Title:
Untersuchungsverfahren/Screeningverfahren unter Einbeziehung lebender Zellen oder lebender Zellsysteme
Kind Code:
B4


Abstract:

Die Erfindung betrifft Screeningverfahren oder Suchverfahren mittels Bibliotheken von Stoffgemischen. Erfindungsgemäß wird ein Suchverfahren nach einem optimal wirksamen Einzel-Stoffgemisch vorgeschlagen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass es einen bestimmten Gehalt an Visci albi herba, Echinacea pallidae radix, Hyperici herba und Papain aufweist. Die bereitgestellte Bibliothek beinhaltet mindestens 1.000 verschiedene Einzel-Stoffgemische.




Inventors:
gleich Patentinhaber
Application Number:
DE102010004428
Publication Date:
07/08/2010
Filing Date:
01/13/2010
Assignee:
Kiefer, Heinz (Beckingen, 66701, DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE10346950A1N/A2005-07-07



Foreign References:
WO2003002134A12003-01-09
Claims:
1. Screeningverfahren unter Einbeziehung lebender Zellen oder lebender Zellsysteme, wobei mindestens 1.000 verschiedene Einzel-Stoffgemische einer Mischung von Visci albi herba, Echinacea pallidae radix, Hyperici herba und Papain in Form einer Bibliothek bereitgestellt werden, und wobei jeweils ein Einzel-Stoffgemisch als Bibliotheksmitglied mit den lebenden Zellen oder dem lebenden Zellsystem in Kontakt gebracht wird, zur Auffindung von optimal wirksamen Stoffgemischen.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Mischungsbereiche zum Erhalt der Einzel-Stoffgemische mit jeweils 400,00 mg Gesamtgewicht sind: Trockenextrakt (4–7:1) aus Visci albi herba: 20,00 mg bis 200,00 mg; Trockenextrakt (6,1–7,2:1) aus Echinacea pallidae radix: 2,00 mg bis 20,00 mg; Trockenextrakt (5–7:1) aus Hyperici herba: 30,00 mg bis 300,00 mg; Papain: 20,00 mg bis 200,00 mg; einschließlich aller auch nicht-ganzzahligen Zwischenwerte, ausgenommen ein Einzel-Stoffgemisch mit 399,00 mg Gesamtgewicht aus: Trockenextrakt (4–7:1) aus Visci albi herba: 150,00 mg; Trockenextrakt (6,1–7,2;1) aus Echinacea pallidae radix: 9,00 mg; Trockenextrakt (5–7;1) aus Hyperici herba: 180,00 mg; und Papain: 60,00 mg entsprechend 164 F. I. P.-E. (nach Papain-Methode), und wobei alle Einzel-Werte zwischen den oben angegebenen Intervallgrenzen gemäß der technischen Wirklichkeit mitbeansprucht werden und als offenbart mitzulesen und mitzudenken sind.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei optimal wirksame Einzel-Stoffgemische identifiziert werden, indem die lebenden Zellen oder die lebenden Zellsysteme auf positive Wirkungen gescreent werden.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Auffindung von Stoffgemischen zur Einwirkung auf bösartige Geschwulsten, zur Stärkung während der Strahlentherapie, zur Metastasenprophylaxe und bei Chemoresistenz.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die positiven Wirkungen beispielsweise bei Chemoresistenz subjektive Besserungen, keine gastrointestinalen Störungen, keine Nierenprobleme und keine ausgeprägten Depressionen sind, oder beispielsweise Rückbildung bösartiger Geschwulsten, Stärkung während der Strahlentherapie, und/oder Verhinderung einer Metastasenausbreitung sind.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Untersuchungsverfahren, ein Screeningverfahren oder ein Suchverfahren unter Einbeziehung lebender Zellen oder lebender Zellsysteme, also auch ganzer Organismen, z. B. Insekten oder Säugetiere, zur Auffindung von optimal wirksamen Einzel-Stoffgemischen.

Hierbei wird eine Bibliothek von Einzel-Stoffgemischen bereitgestellt, die dadurch gekennzeichnet ist, daß jedes Einzel-Stoffgemisch eine Mischung von Visci albi herba, Echinacea pallidae radix, Hyperici herba und Papain enthält.

Viscum album (Mistel, Pflanze aus der Familie der Mistelgewächse, Loranthaceae, parasitär wachsende Pflanze verschiedener Wirtsbäume) – Visci albi herba (Mistelkraut) besteht aus frischen oder getrockneten Zweigen mit Blättern, Blüten und Früchten.

Echinacea pallidae radix (Blaßfarbene Kegelblume, Pflanze aus der Familie der Korbblütler, Asteraceae) hat als Arzneidroge die getrockneten Wurzeln (Echinacea-pallida-Wurzel).

Hypericum perforatum (Johanniskraut, Pflanze aus der Familie der Johanniskrautgewächse, Hypericaceae) hat als Arzneidroge blühende oberirdische Pflanzenteile (Hyperici herba).

Papain ist in Milchsaft und unreifen Früchten des mexikanischen Melonenbaums Carica papaya (neben Chymopapain und Papaya-Lysozym) vorkommende, Peptide, Amine und Ester hydrolysierende, SH-haltige Protease mit einem pH-Optimum um pH 5, die gegenüber chemischen und physikalischen Einflüssen (insbesondere hohe Temperaturen) ungewöhnlich stabil ist und durch SH-haltige Verbindungen aktiviert werden kann.

Die DE 103 46 950 A1 des Anmelders und Erfinders beschreibt die Herstellung eines einzigen Einzel-Stoffgemisches, das einen Gehalt an vier unterschiedlichen Pflanzenextrakten aufweist: Trockenextrakt (4–7:1) aus Visci albi herba: 150 mg; Trockenextrakt (6,1–7,2;1) aus Echinacea pallidae: radix 9 mg; Trockenextrakt (5–7;1) aus Hyperici herba: 180 mg; und Papain: 60 mg entsprechend 164 F. I. P.-E. (nach Papain-Methode) enthält.

Dahingegen erfolgt die Bereitstellung der Bibliothek in der vorliegenden Erfindung, indem mindestens 1.000 verschiedene Mischungen der obigen vier Komponenten in Einzel-Stoffgemischen mit jeweils 400,00 mg Gesamtgewicht bereitgestellt werden, in den Misch-Bereichen (einschließlich aller nicht abgedruckten, auch nicht ganzzahligen Zwischenwerte)

  • 1) Trockenextrakt (4–7:1) aus Visci albi herba: 20,00 mg bis 200,00 mg (z. B. auch 34,56 mg),
  • 2) Trockenextrakt (6,1–7,2:1) aus Echinacea pallidae radix: 2,00 mg bis 20.00 mg (z. B. auch 18,67 mg),
  • 3) Trockenextrakt (5–7:1) aus Hyperici herba: 30,00 mg bis 300,00 mg (z. B. auch 245,78 mg),
  • 4) Papain: 20,00 mg bis 200,00 mg (z. B. auch 123,89 mg),
ausgenommen das aus der DE 103 46 950 A1 bereits bekannt gewordene Einzel-Stoffgemisch (s. o.) mit einem Gesamtgewicht von 399,00 mg.

Es wird in Anbetracht gewisser patentrechtlicher Auffassungen sicherheitshalber explizit für alle Einzel-Werte zwischen den obigen Intervallgrenzen gefordert, dass alle Einzel-Werte mit Angabe der Intervallgrenzen offenbart und mitzulesen und mitzudenken sind, so wie es der alltäglichen Wirklichkeit des technischen Sprachgebrauchs entspricht.

Die WO 03/002134 A1 beschreibt mit Anspruch 3 und zeigt in 24 ein Screeningverfahren allgemein zum Auffinden von Wirkstoffen in Pflanzenextrakten („PhytologixTM Discovery Process”). Als Zellsystem wird nach Seite 47, zweiter Absatz der WO 03/002134 A1 das Ohr verwendet.

Im erfindungsgemäßen Screeningverfahren werden lebende Zellen oder lebende Zellsysteme, z. B. auch ganze Organismen, eingesetzt, wobei ein Test-Stoffgemisch als Bibliotheksmitglied mit der Zelle oder dem Zeltsystem in Kontakt gebracht wird.

Es werden geeignete Bibliotheksmitglieder identifiziert, indem die lebenden Zellen oder die lebenden Zellsysteme auf positive Wirkungen gescreent werden.

Die positiven Wirkungen bei Organismen mit Chemotherapieresistenz sind beispielsweise subjektive Besserungen, keine gastrointestinalen Störungen, keine Nierenprobleme und keine ausgeprägten Depressionen.

Als positive Wirkungen können weiterhin beispielsweise gescreent werden: Rückbildung bösartiger Geschwulsten, Stärkung während der Strahlentherapie, oder Verhinderung einer Metastasenausbreitung.