Title:
Unterhaltungsnetzwerk für Passagiere in einem Verkehrsmittel
Kind Code:
A1


Abstract:

Ein Unterhaltungsnetzwerk (10) für Passagiere in einem Verkehrsmittel, z. B. in einem Flugzeug, weist mindestens einen Datenserver (12) für Video- und/oder Audiodaten auf. Mit dem Datenserver (12) ist eine Routing-Einrichtung (14), mindestens einem einem Passagier für die Dauer einer Reise zur Verfügung gestellten Wiedergabegeräte (16, 17) zur Wiedergabe der Audio-/Videodaten. Die Routing-Einrichtung (14) ist zur kabellosen Breitbandübertragung der Video-/Audiodaten an mindestens zwanzig, vorzugsweise an mindestens sechzig Teilnehmer gleichzeitig und in mindestens zwei verschiedenen Frequenzbändern unabhängig voneinander ausgebildet. Das Wiedergabegerät (16) ist zur kabellosen Kommunikation mit der Routing-Einrichtung (14) ausgebildet. Hierbei ist das Wiedergabegerät nur zum Empfang der Daten eines ersten Frequenzbandes ausgelegt und ein zweites, von dem ersten verschiedenes Frequenzband ist zum Empfang nur durch individuelle Passagier-Endgeräte (18), wie z. B. Notebooks, Tablet-PCs, PDAs, etc., ausgebildet. Ein entsprechendes Verfahren zur Übertragung von Video- und/oder Audiodaten zur Unterhaltung von Passagieren in einem Verkehrsmittel wird ebenfalls bereitgestellt.




Inventors:
Hommel, Peter (61348, Bad Homburg, DE)
Liebe, Jörg, Dr. (65191, Wiesbaden, DE)
Application Number:
DE102011086830A
Publication Date:
05/23/2013
Filing Date:
11/22/2011
Assignee:
Lufthansa Systems AG, 65451 (DE)
International Classes:



Foreign References:
74836962009-01-27
200300097612003-01-09
200900968572009-04-16
200901417182009-06-04
Other References:
WLAN-Standard IEEE 802.11n
IEEE-Standard 802.11n
802.11n IEEE-WLAN-Standard
Attorney, Agent or Firm:
von Kreisler Selting Werner, 50667, Köln, DE
Claims:
1. Unterhaltungsnetzwerk (10) für Passagiere in einem Verkehrsmittel, mit
mindestens einem Datenserver (12) für Video- und/oder Audiodaten,
mindestens einer mit dem Datenserver (12) verbundenen Routing-Einrichtung (14),
mindestens einem einem Passagier für die Dauer einer Reise zur Verfügung gestellten Wiedergabegerät (16, 17) zur Wiedergabe der Video-/Audiodaten,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Routing-Einrichtung (14) zur kabellosen Breitband-Übertragung der Video-/Audiodaten an mindestens 20, vorzugsweise an mindestens 60 Teilnehmer gleichzeitig und in mindestens zwei verschiedenen Frequenzbändern unabhängig voneinander ausgebildet ist,
das Wiedergabegerät (16) zur kabellosen Kommunikation mit der Routing-Einrichtung (14) ausgebildet ist,
wobei das Wiedergabegerät nur zum Empfang der Daten eines ersten Frequenzbandes ausgelegt ist und ein zweites, von dem ersten verschiedenes Frequenzband zum Empfang nur durch individuelle Passagier-Endgeräte (18), wie zum Beispiel Notebooks, Tablet-PCs, PDAs etc., ausgebildet ist.

2. Unterhaltungsnetzwerk (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Routing-Einrichtung (14) zur Kommunikation mit dem World Wide Web (22) ausgebildet ist.

3. Unterhaltungsnetzwerk (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wiedergabegerät (16) einem Passagiersitz fest zugewiesen ist und einen Sitzplatzmonitor aufweist, der von einem Passagiersitz getragen wird, wobei das Wiedergabegerät (16) vorzugsweise über einen Schnellkontakt (24) mit einem Spannungsversorgungsnetz (26) im Boden der Flugkabine verbunden ist.

4. Unterhaltungsnetzwerk (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wiedergabegerät (17) ein tragbarer Computer und vorzugsweise ein Tablet-PC ist.

5. Unterhaltungsnetzwerk (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Routing-Einrichtung (14) einen Breitband-WLAN-Router nach dem IEEE-Standard 802.11n aufweist und zur Funkübertragung in einem ISM-Frequenzband ausgebildet ist.

6. Unterhaltungsnetzwerk (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Wiedergabegerät (16, 17) zur Funkübertragung in dem ISM-Frequenzband, beispielsweise zwischen 5,1 und 5, 5 GHz, ausgebildet ist und das erste Frequenzband einen Frequenzbereich zwischen 5,7 und 5,9 GHz umfasst.

7. Verfahren zur Übertragung von Video- und/oder Audiodaten zur Unterhaltung von Passagieren in einem Verkehrsmittel, gekennzeichnet durch die Schritte:
– Speichern der Video- und/oder Audiodaten auf mindestens einem Datenserver (12),
– Übertragen der Video- und/oder Audiodaten von dem Datenserver (12) zu mindestens einer Routing-Einrichtung (14) zur kabellosen Breitband-Datenübertragung,
– kabelloses Übertragen der Video-/Audiodaten als Datenstream in einem ersten Frequenzband von der Routing-Einrichtung (14) zu mindestens 20, vorzugsweise mindestens 60 Passagieren für die Dauer der Reise zur Verfügung gestellten Wiedergabegeräten (16, 17) zur Wiedergabe der Video-/Audiodaten auf Anforderung eines Passagiers auf dem Wiedergabegerät (16, 17),
– kabelloses Übertragen von Video-/Audiodaten in einem zweiten, von dem ersten Frequenzband verschiedenen Frequenzband von der Routing-Einrichtung (14) zu mindestens einem individuellen Passagier-Endgerät (18), wie zum Beispiel einem Notebook, einem Tablet-PC oder einem PDA zur Speicherung der Video-/Audiodaten auf Anforderung des Passagiers auf dessen Endgerät (18).

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenserver (12) in der Lage ist, jedes Passagier-Endgerät (18) von einem Wiedergabegerät (16, 17) zu unterscheiden und einem Passagier-Endgerät (18) andere Video-/Audiodaten übermittelt, als einem Wiedergabegerät (16, 17).

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wiedergabegerät (17) ein tragbarer Computer und vorzugsweise ein Tablet-PC ist.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Passagier-Endgerät (18) und/oder das Wiedergabegerät (16, 17) auf Anforderung durch das Gerät (16, 17, 18) über die Routing-Einrichtung (14) mit dem World Wide Web (22) verbunden wird.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wiedergabegerät (16) einem Passagiersitz fest zugewiesen ist und einen Sitzplatzmonitor aufweist, der von einem Passagiersitz getragen wird, wobei das Wiedergabegerät (16) vorzugsweise über einen Schnellkontakt (24) aus einem Spannungsversorgungsnetz (26) im Boden der Passagierkabine mit Strom gespeist wird.

12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Video-/Audiodaten in dem ersten Frequenzband von einem Breitband-WLAN-Router der Routing-Einrichtung (14) nach dem IEEE-Standard 802.11n, beispielsweise zwischen 5,7 und 5,9 GHz, übertragen werden.

13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Frequenzband, in dem die Video-/Audiodaten von der Routing-Einrichtung (14) auf das individuelle Passagier-Endgerät (18) übertragen werden, ein ISM-Frequenzband, beispielsweise zwischen 5,1 und 5,5 GHz, ist.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Video-/Audiodaten zeitgleich und unabhängig voneinander auf mindestens ein Wiedergabegerät (16, 17) und mindestens ein Passagier-Endgerät (18) übertragbar sind.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kommunikation zwischen einem Passagier-Endgerät (18) und jedem Wiedergabegerät (16, 17) verhindert ist.

16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenserver zum Übertragen und Installieren von Softwareprogrammen auf den Geräten (16, 17, 18), beispielsweise zur Wiedergabe der Audio-/Videodaten, ausgebildet ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Unterhaltungsnetzwerk für Passagiere in einem Verkehrsmittel, wie z. B. einem Flugzeug, einem Schiff, einem Bus oder einem Zug, und ein Verfahren zur Übertragung von Video- und/oder Audiodaten zur Unterhaltung von Passagieren in einem Verkehrsmittel.

Bekannt sind sogenannte Inflight-Entertainment-Systeme, bei denen Filme auf einen in einen Passagiersitz integrierten Inseat-Monitor übertragen werden. Der Inseat-Monitor ist in die Rückseite der Rückenlehne des jeweils vorderen Passagiersitzes integriert. Die Filme sind als Videodaten auf einem zentralen Datenserver gespeichert und werden auf Anforderung durch den Passagier über eine dem Monitor zugehörige Bedieneinheit über Datenkabel übertragen. Hierbei muss jeder Inseat-Monitor eine eigene Datenkabelverbindung mit dem Datenserver haben, damit die Videodaten individuell zu jedem Inseat-Monitor übertragbar sind. Hierzu ist eine große Anzahl an Datenkabeln erforderlich, die meist in dem Boden der Flugkabine verlegt werden. Insbesondere bei modernen Großraumjets mit bis zu 600 Sitzplätzen ist die Menge erforderlicher Datenkabel für ein Inflight-Entertainment-System beträchtlich und mit entsprechendem Gewicht und Wartungsaufwand verbunden. Zudem birgt jedes stromführende Kabel in einem Flugzeug ein potentielles Risiko für Kabelbrände.

Des weiteren sind WLAN-Netzwerke in Passagierflugzeugen bekannt, mit denen es einem Passagier ermöglicht wird, mit seinem individuellen Notebook, Handy, PDA oder anderem Passagier-Endgerät eine Verbindung zum Internet (World Wide Web) herzustellen oder E-Mails zu empfangen. Die anfallenden Datenmengen bei der Nutzung des Internets oder beim Versenden von E-Mails betragen einen Bruchteil der Datenmengen beim Übertragen von Videofilmen, zum Beispiel per Videostreaming. Die bekannten WLAN-Netzwerke in Flugzeugen sind nicht in der Lage, große Datenmengen, die beim Übertragen von Filmen oder Musik anfallen, zeitgleich und unabhängig voneinander an eine Vielzahl von Passagieren zu übertragen. Ein WLAN-Accesspoint der bekannten WLAN-Netzwerke in Flugzeugen kann selbst bei der Nutzung von Internet- oder E-Mail-Diensten nur eine begrenzte Anzahl von gleichzeitigen Funkverbindungen verwalten. Eine Verwendung der bekannten WLAN-Netzwerke zur Übertragung von Videofilmen in einem Inflight-Entertainment-System in Flugzeugen scheidet vor diesem Hintergrund aus.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein flexibles und technisch vereinfachtes Inflight-Entertainment-System für Passagiere in einem Verkehrsmittel bereitzustellen.

Das erfindungsgemäße Unterhaltungsnetzwerk ist definiert durch die Merkmale von Patentanspruch 1. Das erfindungsgemäße Verfahren zur Übertragung von Video- und/oder Audiodaten ist definiert durch die Merkmale von Patentanspruch 7.

Das Unterhaltungsnetzwerk für Passagiere weist mindestens einen Datenserver für Video- und/oder Audiodaten, mindestens eine mit dem Datenserver verbundene Routing-Einrichtung und mindestens ein einem Passagier für die Dauer einer Reise zur Verfügung gestelltes Wiedergabegerät zur Wiedergabe der Video-/Audiodaten auf. Unter der Dauer einer Reise wird die Dauer des Aufenthalts des Passagiers in dem Verkehrsmittel zu dessen Beförderung verstanden, also z. B. die Dauer eines Fluges. Die Routing-Einrichtung ist zur kabellosen Breitbandübertragung der Video-/Audiodaten an mindestens zwanzig, vorzugsweise an mindestens sechzig Teilnehmer gleichzeitig und in mindestens zwei verschiedenen Frequenzbändern unabhängig voneinander ausgebildet. Die Wiedergabegeräte sind zur kabellosen Kommunikation mit der Routing-Einrichtung ausgebildet und nur zum Empfang der Daten eines ersten Frequenzbandes ausgelegt. Ein zweites Frequenzband ist zum Empfang nur durch individuelle Passagier-Endgeräte, wie zum Beispiel Notebooks, Tablet-PCs, Handys PDAs und so weiter, ausgebildet.

Das Wiedergabegerät kann einem Passagiersitzplatz fest zugewiesen sein und einen Sitzplatzmonitor aufweisen, der von einem Passagiersitz getragen wird. Alternativ oder ergänzend können Wiedergabegeräte tragbare Computer, wie z. B. Tablet-PCs, mit einem Touchscreen, sein, die einem Passagier zu Beginn der Reise oder des Fluges leihweise für die Dauer der Reise oder des Fluges zur Verfügung gestellt werden. Sämtliche Wiedergabegeräte, d. h. sowohl die einem Passagiersitzplatz fest zugewiesenen Geräte als auch die Passagieren geliehenen tragbaren Geräte kommunizieren mit dem Datenserver über die Routing-Einrichtung per WLAN. Entgegen dem herkömmlichen Prinzip, jeden Sitzplatzmonitor mit dem Datenserver zu verkabeln, stehen erfindungsgemäß die Wiedergabegeräte in Funkverbindung mit dem Datenserver per WLAN. Die Routing-Einrichtung ist hierbei zur kabellosen Breitbanddatenübertragung an mindestens zwanzig, vorzugsweise an mindestens sechzig Teilnehmer gleichzeitig ausgebildet. Auf diese Weise können die Video- und/oder Audiodaten an eine Vielzahl von Geräten während einer Fahrt oder eines Fluges übertragen werden.

Hierbei sind die Wiedergabegeräte einem Passagier lediglich leihweise zur Verfügung gestellt, so dass aktuelle, neu erschienene Videofilme oder Musik zur Wiedergabe angeboten werden können, ohne dass die Gefahr besteht, dass diese Daten von Passagieren entwendet oder manipuliert werden. Die Übertragung zu den Wiedergabegeräten erfolgt dabei in einem ersten Frequenzband, welches sich von einem zweiten Frequenzband unterscheidet, in welchem Video- und/oder Audiodaten an Passagier-Endgeräte übertragen werden. Passagier-Endgeräte sind hierbei von Flugpassagieren selbst mitgenommene, eigene Geräte, auf denen nur weniger aktuelle Filme und Musik wiedergegeben werden dürfen. Der Datenserver sollte die Wiedergabegeräte hierzu vorzugsweise von den Passagier-Endgeräten unterscheiden können, damit eine gezielte Auswahl der zu übertragenden Daten an die jeweiligen Geräte seitens des Servers möglich ist.

Die Passagiergeräte sollten vorzugsweise in der Lage sein, mit den Wiedergabegeräten über die Routing-Einrichtung zu kommunizieren. Von besonderem Vorteil ist es, wenn das Passagiergerät eines Passagiers mit dessen Wiedergabegerät eine Kommunikationsverbindung aufbauen kann, die beispielsweise eine Bedienung des Wiedergabegeräts mit Hilfe des Passagiergeräts ermöglicht. Diese Kommunikationsverbindung sollte ausschließlich zwischen dem Wiedergabegerät und dem betreffenden Passagiergerät erfolgen und nicht durch andere Geräte gestört werden können. Hierzu kann das Wiedergabegerät auf Anforderung durch den Passagier einen Code generieren und anzeigen, der anschließend von dem Passagier auf dessen Passagiergerät eingegeben wird. Der Code dient zur eindeutigen Identifikation des jeweiligen Wiedergabegeräts, zu dem eine Kommunikationsverbindung ausgehend von einem Passagiergerät, aufgebaut werden soll. Alternativ oder ergänzend ist auch eine direkte Infrarot-Verbindung oder anderweitige drahtlose Kommunikationsverbindung zwischen einem Passagiergerät und einem Wiedergabegerät denkbar.

Auf den Passagier-Endgeräten werden die Video- und die Audiodaten als Datenstream wiedergegeben, wobei die übertragenen Daten nach der jeweiligen Wiedergabe unverzüglich und unwiderruflich automatisch gelöscht werden. Nach erfolgter Wiedergabe verbleiben somit keine Audio- oder Videodaten auf einem Passagier-Endgerät. Auf den Wiedergabegeräten, d. h. den einem Sitzplatz fest zugewiesenen Geräten mit Sitzplatzmonitor und auf den Leihgeräten, die Passagieren für die Dauer einer Reise leihweise ausgehändigt werden, werden die wiederzugebenden Daten zunächst vollständig gespeichert. Die Übertragung und Speicherung der Daten erfolgt vorzugsweise vor Beginn der Reise. Im Fall einer Störung oder eines Ausfalls der Funkverbindung können die Daten dennoch von den Wiedergabegeräten wiedergegeben werden. Eine Speicherung der Video- und Audiodaten auf den Wiedergabegeräten ist deswegen unkritisch, weil diese Geräte der jeweiligen Fluggesellschaft gehören und den Passagieren nur leihweise für die Dauer einer Reise zur Verfügung gestellt werden. Passagiere haben somit keine Möglichkeit, die gespeicherten Daten zu entwenden oder zu manipulieren.

Vorzugsweise sind die Wiedergabegeräte, d. h. die einem Sitzplatz fest zugewiesenen Geräte mit Sitzplatzmonitor oder die Leihgeräte, mit einem Mikrophon versehen, welches dazu dient, ein akustisches Signal zu empfangen und bei Erhalt des Signals die Wiedergabe automatisch zu unterbrechen. Während der Beförderung von Passagieren besteht häufig die Notwendigkeit, die Passagiere durch Lautsprechermitteilungen, sogenannte ”Public Announcements”, über Besonderheiten zu informieren, oder beispielsweise zum Schließen des Sicherheitsgurts aufzufordern. Die serverunabhängige, dezentralisierte Wiedergabe der Video- und Audiodaten auf den Wiedergabegeräten kann auf diese Weise unterbrochen werden, wobei denkbar ist, einen Zweikanalton als Signal auszusenden, welches die Wiedergabe unterbrechen soll, und einen besonderen Schlusston zu senden, um die Wiedergabe anschließend wieder zu starten.

Vorzugsweise sollten die Wiedergabegeräte zusätzlich zu der serverunabhängigen, dezentralisierten Wiedergabe nach vorheriger Speicherung der wiederzugebenden Daten auch in der Lage sein, Daten von dem Datenserver als Datenstream wiederzugeben. Dadurch werden Liveübertragungen, beispielsweise von außen an dem Verkehrsmittel positionierten Kameras, ermöglicht.

Weiterhin ist denkbar, die Wiedergabegeräte, d. h. die einem Sitzplatz fest zugewiesenen Geräte und die Leihgeräte, mit Kameras oder Bewegungssensoren zu versehen, die eine berührungslose Bedienung der Geräte durch eine automatisierte Bewegungserkennung ermöglichen. Auf diese Weise kann ein Passagier durch geeignete Handbewegung das Gerät berührungslos bedienen.

Auf Anforderung durch einen Passagier an einem Wiedergabegerät oder an einem eigenen Passagier-Endgerät werden die gewünschten Video- und/oder Audiodaten von dem Datenserver zu dem jeweiligen Gerät übertragen. Die Daten werden von dem Datenserver an die Routing-Einrichtung übermittelt, die die Daten in dem ersten Frequenzband nur an das betreffende Wiedergabegerät übermittelt und in dem zweiten Frequenzband an das individuelle Passagier-Endgerät übermittelt. Die Routing-Einrichtung ist hierbei zur kabellosen Breitband-Datenübertragung ausgebildet, zum Beispiel nach dem WLAN-Standard IEEE 802.11n für die Kommunikation mit den Passagier-Endgeräten. Hierbei kann jeder Passagier mit einem typischen WLAN-fähigen Endgerät über die Routing-Einrichtung mit dem Datenserver eine Verbindung herstellen, um die Video-/Audiodaten als Datenstream auf sein Endgerät zu übertragen und über dieses wiederzugeben. Dieselben Video-/Audiodaten können zeitgleich an verschiedene Passagier-Endgeräte und an verschiedene Wiedergabegeräte übertragen werden. Die Übertragung der Daten auf die Wiedergabegeräte in dem ersten, von dem zweiten verschiedenen Frequenzband verhindert eine gegenseitige Beeinflussung der Kommunikation Datenserver-Wiedergabegerät und Datenserver-Passagier-Endgerät.

Auf diese Weise wird vermieden, dass Fehlfunktionen eines Passagier-Endgeräts die Datenübertragung zu den Wiedergabegeräten stören. Zudem ist eine mögliche absichtliche Beeinflussung der Kommunikation Datenserver-Wiedergabeterminal durch ein Passagier-Endgerät verhindert.

Mit dem erfindungsgemäßen Unterhaltungsnetzwerk und mit dem erfindungsgemäßen Datenübertragungsverfahren entfällt die Notwendigkeit für Kabelverbindungen zwischen einem Datenserver und Wiedergabeterminals. Durch die entfallenden Kabelverbindungen wird Gewicht eingespart und das Risiko von Kabelbränden reduziert. Die Passagiersitze sind einfacher ein- und auszubauen, so dass eine flexible und einfach veränderbare Anordnung von Passagiersitzen dem Verkehrsmittel, z. B. in der Flugkabine, ermöglicht wird. Zudem ist das Unterhaltungsnetzwerk auch einfach in Verkehrsmitteln und insbesondere in Flugzeugen nachrüstbar.

Vorzugsweise enthält die Routing-Einrichtung einen WLAN-Router, zum Beispiel nach dem IEEE-Standard 802.11n für die Netzwerkverbindung zu den Passagier-Endgeräten. Damit wird eine Anbindung der Passagier-Endgeräte an das Internet und zugleich eine Breitband-Datenübertragung als Datenstream von Videofilmen auf eine Vielzahl von Passagier-Endgeräten zu gleicher Zeit und unabhängig voneinander ermöglicht.

Die Funkübertragung von der Routing-Einrichtung zu der Kommunikationseinrichtung eines Wiedergabegeräts erfolgt vorteilhafterweise in einem ISM-Funkfrequenzband. Ein ISM-Funkfrequenzband (Industrial, Scientific and Medical Band) ist ein Frequenzband, das von Hochfrequenzgeräten in Industrie, Wissenschaft und Medizin in häuslichen und ähnlichen Bereichen genutzt werden kann. Ein typisches ISM-Frequenzband liegt im Bereich zwischen 5,725 und 5,875 GHz. Typische Frequenzbänder nach dem 802.11n IEEE-WLAN-Standard liegen im Bereich zwischen 5,15 und 5,35 GHz oder im Bereich von 5,47 bis 5,475 GHz. Diese Frequenzbänder sind von dem genannten ISM-Frequenzband verschieden und beeinflussen einander nicht. Zudem stört eine Breitband-Datenübertragung in diesen Frequenzbändern nicht den sicheren Reiseablauf oder Flugbetrieb.

Für die Wiedergabegeräte können spezielle Einstellungen (zum Beispiel Intrusion Detection, Quality of Service, Bandbreiten-Management etc.) sowohl in der Routing-Einrichtung (Accesspoint) oder in den Kommunikationseinrichtungen der Wiedergabegeräte vorgenommen werden. Zur Absicherung der Kommunikation zwischen Wiedergabegeräten und dem Datenserver an Bord des Verkehrsmittels können spezielle Einstellungen vorgenommen werden, die hohe Stabilität und Leistung des Systems ermöglichen.

Die Video- und Audiodaten werden vorteilhafterweise On-Demand, also auf Anforderung eines Passagiers auf das Anzeigegerät übertragen. Die Filme werden in Form von komprimierten und verschlüsselten Videodateien auf dem Datenserver vorgehalten. Über eine Web-Applikation kann ein Passagier den Video- oder Audioinhalt auswählen. Nach der Auswahl wird der gewünschte Inhalt über das kabellose Funknetz auf das betreffende Passagier-Endgerät als einzelner dezidierter Datenstrom pro Passagier verteilt. Auf dem Anzeigegerät wird der Datenstrom entschlüsselt und dargestellt. Zur Absicherung der Inhalte kann ein Digital-Rights-Management-System eingesetzt werden. Auf diese Weise können große Datenmengen, wie sie typischerweise bei Videofilmen in digitaler Form auftreten, zeitlich unabhängig voneinander parallel auf eine große Anzahl an Geräten übertragen werden. Insbesondere in modernen Großraumjets mit bis zu 600 Sitzplätzen ist das erfindungsgemäße Unterhaltungsnetzwerk und das entsprechende Verfahren zur Datenübertragung von erheblichem Vorteil.

Im Folgenden werden anhand der Figuren vier Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.

Es zeigen:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel des Unterhaltungsnetzwerks in schematischer Darstellung,

2 ein zweites Ausführungsbeispiel des Unterhaltungsnetzwerks in schematischer Darstellung,

3 ein drittes Ausführungsbeispiel des Unterhaltungsnetzwerks in schematischer Darstellung und

4 ein viertes Ausführungsbeispiel des Unterhaltungsnetzwerks in schematischer Darstellung.

1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Unterhaltungsnetzwerks 10. Das Unterhaltungsnetzwerk 10 enthält einen Datenserver 12, auf dem Audio- und Videodaten in gespeicherter Form hinterlegt sind. Die Audiodaten können in Form einzelner Musikstücke, einzelner Musikalben verschiedener Interpreten oder Playlists zur Wiedergabe mehrerer verschiedener Musikstücke hintereinander nach Art eines Radioprogramms vorliegen. Die Videodaten sind typischerweise Kinofilme, Spielfilme oder dergleichen mit zugehörigen Audiodaten.

Mit dem Datenserver 12 ist eine Routing-Einrichtung 14 über eine herkömmliche Netzwerkkabelverbindung verbunden. Die Routing-Einrichtung 14 dient zur kabellosen Breitband-Datenübertragung der Daten auf dem Server innerhalb der Flugkabine. Hierzu ist die Routing-Einrichtung nach Art eines WLAN-Accesspoints ausgebildet und enthält einen entsprechenden WLAN-Router.

Jede Routing-Einrichtung 14 ist zum automatischen Herstellen einer kabellosen Funkverbindung mit Wiedergabegeräten 17 in Form von Tablet-PCs und mit Passagier-Endgeräten 18 für eine Breitband-Datenverbindung ausgebildet. Jeder Tablet-PC weist einen Touchscreen zur Bedienung auf und wird einem Passagier zu Beginn eines Flugs leihweise für die Dauer des Fluges zur Verfügung gestellt.

Das Ausführungsbeispiel gemäß 3 unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 dadurch, dass das Wiedergabegerät 16 kein Tablet-PC oder anderweitiger tragbarer Computer ist, sondern einem Passagiersitz fest zugeordnet ist. Hierbei weist jedes Wiedergabegerät 16 einen Sitzplatzmonitor (Inseat-Monitor) auf, der fest in einen Passagiersitz eingebaut ist. Jedes Wiedergabegerät 16 weist zudem eine Kommunikationseinrichtung 20 auf, die die Funkverbindung mit der Routing-Einrichtung 14 (WLAN-Accesspoint) herstellt und aufrechterhält.

Ein Großteil der Passagiere trägt heutzutage ein eigenes individuelles Passagier-Endgerät 18 in Form eines Notebooks, eines Handys oder eines PDAs (Personal Digital Assistent) mit sich. Diese Geräte sind typischerweise zum automatischen Herstellen von WLAN-Funkverbindungen nach internationaler Standardisierung ausgebildet, um beispielsweise in einem Heimnetzwerk oder in einem Internetcafé mit einem dort bereitgestellten WLAN-Router eine drahtlose Funkdatenverbindung aufzubauen, über die der Zugang ins Internet oder zum Senden und Empfangen von E-Mails möglich ist. Um Passagier-Endgeräte 18 auch in einem Flugzeug für den Empfang der Video-/Audiodaten nutzen zu können, bietet die Routing-Einrichtung 14 die Möglichkeit einer WLAN-Verbindung mit deren WLAN-Router. Der WLAN-Router ist nach dem IEEE-Standard 802.11n ausgebildet und ermöglicht dadurch eine Breitband-Datenübertragung in Form von Datenstreams zu einer Vielzahl von Passagier-Endgeräten 18 unabhängig voneinander. Darüber hinaus ist die Routing-Einrichtung 14 an das World Wide Web 22 angebunden. Dadurch hat jeder Passagier die Möglichkeit, über sein Notebook, Handy oder PDA eine Verbindung mit dem Datenserver 12 herzustellen, um die dort gespeicherten Filme oder Audiodaten als Datenstream auf dem eigenen Endgerät 18 zu empfangen und wiederzugeben. Alternativ oder ergänzend kann über die Routing-Einrichtung 14 eine Verbindung mit dem World Wide Web 22 hergestellt werden, um im Internet zu surfen oder E-Mails zu senden und zu empfangen.

Der WLAN-Standard IEEE 802.11n nutzt hierbei im 5 GHz Frequenzband die Frequenzen im Bereich zwischen 5,15 und 5,35 GHz und im Bereich zwischen 5,47 und 5,475 GHz. Jeder Passagier kann mit seinem Endgerät 18 eine kabellose Funkverbindung mit der Routing-Einrichtung 14 herstellen und nach dem Video-on-Demand-Prinzip Filme oder Musik von dem Datenserver 12 auf eigenen Wunsch abrufen.

Um zu verhindern, dass fehlerhafte Passagier-Endgeräte 18 die Datenübertragung von dem Datenserver 12 auf die Sitzplatzmonitore stören, erfolgt die Datenübertragung zwischen Routing-Einrichtung 14 und Kommunikationseinrichtung 20 der Wiedergabegeräte 16, 17 in einem anderen Frequenzband, welches ein Übersprechen zu der WLAN-Verbindung mit den Passagier-Endgeräten 18 verhindert. Das für die Datenübertragung zu den Wiedergabegeräten 16, 17 vorgesehene Frequenzband ist ein ISM (Industrial Scientific and Medical) Band, welches zur Nutzung durch Hochfrequenzgeräte in Industrie, Wissenschaft, Medizin und in häuslichen und ähnlichen Bereichen vorgesehen ist. Das in den Ausführungsbeispielen verwendete ISM-Frequenzband liegt im Bereich zwischen 5,725 und 5,875 GHz. Darüber hinaus werden übliche sogenannte Intrusion Detection, Quality of Service und Bandbreiten-Management eingesetzt, um Stabilität und Sicherheit der Kommunikation zwischen Datenserver 12 und Wiedergabegeräten 16, 17 zu ermöglichen. Auch mögliche absichtliche Angriffe von Passagier-Endgeräten 18 auf die Datenverbindung zu den Wiedergabegeräten 16, 17 sind dadurch verhindert.

Jedes Wiedergabegerät 16 gemäß 3 ist über einen Schnellkontakt 24 in Form einer Stromschiene zwischen dem Passagiersitz und dem Boden der Flugkabine mit einem in den Boden der Flugkabine integrierten Spannungsversorgungsnetz 26 verbunden. Alternativ ist auch denkbar, dass der Schnellkontakt 24 eine lösbare Verbindung zwischen dem Wiedergabegerät und dem Passagiersitz schafft. Die Spannungsversorgung jedes Sitzplatzmonitors und jeder Kommunikationseinrichtung 20 erfolgen dadurch über das herkömmliche Bordnetz und unabhängig von der kabellosen Datenverbindung. Die Stromschiene ermöglicht einen einfachen Ein- und Ausbau jedes Passagiersitzes und dadurch eine flexible Anordnung der Passagiersitze und Veränderung der Sitzanordnung in der Flugkabine. Aufgrund der kabellosen Datenverbindung zwischen Routing-Einrichtung 14 und Kommunikationseinrichtungen 20 entfallen die sonst für diese Datenverbindung notwendigen Kabel, woraus eine Gewichtsersparnis und ein geringeres Risiko für Kabelbrände resultieren. Die Möglichkeit einer flexiblen Anordnung der Passagiersitze wird nicht beeinträchtigt.

Die Komponenten und deren Funktions- und Wirkweisen des Ausführungsbeispiels in 2 entsprechen denen des Ausführungsbeispiels in 1. Im Folgenden werden die Unterschiede des zweiten Ausführungsbeispiels gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel erläutert:
Bei dem Ausführungsbeispiel des Unterhaltungsnetzwerks 10 gemäß 2 sind zwei Routing-Einrichtungen 14 und zwei Datenserver 12 vorgesehen. Auf jedem Datenserver 12 sind dieselben Video- und Audiodaten hinterlegt, wobei jeder Datenserver 12 mit genau einer Routing-Einrichtung 14 durch Datenkabel verbunden ist. Jede der beiden Routing-Einrichtungen 14 ermöglicht das Herstellen kabelloser Datenverbindungen zu den Wiedergabegeräten 17 und zu den Passagier-Endgeräten 18 in jeweils demselben Frequenzband. Die Entscheidung, welches Wiedergabegerät 17 und welches Passagier-Endgerät 18 mit welcher der beiden Routing-Einrichtungen 14 die Funkverbindung herstellt, wird anhand der Signalstärke des Sende-/Empfangssignals getroffen. Das heißt mit anderen Worten, dass ein Wiedergabegerät 17 und ein Passagier-Endgerät 18 mit derjenigen Routing-Einrichtung 14 in Verbindung tritt, mit der die höchste Signalqualität bei der Funkverbindung erzielt wird. Aufgrund der gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel höheren Anzahl an Routing-Einrichtungen 14 kann eine entsprechend höhere Anzahl von Passagieren mit den Daten auf den Servern 12 versorgt werden. Auf diese Weise kann auch in modernen Großraumjets mit 600 Passagiersitzplätzen jeder Passagier dieselben Video-/Audiodaten abrufen.

Das Ausführungsbeispiel gemäß 4 entspricht demjenigen gemäß 2 bis auf die Wiedergabegeräte 16. Die Wiedergabegeräte 16 in 4 entsprechen denen mit Sitzplatzmonitor in 3.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • WLAN-Standard IEEE 802.11n [0014]
  • IEEE-Standard 802.11n [0017]
  • 802.11n IEEE-WLAN-Standard [0018]
  • IEEE-Standard 802.11n [0031]
  • WLAN-Standard IEEE 802.11n [0032]