Title:
Verfahren zur selektiven Lokalisierung von Wirkstoffen an und in Mitochondrien und entsprechende Wirkstoffe
Kind Code:
A1


Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft neue Verfahren zur selektiven Lokalisierung von Wirkstoffen sowohl an als auch in Mitochondrien innerhalb von lebenden Zellen sowie Wirkstoffe, die ohne weitere Hilfsmittel durch die Zellmembran in Zellen eindringen und dort selektiv sowohl an als auch in Mitochondrien lokalisiert werden. Diese Wirkstoffe sind mit mindestens einem Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest substituiert.




Inventors:
Lindhorst, Thomas (Innsbruck, AT)
Werner, Birgit (Innsbruck, AT)
Piper, Stefan (Götzens, AT)
Application Number:
DE102006050091
Publication Date:
09/11/2008
Filing Date:
10/24/2006
Assignee:
Ugichem Gesellschaft für Organische Chemie mbH (Innsbruck, AT)
Domestic Patent References:
DE10019136A1N/A2001-10-31



Foreign References:
EP11570312001-11-28
Other References:
GENE THERAPY, 1999, VOL. 6, Nr. 12, 1919-1928;
BIOCONJUGATE CHEM., 2003, VOL. 14 (5), S. 962-
966, ABSTRACT;
NUCLEIC ACIDS RES., 2001, 29 (29), S. 1952-63,
ABSTRACT;
Attorney, Agent or Firm:
Forstmeyer, D., Dipl.-Chem.Univ.Dr.rer.nat., Pat.-Anw. (München, 80331)
Claims:
1. Verbindung der Formel I, wobei
n eine ganze Zahl von 0 bis 35 ist,
jedes E unabhängig voneinander ein H-Atom, ein substituierter oder unsubstituierter Phenylrest, ein substituierter oder unsubstituierter Heterocyclus, eine gegebenenfalls mit Schutzgruppen substituierte Nukleobase, oder ein DNA-Intercalator ist,
jedes R1 unabhängig voneinander ein H-Atom oder eine Seitenkette einer natürlichen oder nichtnatürlichen Aminosäure, oder ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischer oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen ist, wobei mindestens einer der gegebenenfalls substituierten Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischen oder alicyclischen Reste mit bis zu 20 C-Atomen mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert ist,
K eine Gruppe der Formel -NR2R3, -NR2R3R4, -NR2(CO)R3 oder -NR2(CS)R3 ist, wobei R2, R3 und R4 unabhängig voneinander ein H-Atom, ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkaryl-, Alkenyl- oder Alkinyl-Rest, Amino-Schutzgruppe, Reporterligand, Intercalator, Chelator, Aminosäure, Peptid, Protein, Kohlenhydrat, Lipid, Steroid, Fettsäure, Oligonukleotid oder ein lösliches oder ein unlösliches Polymer sind,
L eine Gruppe der Formel -NR5R6, -NR5(CO)R6, -NR5(CS)R6, -OR7 oder -SR7 ist, wobei R5 und R6 unabhängig voneinander ein H-Atom, ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkaryl-, Alkenyl- oder Alkinyl-Rest, Reporterligand, Intercalator, Chelator, Aminosäure, Aminosäureamid, Peptid, Peptidamid, Protein, Kohlenhydrat, Lipid, Steroid, Fettsäure, Oligonukleotid oder ein lösliches oder ein unlösliches Polymer sind und R7 ein H-Atom, ein gegebenenfalls substituierter Alkylrest, Reporterligand, Intercalator, Chelator, Aminosäure, Aminosäureamid, Peptid, Peptidamid, Protein, Kohlenhydrat, Lipid, Steroid, Fettsäure, Oligonukleotid oder ein lösliches oder ein unlösliches Polymer ist,
wobei die Reste K, L oder R1 unabhängig voneinander mit mindestens einem Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest substituiert sind.

2. Verbindung nach Anspruch 1, wobei die Verbindung nach Formel I mindestens 1 asymmetrisches Zentrum aufweist.

3. Verbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei mindestens ein Rest R1 kein H-Atom ist und die Verbindung nach Formel I mindestens 1 asymmetrisches Zentrum aufweist.

4. Verbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jeder zweite Rest R1 unabhängig voneinander ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischer oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen ist und die übrigen Reste R1 H-Atome sind.

5. Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei jeder dritte Rest R1 unabhängig voneinander ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischer oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen ist und die übrigen Reste R1 H-Atome sind.

6. Verbindung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei zwei, drei oder mehr benachbarte Reste R1 unabhängig voneinander gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl- , heterocyclischer oder alicyclischer Reste mit bis zu 20 C-Atomen sind und die übrigen Reste R1 H-Atome sind.

7. Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei jedes R1 unabhängig voneinander ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischer oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen ist.

8. Verbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei einer oder mehrere der Reste R1 unabhängig voneinander Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen aufweist.

9. Verbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei alle asymmetrischen Zentren die gleiche Konfiguration aufweisen.

10. Verbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei alle asymmetrischen Zentren (S)-Konfiguration aufweisen.

11. Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei alle asymmetrischen Zentren (R)-Konfiguration aufweisen.

12. Verbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jedes R1 unabhängig voneinander eine oder mehrere Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen aufweist, wobei die Phosphonsäureester-Funktionen die Formel -P(=O)(OV)2 oder -P(=O)(OV)(OH) besitzen, wobei jedes V unabhängig voneinander ein unsubstituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl- oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen ist.

13. Verbindung nach Anspruch 12, wobei jedes V unabhängig voneinander ein Methyl-, Ethyl-, Cyclohexyl- oder Benzyl-Rest ist.

14. Verbindung, die mindestens zwei Verbindungen nach einem der Ansprüche 1 bis 13 enthält, welche über einen Linker miteinander verbunden sind.

15. Verbindung nach Anspruch 14, wobei der Linker eine Alkylkette, ein Peptid, ein Oligonukleotid oder ein Oligomer ist, das aus mindestens drei 8-Amino-3,6-dioxaoctansäure-Einheiten aufgebaut ist.

16. Zusammensetzung, die mindestens eine Verbindung nach einem der vorstehenden Ansprüche enthält.

17. Pharmazeutische Zusammensetzung, die mindestens eine Verbindung oder Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, gegebenenfalls in Kombination mit mindestens einem Träger, Lösungsmittel oder sonstigen pharmazeutischen Hilfsstoff, enthält.

18. Verwendung einer Verbindung oder Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 16 oder einer pharmazeutischen Zusammensetzung nach Anspruch 17 für die Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von mitochondrialen Erkrankungen.

19. Verwendung einer Verbindung oder Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 16 für die Diagnose von mitochondrialen Eigenschaften oder mitochondrialen Erkrankungen.

20. Verwendung einer Verbindung oder Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 16 oder einer pharmazeutischen Zusammensetzung nach Anspruch 17 zur Behandlung von mitochondrialen Erkrankungen.

21. Verwendung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, wobei die mitochondriale Erkrankung eine Erbkrankheit ist.

22. Verwendung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, wobei die mitochondriale Erkrankung eine Krebserkrankung ist.

23. Verwendung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, wobei die mitochondriale Erkrankung Diabetes ist.

24. Verwendung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, wobei die mitochondriale Erkrankung die Parkinsonsche Krankheit ist.

25. Verwendung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, wobei die mitochondriale Erkrankungen mit Phänomenen des Alterns zusammenhängen.

26. Verfahren, umfassend das Binden einer Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 15 an mtDNA, um Transkription zu verhindern.

27. Verfahren, umfassend das Binden einer Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 15 an mitochondriale RNA, um Translation zu verhindern.

28. Verbindung, umfassend einen Wirkstoff, der mit mindestens einem Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxydinitro-phenyl-Rest substituiert ist.

29. Verbindung nach Anspruch 28, wobei der Wirkstoff eine zur Oxidation oder Reduktion fähige funktionelle Gruppe enthält.

30. Verbindung nach einem der Ansprüche 28 oder 29, wobei der Wirkstoff ein Antioxidans enthält.

31. Verbindung nach einem der Ansprüche 28 bis 30, wobei die Verbindung durch die allgemeine Formel V beschrieben ist, wobei
Z eine zur Oxidation oder Reduktion fähige funktionelle Gruppe,
M eine Linkergruppe,
und P ein Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxydinitro-phenyl-Rest ist.

32. Verfahren zur selektiven Lokalisierung einer Verbindung innerhalb einer Zelle sowohl an als auch in Mitochondrien, indem die Verbindung mit mindestens einem Monohydroxy-mononitrophenyl-Rest oder Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest substituiert wurde.

33. Verfahren nach Anspruch 32, wobei die Verbindung einen Wirkstoff darstellt.

34. Verfahren nach Anspruch 33, wobei der Wirkstoff eine zur Oxidation oder Reduktion fähige funktionelle Gruppe enthält.

35. Verfahren nach einem der Ansprüche 33 oder 34, wobei der Wirkstoff ein Antioxidans enthält.

36. Verfahren nach einem der Ansprüche 32 bis 35, wobei die Verbindung durch die allgemeine Formel V beschrieben ist, wobei
Z eine zur Oxidation oder Reduktion fähige funktionelle Gruppe,
M eine Linkergruppe,
und P ein Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxydinitro-phenyl-Rest ist.

37. Zusammensetzung, die mindestens eine Verbindung nach einem der Ansprüche 28 bis 31 enthält.

38. Pharmazeutische Zusammensetzung, die mindestens eine Verbindung nach einem der Ansprüche 28 bis 31 oder eine Zusammensetzung nach Anspruch 37, gegebenenfalls in Kombination mit mindestens einem Träger, Lösungsmittel oder sonstigen pharmazeutischen Hilfsstoff, enthält.

39. Verwendung einer Verbindung nach einem der Ansprüche 28 bis 31 oder einer Zusammensetzung nach Anspruch 37 oder einer pharmazeutischen Zusammensetzung nach Anspruch 38 für die Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von mitochondrialen Erkrankungen.

40. Verwendung einer Verbindung nach einem der Ansprüche 28 bis 31 oder einer Zusammensetzung nach Anspruch 37 für die Diagnose von mitochondrialen Eigenschaften oder mitochondrialen Erkrankungen.

41. Verwendung einer Verbindung nach einem der Ansprüche 28 bis 31 oder einer Zusammensetzung nach Anspruch 37 oder einer pharmazeutischen Zusammensetzung nach Anspruch 38 zur Behandlung von mitochondrialen Erkrankungen.

42. Verwendung nach einem der Ansprüche 39 bis 41, wobei die mitochondriale Erkrankung eine Erbkrankheit ist.

43. Verwendung nach einem der Ansprüche 39 bis 41, wobei die mitochondriale Erkrankung eine Krebserkrankung ist.

44. Verwendung nach einem der Ansprüche 39 bis 41, wobei die mitochondriale Erkrankung Diabetes ist.

45. Verwendung nach einem der Ansprüche 39 bis 41, wobei die mitochondriale Erkrankung die Parkinsonsche Krankheit ist.

46. Verwendung nach einem der Ansprüche 39 bis 41, wobei die mitochondriale Erkrankungen mit Phänomenen des Alterns zusammenhängen.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft neue Verfahren zur selektiven Lokalisierung von Wirkstoffen sowohl an als auch in Mitochondrien innerhalb von lebenden Zellen sowie Wirkstoffe, die ohne weitere Hilfsmittel durch die Zellmembran in Zellen eindringen und dort selektiv sowohl an als auch in Mitochondrien lokalisiert werden.

Mitochondrien sind semiautonome Organelle der Zelle. Sie besitzen ein eigenes Genom (mtDNA), das neben dem Kerngenom für einen Teil ihrer Proteine kodiert. Die mitochondrial kodierten Proteine werden auch mitochondrial transkribiert, translatiert und synthetisiert. Wichtige, in den Mitochondrien lokalisierte Stoffwechselwege, dienen der Energiegewinnung und sind somit essentiell für die Vitalität der Zelle.

Mitochondriale Krankheiten umfassen beispielsweise zahlreiche Erbkrankheiten, Krebs, Diabetes und Parkinson. Mitochondriale Stoffwechselstörungen werden unter anderem auch für Phänomene des Alterns verantwortlich gemacht.
(„Mitochondria as targets for detection and treatment of cancer", Josephine S. Modica-Napolitano, Keshav K. Singh, expert reviews in molecular medicine, (02)00445-3a.pdf (short code: txt001ksb); 11 April 2002, ISSN 1462–3994 ©2002 Cambridge University Press.
„Mitochondrial defects in cancer", Jennifer S Carew, Peng Huang, Molecular Cancer, 2002, I:9.
G. A. Cortopassi, Aliu Wong, Biochinica et Biophysica Acta (BBA)-Bioenergetics, 1999, 1410 (2), 183–193.).

Die den mitochondrialen Krankheiten zugrunde liegenden Gendefekte reichen von sporadisch auftretenden aber auch rein maternal vererbten Punkt- und Längenmutationen der mtDNA über autosomal dominant bzw. rezessiv vererbte Formen bei Veränderungen im Kerngenom. Außerdem wird diskutiert, dass Veränderungen in der mtDNA auch bei polygenen Erkrankungen mit komplizierten Erbgängen eine Rolle spielen.

Besonderheiten dieser Erkrankungen sind die Vielfältigkeit ihrer klinischen Bilder, die Komplexität der Diagnostik und die bisher nur beschränkt vorhandenen Therapieansätze.

In diesem Zusammenhang ist eine selektive Lokalisierung von Wirkstoffen an Mitochondrien innerhalb von Zellen eine wichtige Vorraussetzung für die Entwicklung von Medikamenten gegen mitochondriale Krankheiten. Durch die selektive Lokalisierung wird eine hohe lokale Wirkstoff-Konzentration an Mitochondrien erzeugt, die schließlich zu einem Import der Wirkstoffe in die Mitochondrien führt.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, mit dem mitochondriale Wirkstoffe wie zum Beispiel small molecules oder Antisense-Wirkstoffe innerhalb von Zellen selektiv sowohl an als auch in Mitochondrien lokalisiert werden können.

Mitochondriale Wirkstoffe sind Substanzen, die eine Wirksamkeit sowohl an als auch in Mitochondrien erzielen, wie zum Beispiel Wirksamkeit in der Behandlung von mitochondrialen Krankheiten oder Wirksamkeit in Bezug auf diagnostische Verfahren sowohl an als auch in Mitochondrien.

Weiterhin ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Antisense-Wirkstoffe zur Verfügung zu stellen, die ohne weitere Hilfsmittel durch die Zellmembran in Zellen eindringen und dort selektiv sowohl an als auch in Mitochondrien lokalisiert werden, um in Mitochondrien einen Antisense- oder einen antigenomischen Effekt zu erzeugen.

Diese Aufgaben werden gelöst durch Verbindungen der allgemeinen Formel I: worin
n eine ganze Zahl von 0 bis 35 ist, bevorzugt 1 bis 28, stärker bevorzugt 9 bis 28, am stärksten bevorzugt 13 bis 20.

Die Reste K, L oder R1 sind unabhängig voneinander mit mindestens einem Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest, bevorzugt ein 4-Hydroxy-3-nitro-phenyl-Rest, weiterhin bevorzugt ein 3-Hydroxy-6-nitro-phenyl-Rest, oder einem Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest, bevorzugt ein 4-Hydroxy-3,5-dinitro-phenyl-Rest, weiterhin bevorzugt ein 3-Hydroxy-4,6-dinitro-phenyl-Rest, substituiert, wobei die Veknüpfungsposition des Phenyl-Rests mit den Resten K, L oder R1 als Position 1 definiert ist.

E ist unabhängig voneinander ein H-Atom, ein substituierter oder unsubstituierter Phenylrest, ein substituierter oder unsubstituierter Heterocyclus, eine gegebenenfalls mit Schutzgruppen substituierte Nukleobase, z. B. eine in der Natur vorkommende oder nicht in der Natur vorkommende Nukleobase, oder ein DNA-Intercalator.

Bevorzugt ist jedes E unabhängig voneinander ein Adeninyl-, Cytosinyl-, Pseudoisocytosinyl-, Guaninyl-, Thyminyl-, Uracilyl oder Phenyl-Rest.

Jeder Rest R1 ist unabhängig voneinander ein H-Atom oder ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischer oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen, wobei mindestens ein Rest R1 kein H-Atom und mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert ist.

Wenn der Rest R1 nicht mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert ist, kann er z. B. auch unabhängig voneinander eine oder mehrere Seitenketten einer natürlichen oder nichtnatürlichen Aminosäure aufweisen, bevorzugt einen gegebenenfalls substituierten Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischen oder alicyclischen Rest mit bis zu 20 C-Atomen.

Bevorzugt umfasst jeder Rest R1 unabhängig voneinander 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder 10 C-Atome.

Jeder Rest R1 kann unabhängig voneinander verzweigt oder unverzweigt sein.

Der Ausdruck "gegebenenfalls substituiert" bezieht sich in der gesamten Anmeldung auf Gruppen, in denen ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Fluor-, Chlor-, Brom- oder Jodatome oder -COOH, COOR8, -CSOH, CSOR8, -COSH, COSR8, -CONH2, -CONHR9, -COR10R11, -OH, -OR8, =O, -SH, -SR8, =S, -NH2, =NH, -NHR9, -NR10R11 -NR12NOH, -NOR13 oder NO2-Gruppen ersetzt sind. Dieser Ausdruck bezieht sich weiterhin auf Gruppen, die mit urisubstituierten C1-C6 Alkyl-, C2-C6 Alkenyl-, C2-C6 Alkinyl-, C1-C6 Heteroalkyl-, C3-C10 Cycloalkyl-, C2-C9 Heterocycloalkyl-, C6-C10 Aryl-, C5-C9 Heteroaryl-, C7-C12 Aralkyl- oder C2-C11 Heteroaralkyl-Gruppen substituiert sind, wobei R8, R9, R10, R11, R12 und R13 unabhängig voneinander C1-C6 Alkylreste sind.

Phosphonsäureester-Funktionen können zum Beispiel die Formel -P(=O)(OV)2 oder -P(=O)(OV)(OH) aufweisen. Dabei kann jedes V unabhängig voneinander ein unsubstituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen, stärker bevorzugt mit bis 7 Atomen und am stärksten bevorzugt ein Methyl-, Ethyl-, Cyclohexyl, oder Benzyl-Rest sein.

Bei den erfindungsgemäßen Verbindungen können die Phosphonsäure-Funktionen zum Beispiel die Formel -P(=O)(OH)2 aufweisen.

Am stärksten bevorzugt wird jeder Rest R1 unabhängig voneinander aus einer Gruppe der Formeln -(C1-C10)Alkyl-[P(=O)(O-V)2] ausgewählt, wobei jedes V unabhängig voneinander ein H-Atom, ein Methyl-, Ethyl-, Cyclohexyl-, oder ein Benzyl-Rest ist.

K ist eine Gruppe der Formel -NR2R3, -NR2R3R4, -NR2(CO)R3 oder -NR2(CS)R3, wobei R2, R3 und R4 unabhängig voneinander ein H-Atom, ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkaryl-, Alkenyl, oder Alkinyl- Rest, Amino-Schutzgruppe, Reporterligand, Intercalator, Chelator, Aminosäure, Peptid, Protein, Kohlenhydrat, Lipid, Steroid, Fettsäure, Oligonukleotid oder ein Polymer sind, das in Wasser löslich oder unlöslich sein kann.

Bevorzugt ist K eine NH2-Funktion, ein -NH(CO)CH3-Rest, eine -NH(CO)-(C1-C10)Alkyl-Funktion, eine -NH(CO)-(C1-C10)Alkaryl-Funktion, eine -NH(CO)-(C1-C10)Alkenyl-Funktion, eine -NH(CO)-(C1-C10)Alkinyl-Funktion, eine Gruppe der Formel -NR2R3 oder -NR2R3R4 oder -NR2(CO)R3, wobei R2, R3 und R4 unabhängig voneinander ein H-Atom, eine Aminosäure, ein Peptid oder ein Alkyl-, Alkaryl-, Alkenyl, oder Alkinyl- Rest sind.

L ist eine Gruppe der Formel -NR5R6, -NR5(CO)R6, -NR5(CS)R6, -OR7 oder -SR7 wobei R5 und R6 unabhängig voneinander ein H-Atom, ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkaryl-, Alkenyl, oder Alkinyl- Rest, Reporterligand, Intercalator, Chelator, Aminosäure, Aminosäureamid, Peptid, Peptidamid, Protein, Kohlenhydrat, Lipid, Steroid, Fettsäure, Oligonukleotid oder ein in Wasser lösliches oder ein unlösliches Polymer und R7 ein H-Atom, ein gegebenenfalls substituierter Alkylrest, Reporterligand, Intercalator, Chelator, Aminosäure, Aminosäureamid, Peptid, Peptidamid, Protein, Kohlenhydrat, Lipid, Steroid, Fettsäure, Oligonukleotid oder ein in Wasser lösliches oder ein unlösliches Polymer ist.

Bevorzugt ist L eine OH-Funktion, eine NH2-Funktion, eine -NH-(C1-C10)Alkyl-Funktion, eine -NH-(C1-C10)Alkaryl-Funktion, eine -NH-(C1-C10)Alkenyl-Funktion, eine -NH-(C1-C10)Alkinyl-Funktion, eine Aminosäure-, Aminosäureamid-, eine Peptid-oder eine Peptidamid-Einheit.

In der gesamten Anmeldung können Alkylreste vorzugsweise 1-6 C-Atome aufweisen, z. B. Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butyl-Gruppen sein.

Wenn R1 kein H-Atom ist, entsteht durch die Bindung vom Rest R1 an das Backbone der allgemeinen Verbindung I an der Verbindungsstelle ein asymmetrisches Zentrum (*). An jedem asymmetrischen Zentrum liegt demnach eine R-Konfiguration oder eine S-Konfiguration vor.

Dabei wird die Konfiguration vorzugsweise am asymmetrischen Zentrum analog den Cahn-Ingold-Prelog-Regeln definiert, mit der zusätzlichen Maßgabe, dass die Priorität der Liganden immer wie folgt definiert ist: Das Stickstoffatom am asymmetrischen Zentrum erhält immer die Priorität 1. Das Kohlenstoffatom der Carboxylgruppe am asymmetrischen Zentrum erhält immer die Priorität 2. Das Kohlenstoffatom des Rests R1 am asymmetrischen Zentrum erhält immer die Priorität 3. Das Wasserstoffatom am asymmetrischen Zentrum erhält immer die Priorität 4.

Erfindungsgemäß weisen die Verbindungen der allgemeinen Formel I mindestens 1 asymmetrisches Zentrum auf, wobei mindestens ein Rest R1 mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert ist.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht jeder zweite Rest R1 unabhängig voneinander der Seitenkette einer natürlichen oder nichtnatürlichen Aminosäure, bevorzugt einem gegebenenfalls substituierten Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischen oder alicyclischen Rest mit bis zu 20 C-Atomen und mindestens ein Rest R1 ist ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl- oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen, der mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert ist, wobei die übrigen Reste R1 H-Atome sind.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht jeder dritte Rest R1 unabhängig voneinander der Seitenkette einer natürlichen oder nichtnatürlichen Aminosäure, bevorzugt einem gegebenenfalls substituierten Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischen oder alicyclischen Rest mit bis zu 20 C-Atomen und mindestens ein Rest R1 ist ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl- oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen und mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert, wobei die übrigen Reste R1 H-Atome sind.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entsprechen zwei, drei oder mehr benachbarte Reste R1 unabhängig voneinander der Seitenkette einer natürlichen oder nichtnatürlichen Aminosäure, bevorzugt einem gegebenenfalls substituierten Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischen oder alicyclischen Rest mit bis zu 20 C-Atomen und mindestens ein Rest R1 ist ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl- oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen und mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert, wobei die übrigen Reste R1 H-Atome sind.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht jedes R1 unabhängig voneinander der Seitenkette einer natürlichen oder nichtnatürlichen Aminosäure, bevorzugt einem gegebenenfalls substituierten Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl-, heterocyclischen oder alicyclischen Rest mit bis zu 20 C-Atomen und mindestens ein Rest R1 ist ein gegebenenfalls substituierter Alkyl-, Alkenyl-, Alkylaryl-, Aryl- oder alicyclischer Rest mit bis zu 20 C-Atomen und mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen einer oder mehrere der Reste R1 unabhängig voneinander mindestens eine Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktion auf.

Gemäß weiterer bevorzugter Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung gilt folgendes:
Sind in der Verbindung der allgemeinen Formel I mehr als ein asymmetrisches Zentrum und mehr als ein gegebenenfalls substitutierter Rest R1 mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen vorhanden, haben mindestens 50% der Anzahl der asymmetrischen Zentren, die Reste mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen aufweisen, die R-Konfiguration, bevorzugt 66%, stärker bevorzugt 70%, stärker bevorzugt 75%, stärker bevorzugt 80%, stärker bevorzugt 85%, stärker bevorzugt 90%, stärker bevorzugt 95%, am stärksten bevorzugt 100%.

Gemäß alternativer bevorzugter Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung gilt folgendes:
Sind in der Verbindung der allgemeinen Formel I mehr als ein asymmetrisches Zentrum und mehr als ein gegebenenfalls substitutierter Rest R1 mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen vorhanden, haben mindestens 50% der Anzahl der asymmetrischen Zentren, die Reste mit einer oder mehreren Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen aufweisen, die S-Konfiguration, bevorzugt 66%, stärker bevorzugt 70%, stärker bevorzugt 75%, stärker bevorzugt 80%, stärker bevorzugt 85%, stärker bevorzugt 90%, stärker bevorzugt 95%, am stärksten bevorzugt 100%.

In einer weiteren Ausführungsform sind maximal 80% der Anzahl der Reste R1 mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert und die übrigen Reste R1 sind H-Atome.

In einer weiteren Ausführungsform sind maximal 60% der Anzahl der Reste R1 mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert und die übrigen Reste R1 sind H-Atome.

In einer weiteren Ausführungsform sind maximal 50% der Anzahl der Reste R1 mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert und die übrigen Reste R1 sind H-Atome.

In einer weiteren Ausführungsform sind maximal 40% der Anzahl der Reste R1 mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert und die übrigen Reste R1 sind H-Atome.

In einer weiteren Ausführungsform sind maximal 30% der Anzahl der Reste R1 mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert und die übrigen Reste R1 sind H-Atome.

In einer weiteren Ausführungsform sind maximal 20% der Anzahl der Reste R1 mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert und die übrigen Reste R1 sind H-Atome.

In einer weiteren Ausführungsform sind maximal 10% der Anzahl der Reste R1 mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert und die übrigen Reste R1 sind H-Atome.

In einer weiteren Ausführungsform sind maximal 4% der Anzahl der Reste R1 mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert und die übrigen Reste R1 sind H-Atome.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen alle asymmetrischen Zentren (*) der allgemeinen Verbindung I die gleiche Konfiguration auf.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen alle asymmetrischen Zentren (*) der allgemeinen Verbindung I die S-Konfiguration auf.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen alle asymmetrischen Zentren (*) der allgemeinen Verbindung I die R-Konfiguration auf.

Ferner werden erfindungsgemäß Zusammensetzungen offenbart, die eine oder mehrere erfindungsgemäße Verbindungen gegebenenfalls in Kombination mit üblichen Adjuvantien enthalten.

Die Synthese der Verbindungen der allgemeinen Formel I erfolgt vorzugsweise aus enantiomerenreinen Monomeren. Während der Synthese der Verbindungen der allgemeinen Formel I können einzelne asymmetrische Zentren aufgrund der chemischen Synthesebedingungen zu einem geringen Prozentsatz ihre vorher definierte Konfiguration ändern. Der größte Prozentsatz, der während der Synthese gebildeten Verbindungen der allgemeinen Formel I, ist aber stereoisomerenrein. Auch diese Zusammensetzungen sind in der Lage, die erfindungsgemäße Aufgabe zu erfüllen.

Eine Verbindung der allgemeinen Formel I kann über die Reste K und L als Linker mit einer zweiten Verbindung der allgemeinen Formel I verbunden sein wobei die Reste wie oben definert sind. Die Konfiguration an den asymmetrischen Zentren der einen Verbindung der allgemeinen Formel I ist dabei unabhängig von der Konfiguration an den asymmetrischen Zentren der über den Linker verbundenen zweiten Verbindung der allgemeinen Formel I. So können beispielweise alle asymmetrischen Zentren der einen Verbindung der allgemeinen Formel I die R-Konfiguration aufweisen und alle asymmetrischen Zentren der zweiten, verbundenen Verbindung der allgemeinen Formel I die S-Konfiguration aufweisen. Es können auch beispielweise alle asymmetrischen Zentren der einen Verbindung der allgemeinen Formel I die R-Konfiguration aufweisen und alle asymmetrischen Zentren der zweiten, verbundenen Verbindung der allgemeinen Formel I die R-Konfiguration aufweisen.

Der Linker dient inbesondere dazu, den Abstand zwischen zwei Verbindungen der allgemeinen Formel I so einzustellen, dass zwischen den beiden Verbindungen der allgemeinen Formel I mit Linker und einzelsträngiger RNA oder DNA bzw. doppelsträngiger DNA eine gegenseitige Interaktion über die jeweiligen Nukleobasen erfolgen kann.

Als Linker eignen sich alle bekannten und alle für diesen Zweck eingesetzten bzw. einsetzbaren Linkermoleküle. Beispielsweise kann ein solcher Linker eine gegebenenfalls substituierte Alkylkette, ein Peptid, ein Oligonukleotid, oder ein Oligomer, das aus mindestens drei 8-Amino-3,6-dioxaoctansäure-Einheiten (egl-Einheiten) aufgebaut ist, sein.

Die Anzahl und die Reihenfolge der Reste R1, die mit einer Phosphonsäureester- bzw. Phosphonsäure-Funktion substituiert sind, kann erfindungsgemäß frei gewählt werden. So kann beispielsweise jeder, jeder zweite, jeder dritte, jeder vierte, jeder fünfte, jeder sechste, jeder siebte, jeder achte, jeder neunte oder jeder zehnte Rest R1 mit einer Phosphonsäureester- bzw. Phosphonsäure-Funktion substituiert sein. Die Substitutionen mit den Phosphonsäureester- bzw. Phosphonsäure-Funktionen können regelmäßig sein oder an beliebigen Positionen vorliegen.

Ferner können auch mehrere Reste R1 aufeinander folgend mit einer Phosphonsäureester- bzw. Phosphonsäure-Funktion substituiert sein (benachbarte Anordnung). Dabei können in der Verbindung der allgemeinen Formel I auch mehrere dieser benachbarten Anordnungen enthalten sein.

Es können aber auch beispielsweise nur einzelne Reste R1 an beliebigen Positionen mit einer Phosphonsäureester- bzw. die Phosphonsäure-Funktion substituiert sein.

Die Positionen mit den einzelnen, aufeinander folgenden Reste R1, die mit einer Phosphonsäureester- bzw. die Phosphonsäure-Funktion substituiert sind, können beliebig sein.

In EP 1157031 werden Verbindungen beschrieben, die mit Phosphonsäureester- oder Phosphonsäure-Funktionen substituiert sind und dadurch eine gute Zellgängigkeit aufweisen.

Im Gegensatz zu den in EP 1157031 beschriebenen Verbindungen sind die hier beschriebenen, erfindungsgemäßen Verbindungen zusätzlich mit mindestens einem Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest substituiert.

Bei diesen erfindungsgemäßen Verbindungen haben die Erfinder eine überraschende, selektive Lokalisierung sowohl an als auch in Mitochondrien innerhalb von lebenden Zellen festgestellt. Die erfindungsgemäßen Verbindungen können nach ihrer selektiven Lokalisierung sowohl an als auch in Mitochondrien ihre Wirksamkeit durch einen Antisense-Effekt oder einen antigenomischen Effekt innerhalb der Mitochondrien entfalten.

Zur Feststellung der Lokalisierung sowohl an als auch in Mitochondrien wurden erfindungsgemäße Verbindungen mit dem Fluoreszenz-Farbstoff Biotin gelabelt, um diese in Zellgängigkeitsexperimenten mit einem konfokalen Mikroskop anhand der grünen Fluoreszenz innerhalb der Zellen detektieren zu können. Zur Anfärbung der Mitochondrien wurde kommerziell erhältlicher „MitoTracker" verwendet, mit dessen Hilfe die Mitochondrien mit dem konfokalen Mikroskop anhand der roten Fluoreszenz zu erkennen sind. Gleichzeitig wurde der Zellkern durch „DAPI"-Anfärbung anhand seiner blauen Fluoreszenz lokalisiert. Die Zellen wurden mit einer 10 μM Lösung der erfindungsgemäßen und Biotin-gelableten Verbindungen 24 Stunden inkubiert und danach mit dem konfokalen Mikroskop analysiert. Dabei wurden verschiedene Linescans durch die Zellen gemessen.

Die Linescan-Analysen in den durch die Hela-Zellen bzw. 143B parentalen Zellen zeigen die Signalintensitäten der Verbindungen der allgemeinen Formel I, der Mitochondrien und des Zellkerns.

An den parallelen Signalintensitäten der erfindungsgemäßen Verbindungen der allgemeinen Formel I mit einem Monohydroxymononitro-phenyl-Rest () bzw. Monohydroxy-dinitrophenyl-Rest () und der Mitochondrien ist die selektive Lokalisierung der Verbindungen der allgemeinen Formel I sowohl an als auch in den Mitochondrien deutlich zu erkennen. Im Zellkern dagegen sind keine erfindungsgemäßen Verbindungen zu erkennen.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen zeigen hierbei eine vergleichbare Selektivität in Bezug auf die Lokalisierung sowohl an als auch in Mitochondrien wie das kommerziell erhältliche Mitochondrien-Anfärbe-Reagenz „MitoTracker".

Verbindungen der allgemeinen Formel I, die keinen Monohydroxymononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest an den Substituenten K, L oder R1 tragen, verteilen sich entweder gleichmäßig innerhalb von Zellen oder lagern sich in anderen Zellkompartimenten als den Mitochondrien an. Überraschenderweise führt allein die Substitution der Verbindungen der allgemeinen Formel I mit einem Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest zu einer selektiven Lokalisierung dieser mitochondrialen Wirkstoffe sowohl an als auch in Mitochondrien.

Dadurch stellt die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren bereit, bei dem mitochondriale Wirkstoffe durch die kovalente Kopplung mit einem Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest selektiv sowohl an als auch in Mitochondrien lokalisiert werden, um anschließend ihre Wirksamkeit an oder in Mitochondrien entfalten zu können. Das Verfahren umfasst beispielsweise auch die kovalente Kopplung eines Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rests oder Monohydroxydinitro-phenyl-Rests an einen zur Oxidation oder Reduktion fähigen Wirkstoff wie beispielsweise ein Antioxidans, um dadurch einen selektiv gegen mitochondriale Krankheiten gerichteten Wirkstoff zu erhalten.

Auf Basis dieses Verfahrens stellt die Erfindung weitere Verbindungen der allgemeinen Formel V bereit: worin
Z eine zur Oxidation oder Reduktion fähige funktionelle Gruppe,
M eine Linkergruppe,
und P ein Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest oder Monohydroxydinitro-phenyl-Rest ist.

Bevorzugt ist Z eine Gruppe der allgemeinen Formel VI, VII, VIII oder IX worin,
m und m' eine ganze Zahl von 0 bis 3 ist.

Jedes Y und Y' ist unabhängig voneinander eine Alkoxy-, Thioalkyl-, Haloalkyl-, Halogen-, Amino-, Nitro- oder ein gegebenenfalls substituierter Alkyl- oder Aryl-Rest, oder, wenn m gleich 2 oder 3 ist, können zwei Reste Y zusammen ein oder zwei oder drei zu dem Aryl-Ring annelierten aliphatische, heterozyklische (Heteroatom ist O, S oder N) oder aromatische Ringe bilden.

Bevorzugt ist jedes Y und Y' unabhängig voneinander eine Methyl- oder eine Methoxy-Gruppe.

Bevorzugt ist M ist eine verzweigte oder unverzweigte, gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl- oder Alkylaryl-Kette mit bis zu 30 C-Atomen, stärker bevorzugt ist M (CH2)p, wobei p eine ganze Zahl von 1 bis 20 ist, am stärksten bevorzugt ist M ein Ethyl- Propyl-, Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, Heptyl-, Octyl-, Nonyl- oder Decyl-Kette.

Am stärksten bevorzugt ist Z eine Gruppe der Formel oder eine Gruppe der Formel oder eine Gruppe der Formel oder eine Gruppe der Formel

Die erfindungsgemäßen Verbindungen und das erfindungsgemäße Verfahren sind dadurch zur Behandlung von mitochondrialen Krankheiten sowie zu diagnostischen Zwecken im Zusammenhang mit Mitochondrien geeignet. Dies sind beispielsweise Erbkrankheiten, Krebs, Parkinson oder Diabetes. Erfindungsgemäße Verbindungen können dadurch auch als anti-aging-Wirkstoffe eingesetzt werden.

Auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen zur Herstellung von Arzneimitteln zur Vorbeugung und/oder Behandlung von Erkrankungen, ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Im Allgemeinen werden erfindungsgemäße Verbindungen unter Anwendung der bekannten und akzeptablen Modi, entweder einzeln oder in Kombination mit einem beliebigen anderen therapeutischen Mittel verabreicht. Die Verabreichung kann z. B. auf einem der folgenden Wege erfolgen: oral, z. B. als Dragees, überzogene Tabletten, Pillen, Halbfeststoffe, weiche oder harte Kapseln, Lösungen, Emulsionen oder Suspensionen; parenteral, z. B. als injizierbare Lösung; rektal als Suppositorien; durch Inhalation, z. B. als Pulverformulierung oder Spray, transdermal oder intranasal. Zur Herstellung solcher Tabletten, Pillen, Halbfeststoffe, überzogenen Tabletten, Dragees und harten Gelatinekapseln kann das therapeutisch verwendbare Produkt mit pharmakologisch inerten, anorganischen oder organischen Arzneimittelträgersubstanzen vermischt werden, z. B. mit Lactose, Sucrose, Glucose, Gelatine, Malz, Silicagel, Stärke oder Derivaten derselben, Talkum, Stearinsäure oder ihren Salzen, Trockenmagermilch und dgl. Zur Herstellung von weichen Kapseln kann man Arzneimittelträgerstoffe wie z. B. pflanzliche Öle, Petroleum, tierische oder synthetische Öle, Wachs, Fett, Polyole einsetzen. Zur Herstellung von flüssigen Lösungen und Sirups kann man Arzneimittelträgerstoffe wie z. B. Wasser, Alkohole, wässrige Salzlösung, wässrige Dextrose, Polyole, Glycerin, pflanzliche öle, Petroleum, tierische oder synthetische Öle verwenden. Für Suppositorien kann man Arzneimittelträgerstoffe wie z. B. pflanzliche Öle, Petroleum, tierische oder synthetische Öle, Wachs, Fett und Polyole verwenden. Für Aerosol-Formulierungen kann man komprimierte Gase, die für diesen Zweck geeignet sind, wie z. B. Sauerstoff, Stickstoff, Fluorchlorkohlenwasserstoffe, Fluorkohlenwasserstoffe, Chlorkohlenwasserstoffe und Kohlendioxid einsetzen. Die pharmazeutisch verwendbaren Mittel können auch Zusatzstoffe zur Konservierung, Stabilisierung, Emulgatoren, Süßstoffe, Aromastoffe, Salze zur Veränderung des osmotischen Drucks, Puffer, Umhüllungszusatzstoffe und Antioxidantien enthalten.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen der allgemeinen Formel I lassen sich beispielsweise mittels in der Literatur beschriebenen Verfahren durch Umsetzung von Verbindungen der allgemeinen Formel II in an sich bekannter Weise (z. B. L. Christensen, R. Fitzpatrick, B. Gildea, K. H. Petersen, H. F. Hansen, T. Koch, M. Egholm, O. Buchardt, P. E. Nielsen, J. Coull, R. H. Berg, J. Pept. Sci. 3, 1995, 175–183.T. Koch, H. F. Hansen, P. Andersen, T. Larsen, H. G. Batz, K. Otteson, H. Örum, J. Pept. Res. 49, 1997, 80–88.F. Bergmann, W. Bannwarth, S. Tam, Tetrahedron Lett. 36, 1995, 6823–6826) herstellen.

Die Einführung von Monohydroxy-mononitro-phenyl-Resten oder Monohydroxy-dinitro-phenyl-Resten als Substituent in den erfindungsgemäßen Verbindungen kann beispielsweise über die Kopplung der Verbindungen der allgemeinen Formel III oder IV an eine Aminfunktion in den Resten K, L oder R1 erfolgen.

Im Folgenden wird die Verbindung der allgemeinen Formel III als MNPA („MonoNitro-hydroxy-Phenyl-Acetat") die Verbindung der allgemeinen Formel IV als DNPA („DiNitro-hydroxy-Phenyl-Acetat") abgekürzt.

In den Verbindungen der allgemeinen Formel II ist der Rest R14 z. B. ein H-Atom oder ein Allyl-, Benzyl-, Ethyl- , Methyl-Rest oder ein lösliches oder unlösliches Polymer.

Pr ist ein H-Atom oder eine abspaltbare Aminschutzgruppe. Die Aminschutzgruppe muß in Gegenwart der Nukleobasen-Schutzgruppen selektiv abspaltbar sein. Vorzugsweise ist Pr ein H-Atom, eine Oxocarbamat- oder eine Thiocarbamat-Schutzgruppe, am stärksten bevorzugt ist Pr ein H-Atom oder eine Fmoc-, Boc-, Cbz-, Mmt- oder eine Bhoc-Schutzgruppe.

E und der Rest R1 sind wie oben definiert.

Das asymmetrische Zentrum (*), an das der Rest R1 bindet, kann die R- oder S-Konfiguration aufweisen.

Die Verbindungen der allgemeinen Formel II können zum Beispiel nach folgendem Verfahren hergestellt werden.

Herstellung der Verbindungen der allgemeinen Formel II mit R-Konfiguration am asymmetrischen Zentrum: Reaktionsschritt 1:

Ausgehend von der S-Konfiguration des Pyrazin-Edukts kann die Durchführung beispielsweise wie in der Literatur beschrieben (U. Schöllkopf, U. Busse, R. Lonsky, R. Hinrichs, Liebigs Ann. Chem. 1986, 2150–2163; A. Schick, T. Kolter, A. Giannis, K. Sandhoff, Tetrahedron 51, 1995, 11207–11218) erfolgen.

Reaktionsschritt 2:

Die Durchführung kann beispielsweise wie in der Literatur beschrieben (U. Schöllkopf, U. Busse, R. Lonsky, R. Hinrichs, Liebigs Ann. Chem. 1986, 2150–2163) erfolgen.

Reaktionsschritt 3:

Das Produktgemisch aus Reaktionsschritt 2 kann, nach Freisetzung der Amine aus ihren Hydrochloriden durch eine Base (z. B. NaHCO3, NH3), in die Folgereaktion eingesetzt werden. Diese, eine reduktive Aminierung, kann wie in der Literatur beschrieben (G. Haaima, A. Lohse, O. Buchardt, P. E. Nielsen, Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 35, 1996, No 17, 1939–1942) durchgeführt werden. Statt Natriumcyanoborhydrid können auch andere Reduktionsmittel wie z. B. Wasserstoff und ein Katalysator (z. B. Pd/C) verwendet werden. Die Reaktionsprodukte werden chromatographisch aufgetrennt.

Reaktionsschritt 4:

Die Durchführung kann beispielsweise wie in der Literatur beschrieben (G. Haaima, A. Lohse, O. Buchardt, P. E. Nielsen, Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 35, 1996, No 17, 1939–1942) erfolgen.

Die Herstellung der Verbindung E-CH2-COOH (zum Beispiel C(PG)-CH2-COOH, A(PG)-CH2-COOH, G(PG)-CH2-COOH oder T-CH2-COOH, J(PG)-CH2-COOH wobei A = Adeninyl, C = Cytosinyl, G = Guaninyl, T = Thyminyl, J = Pseudoisocytosinyl PG = Schutzgruppe wie beispielsweise Benzyloxycarbonyl (Z), Benzyl (Bzl), Acetyl (Ac) oder Anisoyl (An)) kann beispielsweise wie in der Literatur beschrieben (S. A. Thomson, J. A. Josey, R. Cadilla, M. D. Gaul, F. C. Hassmann, M. J. Lazzio, A. J. Pipe, K. L. Reed, D. J. Ricca, R. W. Wiether, S. A. Noble, Tetrahedron 51, 1995, 6179–6194) erfolgen.

Weitere mögliche Schutzgruppen sind ebenfalls in der Literatur beschrieben (G. Breitpohl, D. W. Will, A. Peymann, E. Uhlmann, Tetrahedron 53, 1997, 14671–14686; T. Kofoed, H. F. Hansen, H. Orum, T. Koch, J. Peptide Sci., 7, 2001, 402–412)

Reaktionsschritt 5:

Die Durchführung kann beispielsweise wie in der Literatur beschrieben (G. Haaima, A. Lohse, O. Buchardt, P. E. Nielsen, Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 35, 1996, No 17, 1939–1942) erfolgen.

Zur einfacheren Beschreibung der Verbindungen der allgemeinen Formel II, die als Produkte in dem Reaktionsschritt 5 entstehen, werden folgende Abkürzungen verwendet:
Wird beispielsweise A(PG)-CH2-COOH im Reaktionsschritt 5 eingesetzt, so erhält man die entsprechende Verbindung der allgemeinen Formel II, die ein asymmetrisches Zentrum aufweist. Diese Verbindung wird hier im Allgemeinen als AR(PG) abgekürzt. Dabei steht A für die Nukleobase in der Verbindung der allgemeinen Formel II mit einem asymmetrischen Zentrum, das hochgestellte R steht für die R-Konfiguration der Verbindung und das PG steht für die Schutzgruppe an der Nukleobase.

Wird beispielsweise Phenylessigsäure im Reaktionsschritt 5 eingesetzt so erhält man eine Verbindung der allgemeinen Formel II mit einem asymmetrischen Zentrum, die als PR abgekürzt wird.

Die entsprechenden Verbindungen der allgemeine Formel II ohne asymmetrisches Zentrum (R1 = H) werden analog zu den Verbindungen der allgemeinen Formel II mit einem asymmetrischen Zentrum abgekürzt mit dem Unterschied, das anstatt dem Großbuchstaben für die Nukleobase und dem hochgestellten Buchstaben für die Konfiguration (z. B. AR) der entsprechende Kleinbuchstabe a verwendet wird. Beispielsweise wird eine Verbindung der allgemeinen Formel II ohne asymmetrisches Zentrum mit PGgeschütztem C als Nukleobase als c(PG) abgekürzt.

Für die Herstellung der Verbindungen der allgemeinen Formel II mit S-Konfiguration am asymmetrischen Zentrum wird im Reaktionsschritt 1 das Pyrazin-Edukt mit der R-Konfiguration eingesetzt und die Reaktionsschritte 1 bis 5 analog durchgeführt. Man erhält dann beispielsweise eine Verbindung der allgemeinen Formel II mit der Abkürzung AS(PG).

Die erfindungsgemäßen Verbindungen lassen sich beispielsweise mittels Festphasensynthese durch Umsetzung von Verbindungen der allgemeinen Formel II in an sich bekannter Weise herstellen. Nach der Festphasensynthese werden die Schutzgruppen an den Nukelobasen abgespalten, so dass man Verbindungen der allgemeinen Formel I erhält, die wie folgt abgekürzt werden: Beispielsweise wird eine erfindungsgemäße Verbindung, die nur aus Verbindungen der allgemeinen Formel II mit einem asymmetrischen Zentrum mit R-Konfiguration hergestellt und welche im letzten Schritt mit MNPA-OH gekoppelt und danach als primäres Amid vom Harz abgespalten wurde, abgekürzt als MNPA-ARCRGRGRTRCRGRGRCRGRARARCRARTR-NH2.

Beispielsweise wird eine erfindungsgemäße Verbindung, die aus Verbindungen der allgemeinen Formel II mit einem asymmetrischen Zentrum mit R-Konfiguration und Verbindungen der allgemeinen Formel II ohne asymmetrisches Zentrum hergestellt und welche im letzten Schritt mit MNPA-OH gekoppelt und danach als primäres Amid vom Harz abgespalten wurde, abgekürzt als MNPA-ARcGRgTRcGRgCRgARaCRaTR-NH2.

Beispielsweise wird eine erfindungsgemäße Verbindung, die nur aus Verbindungen der allgemeinen Formel II mit einem asymmetrischen Zentrum mit S-Konfiguration hergestellt und welche im letzten Schritt mit DNPA-OH gekoppelt und danach als primäres Amid vom Harz abgespalten wurde, abgekürzt als DNPA-ASCSGSGSTSCSGSGSCSGSASASCSASTS-NH2.

Beispielsweise wird eine erfindungsgemäße Verbindung, die nur aus Verbindungen der allgemeinen Formel II mit einem asymmetrischen Zentrum mit S-Konfiguration und Verbindungen der allgemeinen Formel II ohne asymmetrisches Zentrum hergestellt und welche im letzten Schritt mit DNPA gekoppelt und danach als primäres Amid vom Harz abgespalten wurde, abgekürzt als DNPA-AScGSgTScGSgCSgASaCSaTS-NH2.

Beispiele

Beispiel 1: Herstellung von (2R,5S)-2-(2-(Diethoxy-phosphoryl)ethyl)-2,5-dihydro-3,6-dimethoxy-5-isopropyl-pyrazin

0,52 mol(S)-2,5-Dihydro-3,6-dimethoxy-2-isopropylpyrazin werden in 400 ml absolutem THF unter Argon gelöst und auf –78°C gekühlt. Unter Rühren werden 200 ml einer 2,7 M Butyllithium-Lösung (in Heptan) (0,54 mol) langsam zugetropft. Anschließend tropft man eine Lösung von 0,52 mol Diethyl-(2-bromethyl)phosphonat in 300 ml absolutiertem THF langsam unter Rühren zu und rührt weitere 3 h bei –78°C. Dann werden 11,7 ml (ca. 0,2 mol) wasserfreie Essigsäure langsam zugegeben. Man lässt die Reaktionsmischung dann langsam auf Raumtemperatur erwärmen. Das Lösemittel wird entfernt, der Rückstand in 600 ml Diethylether aufgenommen und mit 200 ml Wasser gewaschen. Die wässrige Phase wird noch 3-mal mit je 100 ml Diethylether extrahiert. Die vereinigten Etherphasen werden über MgSO4 getrocknet, filtriert und das Lösemittel wird im Vakuum entfernt. Der Rückstand wird in Et2O/Hexan (1/10) aufgenommen und über ein Kieselgelbett filtriert. Dabei wird erst mit Et2O/Hexan (1/5) eluiert.
Ausbeute: ca. 70%, Gelbe Flüssigkeit
1H-NMR(CDCl3): 0.71, 1.04 (d, 6H, CH(CH3)2), 1.33 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2), 1.68-2.25 (m, 4H, CHCH2CH2P), 3.65, 3.67 (s, 6H, OCH3), 4.02 (m, 1H), 4.10-4.20 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2).

Beispiel 2: Herstellung von (2R,5S)-2-(8-(Dibenzyloxy-phosphoryl)octyl)-2,5-dihydro-3,6-dimethoxy-5-isopropyl-pyrazin

Analog dem Herstellungsverfahren in Beispiel 1 wird ausgehend von (S)-2,5-Dihydro-3,6-dimethoxy-2-isopropylpyrazin und Dibenzyl-(8-bromoctyl)-phosphonat (2R,5S)-2-(8-(Dibenzyloxy-phosphoryl)octyl)-2,5-dihydro-3,6-dimethoxy-5-isopropyl-pyrazin hergestellt.

Beispiel 3: Herstellung von (2S,5R)-2-(4-(Dicyclohexyloxy-phosphoryl)but-2-enyl)-2,5-dihydro-3,6-dimethoxy-5-isopropyl-pyrazin

Analog dem Herstellungsverfahren in Beispiel 1 wird ausgehend von (R)-2,5-Dihydro-3,6-dimethoxy-2-isopropylpyrazin und Dicyclohexyl-(4-brom-but-2-enyl)-phosphonat (2S,5R)-2-(4-(Dicyclohexyloxy-phosphoryl)but-2-enyl)-2,5-dihydro-3,6-dimethoxy-5-isopropyl-pyrazin hergestellt.

Beispiel 4: Herstellung von (2R)-2-(2-(tert.Butoxycarbonylamino)ethyl]-amino-4-(diethoxy-phosphoryl)-buttersäuremethylester

0,38 mol (2R,5S)-2-(2-(Diethoxy-phosphoryl)ethyl)-2,5-dihydro-3,6-dimethoxy-5-isopropyl-pyrazin werden in 400 ml Diethylether gelöst. Zu dieser Lösung werden 1150 ml einer 1N wässriger HCl-Lösung zugefügt. Nach 60 min ist die Reaktion beendet und der Ether wird entfernt. Soll das Produkt gelagert werden, wird auch das Wasser komplett im Vakuum entfernt.

Soll das Produkt gleich weiter umgesetzt werden, wird das Wasser etwa zur Hälfte abrotiert, dann wird der pH-Wert des Reaktionsgemisches mit Ammoniaklösung auf 8–9 eingestellt. Die basische Lösung wird 6× mit Dichlormethan extrahiert, wobei jedes Mal der pH-Wert kontrolliert und nötigenfalls korrigiert wird. Die Dichlormethan-Phasen werden vereinigt, mit MgSO4 getrocknet, und das Lösungsmittel im Vakuum entfernt. Das resultierende gelbe Öl wird sofort in der Folgereaktion, der reduktiven Aminierung eingesetzt.

Das gelbe Öl (angenommen wird ein vollständiger Umsatz) wird in 600 ml Methanol aufgenommen und auf 0°C gekühlt. Anschließend werden 0,76 mol N-Boc-Aminoacetaldehyd zugegeben. Nachdem 30 min. bei 0°C gerührt wurde, werden erst 0,90 mol wasserfreie Essigsäure, dann 0,40 mol Natriumcyanoborhydrid zugefügt. Die Reaktionsmischung wird bei 0°C gerührt, bis die Gasentwicklung beendet ist, dann wird das Lösemittel am Rotationsverdampfer entfernt. Der Rückstand wird in Essigsäureethylester aufgenommen (ca. 600 ml) und einmal mit gesättigter NaHCO3-Lsg. (ca. 200 ml) und einmal mit gesättigter NaCl-Lsg. (ca. 100 ml) gewaschen. Die organische Phase wird mit MgSO4 getrocknet und filtriert. Anschließend wird das Lösungsmittel im Vakuum entfernt. Die weitere Aufreinigung erfolgt durch SPE über eine mit Kieselgel gefüllte Glasfritte. Verunreinigungen und unerwünschte Produkte werden zuerst mit Hexan/Essigester 1:1, dann mit reinem Essigester eluiert. Das gewünschte Produkt wird schließlich durch Extraktion mit 10% Methanol in Dichlormethan erhalten. Nach Entfernen des Lösemittels werden ca. 75%, Produkt als gelbes viskoses Öl erhalten.
1H-NMR(CDCl3): 1.35 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2), 1.47 (s, 9H, C(CH3)3); 1.8-2.0 (m, 4H, CHCH2CH2P,), 2.5-2.6, 2.75-2.85, 3.0-3.4 (m, 4H, NCH2CH2N), 3.75 (s, 3H, OCH3), 4.0-4.2 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2).

Beispiel 5: Herstellung von (2R)-2-(2-(tert.Butoxycarbonylamino)ethyl]-amino-10-(dibenzyloxy-phosphoryl)-decansäuremethylester

Analog dem Herstellungsverfahren in Beispiel 4 wird ausgehend von (2R,5S)-2-(8-(Dibenzyloxy-phosphoryl)octyl)-2,5-dihydro-3,6-dimethoxy-5-isopropyl-pyrazin (2R)-2-[2-(tert.Butoxycarbonylamino)ethyl]-amino-10-(dibenzyloxyphosphoryl)-decansäuremethylester hergestellt.

Beispiel 6: Herstellung von (2S)-2-(2-(tert.Butoxycarbonylamino)ethyl]-amino-6-(dicyclohexyloxy-phosphoryl)-hex-4-ensäuremethylester

Analog dem Herstellungsverfahren in Beispiel 4 wird ausgehend von (2S,5R)-2-(4-(Dicyclohexyloxy-phosphoryl)but-2-enyl)-2,5-dihydro-3,6-dimethoxy-5-isopropyl-pyrazin (2S)-2-[2-(tert.Butoxycarbonylamino)ethyl]-amino-6-(dicyclohexyloxyphosphoryl)-hex-4-ensäuremethylester hergestellt.

Beispiel 7: Herstellung von (R)-2-([2-{N4-Benzyloxycarbonylcytosin-1yl}-acetyl]-(2-tert.butoxycarbonylamino-ethyl]-amino)-4-(diethoxy-phosphoryl)-buttersäure-methyleste r

Zu einer gerührten Lösung aus 30,96 mmol 4-N-(Benzyloxycarbonyl)-cytosin-1-yl-essigsäure, und 30,96 mmol 3,4-Dihydro-3-hydroxy-4-oxo-1,2,3-benzotriazin (DHBT-OH) in 100 ml absolutem DMF werden 32,51 mmol DCC gegeben, und diese Lösung wird für 1 h bei 40°C gerührt. Anschließend werden 23,84 mmol (2R)-2-[2-(tert.Butoxycarbonylamino)ethyl]-amino-4-(diethoxy-phosphoryl)-buttersäuremethylester gegeben und bei 40° gerührt. Die Reaktion wird mit HPLC verfolgt und ist nach 3 Tagen beendet.

Vom Unlöslichen wird abfiltriert, das Lösemittel wird im Vakuum entfernt. Der Rückstand wird in Dichlormethan aufgenommen und über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Dabei fällt weiterer Dicyclohexylharnstoff aus, der abfiltriert wird. Das Filtrat wird 2–3× mit verdünnter NaHCO3-Lösung (1/3 ges. NaHCO3-Lsg., 2/3 Wasser), 1–2× mit verdünnter KHSO4-Lösung (1/3 gesättigter. KHSO4-Lsg., 2/3 Wasser gewaschen, mit MgSO4 getrocknet und einrotiert. Die weitere Aufreinigung erfolgt durch Lösen in Essigester und Stehen über Nacht im Kühlschrank, wonach eventuell weiterer ausgefallener Dicyclohexylharnstoff abfiltriert und das Lösemittel wieder entfernt wird. Das Rohprodukt wird dann in Dichlormethan gelöst (5 mL je 3 g Rohprodukt) und mit Diethylether (25 mL je 3 g Rohprodukt) und Hexan (5 mL je 3 g Rohprodukt) wieder ausgefällt. Das Lösemittel mit Verunreinigungen wird entfernt und das Produkt in Vakuum getrocknet.
Ausbeute: ca. 65% hellgelber Feststoff
1H-NMR(CDCl3): 1.32 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.44 (s, 9H, C(CH3)3); 1.75-2.45 (m, 4H, CHCH2CH2P); 3.2-3.85 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.73 (s, 3H, OCH3); 4.07 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.28 (m, 1H, NCHC(O)); 4.42/4.99 (2d, 2H, NCH2C(O)); 5.22 (s, 2H, OCH2Ph); 5.56 (t, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.25 (d, 1H, CCH=CHN); 7.38 (s, 5H, Ph); 7.55 (d, 1H, CCH=CHN).

Beispiel 8: Herstellung von (R)-2-([2-{N4-Benzyloxycarbonylamino-cytosin-1yl)-acetyl]-[2-tert.butoxycarbonylamino-ethyl]-amino)-4-(diethoxy-phosphoryl)-buttersäure

19,1 mmol (R)-2-([2-{N4-Benzyloxycarbonylcytosin-1-yl)-acetyl]-[2-tert.butoxycarbonylamino-ethyl]-amino)-4-(diethoxyphosphoryl)-buttersäure-methyleste r wird in 80 ml THF/Wasser (2/3) gelöst und auf 0°C gekühlt. Dazu werden 48 ml einer 1M Lithiumhydroxid-Lösung getropft (pH ~ 9). Der Fortschritt der Reaktion wird mit DC (10% Methanol in Dichlormethan) verfolgt. Nach Abschluss der Reaktion wird die Reaktionslösung mit 130 ml Wasser/NaCl-Lösung verdünnt und einmal mit Dichlormethan (200 ml) extrahiert. Die wässrige Phase wird mit 2M KHSO4-Lösung auf pH 2–3 eingestellt und mehrfach mit Dichlormethan extrahiert. Dabei wird immer wieder der pH-Wert kontrolliert und nötigenfalls nachkorrigiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über MgSO4 getrocknet, und das Lösungsmittel im Vakuum entfernt. Wenn notwendig, kann das Rohprodukt aus Dichlormethan mit Diethylether umgefällt werden. Schließlich wird das Produkt am Lyophylisator getrocknet.
Ausbeute: ca. 80% weißgelber Feststoff
1H-NMR(DMSO-d6): 1.21 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.39 (s, 9H, C(CH3)3); 1.70-2.30 (m, 4H, CHCH2CH2P); 2.90-3.60 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.93-4.02 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.25 (m, 1H, NCHC(O)); 4.50-4.83 (m, 2H, NCH2C(O)); 5.19 (s, 2H, OCH2Ph); 6.88 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.02 (d, 1H, CCH=CHN); 7.31-7.41 (m, 5H, Ph); 7.97 (d, 1H, CCH=CHN).

Beispiel 9: Herstellung von weiteren Verbindungen der allgemeinen Formel II

Durch analoge Synthesen wie in den Beispielen 7 und 8 beschrieben, bei denen neben C(Z)-CH2-COOH weitere Z-geschützte, Benzyl-geschützte (Bzl), Anisoyl-geschützte (An) bzw. Acetylgeschützte (Ac) und ungeschützte Nukleobasen-Essigsäure-Komponenten A(Z)-CH2-COOH, A(An)-CH2-COOH, A(Bzl)-CH2-COOH oder G(Z)-CH2-COOH, G(Ac)-CH2-COOH, C(An)-CH2-COOH, C(Bzl)-CH2-COOH, J(Z)-CH2-COOH, J(Bzl)-CH2-COOH, J(An)-CH2-COOH bzw. T-CH2-COOH(A = Adeninyl, C = Cytosinyl, G = Guaninyl, T = Thyminyl; J = Pseudoisocytosinyl) sowie Phenylessigsäure eingesetzt werden, werden weitere erfindungsgemäße Verbindungen der allgemeinen Formel II hergestellt.

AR(Z):

  • 1H-NKR(CH3OH-d4): 1.20 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.34 (s, 9H, C(CH3)3); 1.70-2.30 (m, 4H, CHCH2CH2P); 3.00-3.80 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.93-4.02 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.10 (m, 1H, NCHC(O)); 5.18 (s, 2H, OCH2Ph); 5.20-5.40 (m, 2H, NCH2C(O)); 7.15-7.40 (m, 511, Ph); 8.14 (s, 1H, N=CRN); 8.46 (s, 1H, N=CRN).

AR(Bzl):

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.21 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2), 1.40 (s, 9H, C(CH3)3); 1.70-2.20 (m, 4H, CHCH2CH2P,), 2.90-3.75 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.90-4.10 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.22 (m, 1H, NCHC(O)); 5.25-5.45 (m, 2H, NCH2C(O)); 6.96 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.50-8.10 (m, 5H, Ph); 8.42 (s, 1H, N=CHN), 8.69 (s, 1H, N=CRN).

AR(An):

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.21 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.41 (s, 9H, C(CH3)3); 1.70-2.20 (m, 4H, CHCH2CH2P); 2.90-3.750 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.86 (s, 3H, OCH3); 3.90-4.10 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.22 (m, 1H, NCHC(O)); 5.25-5.45 (m, 2H, NCH2C(O)); 6.96 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.08 (d, 2H, Ph); 8.05 (d, 2H, Ph); 8.42 (s, 1H, N=CHN); 8.69 (s, 1H, N=CHN).

JR(Z):

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.32 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2), 1.42 (s, 9H, C(CH3)3); 1.60-2.50 (m, 4H, CHCH2CH2P,), 3.10-3.55 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.65-3.90 (m, 2H, NCH2C(O)); 4.00-4.15 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.20 (m, 1H, NCHC(O)); 5.24 (s, 2H, OCH2Ph); 6.80 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.27 (d, 1H, C=CHN); 7.30-7.50 (m, 5H, Ph).

JR(An):

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.22 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.38 (s, 9H, C(CH3)3); 1.65-2.25 (m, 4H, CHCH2CH2P); 2.80-3.70 (m, 4H, NCH2CH2N); 2.80-3.70 (m, 2H, CCH2C(O)); 3.84 (s, 3H, OCH3); 3.90-4.05 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.17 (m, 1H, NCHC(O)); 6.81 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.05 (d, 2H, Ph); 7.70 (s, 1H, NCH=C); 8.07 (d, 2H, Ph).

GR(Z):

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.18 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2), 1.37 (s, 9H, C(CH3)3); 1.70-2.30 (m, 4H, CHCH2CH2P,), 2.95-3.70 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.90-4.10 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.20 (m, 1H, NCHC(O)); 4.85-5.20 (m, 2H, NCH2C(O)); 5.269 (s, 2H, OCH2Ph); 6.95 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.30-7.50 (m, 5H, Ph); 7.85 (s, 1H, N=CHN).

GR(Ac):

  • 1H-NMR (DMSO-d6): 1.20 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.41 (s, 9H, C(CH3)3); 1.70-2.18 (m, 4H, CHCH2CH2P); 2.20 (s, 3H, CH3C(O)); 2.90-3.60 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.90-4.10 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.22 (m, 1H, NCHC(O)); 4.91-5.22 (m, 2H, NCH2C(O)); 7.00 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.88 (s, 1H, N=CH-N);.

CR(Bzl):

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.21 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.40 (s, 9H, C(CH3)3); 1.70-2.30 (m, 4H, CHCH2CH2P); 3.20-3.60 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.93-4.02 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.28 (m, 1H, NCHC(O)); 4.50-4.83 (m, 2H, NCH2C(O)); 6.90 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.33 (d, 1H, CCH=CHN); 7.50-7.55 (m, 2H, Ph); 7.62 (d, 1H, CCH=CHN); 8.00-8.10 (m, 3H, Ph).

CR(An):

  • 1H-NMR(DMSO-d6: 1.22 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.39 (s, 9H, C(CH3)3); 1.65-2.10 (m, 4H, CHCH2CH2P); 3.20-3.60 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.84 (s, 3H, OCH3); 3.85-4.05 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.25 (m, 1H, NCHC(O)); 4.50-4.95 (m, 2H, NCH2C(O)); 6.90 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.04 (d, 2H, Ph); 7.30 (d, 1H, CCH=CHN); 8.00 (d, 1H, CCH=CHN); 8.03 (d, 2H, Ph).

TR:

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.22 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.39 (s, 9H, C(CH3)3); 1.65-2.20 (m, 4H, CHCH2CH2P); 1.75 (s, 3H, C=CCH3); 2.90-3.50 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.90-4.10 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.18 (m, 1H, NCHC(O)); 4.45-4.65 (m, 2H, NCH2C(O)); 6.86 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.37 (s, 1H, NCH=C).

PR:

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.20 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2); 1.38 (s, 9H, C(CH3)3); 1.46-2.30 (m, 4H, CHCH2CH2P); 3.00-3.45 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.50-3.75 (m, 2H, CCH2C(O)); 3.80-4.00 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.22 (m, 1H, NCHC(O)); 7.10-7.30 (m, 511, Ph).

Beispiel 10: Herstellung von weiteren Verbindungen der allgemeinen Formel II mit S-Konfiguration am asymmetrischen Zentrum:

Das Herstellungsverfahren für die Verbindungen der allgemeinen Formel II mit der R-Konfiguration wird analog für die Herstellung der entsprechenden Verbindungen der allgemeinen Formel II mit S-Konfiguration angewendet. Hierbei wird bei der in Beispiel 1 beschriebenen Synthese das (R)-2,5-Dihydro-3,6-dimethoxy-2-isopropylpyrazin als Edukt eingesetzt und die folgenden Synthesen analog wie beschrieben durchgeführt.

JS(Z):

  • 1H-NMR(DMSO-d6): 1.32 (t, 6H, P(O)(OCH2CH3)2), 1.42 (s, 9H, C(CH3)3); 1.60-2.50 (m, 4H, CHCH2CH2P,), 3.10-3.55 (m, 4H, NCH2CH2N); 3.65-3.90 (m, 2H, NCH2C(O)); 4.00-4.15 (m, 4H, P(O)(OCH2CH3)2); 4.20 (m, 1H, NCHC(O)); 5.24 (s, 2H, OCH2Ph); 6.80 (m, br, 1H, C(O)NHCH2); 7.27 (d, 1H, C=CHN); 7.30-7.50 (m, 5H, Ph).

Beispiel 11: Allgemeine Synthesevorschrift für erfindungsgemäße Verbindungen mit MNPA-Substituent am Rest K:

Durch sequenzielle Verknüpfung von entsprechenden Verbindungen der allgemeinen Formel II mit asymmetrischem Zentrum und/oder entsprechender Verbindungen der allgemeinen Formel II ohne asymmetrisches Zentrum und/oder Aminosäuren und/oder Aminosäurederivaten und/oder Fluoreszenzmarkern mittels Festphasenpeptidsynthese werden die erfindungsgemäßen Verbindungen hergestellt.

Dabei wird folgendes Syntheseprotokoll verwendet:

  • Schritt 1: 3 h Vorquellen von 10 mg Harz (Boc-Gly-PAN-MBHA, 0,54 mmol/g) in Dichlormethan.
  • Schritt 2: Beginn des Synthesezyklus: 4× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 3: Boc-Abspaltung durch Reaktion mit TFA/m-Kresol (95:5). Reaktionsdauer: 2× je 3 min
  • Schritt 4: 5× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 5: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 6: 1 min Voraktivierung von 4 Äquivalenten der entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II bzw. einer entsprechend geschützten Aminosäure mit 3,8 Äquivalenten HATU und 9 Äquivalenten NMM in NMP/Pyridin (2:1).
  • Schritt 7: Reaktion der aktivierten geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II bzw. einer entsprechend geschützten Aminosäure mit der festen Phase (1. Kupplung; Dauer: 30 min).
  • Schritt 8: 4× Waschen mit NMP.
  • Schritt 9: 1× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 10: Wiederholung der Schritte 6 bis 8 (2.Kupplung).
  • Schritt 11: Überprüfung der Kupplungseffizienz mit Ninhydrin (Kaiser-Test; Wenn der Kaiser-Test positiv ist, müssen die Schritte 6 bis 8 mit der entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II wiederholt werden).
  • Schritt 12: Nach negativem Kaiser-Test, 2× Capping mit einer Lösung aus Ac2O/NMP/Pyridin (1:25:25) für je 4 min.
  • Schritt 13: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 14: Wiederholen des Synthesezyklus (Schritte 2 bis 13) bis zur Kupplung mit der letzten entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II. Anschließend gegebenenfalls Wiederholen des Synthesezyklus (Schritte 2 bis 13) bis zur Kupplung mit der letzten entsprechend geschützten Aminosäure.
  • Schritt 15: 4× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 16: Boc-Abspaltung durch Reaktion mit TFA/m-Kresol (95:5). Reaktionsdauer: 2× je 3 min
  • Schritt 17: 5× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 18: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 19: 1 min Voraktivierung von 6 Äquivalenten MNPA-OH mit 5,7 Äquivalenten HATU und 13 Äquivalenten NMM in NMP/Pyridin (2:1).
  • Schritt 20: Reaktion von aktivierten MNPA-OH mit der festen Phase (Dauer: 30 min).
  • Schritt 21: 4× Waschen mit NMP.
  • Schritt 22: Wiederholung der Schritte 19 bis 21 (2.Kupplung).
  • Schritt 23: 5× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 24: zur Trocknung: 5× Waschen mit Diethylether.

Man erhält eine Verbindung der allgemeinen Formel I, die am C-terminalen Ende an das Harz gebunden ist.

Abspaltung der erfindungsgemäßen Verbindung vom Harz:

Das Harz mit der erfindungsgemäßen Verbindung wird in wässriger Ammoniaklösung (28–30 Gewichtsprozente NH3 in H2O) bei 60°C 20 h gerührt. Das abgespaltene Harz wird anschließend abfiltriert und das Filtrat im Vakuum eingeengt und getrocknet. Das Rohprodukt wird durch präparative HPLC über eine RP-C18-Säule mit Methanol/Wasser gereinigt. Man erhält die erfindungsgemäße Verbindung als farblosen Feststoff in ca. 50%-iger Ausbeute. Die Masse der erfindungsgemäßen Verbindung wird mit MALDI-TOF charakterisiert.

Beispiel 12: Allgemeine Synthesevorschrift für erfindungsgemäße Verbindungen mit DNPA-Substituent am Rest K:

Durch sequenzielle Verknüpfung von entsprechenden Verbindungen der allgemeinen Formel II mit asymmetrischem Zentrum und/oder entsprechender Verbindungen der allgemeinen Formel II ohne asymmetrisches Zentrum und/oder Aminosäuren und/oder Aminosäurederivaten und/oder Fluoreszenzmarkern mittels Festphasenpeptidsynthese werden die erfindungsgemäßen Verbindungen hergestellt.

Dabei wird folgendes Syntheseprotokoll verwendet:

  • Schritt 1: 3 h Vorquellen von 10 mg Harz (Boc-Gly-PAN-MBHA, 0,54 mmol/g) in Dichlormethan.
  • Schritt 2: Beginn des Synthesezyklus: 4× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 3: Boc-Abspaltung durch Reaktion mit TFA/m-Kresol (95:5). Reaktionsdauer: 2× je 3 min
  • Schritt 4: 5× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 5: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 6: 1 min Voraktivierung von 4 Äquivalenten der entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II bzw. einer entsprechend geschützten Aminosäure mit 3,8 Äquivalenten HATU und 9 Äquivalenten NMM in NMP/Pyridin (2:1).
  • Schritt 7: Reaktion der aktivierten geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II bzw. einer entsprechend geschützten Aminosäure mit der festen Phase (1. Kupplung; Dauer: 30 min).
  • Schritt 8: 4× Waschen mit NMP.
  • Schritt 9: 1× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 10: Wiederholung der Schritte 6 bis 8 (2.Kupplung).
  • Schritt 11: Überprüfung der Kupplungseffizienz mit Ninhydrin (Kaiser-Test; Wenn der Kaiser-Test positiv ist, müssen die Schritte 6 bis 8 mit der entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II wiederholt werden).
  • Schritt 12: Nach negativem Kaiser-Test, 2× Capping mit einer Lösung aus Ac2O/NMP/Pyridin (1:25:25) für je 4 min.
  • Schritt 13: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 14: Wiederholen des Synthesezyklus (Schritte 2 bis 13) bis zur Kupplung mit der letzten entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II. Anschließend gegebenenfalls Wiederholen des Synthesezyklus (Schritte 2 bis 13) bis zur Kupplung mit der letzten entsprechend geschützten Aminosäure.
  • Schritt 15: 4× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 16: Boc-Abspaltung durch Reaktion mit TFA/m-Kresol (95:5). Reaktionsdauer: 2× je 3 min
  • Schritt 17: 5× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 18: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 19: 1 min Voraktivierung von 6 Äquivalenten DNPA-OH mit 5,7 Äquivalenten HATU und 13 Äquivalenten NMM in NMP/Pyridin (2:1).
  • Schritt 20: Reaktion von aktivierten DNPA-OH mit der festen Phase (Dauer: 30 min).
  • Schritt 21: 4× Waschen mit NMP.
  • Schritt 22: Wiederholung der Schritte 19 bis 21 (2.Kupplung).
  • Schritt 23: 5× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 24: zur Trocknung: 5× Waschen mit Diethylether.

Man erhält eine Verbindung der allgemeinen Formel I, die am C-terminalen Ende an das Harz gebunden ist.

Abspaltung der erfindungsgemäßen Verbindung vom Harz:

Das Harz mit der erfindungsgemäßen Verbindung wird in wässriger Ammoniaklösung (28–30 Gewichtsprozente NH3 in H2O) bei 60°C 20 h gerührt. Das abgespaltene Harz wird anschließend abfiltriert und das Filtrat im Vakuum eingeengt und getrocknet. Das Rohprodukt wird durch präparative HPLC über eine RP-C18-Säule mit Methanol/Wasser gereinigt. Man erhält die erfindungsgemäße Verbindung als farblosen Feststoff in ca. 50%-iger Ausbeute. Die Masse der erfindungsgemäßen Verbindung wird mit MALDI-TOF charakterisiert.

Beispiel 13: Allgemeine Synthesevorschrift für die erfindungsgemäßen Verbindungen mit Linker und MNPA-Substituent bzw. DNPA-Substituent am Rest K:

Durch sequenzielle Verknüpfung von entsprechenden Verbindungen der allgemeinen Formel II mit asymmetrischem Zentrum und/oder entsprechender Verbindungen der allgemeinen Formel II ohne asymmetrisches Zentrum und/oder Aminosäuren und/oder Aminosäurederivaten und/oder Fluoreszenzmarkern sowie geeigneten Linker-Monomeren mittels Festphasenpeptidsynthese werden die erfindungsgemäßen Verbindungen hergestellt.

Dabei wird folgendes Syntheseprotokoll verwendet:

Syntheseprotokoll:

  • Schritt 1: 3 h Vorquellen von 10 mg Harz (Boc-Gly-PAN-MBHA, 0,54 mmol/g) in Dichlormethan.
  • Schritt 2: Beginn des Synthesezyklus: 4× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 3: Boc-Abspaltung durch Reaktion mit TFA/m-Kresol (95:5). Reaktionsdauer: 2× je 3 min
  • Schritt 4: 5× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 5: 5× Waschen mit MNP.
  • Schritt 6: 1 min Voraktivierung von 4 Äquivalenten der entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II bzw. einer entsprechend geschützten Aminosäure mit 3,8 Äquivalenten HATU und 9 Äquivalenten NMM in NMP/Pyridin (2:1).
  • Schritt 7: Reaktion der entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II bzw. einer entsprechend geschützten Aminosäure mit der festen Phase (1. Kupplung; Dauer: 30 min).
  • Schritt 8: 4× Waschen mit NMP.
  • Schritt 9: 1× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 10: Wiederholung der Schritte 6 bis 8 (2.Kupplung).
  • Schritt 11: Überprüfung der Kupplungseffizienz mit Ninhydrin (Kaiser-Test; Wenn der Kaiser-Test positiv ist, müssen die Schritte 6 bis 8 mit der entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II wiederholt werden).
  • Schritt 12: Nach negativem Kaiser-Test, 2× Capping mit einer Lösung aus Ac2O/MNP/Pyridin (1:25:25) für je 4 min.
  • Schritt 13: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 14: Wiederholen des Synthesezyklus (Schritte 2 bis 13) bis zur Kupplung der Linker eg1 (8-Amino-2,6-dioxaoktansäure).
  • Schritt 15: Kupplung der Linker: 4× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 16: Boc-Abspaltung durch Reaktion mit TFA/m-Kresol (95:5). Reaktionsdauer: 2× je 3 min
  • Schritt 17: 5× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 18: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 19: 1 min Voraktivierung von 4 Äquivalenten eg1 mit 3,8 Äquivalenten HATU und 9 Äquivalenten NMM in NMP/Pyridin (2:1).
  • Schritt 20: Reaktion des aktivierten Linkers mit der festen Phase (1. Kupplung; Dauer: 30 min).
  • Schritt 21: 4× Waschen mit NMP.
  • Schritt 22: 1× Waschen mit Dichlormethan.
  • Schritt 23: Wiederholung der Schritte 19 bis 21 (2.Kupplung).
  • Schritt 24: Überprüfung der Kupplungseffizienz mit Ninhydrin (Kaiser-Test; Wenn der Kaiser-Test positiv ist, müssen die Schritte 19 bis 21 wiederholt werden).
  • Schritt 25: 2× Capping mit einer Lösung aus Ac2O/NMP/Pyridin (1:25:25) für je 4 min nach negativem Kaiser-Test.
  • Schritt 26: 5× Waschen mit NMP.
  • Schritt 27: 2× Wiederholen des Syntheseabschnitts (Schritte 15 bis 26) für (eg1)3.
  • Schritt 28: Wiederholen des Synthesezyklus (Schritte 2 bis 13) bis zur Kupplung mit der letzten entsprechenden geschützten Verbindung der allgemeinen Formel II. Anschließend gegebenenfalls Wiederholen des Synthesezyklus (Schritte 2 bis 13) bis zur Kupplung mit der letzten entsprechend geschützten Aminosäure.

Anschließend die Durchführung der Schritte 15–24 aus Beispiel 11 im Falle der Kopplung MNPA-OH bzw. die Durchführung der Schritte 15–24 aus Beispiel 12 im Falle der Kopplung DNPA-OH.

Man erhält eine erfindungsgemäße Verbindung mit Linker, die am C-terminalen Ende an das Harz gebunden ist.

Abspaltung der erfindungsgemäßen Verbindung mit Linker vom Harz: Das Harz mit der erfindungsgemäßen Verbindung mit Linker wird in wässriger Ammoniaklösung (28–30 Gewichtsprozente NH3 in H2O) bei 60°C 20 h gerührt. Das abgespaltene Harz wird anschließend abfiltriert und das Filtrat im Vakuum eingeengt und getrocknet. Das Rohprodukt wird durch präparative HPLC über eine RP-C18-Säule mit Methanol/Wasser gereinigt. Man erhält die erfindungsgemäße Verbindung mit Linker als farblosen Feststoff in 50%-iger Ausbeute. Die Masse der erfindungsgemäßen Verbindung mit Linker wird mit MALDI-TOF charakterisiert.

Beispiel 14: Selektive Lokalisierung von Verbindungen der allgemeinen Formel I, die einen Monohydroxy-mononitro-phenyl-Rest bzw. Monohydroxy-dinitro-phenyl-Rest tragen.

  • • Hela Zellen bzw. 1433 parentale Zellen werden mit einer 10 μM Lösung von Biotin-gelabelten Verbindungen der allgemeinen Formel I inkubiert. Nach 24 Stunden werden eine 2 μM MitoTracker-Lösung dazugegeben und nach weiteren 45 Minuten die Zellen mit Ethanol fixiert. Anschließend lässt man auf die Zellen 30 Minuten lang eine Fluorescein-Avidin-Lösung (5 μg/ml) bei Raumtemperatur einwirken. Nach dem Waschen der Zellen lässt man 30 Minuten lang eine biotinylierte Anti-Avidin Lösung (5 μg/ml) auf die Zellen bei Raumtemperatur einwirken. Nach erneutem Waschen der Zellen lässt man auf die Zellen wiederum 30 Minuten lang eine Fluorescein-Avidin-Lösung (5 μg/ml) bei Raumtemperatur einwirken. Nach weiteren Waschschritten wird der Zellkern durch DAPI-Gegenfärbung markiert. Anschließend wird mit einem konfokalen Mikroskop auf Lokalisation der Verbindungen der allgemeinen Formel I, der Mitochondrien sowie des Zellkerns untersucht.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

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Zitierte Nicht-Patentliteratur

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