Title:
Wirkstoffkombinationen aus Magnolienrindenextrakt und oberflächenaktiven Agentien
Kind Code:
A1


Abstract:

Wirkstoffkombinationen aus
a) einem Magnolienrindenextrakt aus Magnolia grandiflora mit einem Gehalt an Magnolol und/oder Honokiol
und
b) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen A, gewählt aus der Gruppe der Glucosederivate, welche sich durch die Strukturformel auszeichnen, wobei R einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt, wobei R1 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder urverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt und wobei R2 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Acylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt, enthalten,
(c) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen B, gewählt aus der Gruppe der Substanzen der allgemeinen Strukturformel wobei R3, R4 und R5 voneinander gewählt werden aus der Gruppe, welche umfaßt: H, verzweigte bzw. unverzweigte, gesättigte bzw. ungesättigte Fettsäurereste mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, bei welchen bis zu drei aliphatische Wasserstoffatome durch Hydroxygruppen substituiert sein können und n eine Zahl von 2 bis 8 darstellt




Inventors:
Schläger, Torsten, Dr. (22297, Hamburg, DE)
Eckert, Julia (20249, Hamburg, DE)
Neufang, Gitta, Dr. (20149, Hamburg, DE)
Peters, Nils, Dr. (22965, Todendorf, DE)
Knaupmeier, Stefanie (32108, Bad Salzuflen, DE)
Heuser, Stefan (90762, Fürth, DE)
Application Number:
DE102010015792
Publication Date:
10/20/2011
Filing Date:
04/20/2010
Assignee:
Beiersdorf AG, 20253 (DE)



Foreign References:
77449322010-06-29
WO2008099994A12008-08-21
WO2008006582A12008-01-17
Other References:
HÄNSEL,R.,STICHER,O.:Pharmakognosie-Phytopharmazie.8.Aufl., Springer Medizin Verlag Heidelberg u.a.,2007,S.254.-ISBN 3-540- 34256-7
V.CZETSCH-LINDENWALD,H.:Pflanzliche Arzneizubereitung.2.Aufl., Süddeutsche Apotheker-Zeitung,Stuttgart,1945,S.36,37
Claims:
1. Wirkstoffkombinationen aus
a) einem Magnolienrindenextrakt mit einem Gehalt an Magnolol und/oder Honokiol und
b) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen A, gewählt aus der Gruppe der Glucosederivate, welche sich durch die Strukturformel auszeichnen, wobei R einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt, wobei R1 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt und wobei R2 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Acylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt, enthalten,
(c) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen B, gewählt aus der Gruppe der Substanzen der allgemeinen Strukturformel wobei R3, R4 und R5 voneinander gewählt werden aus der Gruppe, welche umfaßt: H, verzweigte bzw. unverzweigte, gesättigte bzw. ungesättigte Fettsäurereste mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, bei welchen bis zu drei aliphatische Wasserstoffatome durch Hydroxygruppen substituiert sein können und n eine Zahl von 2 bis 8 darstellt

2. Verwendung
b) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen A, gewählt aus der Gruppe der Glucosederivate, welche sich durch die Strukturformel auszeichnen, wobei R einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt, wobei R1 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt und wobei R2 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Acylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt, enthalten,
(c) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen B, gewählt aus der Gruppe der Substanzen der allgemeinen Strukturformel wobei R3, R4 und R5 voneinander gewählt werden aus der Gruppe, welche umfaßt: H, verzweigte bzw. unverzweigte, gesättigte bzw. ungesättigte Fettsäurereste mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, bei welchen bis zu drei aliphatische Wasserstoffatome durch Hydroxygruppen substituiert sein können und n eine Zahl von 2 bis 8 darstellt,
zur Stabilisierung eines
a) Magnolienrindenextraktes mit einem Gehalt an Magnolol und/oder Honokiol
gegen den Verderb durch Licht- und/oder Lufteinwirkung und/oder Temperatureinflüsse.

3. Zubereitungen enthaltend Wirkstoffkombinationen gemäß Anspruch 1 mit einem Gehalt von 0,005–50,0 Gew.-%, insbesondere 0,01–20,0 Gew.-%, bevorzugt 0,02–10,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,02–5,0 Gew.-% ganz besonders vorteilhaft 0,1–3,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.

4. Verwendung nach Anspruch 2, bei der Wirkstoffkombinationen in kosmetischen oder dermatologischen Zubereitungen vorliegen, mit einem Gehalt von 0,005–50,0 Gew.-%, insbesondere 0,01–20,0 Gew.-%, bevorzugt 0,02–10,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,02–5,0 Gew.-%, ganz besonders vorteilhaft 0,1–3,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.

5. Zubereitungen nach Anspruch 1 oder Verwendung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die oberflächenaktiven Glucosederivate aus der Gruppe Methylglucosemonostearat (Formel wie nachstehend) Methylglucosedistearat (Formel wie nachstehend) und beliebigen Gemischen daraus, beispielsweise ungefähr äquimolaren Mischungen daraus, gewählt werden, welche auch als Methylglucosesesquistearat bezeichnet werden.

6. Zubereitungen nach Anspruch 1 oder Verwendung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die oberflächenaktiven Glucosederivate mit grenzflächenaktiven Substanzen aus der Gruppe der nachfolgenden Verbindungen (B) kombiniert, bei denen n den Wert 3 annimmt und R3, R4 und R5 unabhängig voneinander gewählt werden aus der Gruppe, welche umfaßt: H, verzweigte bzw. unverzweigte, gesättigte bzw. ungesättigte Fettsäurereste mit 14 bis 20 Kohlenstoffatomen, insbesondere die nachfolgend aufgeführten Strukturen:

7. Zubereitungen nach Anspruch 1 oder Verwendung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein ungefähr äquimolekulares Gemisch aus den Verbindungen A2 und B1, wobei in B1 die Reste R3 und R5 vorzugsweise beide einen Stearatrest bezeichnen, gewählt werden, bekannt als „Polyglyceryl(3)-Methylglucosedistearat”.

8. Zubereitungen nach Anspruch 1 oder Verwendung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als oberflächenaktives Glucosederivat das Cetearylglucosid gewählt wird.

9. Zubereitungen oder Verwendung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei als Magnolienrindenextrakt ein Extrakt aus der Rinde von Magnolia officinalis gewählt wird.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft kosmetische oder dermatologische Zubereitungen zur Behandlung, Pflege und Prophylaxe von sensibler Haut und erythematösen Erscheinungen.

Das Problem „sensible Haut” betrifft eine wachsende Anzahl Erwachsener und Kinder. Mit sensibler Haut bezeichnet man eine Kombination verschiedener Symptome, wie hyperreaktive und intolerante Haut. Aber auch atopische Haut kann darunter subsummiert werden. Diese Hautzustände werden von den Betroffenen oftmals, nicht ganz korrekt, als „allergische” Haut bezeichnet. Obwohl eine allergische Erkrankung zu Symptomen der sensiblen Haut führen kann, ist die Erscheinung „sensible Haut” nicht auf Allergiker beschränkt.

Die Haut, insbesondere die Epidermis, ist als Barriereorgan des menschlichen Organismus in besonderem Maße äußeren Einwirkungen unterworfen. Nach dem heutigen wissenschaftlichen Verständnis repräsentiert die Haut ein immunologisches Organ, das als immunkompetentes peripheres Kompartiment eine eigene Rolle in induktiven, effektiven und regulativen Immunprozessen des Gesamtorganismus spielt.

Die Epidermis ist reich mit Nerven und Nervenendapparaten wie Vater-Pacini-Lamellenkörpern, Merkel-Zell-Neuritenkomplexen und freien Nervenendigungen für Schmerz-, Kälte-, Wärmeempfindung und Juckreiz ausgestattet.

Bei Menschen mit sensibler, empfindlicher oder verletzlicher Haut kann ein mit ”Stinging” (<engl.> ”to sting” = verletzen, brennen, schmerzen) bezeichnetes neurosensorisches Phänomen beobachtet werden. Diese ”sensible Haut” unterscheidet sich grundsätzlich von ”trockener Haut” mit verdickten und verhärteten Hornschichten.

Typische Reaktionen des ”Stinging” bei sensibler Haut sind Rötung, Spannen und Brennen der Haut sowie Juckreiz.

Bei atopischer Haut ist der Juckreiz als neurosensorisches Phänomen anzusehen.

”Stinging”-Phänomene können als kosmetisch zu behandelnde Störungen angesehen werden. Starker Juckreiz dagegen, insbesondere bei Atopie auftretendes starkes Hautjucken, kann auch als schwerwiegendere dermatologische Störung bezeichnet werden.

Typische, mit den Begriffen ”Stinging” oder ”empfindlicher Haut” in Verbindung gebrachte, störende neurosensorische Phänomene sind Hautrötung, Kribbeln, Prickeln, Spannen und Brennen der Haut und Juckreiz. Sie können durch stimulierende Umgebungsbedingungen z. B. Massage, Tensideinwirkung, Wettereinfluß wie Sonne, Kälte, Trockenheit, aber auch feuchte Wärme, Wärmestrahlung und UV-Strahlung, z. B. der Sonne, hervorgerufen werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen tritt eine derartige Empfindlichkeit gegenüber ganz bestimmten Substanzen individuell unterschiedlich auf. Dies bedeutet, eine Person, die bei Kontakt mit einer Substanz ”Stingingeffekte” erlebt, wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bei jedem weiteren Kontakt wiederholt erleben. Der Kontakt mit anderen ”Stingern” kann aber ebensogut ohne jede Reaktion verlaufen.

Viele mehr oder weniger empfindliche Personen haben auch bei Verwendung mancher desodorierenden oder antitranspirierend wirkenden Zubereitungen unter erythematösen Hauterscheinungen zu leiden.

Erythematöse Hauterscheinungen treten auch als Begleiterscheinungen bei gewissen Hauterkrankungen oder -unregelmäßigkeiten auf. Beispielsweise ist der typische Hautausschlag beim Erscheinungsbild der Akne regelmäßig mehr oder weniger stark gerötet.

Daher sollten insbesondere Wirkstoffe und Zubereitungen, solche Wirkstoffe enthaltend, zur kosmetischen und dermatologischen Behandlung und/oder Prophylaxe erythematöser, entzündlicher, allergischer oder autoimmunreaktiver Erscheinungen, ins-besondere Dermatosen, aber auch des Erscheinungsbildes des ”Stingings” zur Verfügung gestellt werden, die solche erythematösen Hauterscheinungen lindern.

Erfindungsgemäß werden diese Aufgaben gelöst durch die Verwendung von Magnolienrindenextrakt zur Herstellung von kosmetischen oder dermatologischen Zubereitungen zur Behandlung, Pflege und Prophylaxe von sensibler Haut und/oder zur Behandlung und Prophylaxe von erythematösen Erscheinungen.

Magnolienrindenextrakt ist bekanntermaßen ein antimikrobiell wirksames Agens und wurde seit langem in der indianischen Volksmedizin verwendet. Nachteilig ist, daß solche Extrakte leichtverderblich sind, und sich bereits in kurzer Frist durch Lichteinfall, Luftzutritt und Temperatureinflüsse dunkel zu verfärben beginnen, wodurch ihre Wirksamkeit meßbar abnimmt.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand daher darin, Wirkstoffe bzw. Zubereitungen, solche Wirkstoffe enthaltend, zur Verfügung zu stellen, die sich durch eine erhöhte Beständigkeit gegenüber Licht- und/oder Lufteinwirkung und/oder Temperatureinflüssen auszeichnen würden.

Es wurde überraschend gefunden, und darin liegt die Lösung all dieser Aufgaben, daß Wirkstoffkombinationen aus

  • a) einem Magnolienrindenextrakt mit einem Gehalt an Magnolol und/oder Honokiol und
  • b) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen A, gewählt aus der Gruppe der Glucosederivate (α- oder β-Form), welche sich durch die Strukturformel auszeichnen, wobei R einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt, wobei R1 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt und wobei R2 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Acylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt.
  • (c) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen B, gewählt aus der Gruppe der Substanzen der allgemeinen Strukturformel wobei R3, R4 und R5 voneinander gewählt werden aus der Gruppe, welche umfaßt: H, verzweigte bzw. unverzweigte, gesättigte bzw. ungesättigte Fettsäurereste mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, bei welchen bis zu drei aliphatische Wasserstoffatome durch Hydroxygruppen substituiert sein können und n eine Zahl von 2 bis 8 darstellt,
sowie die Verwendung solcher Wirkstoffkombinationen als antibakterielle, antimycotische, antiparasitäre oder antivirale Wirkstoffe, den Nachteilen des Standes der Technik abhelfen.

Schließlich besteht eine vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in der Verwendung

  • a) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen A, gewählt aus der Gruppe der Glucosederivate (α- oder β-Form), welche sich durch die Strukturformel auszeichnen, wobei R einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt, wobei R1 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Alkylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt und wobei R2 entweder ein Wasserstoffatom oder einen verzweigten oder unverzweigten Acylrest mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen darstellt.
  • b) einer oder mehreren grenzflächenaktiven Substanzen B, gewählt aus der Gruppe der Substanzen der allgemeinen Strukturformel wobei R3, R4 und R5 voneinander gewählt werden aus der Gruppe, welche umfaßt: H, verzweigte bzw. unverzweigte, gesättigte bzw. ungesättigte Fettsäurereste mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, bei welchen bis zu drei aliphatische Wasserstoffatome durch Hydroxygruppen substituiert sein können und n eine Zahl von 2 bis 8 darstellt,
    zur Stabilisierung eines
  • c) Magnolienrindenextraktes mit einem Gehalt an Magnolol und/oder Honokiol
gegen den Verderb durch Licht- und/oder Lufteinwirkung und/oder Temperatureinflüsse.

Bei Anwendung der erfindungsgemäßen Wirkstoffkombinationen ist eine wirksame Behandlung, aber auch eine Prophylaxe von entzündlichen Hautzuständen – auch dem atopischen Ekzem möglich. Kosmetische oder topische dermatologische Zubereitungen mit einem wirksamen Gehalt an den erfindungsgemäßen Wirkstoffkombinationen dienen aber auch in überrachender Weise zur Beruhigung von empfindlicher oder gereizter Haut.

Magnolien (Magnolia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae). Diese enthält etwa 230 Arten, die aus Ostasien und Amerika stammen. Erfindungsgemäß kann der Magnolienrindenextrakt grundsätzlich allen Arten der Gattung Magnolia entnommen werden, wobei allerdings Magnolia grandiflora, und insbesondere Magnolia officinalis bevorzugt werden.

Magnolien-Rinde wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vor allem bei „Stagnation of qi” (low energy), emotionalem Stress, Entzündungen, innerer Unruhe und Angstzuständen eingesetzt.

Die Herstellung des verwendeten Extraktes erfolgt durch Extraktion mit Hilfe von superkritischem CO2 oder Ethanol oder einer Ethanol/Wasser Mischung.

Als typische Inhaltstoffe und Leitsubstanzen Leitsubstanzen des Extraktes sind Magnolol und Honokiol definiert.

Magnolol ist durch folgende Struktur gekennzeichnet:

Honokiol ist durch folgende Struktur gekennzeichnet:

Erfindungsgemäß werden die Wirkstoffkombinationen bevorzugt in kosmetischen oder dermatologischen Zusammensetzungen eingesetzt mit einem Gehalt von 0,005–50,0 Gew.-%, insbesondere 0,01–20,0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung. Vorteilhaft enthalten die Zusammensetzungen 0,02–10,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,02–5,0 Gew.-% an den Wirkstoffkombinationen, ganz besonders vorteilhaft 0,1–3,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.

Besonders vorteilhaft wird oder werden die oberflächenaktiven Glucosederivate aus der Gruppe Methylglucosemonostearat (Formel wie nachstehend)

Methylglucosedistearat (Formel wie nachstehend) und beliebigen Gemischen daraus, beispielsweise ungefähr äquimolaren Mischungen daraus gewählt, welche auch als Methylglucosesesquistearat bezeichnet werden. Solches Methylglucosesesquistearat ist im Handel beispielsweise unter der Warenbezeichnung Tego® Care PS von der Gesellschaft Th. Goldschmidt KG erhältlich.

Besonders vorteilhaft wird oder werden die oberflächenaktiven Glucosederivate mit grenzflächenaktiven Substanzen aus der Gruppe der nachfolgenden Verbindungen (B) kombiniert, bei denen n den Wert 3 annimmt und R3, R4 und R5 unabhängig voneinander gewählt werden aus der Gruppe, welche umfaßt: H, verzweigte bzw. unverzweigte, gesättigte bzw. ungesättigte Fettsäurereste mit 14 bis 20 Kohlenstoffatomen, insbesondere die nachfolgend aufgeführten Strukturen:

Als erfindungsgemäß bevorzugte Emulgatorkombination hat sich ein ungefähr äquimolekulares Gemisch aus den Verbindungen A2 und B1, wobei in B1 die Reste R3 und R5 vorzugsweise beide einen Stearatrest bezeichnen, herausgestellt. Solche Emulgatorkombinationen sind als „Polyglyceryl(3)-Methylglucosedistearat” (PGMS) unter der Warenbezeichnung Tego Care® 450 von der Gesellschaft Evonik erhältlich.

Ein ebenfalls vorteilhaftes oberflächenaktives Glucosederivat stellt das Cetearylglucosid dar. Dieses Glucosederivat wird häufig mit Fettalkoholen, z. B. Cetearylalkohol, kombiniert und ist beispielsweise unter der Warenbezeichnung Tego Care SG90 von der Gesellschaft Evonik erhältlich.

Die erfindungsgemäß verwendeten Wirkstoffkombinationen lassen sich ohne Schwierigkeiten in gängige kosmetische oder dermatologische Formulierungen einarbeiten, vorteilhaft in Pumpsprays, Aerosolsprays, Crèmes, Salben, Tinkturen, Lotionen, Nagelpflegeprodukte (z. B. Nagellacke, Nagellackentferner, Nagelbalsame) und dergleichen.

Es ist auch gegebenenfalls vorteilhaft, die Zusammensetzungen gemäß der Erfindung abzupuffern. Vorteilhaft ist ein pH-Bereich von 3,5–7,5. Besonders günstig ist es, den pH-Wert in einem Bereich von 4,0–6,5 zu wählen.

Die kosmetischen und/oder dermatologischen Formulierungen gemäß der Erfindung können wie üblich zusammengesetzt sein und zur Behandlung der Haut und/oder der Haare im Sinne einer dermatologischen Behandlung oder einer Behandlung im Sinne der pflegenden Kosmetik dienen. Sie können aber auch in Schminkprodukten in der dekorativen Kosmetik eingesetzt werden.

Zur Anwendung werden die kosmetischen und/oder dermatologischen Formulierungen gemäß der Erfindung in der für Kosmetika und Dermatika üblichen Weise auf die Haut und/oder die Haare in ausreichender Menge aufgebracht.

Vorteilhaft sind solche kosmetischen und dermatologischen Zubereitungen, die in der Form eines Sonnenschutzmittels vorliegen. Vorteilhaft enthalten diese zusätzlich mindestens einen UVA-Filter und/oder mindestens einen UVB-Filter und/oder mindestens ein anorganisches Pigment.

Kosmetische Zubereitungen gemäß der Erfindung zum Schutze der Haut vor UV-Strahlen können in verschiedenen Formen vorliegen, wie sie z. B. üblicherweise für diesen Typ von Zubereitungen eingesetzt werden. So können sie z. B. eine Lösung, eine Emulsion vom Typ Wasser-in-Öl (W/O) oder vom Typ Öl-in-Wasser (O/W), oder eine multiple Emulsionen, beispielsweise vom Typ Wasser-in-Öl-in-Wasser (W/O/W), ein Gel, eine Hydrodispersion, einen festen Stift oder auch ein Aerosol darstellen.

Die kosmetischen Zubereitungen gemäß der Erfindung können kosmetische Hilfsstoffe enthalten, wie sie üblicherweise in solchen Zubereitungen verwendet werden, z. B. Konservierungsmittel, Bakterizide, Antioxidantien, Parfüme, Mittel zum Verhindern des Schäumens, Farbstoffe, Pigmente, die eine färbende Wirkung haben, Verdickungsmittel, oberflächenaktive Substanzen, Emulgatoren, weichmachende Substanzen, anfeuchtende und/oder feuchhaltende Substanzen, Fette, Öle, Wachse oder andere übliche Bestandteile einer kosmetischen Formulierung wie Alkohole, Polyole, Polymere, Schaumstabilisatoren, Elektrolyte, organische Lösungsmittel oder Silikonderivate.

Emulsionen sind gemäß der Erfindung vorteilhaft und enthalten z. B. die genannten Fette, Öle, Wachse und anderen Fettkörper, sowie Wasser und einen Emulgator, wie er üblicherweise für einen solchen Typ der Formulierung verwendet wird.

Gele gemäß der Erfindung enthalten üblicherweise Alkohole niedriger C-Zahl, z. B. Ethanol, Isopropanol, 1,2-Propandiol, Glycerin und Wasser bzw. ein vorstehend genanntes Öl in Gegenwart eines Verdickungsmittels, das bei ölig-alkoholischen Gelen vorzugsweise Siliciumdioxid oder ein Aluminiumsilikat, bei wäßrig-alkoholischen oder alkoholischen Gelen vorzugweise ein Polyacrylat ist.

Feste Stifte gemäß der Erfindung enthalten z. B. natürliche oder synthetische Wachse, Fettalkohole oder Fettsäureester. Bevorzugt werden Lippenpflegestifte sowie desodorierende Stifte (”Deo-Sticks”).

Als Treibmittel für erfindungsgemäße, aus Aerosolbehältern versprühbare kosmetische oder dermatologische Zubereitungen sind die üblichen bekannten leichtflüchtigen, verflüssigten Treibmittel, z. B. Kohlenwasserstoffe (Propan, Butan, Isobutan) geeignet, die allein oder in Mischung miteinander eingesetzt werden können. Auch Druckluft ist vorteilhaft zu verwenden.

Vorteilhaft können die erfindungsgemäßen Zubereitungen zudem Substanzen enthalten, die UV-Strahlung im UVB-Bereich absorbieren, wobei die Gesamtmenge der Filtersubstanzen z. B. 0,1 Gew.-% bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 10 Gew.-%, insbesondere 1 bis 6 Gew.-% beträgt, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, um kosmetische Zubereitungen zur Verfügung zu stellen, die die Haut vor dem gesamten Bereich der ultravioletten Strahlung schützen.

Bei kosmetischen Zubereitungen zur Pflege der Haare handelt es sich beispielsweise um Shampoonierungsmittel, Zubereitungen, die beim Spülen der Haare vor oder nach der Shampoonierung, vor oder nach der Dauerwellbehandlung, vor oder nach der Färbung oder Entfärbung der Haare angewendet werden, um Zubereitungen zum Fönen oder Einlegender Haare, Zubereitungen zum Färben oder Entfärben, um eine Frisier- und Behandlungslotion, einen Haarlack oder um Dauerwellmittel.

Die kosmetischen Zubereitungen enthalten Wirkstoffe und Hilfsstoffe, wie sie üblicherweise für diesen Typ von Zubereitungen zur Haarpflege und Haarbehandlung verwendet werden.

Als Hilfsstoffe dienen Konservierungsmittel, oberflächenaktive Substanzen, Substanzen zum Verhindern des Schäumens, Emulgatoren, Verdickungsmittel, Fette, Öle, Wachse, organische Lösungsmittel, Bakterizide, Parfüme, Farbstoffe oder Pigmente, deren Aufgabe es ist, die Haare oder die Zubereitung selbst zu färben, Elektrolyte, Zubereitungen gegen das Fetten der Haare.

Kosmetische Zubereitungen, die ein Shampoonierungsmittel oder eine Wasch-, Dusch- oder Badezubereitung darstellen, enthalten vorzugsweise mindestens eine anionische, nicht-ionische oder amphotere oberflächenaktive Substanz oder Gemische daraus, mindestens eine dialkylsubstituierte Carbonsäure im wäßrigen Medium und Hilfsmittel, wie sie üblicherweise dafür verwendet werden.

Wirkungsnachweis

Magnolienrindenextrakt enthaltend Magnolol und/oder Honokiol weist bei Lagerung im Licht sowie bei höheren Temperaturen (Brutschrank 40°C) eine Instabilität auf. Diese Instabilität ist vermutlich auf eine Zersetzung der beiden aktiven Komponenten Magnolol und Honokiol zurückzuführen und äußert sich in einer Verfärbung des Materials.

Auch in kosmetischen Formulierungen kann diese Instabilität normalerweise nicht verhindert werden. Auch hier wird nach längerer Lichtexposition bzw. Lagerung bei erhöhter Temperatur (40°C) eine Verfärbung des Ansatzes beobachtet.

Durch die Verwendung eines erfindungsgemäß ausgewählten O/W-Emulgators (Polygylceryl-3-Methylglucosedistearat) konnte überraschenderweise eine Stabilisierung von Magnolienrindenextrakt in kosmetischen Formulierungen gezeigt werden. Sowohl nach Lichtexposition als auch nach Lagerung bei erhöhter Temperatur (40°C) kam es zu keiner Verfärbung der Ansätze.

Beschreibung der Erfindung und der durchgeführten Versuche

Es wurden jeweils 3 Ansätze mit sechs verschiedenen Emulgatoren durchgeführt, bei denen jeweils der Emulgator alleine, der Magnolienrindenextrakt alleine und eine Mischung aus Emulgator und Magnolienrindenextrakt in Wasser und Butylenglykol gelöst wurden.

Als Emulgatoren wurden Polyglyceryl-3-Methylglucose Distearat, Na-Stearoyl Glutamat und Na-Cetearylsulfat (Mischung aus Na-Cetylsulfat und Na-Stearylsulfat) verwendet.

Die Einsatzmengen sowie die Versuchsbedingungen waren bei allen Ansätzen identisch (2 g Emulgator, 0,5 g Magnolienrindenextrakt, 10 g Butylenglykol, Wasser ad 100 g).

Nach zwei Monaten Lagerung im Licht und bei erhöhter Temperatur (40°) wurde die Färbung der Ansätze durch ein Expert Grading mittels einer Farbschablone bewertet.

Ergebnisse:

Die Auswertung mittels Farbschablone wurde folgendermaßen vorgenommen: Anhand verschiedener Farbtafeln wurde zunächst die Farbe zu t0 bestimmt. Die Farbveränderung nach t2Monate wird durch Δ x% angegeben.

Bewertung der Färbung der B40-Ansätze durch Expert Grading mittels Farbschablone

Magnolienrindenextrakt + Butylenglykol + H2OEmulgator + Magnolienrinden – extrakt + Butylenglykol + H2Ot2Monatet2MonatePolyglyceryl-3-methylglucose-DistearatΔ = 60%Δ = 15%NatriumStearoylglutamatΔ = 70%Δ = 80%Natrium-CetearylsulfatΔ = 60%Δ = 80%

Bei Verwendung von Polyglyceryl-3-Methylglucosedistearat, konnte eine Stabilisierung von Magnolienrindenextrakt in kosmetischen Formulierungen gezeigt werden. Sowohl nach Lichtexposition als auch nach Lagerung bei erhöhter Temperatur (40°C) kam es zu keiner Verfärbung der Ansätze.

Bei Verwendung der Emulgatoren Natriumcetearylsulfat und Natriumstearoylglutamat indessen war keine nennenswerte Stabilisierung zu beobachten.

Die folgenden Beispiele sollen die Verkörperungen der vorliegenden Erfindungen verdeutlichen. Die Angaben beziehen sich stets auf Gewichts-%, sofern nicht andere Angaben gemacht werden. Beispiel 1:

Polyglyceryl-3 Methylglucose Distearat2,50Sorbitan Stearat1,50C12-15 Alkyl Benzoat2,50Caprylsäure/Caprinsäuretriglyceride2,50Stearylalkohol1,00Cyclomethicon3,00Dicaprylyl Carbonat2,50Glycerin3,00Methylparaben0,20Phenoxyethanol0,40Propylparaben0,10Carbomer0,10Magnolienrindenextrakt0,50Natriumhydroxidq. s.Parfümq. s.Wasserad 100
Beispiel 2:Polyglyceryl-3 Methylglucose Distearat2,50Sorbitanstearat3,00C12-15 Alkyl Benzoat2,50Caprylsäure/Caprinsäuretriglyceride2,50Stearylalkohol1,50Cyclomethicon1,00Dicaprylyl Carbonat2,50Dimethicon1,00Glycerin7,50Methylparaben0,20Phenoxyethanol0,40Propylparaben0,10Carbomer0,10Trinatrium EDTA1,00Tapioka Stärke1,00Distärke Phosphat1,00Magnolienrindenextrakt0,70Ethylhexylmethoxycinnamat3,00Butylmethoxydibenzoylmethan2,00Octocrylen1,00Natriumhydroxidq. s.Parfümq. s.Wasserad 100
Beispiel 3:Polyglyceryl-3-Methylglucose Distearat2,00Stearylalkohol3,00C12-15 Alkylbenzoat3,00Butylenglycol Dicaprylat/Dicaprat2,00Caprylsäure/Caprinsäuretriglyceride3,00Dimethylpolysiloxan (Dimethicon)1,00Phenylbenzimidazolsulfonsäure1,00Bisoctyltriazol5,00Magnolienrindenextrakt0,30Phenoxyethanol0,40p-Hydroxybenzoesäurealkylester (Paraben)0,20Xanthan Gum0,10Carbomer0,20Butylenglycol5,00Additive (BHT, Puderrohstoffe, Farbstoffe)0,50Parfümq. s.Wasserad 100
Beispiel 4:Polyglyceryl-3 Methylglucosedistearat3,00Glyceryl Stearat1,00Stearylalkohol1,00Caprylsäure/Caprinsäuretriglyceride3,00Myristylmyristat1,00Cyclomethicon3,00Dicaprylylcarbonat4,00Sonnenblumenöl0,50Glycerin5,00Methylparaben0,30Phenoxyethanol0,40Carbomer0,10Trinatrium EDTA1,00Grüner Tee Extrakt0,05Niacinamid0,10Ubichinon0,10Tocopherylacetat0,20Panthenol0,50Magnolienrindenextrakt0,10Kamillenextrakt0,10Hammamelisextrakt0,10Carrageenan0,30Xanthan Gum0,10Natriumhydroxidq. s.Parfümq. s.Wasserad 100