Title:
Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Objekten
Kind Code:
B4


Abstract:

Verfahren zur Behandlung von Objekten, nämlich von zytologischen und/oder histologischen Präparaten, bestehend aus den folgenden Schritten:
Vorgabe eines Behandlungsprogramms, welches mehrere Behandlungsparameter aufweist, zur Behandlung der Objekte,
Einbringen der Objekte in mehrere Behandlungsstationen (3) mittels einer Transporteinrichtung (4) entsprechend dem Behandlungsprogramm,
Erfassung von Prozessdaten betreffend die Zeit und/oder die Anzahl in Relation zu den Objekten und/oder den Behandlungsstationen während der Ausführung des Behandlungsprogramms,
Auswertung der erfassten Prozessdaten nach der Ausführung jedes Behandlungsprogramms,
Bestimmung einer Optimierung für das Behandlungsprogramm und/oder die Behandlungsstationen aus der Auswertung,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Auswertung ermittelt wird, in welche Behandlungsstationen (3) keine Objekte eingebracht werden,
dass zur Auswertung ermittelt wird, in welche Behandlungsstation (3) am häufigsten Objekte eingebracht werden und,
dass zur Optimierung Behandlungsstationen (1), in welche keine Objekte eingebracht werden, ersetzt werden durch Behandlungsstationen (3), in welche am häufigsten Objekte eingebracht werden.




Inventors:
Egle, Markus (68526, Ladenburg, DE)
Tenhaef, Jürgen (64753, Brombachtal, DE)
Keimer, Simon (69226, Nußloch, DE)
Westerhoff, Karl-Heinz (75031, Eppingen, DE)
Application Number:
DE102008056584
Publication Date:
05/20/2010
Filing Date:
11/10/2008
Assignee:
Leica Biosystems Nussloch GmbH, 69226 (DE)
International Classes:



Foreign References:
200801134402008-05-15
Attorney, Agent or Firm:
Geitz Truckenmüller Lucht, Patentanwälte, 79098, Freiburg, DE
Claims:
1. Verfahren zur Behandlung von Objekten, nämlich von zytologischen und/oder histologischen Präparaten, bestehend aus den folgenden Schritten:
Vorgabe eines Behandlungsprogramms, welches mehrere Behandlungsparameter aufweist, zur Behandlung der Objekte,
Einbringen der Objekte in mehrere Behandlungsstationen (3) mittels einer Transporteinrichtung (4) entsprechend dem Behandlungsprogramm,
Erfassung von Prozessdaten betreffend die Zeit und/oder die Anzahl in Relation zu den Objekten und/oder den Behandlungsstationen während der Ausführung des Behandlungsprogramms,
Auswertung der erfassten Prozessdaten nach der Ausführung jedes Behandlungsprogramms,
Bestimmung einer Optimierung für das Behandlungsprogramm und/oder die Behandlungsstationen aus der Auswertung,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Auswertung ermittelt wird, in welche Behandlungsstationen (3) keine Objekte eingebracht werden,
dass zur Auswertung ermittelt wird, in welche Behandlungsstation (3) am häufigsten Objekte eingebracht werden und,
dass zur Optimierung Behandlungsstationen (1), in welche keine Objekte eingebracht werden, ersetzt werden durch Behandlungsstationen (3), in welche am häufigsten Objekte eingebracht werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Optimierung an den Benutzer ausgegeben wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Behandlungsprogramm für die nachfolgende Behandlung von Objekten entsprechend der Optimierung modifiziert wird.

4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Prozessdaten die Wartezeit vor einer Behandlungsstation, die Durchlaufzeit durch alle Behandlungsstationen (3), die Prozessdauer der gesamten Behandlung und/oder die Startzeit einer Behandlung erfasst werden.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Prozessdaten die Anzahl der Objekte in einer Behandlungsstation (3), die Anzahl der Objekte in einem Objektträgermagazin (2), die Häufigkeit, mit der ein Objekt in eine Behandlungsstation (3) während einer Behandlung eingebracht wird und/oder der Durchsatz je Behandlungsstation (3) erfasst werden.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Prozessdaten die Länge der zwischen zwei Behandlungsstationen (3), in welche das Objekt gemäß Behandlungsprogramm nacheinander eingebracht wird, zurückgelegte Weg erfasst wird.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Behandlungsstationen (3) mit einem flüssigen Behandlungsbad gefüllt ist, und dass der Füllstand der Behandlungsstationen (3) bestimmt wird.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Behandlungsprogramm als Behandlungsparameter die Reihenfolge der Behandlungsstationen (3) und die Dauer der Behandlung je Behandlungsstation (3) enthält.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Optimierung eine Anzahl und eine Anordnung von Behandlungsstationen (3) bestimmt wird, bei der die Wartezeiten zwischen den Behandlungsstationen (3) minimal ist.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Optimierung eine Anzahl und eine Anordnung von Behandlungsstationen (3) bestimmt wird, die die gleichzeitige Behandlung möglichst vieler Objekte ermöglicht.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Optimierung eine Anzahl und eine Anordnung von Behandlungsstationen (3) bestimmt wird, die die Behandlung eines einzelnen Objektes während der Behandlung eines oder mehrerer anderer Objekte ermöglicht, ohne dass die Behandlungen hierzu unterbrochen werden.

12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Objekt vor der Behandlung mit einer individuellen, maschinenlesbaren Markierung ausgestattet wird, und dass die Markierung vor Beginn der Behandlung und/oder an allen oder einzelnen Behandlungsstationen (3) und/oder am Ende der Behandlung erfasst wird.

13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Behandlungsstationen (3) um mit Reagenzien bestückte Behandlungsstationen eines Färbeautomaten handelt.

14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Objekte auf Objektträgern (1) und/oder in Objektträgermagazinen (2) angeordnet sind.

15. Vorrichtung zur Behandlung von Objekten, nämlich von zytologischen und/oder histologischen Präparaten,
mit mehreren Behandlungsstationen (3), in welche die Objekte nach einem vorgegebenen Behandlungsprogramm eingebracht werden,
mit einer Transporteinrichtung (4), welche die Objekte in die einzelnen Behandlungsstationen (3) einbringt und die Objekte von einer Behandlungsstation (3) zur nächsten Behandlungsstation (3) transportiert,
mit mindestens einem Sensor (5) zur Erfassung von Prozessdaten betreffend die Zeit und/oder die Anzahl in Relation zu den Objekten und/oder den Behandlungsstationen (3) während der Ausführung des Behandlungsprogramms,
mit einer Einrichtung (6) zur Auswertung der erfassten Prozessdaten nach der Ausführung jedes Behandlungsprogramms und zur Optimierung für das Behandlungsprogramm und/oder die Bearbeitungsstationen (3) hinsichtlich der Zeit und/oder der Anzahl aus der Auswertung,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor eine Zeiterfassungseinrichtung ist.

16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein weiterer Sensor (5) eine Einrichtung zum Erfassen maschinenlesbarer Markierungen ist.

17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Auswertung der Prozessdaten ein Rechner (6) ist, und dass der Rechner mit den Sensoren (5) über eine Schnittstelle verbunden ist.

18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Objekte auf Objektträgern (1) und/oder in Objektträgermagazinen (2) angeordnet sind.

Description:
Stand der Technik

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Behandlung von Objekten, nämlich von zytologischen und/oder histologischen Präparaten, welche bevorzugt auf Objektträgern und in Objektträgermagazinen angeordnet sind.

Zytologische und histologische Methoden werden zur Untersuchung von Zellen, die beispielsweise über einen Abstrich gewonnen wurden, von Operationspräparaten, Biopsiematerial oder anderen Gewebeproben eingesetzt. Eine Analyse der Präparate erfolgt in der Regel zu diagnostischen Zwecken in der Medizin. Die Vorbereitung, Prozessierung und Färbung solcher Präparate ist in den meisten Fällen mit einer aufwendigen Aufbereitung des Materials unter Einsatz einer Vielzahl an Reagenzien verbunden. So erfordern beispielsweise Techniken zur Identifizierung von krankheitsbedingt verändertem Gewebe eine ganze Reihe von Schritten. Hierzu zählen die Anfertigung eines Gewebeschnittes mit Fixieren, Dehydrierung, Einbetten und Schneiden des Gewebes, ebenso wie die Entparaffinierung, Rehydrierung und Färbung von Gewebeschnitten und das Eindecken der fertigen Präparate. Typische Reagenzien, die Verwendung finden, sind Formalin, Butanol, Xylol und Paraffin. Ferner werden Farbstoffe wie Hämatoxylin, Methylenblau, Azur, Kresylviolett, Toluidinblau, Alcianblau, Eosin, Azokarmin, Säurefuchsin, Ponceau, Orange G, Pikrinsäure oder Schiff-Reagenz eingesetzt. Darüber hinaus werden zur Identifizierung und histologischen Lokalisierung von Stoffen Antikörper verwendet, die für eine Antigen-Antikörper-Reaktion verantwortlich sind. Die Antikörper können wiederum direkt oder indirekt über bestimmte Farbreaktionen im Präparat nachgewiesen werden.

Vorrichtungen zur Behandlung der Objekte, insbesondere von zytologischen und histologischen Präparaten, weisen mehrere Behandlungsstationen auf, die der Prozessierung von Zellen, Geweben oder Organen dienen. Hierzu zählt unter anderem auch die Färbung. Die Behandlungsstationen sind in mehreren Reihen nebeneinander angeordnet. Die Anordnung ist meist starr. Ein Vertauschen oder Verschieben der Behandlungsstationen ist jedoch möglich. Um die Objekte zu transportieren, zu behandeln und zu lagern, wird jedes Objekt auf einem Träger, insbesondere auf einem Objektträger angeordnet. Mehrere Objektträger, die derselben Behandlung unterzogen werden, können in einem Objektträgermagazin angeordnet sein. Die Behandlungsstationen sind mit unterschiedlichen Reagenzien bestückt. Der Transport erfolgt mittels einer Transporteinrichtung von einer Behandlungsstation zur nächsten. Der Ablauf der Behandlung in den verschiedenen Behandlungsstationen wird durch ein Behandlungsprogramm vorgegeben. Behandlungsparamter, wie beispielsweise die Art und die Reihenfolge der Behandlungsstationen und die Behandlungsdauer je Behandlungsstation sind Bestandteil eines Behandlungsprogramms. Das Behandlungsprogramm mit seinen Behandlungsparametern und die Position der Behandlungsstationen in der Vorrichtung wird durch einen Anwender oder Benutzer basierend auf seinen Erfahrungswerten vorgegeben.

Als nachteilig erweist sich, dass die Erfahrungswerte des Anwenders häufig nicht ausreichen, um eine Behandlung hinsichtlich ihrer Qualität, der gesamten Dauer der Behandlung, der Anzahl der zu behandelnden Proben und der Priorisierung einzelner, zusätzlicher Proben zu optimieren. Sind die Verweilzeiten beispielsweise in einzelnen Behandlungsstationen länger als in anderen Behandlungsstationen, so führt dies zu einem Stau der Objekte vor den einzelnen Behandlungsstationen und zu entsprechenden Wartezeiten. Die einzelnen Behandlungsstationen stellen einen Engpass in der gesamten Behandlung dar. Derartige Wartezeiten können zu unterschiedlichen Behandlungsergebnissen je nach Dauer der Wartezeit führen. Damit ist das Behandlungsergebnis nicht mehr reproduzierbar sondern von den jeweiligen Engpässen bei der Behandlung abhängig. Handelt es sich bei der Behandlung beispielsweise um eine Färbung so kann eine zu lange Stationszeit in einer Wasserstation zu einer Auswaschung der Färbung führen.

Die US 2008/0113440 A1 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Transport von Gewebeproben durch ein modular aufgebautes, automatisiertes Laborsystem. Behandlungsstationen in den Modulen dienen der Prozessierung der Gewebeproben, die mittels medizinischen und/oder diagnostischen Mitteln analysiert werden. Die Streckenführung der Proben durch das Laborsystem wird durch Prozessdaten beeinflusst, die während des Transportes der Proben unmittelbar erfasst und verarbeitet werden. Als nachteilig hierbei erweist sich, dass das Behandlungsprogramm mit seinen Behandlungsparametern nicht an einen veränderten Bedarf an Behandlungsstationen angepasst werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Behandlung von Objekten zur Verfügung zu stellen, die eine automatische und ständige Verbesserung eines Behandlungsprogramms ermöglichen, um die Qualität der Behandlung zu verbessern, die zeitliche Dauer der Behandlung zu verkürzen und die gleichzeitige Behandlung mehrerer Objekte zu ermöglichen.

Die Erfindung und ihre Vorteile

Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 zeichnet sich dadurch aus, dass die Prozessdaten betreffend die Zeit und/oder die Anzahl in Relation zu den Objekten und/oder den Behandlungsstationen während der Ausführung des Behandlungsprogramms erfasst werden. Hierzu zählt beispielsweise die Zeit, während der sich ein Objekt in den einzelnen Behandlungsstationen befindet, gegebenenfalls eine Wartezeit, bevor ein Objekt in eine Behandlungsstation eingebracht werden kann, weil diese anderweitig belegt ist, die gesamte Dauer der Behandlung in allen in die Behandlung einbezogenen Behandlungsstationen, die Summe der Wartezeiten vor allen Behandlungsstationen einer Behandlung und die Startzeit einer Behandlung. Hinsichtlich der Anzahl werden beispielsweise die Anzahl der Objekte je Behandlung erfasst, der Durchsatz pro Behandlungsstation sowie das Probenaufkommen oder Objektaufkommen. Als Sensoren zur Erfassung der Prozessdaten dienen beispielsweise eine Zeiterfassungseinrichtung, eine Lichtschranke oder sonstige Einrichtungen zur Erfassung bestimmter Ereignisse. Die erfassten Prozessdaten werden anschließend ausgewertet. Das Ergebnis der Auswertung liefert beispielsweise eine Information darüber, an welchen Behandlungsstationen ein Engpass besteht und damit besonders lange Wartezeiten auftreten. Darüber hinaus kann beispielsweise ermittelt werden, welche der Behandlungsstationen nicht oder nur selten genutzt werden. Ferner kann aus der Zeit, die zwischen den einzelnen Behandlungen verstreicht, ohne dass eine Wartezeit anfällt, eine Information über die Länge der Wegstrecke gewonnen werden, die ein Objekt von einer Behandlungsstation zur nächsten zurücklegen muss. Aus der Auswertung wird schließlich eine Optimierung für das Behandlungsprogramm und/oder die Behandlungsstationen bestimmt. Eine Optimierung besteht beispielsweise darin, in Abhängigkeit von der Auswertung die Anzahl bestimmter Behandlungsstationen zu erhöhen oder zu reduzieren oder die Position der Behandlungsstationen zu verändern.

Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass das Behandlungsprogramm und/oder die Behandlungsstationen nicht nur einmalig an geänderte Anforderungen angepasst werden, sondern dass eine ständige und automatische Optimierung erfolgt. Das Verfahren bietet daher die Möglichkeit, kontinuierlich auf Veränderungen, wie beispielsweise ein erhöhtes oder reduziertes Aufkommen an Objekten zu reagieren. Die Optimierung basiert nicht auf den Erfahrungswerten eines Anwenders oder Benutzers, sondern auf einer kontinuierlichen Analyse der während der Durchführung des Verfahrens gewonnen Prozessdaten. Der dabei ablaufende Prozess ist ein selbst lernender Prozess. Das Verfahren kann damit auch auf kurzfristige Änderungen reagieren und den Ablauf der Behandlung optimieren.

Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, ein bestimmtes Objekt zu priorisieren und die Behandlung dieses Objektes bevorzugt durchzuführen. Einzelne Objekte, zu denen besonders rasch das Ergebnis einer Behandlung benötigt wird, können parallel zu anderen Objekten behandelt werden, ohne dass die Behandlung dieser anderen Objekte hierzu unterbrochen werden muss. Hierzu werden die beiden parallel ablaufenden Behandlungen derart koordiniert, dass vor den einzelnen Behandlungsstationen möglichst geringe Wartezeiten auftreten und die Qualität der Proben nicht beeinträchtigt wird. Die Behandlung des einzelnen Objekts kann gestartet werden, während die Behandlung anderer Objekte bereits andauert.

Bei den Proben handelt es sich häufig um Unikate, die einen gewissen Wert darstellen. Es ist daher von großer Bedeutung, dass die Qualität der Objekte während der Behandlung nicht beeinträchtigt wird, und dass ein reproduzierbares Ergebnis durch die Behandlung erzielt wird. Das erfindungsgemäße Verfahren trägt dem Rechnung und erfüllt hierzu die notwendigen Anforderungen. Ferner werden durch das Verfahren die mit teuren Reagenzien gefüllten Behandlungsstationen vor vermeidbarer Verunreinigung geschützt. Dadurch wird eine qualitativ hochwertige Behandlung garantiert. Außerdem müssen die Reagenzien selten ausgetauscht werden, was dem Umweltschutz dient. Schließlich wird die Behandlung unter Berücksichtigung der vorgegebenen Parameter möglichst rasch durchgeführt. Damit kann das Ergebnis der Behandlung schnell vorgelegt werden.

Zur Auswertung wird ermittelt, in welche Behandlungsstationen keine Objekte während einer Behandlung eingebracht werden.

Zur Auswertung wird zudem ermittelt, in welche Behandlungsstation am häufigsten Objekte eingebracht werden. Zur Optimierung werden Behandlungsstationen, in welche keine Objekte eingebracht werden, ersetzt durch Behandlungsstationen, in welche am häufigsten Objekte eingebracht werden. Der Benutzer erhält anschießend eine Empfehlung die entsprechenden Behandlungsstationen gegeneinander auszutauschen.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Optimierung an den Benutzer ausgegeben. Hierzu ist beispielsweise eine optische Anzeigeeinrichtung vorgesehen, an der die Empfehlung betreffend die Optimierung angezeigt wird. Auf diese Weise erhält der Benutzer beispielsweise die Information, die Anzahl bestimmter Behandlungsstationen zu erhöhen oder zu reduzieren oder die Position einzelner Behandlungsstationen zu verändern. Der Benutzer kann anschließend die zur Optimierung notwendigen Veränderungen selbst vornehmen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das der Behandlung zugrunde liegende Behandlungsprogramm automatisch auf die Optimierung abzustimmen. Hierzu zählen beispielsweise Optimierungen betreffend die Reihenfolge bestimmter Behandlungsstationen im Behandlungsprogramm.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das Behandlungsprogramm für die sich an die Bestimmung der Optimierung anschließende Behandlung von Objekten automatisch entsprechend der Optimierung modifiziert.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden als Prozessdaten die Wartezeit vor einer Behandlungsstation, die Durchlaufzeit durch alle Behandlungsstationen, die Prozessdauer der gesamten Behandlung und/oder die Startzeit einer Behandlung erfasst. Diese Prozessdaten betreffen die Zeit in Relation zu der Behandlung und/oder in Relation zu den einzelnen Behandlungsstationen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden als Prozessdaten die Anzahl der Objekte in einer Behandlungsstation, die Anzahl der Objekte in einem Objektträgermagazin, die Häufigkeit, mit der ein Objekt in eine Behandlungsstation während einer Behandlung eingebracht wird und/oder der Durchsatz je Behandlungsstation erfasst. Diese Prozessdaten betreffen nicht die Zeit sondern die Objekte und die Behandlungsstationen. Diese Prozessdaten werden durch eine Lichtschranke oder einen sonstigen Sensor zur Erfassung eines Ereignisses detektiert oder automatisch aus dem Behandlungsprogramm abgeleitet. Die Daten betreffend die Zeit und die Daten betreffend die Anzahl können auch miteinander kombiniert werden.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden als Prozessdaten die Längen der zwischen zwei Behandlungsstationen, in welche das Objekt gemäß Behandlungsprogramm nacheinander eingebracht wird, zurückgelegten Wege erfasst. Dieser Weg kann beispielsweise durch einen Geber oder einen Sensor an der Transporteinrichtung ermittelt werden. Darüber hinaus kann die Länge der Wegsstrecke aus den Positionen der Behandlungsstationen berechnet werden, sofern diese bekannt sind. Eine gewisse Information über die Länge der Wegstrecke liefert außerdem die Zeit, die zwischen dem Herausnehmen eines Objekts aus einer ersten Behandlungsstation und dem Einbringen des Objekts in die zweite Behandlungsstation vergeht. Allerdings ist es schwierig, die Zeit, die das Objekt zum Zurücklegen des Wegs zwischen den zwei Behandlungsstationen benötigt, von einer eventuellen Wartezeit vor der zweiten Station zu trennen. Die Bestimmung des tatsächlich zurückgelegten Weges liefert daher ein genaueres Ergebnis.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird zu jeder der mit einem flüssigen Behandlungsbad gefüllten Behandlungsstationen der Füllstand bestimmt. Dadurch liegt kontinuierlich eine Information hinsichtlich der in den Behandlungsstationen enthaltenen Reagenzien, insbesondere der Menge der Reagenzien vor. Der Benutzer kann über den Füllstand kontinuierlich informiert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Warnung an den Benutzer auszugeben, wenn der Füllstand eine vorgegebene Grenze unterschreitet.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält das Behandlungsprogramm mehrere Behandlungsparameter, wozu die Reihenfolge, mit der ein Objekt in die verschiedenen Behandlungsstationen eingebracht wird, und die Dauer der Behandlung je Behandlungsstation zählt. Weitere Behandlungsparameter können ebenfalls vorgegeben sein und ein Bestandteil des Behandlungsprogramms darstellen. Im Unterschied zu den Prozessdaten werden die Behandlungsparameter zusammen mit der Behandlung vorgegeben.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird zur Optimierung eine Anzahl und eine Anordnung von Behandlungsstationen bestimmt, bei der die Wartezeiten zwischen den Behandlungsstationen minimal ist. Durch die minimale Wartezeit wird die gesamte Prozess- oder Behandlungsdauer verkürzt ohne dabei die Qualität der Probe oder des Objektes zu beeinträchtigen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird zur Optimierung eine Anzahl und eine Anordnung von Behandlungsstationen bestimmt, die die gleichzeitige Behandlung möglichst vieler Objekte ermöglicht. Auf diese Weise ist es möglich, nicht nur eine, sondern mehrere Objekte parallel zu einer bereits laufenden Behandlung zu behandeln. Dabei wird die Behandlung eines oder mehrerer Objekte ermöglicht, ohne dass die Behandlungen der einzelnen Objekte hierzu unterbrochen werden. Damit können bestimmte Objekte bevorzugt behandelt werden, ohne dass andere bereits in der Behandlung befindliche Objekte hinsichtlich ihrer Behandlung oder ihrer Qualität beeinträchtigt werden. Die Behandlungen können nach dem gleichen Behandlungsprogramm oder nach unterschiedlichen Behandlungsprogrammen ablaufen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird jedes Objekt vor der Behandlung mit einer individuellen maschinenlesbaren Markierung ausgestattet. Die Markierung kann direkt an dem Objekt, an dem Objektträger oder an dem Objektträgermagazin angebracht werden. Die Markierung wird vor Beginn der Behandlung und/oder an allen oder einzelnen Belhandlungsstationen und/oder am Ende der Behandlung erfasst. Dadurch ist es möglich, die aktuelle Behandlungsstation oder eine sonstige Position eines Objektes zu jeder beliebigen Zeit einer Behandlung abzufragen und nachzuprüfen. Dies wird auch als Data-Tracking bezeichnet.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung handelt es sich bei den Behandlungsstationen um mit Reagenzien bestückte Behandlungsstationen eines Färbeautomaten. Ein derartiger Färbeautomat wird auch als Stainer bezeichnet. Bei den Behandlungsstationen eines Färbeautomaten handelt es sich typischer Weise um mit Reagenzien bestückte Stationen, Wasserstationen, Heizstationen oder Ofen, Entladestationen und Beladestationen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Objekte auf Objektträgern und/oder in Objektträgermagazinen angeordnet.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Behandlung von Objekten, nämlich von zytologischen und/oder histologischen Präparaten, zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit mindestens einem Sensor zur Erfassung von Prozessdaten betreffend die Zeit und/oder die Anzahl in Relation zu den Objekten und/oder den Behandlungsstationen während der Ausführung eines Behandlungsprogramms ausgestattet ist. Der Sensor erfasst beispielsweise die Zeit, während der sich ein Objekt in den einzelnen Behandlungsstationen befindet, gegebenenfalls eine Wartezeit bevor ein Objekt in eine Behandlungsstation eingebracht werden kann, die gesamte Dauer der Behandlung in allen in die Behandlung einbezogenen Behandlungsstationen, die Summe der Wartezeiten vor allen Behandlungsstationen einer Behandlung und die Startzeit einer Behandlung. Hinsichtlich der Anzahl werden beispielsweise die Anzahl der Objekte je Behandlung erfasst, der Durchsatz pro Behandlungsstation sowie das Aufkommen an Proben, beziehungsweise Objekten. Zur Zeiterfassung dient eine Zeiterfassungseinrichtung, beispielsweise eine Uhr. Die Zeiterfassung wird durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst. Dieses Ereignis wird entweder ebenfalls durch einen Sensor erfasst oder durch das Behandlungsprogramm vorgegeben. Ein Ereignis stellt beispielsweise das Einbringen eines Objekts in eine Behandlungsstation oder das Herausnehmen eines Objektes aus einer Behandlungsstation dar. Darüber hinaus ist die Vorrichtung zur Behandlung von Objekten mit einer Einrichtung zur Auswertung der erfassten Prozessdaten und zur Optimierung des Behandlungsprogramms und/oder der Behandlungsstationen ausgestattet. Bei der Einrichtung zur Auswertung und zur Optimierung kann es sich beispielsweise um einen Rechner oder einen Computer handeln. Dieser ist mit einer geeigneten Software ausgestattet, um die Prozessdaten mit vorgegebenen Richtwerten zu vergleichen. Darüber hinaus kann die Vorrichtung eigene Richtwerte aus geänderten Anordnungen von Behandlungsstationen berechnen.

Die Vorrichtung dient insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist diese mit einer Einrichtung zum Erfassen von maschinenlesbarer Markierungen ausgestattet. Diese Markierungen sind an den Objekten, den Objektträgern oder den Objektträgermagazinen angeordnet. Auf diese Weise kann jederzeit während der Behandlung die Behandlungsstation ermittelt werden, an der sich ein Objekt gerade befindet. Der oder die Einrichtungen zum Erfassen maschinenlesbarer Markierungen sind hierzu an mehreren oder allen Behandlungsstationen angeordnet.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die Objekte auf Objektträgern und/oder Objektträgermagazinen angeordnet.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen zu entnehmen.

Zeichnung

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt. Es zeigen:

1 Vorrichtung in einer Ansicht von vorne,

2 Vorrichtung gemäß 1 in einer Ansicht von der Seite,

3 Objektträgermagazin mit mehreren Objektträgern der Vorrichtung gemäß 1,

4 Rechner und Sensor der Vorrichtung gemäß 1.

Beschreibung des Ausführungsbeispiels

In den 1 und 2 ist eine Vorrichtung zur Behandlung von Objekten, insbesondere von zytologischen und histologischen Präparaten dargestellt, wobei die Objekte auf Objektträgern 1 angeordnet sind. Die Objektträger 1 werden zur Behandlung in der Vorrichtung in Objektträgermagazinen 2 angeordnet. Die Anordnung mehrerer Objektträger 1 in einem Objektträgermagazin ist in 3 dargestellt. Die Vorrichtung gemäß 1 und 2 weist mehrere Behandlungsstationen 3 auf, in welche die auf den Objektträgern 1 angeordneten Objekte nach einem vorgegebenen Behandlungsprogramm eingebracht werden. Die Behandlungsstationen 3 befinden sich in der Vorrichtung nebeneinander. Sie sind mit verschiedenen Behandlungsbädern gefüllt. Eine Transporteinrichtung 4 ist in der Vorrichtung oberhalb der Behandlungsstationen angeordnet. Sie greift von oben an den Objektträgermagazinen 2 an, nimmt die Objektträgermagazine auf und transportiert sie von einer Behandlungsstation 3 zur nächsten. Darüber hinaus nimmt die Transporteinrichtung 4 ein Objektträgermagazin zu Beginn einer Behandlung auf, um es in die erste Behandlungsstation 3 einzuführen. Ferner führt die Transporteinrichtung 4 ein Objektträgermagazin nach Abschluss der Behandlung und Verlassen der letzten Behandlungsstation aus der Vorrichtung heraus.

Die Vorrichtung ist mit einem optischen Sensor 5 ausgestattet, mit dem Markierungen an den Objektträgern 1 und an dem Objektträgermagazin 2 erfasst werden können. Die durch den Sensor 5 erfassten Daten werden mit einem Rechner 6 ausgewertet. Der Sensor 5 ist mit dem Rechner 6 über eine Datenleitung 7 verbunden Sensor 5, Rechner 6 und Datenleitung 7 sind zusammen mit einer Objektträger in 4 dargestellt.

Sämtliche Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.

Bezugszeichenliste

1
Objektträger
2
Objektträgermagazin
3
Behandlungsstation
4
Transporteinrichtung
5
Sensor
6
Rechner
7
Datenleitung