Title:
Rotationsprägeeinrichtung
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Rotationsprägeeinrichtung mit zwei rotierenden Prägewerkzeugen, einer Patrize mit Stempeln und einer Matrize, mit mindestens einem Prägewerkzeugantrieb zum Einbringen von Prägungen, insbesondere Blindenschrift, in Bedruckstoffe, insbesondere Faltschachtelzuschnitte. Die Rotationsprägeeinrichtung besitzt eine Transporteinrichtung zum Transport der Bedruckstoffe, welche den Prägewerkzeugen vorgelagert ist und einen von dem mindestens einen Prägewerkzeugantrieb unabhängigen Antrieb besitzt. Der Bedruckstoff wird bezüglich seiner Prägeposition relativ zu den Stempeln der Patrize durch eine Änderung der Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung synchronisiert.




Inventors:
COMPERA CHRISTIAN (DE)
DIEHR WOLFGANG (DE)
GALLE STEFFEN (DE)
KLASEN ERICH (DE)
SCHIEK JANA (DE)
TERHORST CARSTEN (DE)
ZEIMETZ LEO (DE)
Application Number:
DE102007053806
Publication Date:
05/14/2009
Filing Date:
11/12/2007
Assignee:
HEIDELBERGER DRUCKMASCH AG (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102007044827A1N/A2008-05-15
DE102006006708A1N/A2007-08-16
DE202005017869U1N/A2006-07-13
DE102004012694A1N/A2005-10-06



Foreign References:
200601989202006-09-07
EP13981412007-02-28
EP15379202005-06-08
EP14472112004-08-18
Claims:
1. Rotationsprägeeinrichtung (10) mit zwei rotierenden Prägewerkzeugen, gebildet durch eine Patrize (11) mit Stempeln (110) und eine Matrize (12), mit mindestens einem Prägewerkzeugantrieb zum Einbringen von Prägungen (22), insbesondere Blindenschrift, in Bedruckstoffe (2), insbesondere Faltschachtelzuschnitte, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsprägeeinrichtung (10) eine Transporteinrichtung (13) zum Transport der Bedruckstoffe (2) besitzt, welche den Prägewerkzeugen (11, 12) vorgelagert ist und einen von dem mindestens einen Prägewerkzeugantrieb unabhängigen Antrieb (14) besitzt, und dass durch eine Änderung der Transportgeschwindigkeit (vT) der Transporteinrichtung (13) der Bedruckstoff (2) bezüglich seiner Prägeposition (21), hinsichtlich der vorderen Kante (211) oder der hinteren Kante (212) der mit einer Prägung zu versehenden Fläche, relativ zu dem ersten (111) oder dem letzten (112) beim Prägevorgang wirksam werdenden Stempel synchronisiert wird.

2. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Transporteinrichtung (13) der Rotationsprägeeinrichtung (10) ein Transportsystem (3) vorgelagert ist, welches einen von dem Prägewerkzeugantrieb und dem Antrieb der Transporteinrichtung unabhängigen Antrieb besitzt.

3. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb der Transporteinrichtung (13) durch einen Elektromotor (14) gebildet wird.

4. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsprägeeinrichtung (10) ein Mittel (15) zur Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit der Patrize (11) und der Position der Stempel (110) der Patrize (11) besitzt und dass das vorgelagerte Transportsystem (3) mindestens einen Sensor (17) zur Bestimmung der Position eines transportierten Bedruckstoffes und ein Mittel (16) zur Bestimmung der Transportgeschwindigkeit (vF) des Bedruckstoffes (2) besitzt.

5. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Mitteln (15, 16) um Drehgeber oder Sensoren handelt.

6. Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (15, 16), Sensor (17) und Elektromotor (14) über Datenleitungen mit einer Steuereinrichtung (18) verbunden sind.

7. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (13) ein unteres (132) und ein oberes (131) Transportband besitzt, zwischen welchen der Bedruckstoff (2) klemmbar ist.

8. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Prägewerkzeuge (11, 12), Transporteinrichtung (13) und vorgelagertes Transportsystem (3) mit annähernd konstanten Geschwindigkeiten betrieben werden.

9. Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Prägewerkzeuge (11, 12) und vorgelagertes Transportsystem (3) mit annähernd konstanten Geschwindigkeiten betrieben werden und dass die Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung (vT) einem von der Steuereinheit (18) vorgegebenen Geschwindigkeitsprofil folgt.

10. Verfahren zum Betreiben einer Rotationsprägeeinrichtung nach einem der Ansprüche 6–9, dadurch gekennzeichnet, dass die von den Mitteln (15, 16) und dem Sensor (17) erfassten Daten von der Steuereinrichtung (18) übernommen werden, die Prägeposition (21) eines Bedruckstoffes (2) in die Steuereinrichtung (18) eingegeben wird, die Steuereinrichtung (18) die notwendige Transportgeschwindigkeit (vT) der Transporteinrichtung (13) zur Synchronisierung des Bedruckstoffes (2) bezüglich seiner Prägeposition (21) relativ zu den Stempeln (110) der Patrize (11) berechnet und den Elektromotor (14) der Transporteinrichtung (13) entsprechend ansteuert.

11. Faltschachtelklebemaschine (1) mit einer Rotationsprägeeinrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Rotationsprägeeinrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1, ein Verfahren zum Betreiben einer Rotationsprägeeinrichtung nach Anspruch 10 und eine Faltschachtelklebemaschine nach Anspruch 11.

Faltschachteln sind Verpackungen aus Karton oder Wellpappe, in geringem Umfang auch aus Kunststoff, die je nach Konstruktion während des Faltprozesses an einer oder mehreren Stellen beleimt werden. Sie werden in der Regel aus einem Zuschnitt produziert. Die Zuschnitte werden üblicherweise auf einer Bogenstanze ausgestanzt. Der Zuschnitt muss mindestens an einer Kante verklebt werden. Die gefalteten Schachteln kommen im flachliegenden Zustand aus der Faltschachtel-Klebemaschine. Das Aufstellen und Befüllen der Schachtel kann maschinell oder auch manuell erfolgen.

Neben den Faltungen, die zur Herstellung der Faltschachteln erforderlich sind, werden als Vorbereitung für den anschließenden Produktionsschritt auch weitere Rilllinien in der Faltschachtel-Klebemaschine vorgebrochen (vorgefaltet). Dadurch werden das Aufstellen der Schachtel und das spätere Befüllen erleichtert.

Dienen die Faltschachteln zur Verpackung von Arzneimitteln, so ist es gesetzlich vorgeschrieben, die Bezeichnung des Arzneimittels in Blindenschrift (so genannte Braille-Schrift) auf die Faltschachtel aufzubringen (bspw. durch Prägen).

Nach dem Stand der Technik erfolgt die Prägung der Blindenschrift entweder während des Stanzprozesses in der Bogenstanze bei der Herstellung der Zuschnitte. Dies ist jedoch aufwendig, da ein Stanzbogen etliche Nutzen, d. h. Zuschnitte enthält und für jeden Nutzen ein Werkzeugpaar bestehend aus Matrize und Patrize bereitgestellt werden muss. Oder es kommen Rotationsprägeeinrichtungen mit zwei rotierenden Prägewerkzeugen zum Einsatz, welche beispielsweise Teil einer Faltschachtelklebemaschine sein können. Bekannter weise verfügen derartige Rotationsprägeeinrichtungen über einen gemeinsamen Antrieb für beide Rotationswerkzeuge. Um die Prägung an der richtigen Position auf den Faltschachtelzuschnitt aufbringen zu können, müssen die Rotationswerkzeuge relativ zum Faltschachtelzuschnitt synchronisiert werden. Insbesondere beim Einbringen einer Blindenschrift in den Faltschachtelzuschnitt muss die Synchronisierung sehr genau erfolgen. Aufgrund des Massenträgheitsmoments von Matrize, Patrize und Rotationsantrieb ist die erforderliche Genauigkeit der Synchronisierung nur schwer bis gar nicht zu erreichen. Weiter nachteilig ist, dass Rotationsprägeeinrichtungen zur besseren Synchronisierung häufig im Start-/Stopp-Betrieb gefahren werden. D. h. die Rotationsprägewerkzeuge werden zur Synchronisierung angehalten und nachfolgend wieder neu beschleunigt. Dadurch wird die Produktionsleistung der Rotationsprägeeinrichtung stark eingeschränkt. Weiter wird dir Produktionsleistung dadurch eingeschränkt, dass keine Anpassung der Rotationsprägeeinrichtung an die Größe des zu bearbeitenden Produktes möglich ist.

Die EP 1 447 211 A2 zeigt eine Vorrichtung zum Einprägen von Querrillen in Pappe. Die EP 1 537 920 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Schneiden, Rillen und Prägen von Bogenmaterial, wie Karton, mit zwei Walzen. Beiden Vorrichtungen ist gemein, dass die Synchronisierung nicht mit der für Blindenschrift notwendigen Genauigkeit durchgeführt werden kann und dass keine Anpassung der Vorrichtungen an die Größe des Produktes und den Abstand der Produkte möglich ist.

Die EP 1 398 141 B1 zeigt eine Faltschachtelklebemaschine mit einer Faltstation und einer Schließstation. Zwischen beiden Stationen befindet sich zusätzlich eine Zwischenstation, welche dazu dient, die Transportgeschwindigkeit von Faltschachtelschläuchen zu verändern und den Abstand von aufeinander folgenden Faltschachtelschläuchen zu verringern. Eine Positionierung der Faltschachtelschläuche relativ zu den Werkzeugen der Schließstation erfolgt dabei nicht.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Rotationsprägeeinrichtung zu schaffen, welche die Nachteile des Standes der Technik überwindet und bei gleichzeitig hoher Prägequalität eine hohe Ausbringung ermöglicht.

Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Rotationsprägeeinrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch 1.

Die erfindungsgemäße Rotationsprgeeinrichtung besitzt zwei rotierende Prägewerkzeuge, angetrieben durch mindestens einen Prägewerkzeugantrieb, zum Einbringen von Prägungen, insbesondere Blindenschrift, in Bedruckstoffe, insbesondere Faltschachtelzuschnitte. Die Prägewerkzeuge werden durch eine mit Stempeln versehene Patrize und eine Matrize gebildet. Die Matrize dient als Gegenform und ist vorteilhafter weise produktneutral und besitzt ein gleichmäßiges Lochmuster. In stromaufwärtiger Richtung ist den Prägewerkzeugen der Rotationsprägeeinrichtung eine Transporteinrichtung zum Transport der Bedruckstoffe vorgelagert. Die Transporteinrichtung besitzt in vorteilhafter Weise einen von dem mindestens einen Prägewerkzeugantrieb unabhängigen Antrieb, welcher beispielsweise als steuerbarer Elektromotor ausgeführt sein kann. Durch die Transporteinrichtung erfahrt ein jeweiliger Bedruckstoff eine Änderung seiner Transportgeschwindigkeit, wodurch der Bedruckstoff bezüglich seiner Prägeposition relativ zu den Stempeln der Patrize synchronisiert wird, d. h. die in Transportrichtung gesehen vordere Kante einer mit einer Prägung zu versehenden Fläche des Bedruckstoffes wird relativ zu dem oder den beim Prägevorgang zuerst wirksam werdenden Stempeln der Patrize synchronisiert, also in ihrer Position abgestimmt. Alternativ kann auch die hintere Kante der mit einer Prägung zu versehenden Fläche relativ zu dem oder den beim Prägevorgang zuletzt wirksam werdenden Stempeln positioniert werden. Diese Synchronisierung ermöglicht es in vorteilhafter Weise, dass die Prägewerkzeuge mit einer konstanten Geschwindigkeit betrieben werden können. Die Synchronisation von Bedruckstoffen und Prägewerkzeugen erfolgt nicht mehr wie bisher üblich durch eine Anpassung der Rotationsgeschwindigkeiten der Prägewerkzeuge, sondern möglichst ausschließlich durch eine Anpassung der Transportgeschwindigkeit in der Transporteinrichtung. Da die Rotationswerkzeuge folglich nicht mehr ständig beschleunigt und abgebremst werden müssen, können die Rotationswerkzeuge mit einer höheren Geschwindigkeit betrieben werden. Dadurch wird in vorteilhafter Weise die Ausbringung der Rotationsprägeeinrichtung wesentlich erhöht.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rotationsprägeeinrichtung ist der Transporteinrichtung ein Transportsystem vorgelagert, welches beispielsweise als umlaufendes Förderband ausgeführt ist und welches einen von dem Prägewerkzeugantrieb und dem Antrieb der Transporteinrichtung abhängigen Antrieb, beispielsweise einen Elektromotor, besitzt.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung besitzt die Rotationsprägeeinrichtung ein Mittel zur Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit der Patrize. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Drehgeber oder einen Sensor handeln. Durch dieses Mittel kann weiter die Position der Stempel der Patrize bestimmt werden. Das vorgelagerte Transportsystem besitzt mindestens einen Sensor zur Bestimmung der Position eines transportierten Bedruckstoffes und auch ein Mittel zur Bestimmung der Transportgeschwindigkeit des transportierten Bedruckstoffes. Bei dem Mittel kann es sich ebenfalls um einen Drehgeber oder einen Sensor handeln. Der Elektromotor zum Antrieb der Transporteinrichtung, die Mittel und der Sensor sind über Datenleitungen mit einer Steuereinrichtung verbunden.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der Rotationsprägeeinrichtung besitzt die Transporteinrichtung ein unteres und ein oberes Transportband, zwischen welchen der Bedruckstoff klemmbar ist. Dadurch kann der Bedruckstoff sicher und definiert geführt und transportiert werden.

In einer vorteilhaften Ausführungsform der Rotationsprägeeinrichtung werden die Prägewerkzeuge, die Transporteinrichtung und das vorgelagerte Transportsystem jeweils mit annähernd konstanten Geschwindigkeiten betrieben. Dadurch wird es bei geringem Steuerungsaufwand ermöglicht, die Rotationsprägeeinrichtung bei hoher Geschwindigkeit zu betreiben und dadurch eine hohe Ausbringung der Rotationsprägeeinrichtung zu erlangen.

In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden die Prägewerkzeuge und das vorgelagerte Transportsystem mit annähernd konstanten Geschwindigkeiten betrieben. Die Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung folgt jedoch einem von der Steuereinheit vorgegebenen Geschwindigkeitsprofil. So kann ein jeweiliger Bedruckstoff beispielsweise mit der Transportgeschwindigkeit des vorgelagerten Transportsystems übernommen werden, nachfolgend zur Synchronisation beschleunigt oder abgebremst werden und vor der Übergabe an die Rotationsprägewerkzeuge auf die Geschwindigkeit von Matrize und Patrize angepasst werden. Der Bedruckstoff wird dabei schonend transportiert, Kräfte auf den Bogen in Transportrichtung gering gehalten und Markierungen durch die Bänder der Transporteinrichtung vermieden.

Die Erfindung betrifft weiter auch ein Verfahren zum Betreiben einer Rotationsprägeeinrichtung. Die von dem Mittel zur Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit der Matrize und der Position der Stempel der Matrize, dem Sensor zur Bestimmung der Position eines transportierten Bedruckstoffs im Bereich des vorgelagerten Transportsystems und dem Mittel zur Bestimmung der Transportgeschwindigkeit des Bedruckstoffs im Transportsystem erfassten Daten werden von der Steuereinrichtung übernommen. Weiter wird die Prägeposition eines Bedruckstoffes in die Steuereinrichtung eingegeben. Dabei kann es sich beispielsweise um den Abstand der Vorderkante einer mit einer Prägung zu versehenden Fläche von der Vorderkante des Bedruckstoffes handeln, welchen der Maschinenbediener über ein allgemein bekanntes Interface eingibt. Basierend auf diesen Daten berechnet die Steuereinrichtung die notwendige Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung zur Synchronisierung des Bedruckstoffs bezüglich seiner Prägeposition relativ zu den Stempeln der Patrize. Um die notwendige Transportgeschwindigkeit der Transporteinrichtung zu erreichen, wird der Elektromotor der Transporteinrichtung durch die Steuereinrichtung entsprechend angesteuert.

Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen verwiesen.

Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels noch näher erläutert werden. Es zeigen in schematischer Darstellung:

1 den Aufbau einer Faltschachtelklebemaschine mit erfindungsgemäßer Rotationsprägeeinrichtung

2a eine erfindungsgemäße Rotationsprgeeinrichtung

2b eine Detailansicht einer Patrize

2c einen Faltschachtelzuschnitt vor dem Prägen

2d einen Faltschachtelzuschnitt nach dem Prägen.

1 zeigt eine Faltschachtelklebemaschine 1 mit einer erfindungsgemäßen Rotationsprägeeinrichtung 10. Faltschachtelzuschnitte 2 werden von einem Anleger in Transportrichtung T durch die Faltschachtelklebemaschine 1 von einem vorgelagerten Transportsystem 3, einer Transporteinrichtung 13 durch die Rotationsprägeeinrichtung 10 zu einem Ausleger transportiert. Die Rotationsprägeeinrichtung 10 besitzt eine Patrize 11 und eine Matrize 12 zum Einbringen von Prägungen in die Faltschachtelzuschnitte 2. Die Faltschachtelzuschnitte 2 werden mit einer Kartonteilung A, auch als Abschnittslänge bezeichnet, mit der Geschwindigkeit vF durch das vorgelagerte Transportsystem 3 transportiert und dann an eine Transporteinrichtung 13 übergeben, welche einen jeweiligen Faltschachtelzuschnitt 2 auf die Geschwindigkeit vT beschleunigt oder abbremst. Diese Geschwindigkeitsänderung bewirkt eine Synchronisation des Faltschachtelzuschnitts 2 mit den Prägewerkzeugen 11, 12 (siehe auch 2b–d), d. h. die in Transportrichtung T gesehen vordere Kante 211 einer mit einer Prägung 22 zu versehenden Fläche an der Position 21 des Bedruckstoffes 2 wird relativ zu dem oder den beim Prägevorgang zuerst wirksam werdenden Stempeln 111 der Patrize 11 synchronisiert. Nachfolgend wird dieser Vorgang als Synchronisation des Bedruckstoffs 2 bezüglich seiner Prägeposition 21 relativ zu den Stempeln 110 der Patrize 11 bezeichnet.

In der Berührungslinie von Patrize 11 und Faltschachtelzuschnitt 2 während des Prägevorgangs besitzt die Patrize 11 die Geschwindigkeit vP. In der Berührungslinie von Matrize 12 mit Faltschachtelzuschnitt 2 während des Prägevorgangs besitzt die Matrize 12 die Geschwindigkeit vM. Während des Prägevorgangs haben die Geschwindigkeiten von Matrize vM, Patrize vP und Faltschachtelzuschnitt denselben Betrag, so dass es zu keinen Relativbewegungen zwischen Werkzeugen 11, 12 und Faltschachtelzuschnitt 2 kommt und damit Markierungen des Faltschachtelzuschnitts vermieden werden. Dazu müssen Patrize 11 und Matrize 12 relativ zueinander bezüglich ihrer Geschwindigkeit synchronisiert sein. Weiter müssen Patrize 11 und Matrize 12 relativ zueinander bezüglich ihrer Winkelposition synchronisiert sein, d. h. es muss sichergestellt sein, dass die Stempel 110 der Patrize 11 in Löcher der Matrize 12 eintauchen können. Besitzen Patrize 11 und Matrize 12 jeweils einen eigenen Prägewerkzeugantrieb so erfolgt die Synchronisation bevorzugt elektronisch. Werden Patrize 11 und Matrize 12 durch einen gemeinsamen Prägewerkzeugantrieb angetrieben, so erfolgt die Synchronisation mechanisch, beispielsweise durch Kopplung von Patrize 11 und Matrize 12.

2a zeigt die Rotationsprägeeinrichtung 10. Ein Faltschachtelzuschnitt 2 wird von einem vorgelagerten Transportsystem 3 in Transportrichtung T transportiert. Bevor der Faltschachtelzuschnitt 2 das vorgelagerte Transportsystem 3 verlässt wird von einem Sensor 17 die Position des Faltschachtelzuschnitts 2 bestimmt, beispielsweise durch die Detektion der Vorderkante des Faltschachtelzuschnitts 2. Beispielsweise wird die Vorderkante des Faltschachtelzuschnitts 2 detektiert. Im selben Moment wird durch einen Drehgeber des Transportsystems 16 die Transportgeschwindigkeit der Faltschachtel im vorgelagerten Transportsystem bestimmt. Die erfassten Informationen werden über Datenleitungen an eine Steuereinrichtung 18 weitergeleitet. Von dem vorgelagerten Transportsystem 3 wird der Faltschachtelzuschnitt 2 an eine Transporteinrichtung 13 übergeben. Die Transporteinrichtung 13 besitzt ein oberes Transportband 131 und ein unteres Transportband 132. Geklemmt zwischen beiden Transportbändern 131, 132 wird ein Faltschachtelzuschnitt 2 mit der Geschwindigkeit vT weiter transportiert. Angetrieben werden die Transportbänder 131, 132 durch mindestens einen Elektromotor 14. Dieser wird durch die Steuereinrichtung 18 angesteuert. Von der Transporteinrichtung 13 wird ein jeweiliger Faltschachtelzuschnitt 2 an die Rotationswerkzeuge 11, 12 übergeben und erfahrt durch das Zusammenwirken von Patrize 11 und Matrize 12 eine Prägung. Die Patrize 11 ist mit einem Drehgeber 15 ausgestattet, welcher zur Erfassung der Drehgeschwindigkeit der Patrize 11 und zur Erfassung der Position der Stempel 110 (in 2a nicht dargestellt) der Patrize 11 dient. Die erfassten Informationen werden über eine Datenleitung an die Steuereinrichtung 18 weitergeleitet. Die Steuereinrichtung 18 ist mit einem Interface verbunden, über welches der Maschinenbediener die Prägeposition 21 auf einem Faltschachtelzuschnitt 2 eingeben kann. Basierend auf den bereitgestellten Informationen berechnet die Steuereinrichtung 18 die Sollgeschwindigkeit der Faltschachtel in der Transporteinrichtung so, dass durch die Transporteinrichtung 13 eine Synchronisation des Faltschachtelzuschnitts 2 relativ zu den Prägewerkzeugen 11, 12 erfolgt.

In einer alternativen Ausführungsform, welche nicht dargestellt ist, kann sich an der Position des vorgelagerten Transportsystems 3 alternativ ein Anleger zum Anlegen von Faltschachtelzuschnitten 2 befinden. Integriert in den Anleger sind dann ebenfalls ein Sensor 17 und ein Mittel zur Bestimmung der Übergabegeschwindigkeit der Faltschachtelzuschnitte 2 vom Anleger an die Transporteinrichtung 13, analog dem Drehgeber des Transportsystems 16. Die Synchronisation von Prägeposition 21 des Faltschachtelzuschnitts 2 relativ zu den Stempeln 110 der Patrize 11 erfolgt dabei wie oben beschrieben. An die Rotationsprägeeinrichtung 10 können sich entweder weitere Bearbeitungsstationen mit einem nachfolgenden Ausleger oder direkt ein Ausleger anschließen.

In einer weitern nicht dargestellten alternativen Ausführungsform verfügt die Transporteinrichtung 13 über einen Sensor, welcher die Position eines durch die Förderbänder 131 und 132 transportierten Faltschachtelzuschnitts 2 detektiert, beispielsweise durch die Detektion der Vorderkante des Faltschachtelzuschnitts 2. Die Geschwindigkeit des Faltschachtelzuschnitts 2 zum Zeitpunkt der Detektion entspricht der Geschwindigkeit der Förderbänder 131, 132 und ist durch die Ansteuerung des Elektromotors 14 bestimmt und somit bekannt. Die Position der Stempel 110 der Patrize 11 und die Rotationsgeschwindigkeit der Patrize 11 wird wie oben beschrieben durch einen Drehgeber 15 bestimmt. Diese Informationen werden jeweils der Steuereinrichtung 18 übermittelt, welche daraus die für die Synchronisation von Prägeposition 21 des Faltschachtelzuschnitts 2 relativ zu den Stempeln 110 der Patrize 11 notwendige Beschleunigung der Förderbänder 131 und 132 und damit des Faltschachtelzuschnitts 2 berechnet. Vorteilhaft an dieser Lösung ist, dass alle relevanten Komponenten innerhalb der Rotationsprägeeinrichtung 10 angeordnet sind und diese als Modul verwendet werden kann. Damit ist eine Integration in eine Faltschachtelklebemaschine 1 einfach möglich.

2b zeigt ein Detail der Patrize 11, nämlich die Stempel 110 der Patrize. Die in Rotationsrichtung gesehen vordere Kante 113 wird durch den oder die ersten beim Prägevorgang wirksam werdenden Stempel 111, die hintere Kante 114 durch den oder die letzte bei Prägevorgang wirksame Stempel 112 gebildet. Die Matrize 12 (hier nicht dargestellt) stellt die Negativform der Patrize 11 dar und verfügt über Ausnehmungen, welche die Stempel 110, 111, 112 der Patrize aufnehmen. In 2c ist ein Faltschachtelzuschnitt 2 dargestellt, welcher in Transportrichtung T bewegt wird und wobei die Prägeposition 21 einer mit einer Prägung 22 zu versehende Fläche angegeben ist. Die mit einer Prägung 22 zu versehende Fläche wird durch die vordere Kante 211 und die hintere Kante 212 begrenzt. Während des Prägevorgangs wird die Vorderkante der Stempel 113 auf die vordere Kante der Prägung 211 und die Hinterkante der Stempel 114 auf die hintere Kante der Prägung 212 abgebildet. Durch die in 2a dargestellte und obenstehend beschriebene Rotationsprägeeinrichtung 10 erfolgt eine Synchronisation, d. h. eine Positionierung, des Faltschachtelzuschnitts 2 mit seiner Prägeposition 21 relativ zu den Stempeln 110 der Patrize 11. Das Ergebnis des Prägevorgangs ist in 2d dargestellt: Der Faltschachtelzuschnitt 2 wurde an der ursprünglichen Prägeposition 21 mit einer Prägung 22 versehen.

1
Faltschachtelklebemaschine
2
Faltschachtelzuschnitt
3
vorgelagertes Transportsystem
10
Rotationsprägeeinrichtung
11
Patrize
12
Matrize
13
Transporteinrichtung
14
Elektromotor
15
Drehgeber Patrize
16
Drehgeber Transportsystem
17
Sensor
18
Steuereinrichtung
21
Prägeposition
22
Prägung
110
Stempel der Patrize
111
erster Stempel
112
letzter Stempel
113
Vorderkante der Stempel
114
Hinterkante der Stempel
131
oberes Transportband
132
unteres Transportband
211
vordere Kante der mit einer Prägung zu versehenden Fläche
212
hintere Kante der mit einer Prägung zu versehenden Fläche
vP
Geschwindigkeit Patrize
vM
Geschwindigkeit Matrize
vF
Geschwindigkeit Faltschachtel im Transportsystem
vT
Geschwindigkeit Faltschachtel in der Transporteinrichtung
A
Kartonteilung

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • - EP 1447211 A2 [0006]
  • - EP 1537920 A1 [0006]
  • - EP 1398141 B1 [0007]