Title:
Rohr und/oder Verbindungsstück aus einem thermoplastischen Werksstoff
Kind Code:
B4


Abstract:

Rohr aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff für Rohrleitungen, die warme oder kalte Fluide befördern, das wenigstens drei Schichten umfasst, deren Mittelschicht durch Mineralfasern verstärkt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschicht in der thermoplastischen Matrix oxidationshemmende Additive oder ein Gemisch aus oxidationshemmenden Additiven enthält, die in die angrenzenden Schichten migrieren können und deren Anteil größer ist als der in den angrenzenden Schichten und von denen wenigstens 50% von einem Molekül mit einem Molekulargewicht von unter 740 g/mol gebildet werden, um einen „Speicher“ zu bilden, der es ermöglicht, die mit der Zeit verzeichneten Verluste an oxidationshemmenden Additiven auszugleichen, wobei die Mittelschicht in ihrer thermoplastischen Matrix anfänglich einen Massenanteil eines oxidationshemmenden Additivs von 0,1 bis 1% über dem der Innenschicht aufweist.




Inventors:
Greiner, Jean-Francois (Saint-Cloud, FR)
Carmier, Jean (Sartrouville, FR)
Application Number:
DE102007035657A
Publication Date:
08/30/2018
Filing Date:
07/27/2007
Assignee:
Wefatherm GmbH, 31515 (DE)
Domestic Patent References:
DE10018324A1N/A2001-10-25
DE1145844BN/A1963-03-21



Foreign References:
EP01746111986-03-19
EP15981792005-11-23
WO2005080077A22005-09-01
Attorney, Agent or Firm:
24IP Law Group Sonnenberg Fortmann, 80331, München, DE
Claims:
Rohr aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff für Rohrleitungen, die warme oder kalte Fluide befördern, das wenigstens drei Schichten umfasst, deren Mittelschicht durch Mineralfasern verstärkt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschicht in der thermoplastischen Matrix oxidationshemmende Additive oder ein Gemisch aus oxidationshemmenden Additiven enthält, die in die angrenzenden Schichten migrieren können und deren Anteil größer ist als der in den angrenzenden Schichten und von denen wenigstens 50% von einem Molekül mit einem Molekulargewicht von unter 740 g/mol gebildet werden, um einen „Speicher“ zu bilden, der es ermöglicht, die mit der Zeit verzeichneten Verluste an oxidationshemmenden Additiven auszugleichen, wobei die Mittelschicht in ihrer thermoplastischen Matrix anfänglich einen Massenanteil eines oxidationshemmenden Additivs von 0,1 bis 1% über dem der Innenschicht aufweist.

Verbindungsstück aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff für Rohrleitungen, die warme oder kalte Fluide befördern, das wenigstens drei Schichten umfasst, deren Mittelschicht durch Mineralfasern verstärkt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschicht in der thermoplastischen Matrix oxidationshemmende Additive oder ein Gemisch aus oxidationshemmenden Additiven enthält, die in die angrenzenden Schichten migrieren können und deren Anteil größer ist als der in den angrenzenden Schichten und von denen wenigstens 50% von einem Molekül mit einem Molekulargewicht von unter 740 g/mol gebildet werden, um einen „Speicher“ zu bilden, der es ermöglicht, die mit der Zeit verzeichneten Verluste an oxidationshemmenden Additiven auszugleichen, wobei die Mittelschicht in ihrer thermoplastischen Matrix anfänglich einen Massenanteil eines oxidationshemmenden Additivs von 0,1 bis 1% über dem der Innenschicht aufweist.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mineralfasern mit anderen Füllstoffen kombiniert sind.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an oxidationshemmenden Additiven größer ist als der in den angrenzenden Schichten, wobei wenigstens 75% von einem Molekül mit einem Molekulargewicht von unter 740 g/mol gebildet werden.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der thermoplastische Werkstoff der Schichten ein Polyolefin und/oder ein Polyamid und/oder ein Polyvinylidenfluorid und/oder ein Polyvinylchlorid und/oder ein nachchloriertes Polyvinylchlorid und vorzugsweise ein Polypropylen-Random(-Copolymerisat) (PP-R) ist.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschicht in ihrer thermoplastischen Matrix zudem ein oxidationshemmendes Additiv enthält, das sich aus einem Molekül zusammensetzt, dessen Molekulargewicht über 740 g/mol liegt.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschicht in ihrer thermoplastischen Matrix ein Gemisch aus oxidationshemmenden Additiven enthält, die Moleküle umfassen, deren unterschiedliche Molekulargewichte in einem Bereich von 500 bis 4100 g/mol liegen.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenschicht, die mit dem zu befördernden Medium in Kontakt kommt, anfänglich 0,1 bis 0,5 Massenprozent oxidationshemmende Additive enthält.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens 50% der Additive in der Innenschicht ein Molekulargewicht von über 740 g/mol aufweisen.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenschicht zudem einen anfänglichen Massenanteil von 0,1% bis 0,6% antimikrobielle und/oder antibakterielle Wirkstoffe enthält.

Vorrichtung aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenschicht anfänglich einen Massenanteil von 0,4% oxidationshemmende Additive und Additive, die das Eindringen von UV-Strahlen verhindern, enthält.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft einerseits ein Rohr andererseits ein Verbindungsstück, jeweils aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff für Rohrleitungen und insbesondere für Rohrleitungen, die warme oder kalte Fluide befördern. Die Rohre und Verbindungsstücke aus einem thermoplastischen Werkstoff bieten zahlreiche Absatzmöglichkeiten. Ihr Einsatz ist in zahlreichen Bereichen und insbesondere für die Trinkwasserversorgung, in Heizungsanlagen oder auch in der Lebensmittelindustrie von Bedeutung.

Nach dem Stand der Technik gibt es verschiedene Arten von Rohren zum Befördern von Flüssigkeiten und Gasen. Diese Rohre können aus Metall oder aus Kunststoff hergestellt sein. Die üblicherweise verwendeten Metallrohre sind beispielsweise Kupferrohre. Kupferrohre weisen eine gute Verschleißfestigkeit auf und sind unempfindlich gegen Licht. Ihre Ausführung ist jedoch schwierig, da sie verschweißt werden müssen. Zudem kann der Einsatz des Schweißbrenners die Gefahr einer Verbrennung beziehungsweise eines Brandes hervorrufen.

Folglich nimmt der Einsatz von Kunststoffröhren immer mehr zu. Die mit der Verwendung derartiger Rohre verbundenen Vorteile sind dem Fachmann bekannt und sind insbesondere ein niedrigeres Gewicht, eine vereinfachte Zusammen- und Einbautechnik, die hygienischen Eigenschaften (wenig Ablagerungen) oder auch eine verbesserte Isolierung. Kunststoffröhre weisen jedoch auch Nachteile auf. Der Kontakt mit Flüssigkeiten und Gasen wie oxidierenden und reduzierenden Flüssigkeiten und Gasen, die sie befördern, können die chemischen und mechanischen Eigenschaften des oder der Polymere, aus denen die Leitungsrohre hergestellt sind, beeinträchtigen. Um diesem Problem abzuhelfen, besteht eine Lösung darin, in die amorphen Bereiche des Polymers, das heißt in die Bereiche des Polymers, die kein kristallines Gefüge aufweisen, Additive einzuführen. Die Additive sind in diesen Bereichen beweglich, eine Eigenschaft, die genutzt werden kann, um das Rohr an den gewünschten Stellen, an denen es mit den Flüssigkeiten und Gasen in Kontakt kommt, zu schützen. Ein großer Nachteil von Kunststoffrohren mit oxidationshemmenden Additiven ist jedoch, dass die Additive, die sich in der Nähe der Innenfläche des Rohres befinden, allmählich von den Flüssigkeiten und Gasen entfernt werden. Folglich gibt es an der Rohrinnenfläche zunehmend weniger Additive, um den Schutz der thermoplastischen Matrix sicherzustellen, die dadurch langsam (durch Oxidation, Hydrolyse usw.) chemisch zersetzt wird, was mit der Zeit zur Versprödung des Rohres führt.

In den Druckschriften DE 100 18 324 A1 und DE 11 45 844 A wird versucht, diesem Problem abzuhelfen, indem in die Mittelschicht eines Mehrschichtrohres aus Polypropylen-Random-Copolymerisat und zusätzlich herkömmlichen Additiven, 10 bis 50 % Füllstoffe eingeführt werden, die eine Barriere bilden und dafür vorgesehen sind, die Migration von Additiven aus der Innenschicht zu verringern beziehungsweise ganz zu vermeiden. Als Füllstoffe werden Glasfasern, Glaskugeln oder Glasmehl (oder eine Kombination dieser Stoffe) angeführt. Ein Bindemittel ermöglicht eine bessere Haftung dieser Bestandteile an dem Polymer.

Bei diesem Kunststoff weist der Werkstoff der Barriereschicht, das Polypropylen-Random-Copolymerisat, aufgrund seiner Molekularstruktur jedoch einen sehr geringen Migrationswiderstand auf, so dass die Sperrwirkung ausschließlich durch die besonders sorgfältig gewählten Füllstoffe erzielt wird, die die Additive in der thermoplastischen Matrix hemmen können.

In der Druckschrift EP 1 598 179 A1 ist ein Rohr oder ein Formstück aus einem thermoplastischen Werkstoff beschrieben, das zumindest eine Außenschicht, eine Mittelschicht und eine Innenschicht umfasst, die mit dem aggressiven Medium in Kontakt kommt. Die Mittelschicht, die eine Barriere für die Migration der Additive aus der Innenschicht heraus bildet, ist in diesem Fall aus einem kristallinen, nukleierten Polymer aufgebaut und weist dadurch wesentlich kleinere kristalline Bereiche des thermoplastischen Werkstoffes auf. Daraus folgt eine Mittelschicht mit einem feineren Gefüge, die die Migration von oxidationshemmenden Additiven in das Rohr begrenzt.

Die beschriebene Vorrichtung ermöglicht es jedoch nicht, die im Laufe der Zeit erfolgende Entfernung der Additive aus der Innenschicht durch das aggressive Medium vollständig aus zugleichen.

In der Druckschrift WO 2005/080077 A2 ist ein Rohr mit mindestens zwei Schichten, insbesondere mit mindestens einer Innenschicht und mindestens einer Außenschicht beschrieben. Eine Ausführungsform mit einer Innenschicht, einer Mittelschicht, und einer oder mehreren Außenschichten ist auch vorgesehen. WO 2005/080077 A2 befasst sich praktisch ausschließlich mit der Formulierung der Innenschicht. Die Innenschicht ist bevorzugt eine Schicht, die Füllstoff umfassendes thermoplastisches Polymer enthält, wobei die Füllstoffe polare Gruppen aufweisen. Die Mittelschicht kann Aluminium, Kupfer, Edelstahl aufweisen. Verschiedene thermoplastische Stoffe wie Polyolefin sind auch vorgesehen.

In der Druckschrift EP 0 174 611 A2 ist ein drei-Schicht-Rohr zum Transport von warmem Wasser beschrieben. Die Innenschicht umfasst eine netzartiges Polyolefin. Die Mittelschicht umfasst Verseifungsprodukten von Äthylen-vinyl-acetate Copolymeren. Die Außenschicht umfasst Polybuten oder ein netzartiges Polyolefin.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein neues Rohr auf der Basis eines thermoplastischen Werkstoffes vorzuschlagen, der die Gesamtheit oder einen Teil der vorgenannten Nachteile vermeidet.

Zu diesem Zweck ist Gegenstand der Erfindung einerseits ein Rohr gemäß Anspruch 1 und andererseits ein Verbindungsstück gemäß Anspruch 2, jeweils aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff für Rohrleitungen, die warme oder kalte Fluide (Flüssigkeiten und Gase) befördern, das wenigstens drei Schichten umfasst, deren Mittelschicht durch Mineralfasern verstärkt ist, die möglicherweise mit anderen Füllstoffen kombiniert sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelschicht in der thermoplastischen Matrix oxidationshemmende Additive oder ein Gemisch aus oxidationshemmenden Additiven enthält, die in die angrenzenden Schichten migrieren können und deren Anteil größer ist als der in den angrenzenden Schichten und von denen wenigstens 50 % und vorzugsweise wenigstens 75% von einem Molekül mit einem Molekulargewicht von unter 740 g/mol gebildet werden, um einen „Speicher“ zu bilden, der es ermöglicht, die mit der Zeit verzeichneten Verluste an oxidationshemmenden Additiven auszugleichen.

Der Speicher der Mittelschicht ist somit dafür vorgesehen, die oxidationshemmenden Additive mehr oder weniger schnell aus der Mittelschicht in die Innenschicht zirkulieren zu lassen. Die Additive mit einem niedrigen Molekulargewicht werden tatsächlich von der Mittelschicht in die Innenschicht migrieren können und es ermöglichen, die durch die in der Leitung beförderten Fluide (Flüssigkeiten und Gase) verursachten Verluste durch Extraktion der in der Innenschicht vorhandenen Additive auszugleichen.

Der thermoplastische Werkstoff der Schichten ist vorzugsweise ein Polyolefin und/oder ein Polyamid und/oder ein Polyvinylidenfluorid und/oder ein Polyvinylchlorid und/oder ein nachchloriertes Polyvinylchlorid und vorzugsweise ein Polypropylen-Random-Copolymerisat (PP-R).

Gemäß der Erfindung enthält die Mittelschicht in ihrer thermoplastischen Matrix anfänglich einen Massenanteil eines oxidationshemmenden Additivs von 0,1 bis 1% über dem der Innenschicht.

Nach einem Merkmal der Erfindung enthält die Mittelschicht in ihrer thermoplastischen Matrix zudem ein oxidationshemmendes Additiv, das sich aus einem Molekül zusammensetzt, dessen Molekulargewicht über 740 g/mol liegt. Dieses Additiv hat den Vorteil, dass es eine geringe Migationsfähigkeit aufweist und der Matrix höhere Oxidations-Induktions-Zeiten (OIT) verleiht. Die Oxidations-Induktions-Zeit ist eine Einheit, mit der die thermische Stabilität eines Polymers und/oder die Wirksamkeit der das Polymer schützenden Stabilisatoren gemessen werden kann. Vorzugsweise enthält die Mittelschicht in ihrer thermoplastischen Matrix anfänglich ein Gemisch aus oxidationshemmenden Additiven, die Moleküle umfassen, deren unterschiedliche Molekulargewichte in einem Bereich von 500 bis 4100 g/mol liegen.

Die Innenschicht, die mit dem zu befördernden Medium in Kontakt kommt, ist vorzugsweise aus Polypropylen-Random(-Copolymerisat) (PP-R) hergestellt.

Die Innenschicht enthält anfänglich vorzugsweise 0,1 bis 0,5 Massenprozent oxidationshemmende Additive.

Nach einem Merkmal der Erfindung haben wenigstens 50 % der in der Innenschicht enthaltenen oxidationshemmenden Additive ein Molekulargewicht von über 740 g/mol, so dass eine sehr geringe Migration der Additive in das Wasser erzielt wird.

Vorzugsweise enthält die Innenschicht anfänglich 0,1 bis 0,6 Massenprozent antimikrobielle und/oder antibakterielle Wirkstoffe.

Vorzugsweise enthält die Außenschicht Additive, die das Eindringen von UV-Strahlen verhindern.

Nach einem Merkmal der Erfindung enthält die Außenschicht anfänglich einen Massenanteil von 0,4 % oxidationshemmende Additive.

Im Verlauf der folgenden Beschreibung der besonderen Ausführungsformen der Erfindung, die nur zur Veranschaulichung und nicht beschränkend beschrieben werden, lässt sich die Erfindung besser verstehen und erscheinen die anderen Aufgaben, Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung deutlicher.

Wie bereits erwähnt, umfasst das Rohr und/oder Verbindungsstück aus einem extrudierten oder spritzgegossenen thermoplastischen Werkstoff für Rohrleitungen, die warme oder kalte Fluide (Flüssigkeiten und Gase) befördern, wenigstens drei Schichten: eine Innenschicht, eine Mittelschicht und eine Außenschicht.

Der thermoplastische Werkstoff der Schichten ist ein Polyolefin und/oder ein Polyamid und/oder ein Polyvinylidenfluorid und/oder ein Polyvinylchlorid und/oder ein nachchloriertes Polyvinylchlorid und vorzugsweise ein Polypropylen-Random(-Copolymerisat) (PP-R). Die Innenschicht kommt mit den aggressiven Flüssigkeiten und Gasen in Kontakt. Die Flüssigkeiten und Gase befördern Sauerstoff, der eine vorzeitige Alterung der Rohrleitung bewirkt. Sie waschen die Innenschicht und entfernen nach und nach die in dieser Schicht enthaltenen oxidationshemmenden Additive. Infolge der Oxidation versprodet das Rohr und treten Risse auf, die die Rohrleitung mit der Zeit möglicherweise beschädigen.

Die Innenschicht ist aus Polypropylen-Random(-Copolymerisat) (PP-R) hergestellt. Sie enthält im Allgemeinen anfänglich 0,1 bis 0,5 % eines Gemisches aus oxidationshemmenden Additiven. Wenigstens 50 % der verwendeten oxidationshemmenden Additive weisen eine sehr geringe Migration in das Wasser auf, das heißt, dass ihr Molekulargewicht über 740 g/mol liegt, um schwerer aus den amorphen Bereichen des Polymers zu migrieren und somit die durch die in der Rohrleitung beförderten aggressiven Medien verursachten Verluste zu verringern. Es ist zudem möglich, ein Gemisch aus oxidationshemmenden Additiven zu verwenden. Es lässt sich beispielsweise ein Gemisch anführen, das Moleküle mit einem hohen Widerstand gegen die Extraktion durch das beförderte Medium von der Art CAS-Nr. 1709-70-2 (Irganox® 1330) oder CAS-Nr. 27676-62-6 (Irganox® 3114) und Moleküle von der Art CAS-Nr. 6683-19-8 (Irganox® 1010), die der Matrix hohe Oxidations-Induktions-Zeiten (O-IT) verleihen, oder auch von der Art CAS-Nr. 31570-04-4 5 (Irgafos® 168) miteinander kombiniert.

Für den Fachmann ist es offensichtlich, dass sich die Erfindung nicht allein auf die genannten oxidationshemmenden Additive beschränkt und dass andere oxidationshemmende Additive verwendet werden können.

Die Innenschicht kann zudem antimikrobielle und/oder antibakterielle Wirkstoffe, vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 0,5 Massenprozent, enthalten. Diese Wirkstoffe sind beispielsweise von der Art Irgaguard® B5000 und/oder B6000 und haben die Aufgabe, das Wachstum von Mikroben oder Bakterien an der Innenwand des Rohres zu verhindern. Zudem kann die Zugabe von 0,1 bis 0,2 % Metallschutzmitteln von der Art Irganox® MD1024 in Betracht gezogen werden, um die Innenschicht vor der katalytischen Wirkung der Metallionen (Kupferionen) zu schützen, die in den von der Rohrleitung beförderten Medien enthalten sind.

Die Außenschicht, die mit der Luft in Kontakt kommt, enthält anfänglich einen Anteil von 0,4 Massenprozent oxidationshemmende Additive von der Art CAS-Nr. 6683-19-8 (Irganox® 1010) . Sie kann zudem UV-Schutzadditive, beispielsweise Titandioxid oder organische Moleküle, die die UV-Strahlen absorbieren, enthalten, deren Aufgabe es ist, die Zersetzung des Polymers durch die UV-Strahlen zu begrenzen. Der Anteil der UV-Schutzwirkstoffe ist von den geltenden Rechtsvorschriften abhängig und dem Fachmann bekannt. Im Allgemeinen wird ein Anteil in der Größenordnung von 0,3 % verwendet.

Die Mittelschicht, die durch Mineralfasern verstärkt werden kann, die möglicherweise mit anderen Füllstoffen kombiniert sind, enthält anfänglich in einer thermoplastischen Matrix einen Massenanteil eines oxidationshemmenden Additivs von 0,1 bis 1 % über dem der Innenschicht.

Das Additiv besteht zu 50 %, vorzugsweise zu 75 %, aus einem Molekül mit einem Molekulargewicht von unter 740 g/mol, das mit einer höheren Fähigkeit zur Migration in der thermoplastischen Matrix versehen ist und ihr höhere Oxidations-Induktions-Zeiten verleiht. Dieses Merkmal ermöglicht es folglich, in der Mittelschicht einen Speicher mit oxidationshemmenden Additiven zu bilden. Die Moleküle mit einem niedrigen Molekulargewicht werden dann mit der Zeit in die Innenschicht migrieren und die Additive ersetzen können, die im Laufe der Zeit möglicherweise durch die in der Rohrleitung strömenden aggressiven Medien „ausgewaschen“ werden.

Ein Additiv mit einem niedrigen Molekulargewicht, das für die vorliegende Erfindung geeignet ist, kann von der Art CAS-Nr. 2082-79-3, das unter dem Handelsnamen Irganox® 1076 zu finden ist, oder einem HALS von der Art Tinuvin® 622 sein.

Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform kann ein zusätzliches oxidationshemmendes Additiv mit einem niedrigen Molekulargewicht bis zur Grenze der verbleibenden höchstens 25% in Form eines Moleküls, dessen Molekulargewicht über 740 g/mol liegt, in die Innenschicht hinzugegeben werden. Ein oxidationshemmendes Additiv von der Art CAS-Nr. 6683-19-8, das beispielsweise unter dem Handelsnamen Irganox® 1010 erhältlich ist, ist für die vorliegende Erfindung geeignet.

Die Mittelschicht enthält dann ein Gemisch aus oxidationshemmenden Additiven, die Moleküle umfassen, deren unterschiedliche Molekulargewichte in einem Bereich von 500 bis 4100 g/mol liegen. So werden die Additive mit einem jeweils anderen Molekulargewicht gemeinsam wirken. Die Additive mit einem niedrigen Molekulargewicht können in die angrenzenden Schichten migrieren und einen Speicher bilden, um die Verluste an Additiven, die von den aggressiven Medien aus der Innenschicht extrahiert werden, auszugleichen. Die Additive mit einem höheren Molekulargewicht hingegen können ihre Aufgabe als Oxidationsschutzmittel in der Mittelschicht erfüllen.

Die Mittelschicht kann zudem antimikrobielle und/oder antibakterielle Wirkstoffe enthalten. Der Anteil der antimikrobiellen und/oder antibakteriellen Wirkstoffe liegt vorzugsweise im Bereich von 0,1 % bis 0,5 % über dem der Innenschicht, um einen Speicher für die Innenschicht zu bilden.

Nach einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung umfasst das Kunststoffröhr drei Schichten aus Polypropylen-Random(-Copolymerisat) (PP-R):

  • - die Innenschicht, die 99 Massenprozent PP-R, 0,30 Massenprozent primäres Oxidationsschutzmittel Irganox® 1330, 0,10 Massenprozent primäres Oxidationsschutzmittel Irganox® 1010, 0,1 Massenprozent sekundäres Oxidationsschutzmittel Irgafos® 168 und möglicherweise Pigmente, 0,3 Massenprozent Biozide enthält;
  • - die Mittelschicht, die 99 Massenprozent PP-R, 0,5 Massenprozent primäres Oxidationsschutzmittel Irganox® 1076, 0,2 Massenprozent Irganox® 1010 und 0,1 Massenprozent sekundäres Oxidationsschutzmittel Irgafos® 168 enthält,
  • - und die Außenschicht, die 99 Massenprozent PP-R, 0,1 Massenprozent primäres Oxidationsschutzmittel Irganox® 1010 und 0,3 Massenprozent UV-Schutzmittel enthält.

Nach einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung umfasst das Kunststoffrohr vier Schichten aus PP-R und Ethylenvinylalkohol-Copolymer (EVOH):

  • - die Innenschicht enthält 99 Massenprozent PP-R, 0,2 Massenprozent primäres Oxidationsschutzmittel Irganox® 1330, 0,3 Massenprozent primäres Oxidationsschutzmittel Irganox® 1010, 0,1 Massenprozent sekundäres Oxidationsschutzmittel Irgafos® 168 und möglicherweise Pigmente;
  • - die Mittelschicht enthält 99 Massenprozent PP-R, 0,5 Massenprozent Irganox® 1076, 0,2 Massenprozent Irganox® 1010 und 0,1 Massenprozent Irgafos® 168;
  • - die Außenschicht enthält 99 Massenprozent EVOH mit einer Dicke im Bereich von 0,1 - 0,3 mm, um das spätere örtlich begrenzte Abschälen zu ermöglichen, 0,1 Massenprozent Irganox® 1010, Irgafos® 168 und 0,3 Massenprozent UV-Schutzmittel;
  • - die Haftschicht, die zwischen der Mittelschicht aus PP-R und der Außenschicht aus EVOH angeordnet ist, enthält 99 Massenprozent eines mit Maleinsäureanhydrid gepfropften Polypropylen-Copolymers.

Nach einem dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann das Kunststoffrohr PP-R 6 Schichten umfassen, von denen eine EVOH-Schicht mithilfe von Haftschichten zwischen die Mittelschicht, der oxidationshemmende Additive mit einem Molekulargewicht von unter 74 0 g/mol zugegeben sind, und die Außenschicht gesetzt wird. Die Außenschicht aus PP-R ermöglicht die Ausführung des Zusammenbaus durch Warmschweißen.

Obwohl die Erfindung im Zusammenhang mit mehreren besonderen Ausführungsformen beschrieben wird, versteht es sich, dass sie in keiner Weise beschränkt ist und alle technischen Äquivalente der beschriebenen Mittel sowie ihre Kombinationen umfasst, falls diese im Rahmen der Erfindung liegen. So könnte die EVOH-Schicht beispielsweise durch eine Polyamid-Schicht oder mit PVDF fluorierte Polymer-Schicht ersetzt werden, ohne eine Neuerung zu schaffen.