge 2 in einer Ansicht auf die Schwenkachse 9 und den Vorrat 14. Dabei ist es zu erkennen, dass der Elektroanschluss 15 als Platine mit Steckeranschlüssen ausgestaltet ist. Um das dargestellte Türscharnier 3 an dem Türflügel 1 und der Türzarge 2 befestigen zu können, weisen die Befestigungseinrichtungen 4 und 5 jeweils einen Grundkörper 16a, 16b auf.

Die 4 zeigt ausgehend von der 3 das Türscharnier 3 von einer gegenüberliegenden Seite ohne die Grundkörper 16a, 16b. Zur Verdeutlichung ist auch die Abdeckung 7 weggelassen, so dass der Verlauf der elektrischen Leitung 10 in der Nut 8 erkennbar ist. Des Weiteren ist die Anordnung des geraden Abschnittes 12 des Scharnierbügels 6 in dem Aufnahmeschlitz 13 der zweiten Befestigungseinrichtung 5 ersichtlich. Zu erkennen ist auch das Gegenstück 17 zu dem Stecker 11, in dem die elektrische Leitung 10 endet. Das Gegenstück 17 ist als elektrische Einrichtung Bestandteil der zweiten Befestigungseinrichtung 5, wobei daran wiederum ein türflügelseitiges Kabel bei der Montage angeschlossen werden kann. Die Verbindung von Türflügel 1 und Türzarge 2 kann bei der Montage auch besonders leicht dadurch erfolgen, dass der gerade Endabschnitt 12 des Scharnierbügels 6 in die zugeordnete Nut und der Stecker 11 auf das Gegenstück 17 geschoben wird.

Die 5 zeigt bei einer ansonsten übereinstimmenden Ausgestaltung eine alternative Ausgestaltung des Türscharniers 3, wobei jedoch der Vorrat 14 der elektrischen Leitung 10 nicht als Schlaufe sondern als eine Art Spirale ausgestaltet ist. Die Enden der Spirale liegen außen, wobei dann die elektrische Leitung 10 doppellagig nach innen gewickelt ist und wobei an dem inneren Ende der Spirale die beiden Lagen ineinander übergehen. Bei einer geeigneten Ausgestaltung der elektrischen Leitung 10 in Form eines Flachbandkabels kann der Vorrat 14 in Form einer Spirale vorgefertigt werden, wodurch sich alleine aufgrund der Rückstellkräfte der Spirale reproduzierbar ein Auf- und Abwickeln ergibt.

Die 6 zeigt eine gesamte Türanordnung, bei der das beschriebene Türscharnier 3 in vertikaler Richtung des Türflügels 1 etwa mittig angeordnet ist, wobei oberhalb und unterhalb des Türscharniers 3 zusätzliche Türbänder 18 angeordnet sind. Die Türbänder 18 sind ohne eine elektrische Leitung 10 ausgerüstet und dienen dazu, das Gewicht des Türflügels 1 an der Türzarge 2 abzustützen. Im Rahmen einer solchen Ausgestaltung ist es möglich, dass das Türscharnier 3 selbst keine oder nur eine geringe Kraft überträgt und so als eine Art Attrappe eines Türbandes nur für den elektrischen Anschluss vorgesehen ist.