Title:
Erweiterungsmodul für ein Assisted Roaming
Kind Code:
B4


Abstract:

Verfahren zum Bestimmen eines bei Durchführung eines Roamings bevorzugten Netzwerkes für ein Mobilfunkgerät (10), wobei das bevorzugte Netzwerk manuell und/oder automatisch aus einer Menge von verfügbaren Netzwerken vorbestimmt wird, falls ein Heimat-Netzwerk für das Mobilfunkgerät (10) nicht verfügbar ist, wobei im Falle einer manuellen Vorbestimmung das Mobilfunkgerät (10) nach einem konfigurierbaren Ereignis, dessen Eintritt in zyklischen Abständen überprüft wird, während des Betriebs des Mobilfunkgerätes (10) automatisch ein Rücksetzen der manuellen Vorbestimmung und ein automatisches Bestimmen eines bevorzugten Netzwerkes gemäß einem Mechanismus zur automatischen Bestimmung auslöst, wobei das konfigurierbare Ereignis in zyklischen Zeitintervallen auftritt und durch ein Signal konfiguriert wird, das den Ablauf einer HPLMN-SEARCH-PERIOD-Funktion signalisiert und wobei der Mechanismus zur automatischen Vorbestimmung und/oder der Mechanismus zur automatischen Bestimmung in einer entsprechend programmierten SIM-Karte (SIM) des Mobilfunkgerätes (10) abgelegt sind.




Inventors:
Schönberner, Rainer (85604, Zorneding, DE)
Albert, Bodo (81377, München, DE)
Application Number:
DE102005055418A
Publication Date:
06/06/2012
Filing Date:
11/21/2005
Assignee:
Giesecke & Devrient GmbH, 81677 (DE)
International Classes:



Foreign References:
66312632003-10-07
200400437882004-03-04
200500377552005-02-17
EP07810641997-06-25
EP11751192002-01-23
WO2001086995A12001-11-15
WO2002021861A22002-03-14
WO2002091772A12002-11-14
WO2004047480A12004-06-03
WO2004066663A12004-08-05
Claims:
1. Verfahren zum Bestimmen eines bei Durchführung eines Roamings bevorzugten Netzwerkes für ein Mobilfunkgerät (10), wobei das bevorzugte Netzwerk manuell und/oder automatisch aus einer Menge von verfügbaren Netzwerken vorbestimmt wird, falls ein Heimat-Netzwerk für das Mobilfunkgerät (10) nicht verfügbar ist, wobei im Falle einer manuellen Vorbestimmung das Mobilfunkgerät (10) nach einem konfigurierbaren Ereignis, dessen Eintritt in zyklischen Abständen überprüft wird, während des Betriebs des Mobilfunkgerätes (10) automatisch ein Rücksetzen der manuellen Vorbestimmung und ein automatisches Bestimmen eines bevorzugten Netzwerkes gemäß einem Mechanismus zur automatischen Bestimmung auslöst, wobei das konfigurierbare Ereignis in zyklischen Zeitintervallen auftritt und durch ein Signal konfiguriert wird, das den Ablauf einer HPLMN-SEARCH-PERIOD-Funktion signalisiert und wobei der Mechanismus zur automatischen Vorbestimmung und/oder der Mechanismus zur automatischen Bestimmung in einer entsprechend programmierten SIM-Karte (SIM) des Mobilfunkgerätes (10) abgelegt sind.

2. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mechanismus zum automatischen Bestimmen des bevorzugten Netzwerkes ausschließlich von Seiten eines Netzwerkbetreibers gesteuert wird und mit einem Mechanismus zur automatischen Vorbestimmung übereinstimmen kann.

3. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren im Falle einer manuellen Vorbestimmung folgenden Verfahrensschritt umfasst:
– Anzeige auf dem Mobilfunkgerät (10), dass das manuell vorbestimmte Netzwerk mit einem automatisch bestimmten Netzwerk überschrieben worden ist.

4. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren unmittelbar nach einer Mobilfunk-Sitzung erfolgen kann.

5. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die manuelle und/oder die automatische Vorbestimmung und/oder die automatische Bestimmung auf einer Liste mit Partner-Netzwerken, wie z. B. einer Assisted-Roaming-Liste (ARL), basieren.

6. SIM-Karte (20) zum Einsetzen in ein Mobilfunkgerät (10), wobei die SIM-Karte (20) im Rahmen eines Roamings die Bestimmung eines bevorzugten Netzwerkes unterstützt und einen Bereich umfasst, in dem Netzwerke in Bezug zu einem die SIM-Karte (20) ausgebenden Heimat-Netzwerk abgelegt sind, mit:
– einem manuellen Auswahl-Modul (M), das zur manuellen Vorbestimmung des bevorzugten Netzwerkes durch den Anwender des Mobilfunkgerätes (10) ausgelegt ist,
– einem automatischen Auswahl-Modul (A), das zur automatischen Vorbestimmung des bevorzugten Netzwerkes ausgelegt ist, und
– einem Rücksetz-Modul (R), das – im Falle einer manuellen Vorbestimmung durch das manuelle Auswahl-Modul (M) – nach einem konfigurierbaren Ereignis, dessen Eintritt in zyklischen Abständen überprüft wird, während des Betriebs des Mobilfunkgerätes (10) zum automatischen Rücksetzen der manuellen Vorbestimmung und zum automatischen Bestimmen eines bevorzugten Netzwerkes ausgelegt ist, wobei das konfigurierbare Ereignis in zyklischen Zeitintervallen auftritt und durch ein Signal konfiguriert wird, das den Ablauf einer HPLMN-SEARCH-PERIOD-Funktion signalisiert.

7. Mobilfunkgerät (10), das ein Roaming unterstützt und mit einer SIM-Karte (20) gemäß Patentanspruch 6 ausgestattet ist.

8. Computerprogrammprodukt, welches direkt in einen Speicher oder in eine SIM-Karte (20) eines Mobilfunkgerätes (10) zum Zwecke eines unterstützten Roamings ladbar ist, mit Programmcode-Mitteln, um alle Schritte eines Verfahrens nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5 auszuführen, wenn das Programm in dem Mobilfunkgerät (10) oder in der SIM-Karte (20) ausgeführt wird.

Description:

Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Mobilfunktechnik und betrifft insbesondere ein erweitertes Verfahren im Rahmen eines unterstützten Roamings, auch Assisted Roaming genannt.

Unter ”Roaming” wird im folgenden – gemäß dem üblichen Sprachgebrauch – ein Übergabeverfahren („Handover”) verstanden, das die Erreichbarkeit des Benutzers eines Mobilfunkgerätes gewährleistet, wenn dieser sich aus dem Abdeckungsbereich eines ersten Mobilfunknetzes in den Abdeckungsbereich eines anderen Mobilfunketzes bewegt. Roaming ermöglicht es einem Teilnehmer eines Mobilfunknetzes sich geografisch frei in von unterschiedlichen Mobilfunknetzen abgedeckten Gebieten zu bewegen, ohne dass er seine Kommunikation mit dem Mobilfunkgerät einschränken muss. Man unterscheidet zwischen nationalem und internationalem Roaming, je nachdem, ob das Roaming grenzüberschreitend erfolgt oder nicht. Das internationale Roaming setzt voraus, dass der Heimat-Netzwerkbetreiber einen Vertrag mit einem ausländischen Partner-Netzwerkbetreiber hat, so dass sich der Teilnehmer in dem ausländischen Netz einbuchen kann. Das nationale Roaming bezieht sich entsprechend auf einen Wechsel zwischen Mobilfunknetzen unterschiedlicher Betreiber in einem Land.

In der Regel besitzt ein Heimat-Netzwerkbetreiber mit einer Vielzahl von Betreibern von Partner-Netzwerken Roaming-Verträge. Beim Roaming ist es dann entsprechend in der Regel möglich, mehrere mögliche Partner-Netzwerke aus einer bisweilen großen Anzahl von Partner-Netzwerken auszuwählen. Um eine Netzauswahl herbeizuführen, wird üblicherweise ein Netzwerk als bevorzugtes Netzwerk bestimmt.

Die Kriterien für die Auswahl bzw. Bestimmung eines bevorzugten Netzwerkes können vielfältig und unterschiedlich sein. Ein wesentliches Auswahlkriterium ist in der Regel die Kostensituation bei Verwendung eines Netzwerkes. Ein anderes Auswahlkriterium kann die Zugehörigkeit des Netzwerkbetreibers zu einer Unternehmensgruppe sein. Nach diesem Kriterium wird ein Partner-Netzwerk dann als bevorzugtes Netzwerk bestimmt, wenn es zu derselben Unternehmensgruppe gehört wie der Betreiber des Heimatnetzes. Neben den vorstehend genannten Kriterien ist eine Vielzahl von weiteren Auswahlkriterien möglich. Im Zuge der grundsätzlichen Entwicklung in dieser Branche unterliegen diese Kriterien einem Wandel, so dass sie sich über die Zeit verändern können.

Das Roaming wird üblicherweise und insbesondere bei statischen Roaming-Modellen von Daten gesteuert, die auf dem Mobilfunkgerät, und insbesondere auf einer SIM-Karte (SIM: Subscriber Identity Module), abgelegt sind. Neben statischen Roaming-Modellen gibt es desweiteren dynamische Ansätze, die darauf basieren, dass die für das Roaming relevanten Daten, vom Netzwerkbetreiber vorzugsweise über eine Luft-Schnittstelle verändert werden können, so dass ein Update von Roaming-Daten möglich ist.

Grundsätzlich kann, wenn ein Heimat-Netzwerk für das entsprechende Mobilfunkgerät nicht verfügbar ist, das Bestimmen eines bevorzugten Netzwerkes aus einer Anzahl von verfügbaren Partner-Netzwerken sowohl manuell durch den Teilnehmer als auch automatisch durch das Netzwerk erfolgen.

Bei der manuellen Auswahl eines Partner-Netzwerkes hat der Teilnehmer also die Möglichkeit, ein von ihm gewünschtes Netzwerk über eine Benutzer-Interaktion auszuwählen. Üblicherweise ist die Menge von verfügbaren Netzwerken in Form einer Liste auf der SIM-Karte gespeichert. Der Teilnehmer hat die Möglichkeit, ein Netzwerk aus dieser Liste auszuwählen oder ein Netzwerk anzugeben, das nicht in dieser Liste enthalten ist.

Bei der automatischen Auswahl eines bevorzugten Netzwerkes erfolgt die Auswahl ohne Interaktion seitens des Teilnehmers. Die Auswahlkriterien bei der automatischen Netzwerkbestimmung können unterschiedlich sein und werden in der Regel vom Heimat-Netzwerkbetreiber festgelegt und sind in entsprechenden Datensätzen auf der SIM-Karte gespeichert. Üblicherweise erfolgt die automatische Bestimmung eines Netzwerkes anhand einer Liste, in der eine Auswahl von Partner-Netzwerken abgelegt ist, die hinsichtlich ihrer Priorität sortiert sind. Diese Liste wird „Assisted-Roaming”-Liste genannt.

Ein Problem bei bestehenden Lösungen zum Assisted Roaming ist allerdings darin zu sehen, dass eine manuelle Bestimmung eines bevorzugten Partner-Netzwerkes seitens des Mobilfunkteilnehmers möglicherweise länger als gewünscht gültig bzw. erhalten bleibt. Die manuelle Auswahl des Teilnehmers bleibt bei den bisherigen Systemen nämlich so lange erhalten, bis der Teilnehmer das Mobilfunkgerät aus- und wieder einschaltet. Erst anschließend ist der automatische Bestimmungsmodus wieder eingestellt.

Ergibt sich in dem Zeitraum zwischen dem Zeitpunkt einer manuellen Auswahl und dem Ausschalten des Mobilfunkgerätes eine Änderung der Roaming-Situation, so bleibt dennoch die – bisher passende und jetzt gegebenenfalls nicht mehr passende – manuelle Auswahl weiter erhalten. Eine flexible Anpassung der Bestimmung eines bevorzugten Netzwerkes an eine veränderte Roaming-Situationen ist mit den gegenwärtigen Systemen nicht möglich.

Gelangt ein Mobilfunkgerät in eine Roaming-Situation und ist das Heimat-Netzwerk nicht verfügbar, wird ein Verfahren in Übereinstimmung mit den GSM-Standards (GSM: Global System for Mobile Communications) der zweiten oder dritten Generation ausgeführt. In einem ersten Schritt wird danach überprüft, ob die ehemalige Frequenz des zuletzt registrierten Netzwerkes immer noch verfügbar ist. Falls dies nicht der Fall ist, wird in einem zweiten Schritt die Verfügbarkeit von anderen Frequenzen des zuletzt registrierten Netzwerkes geprüft. Die Information über das zuletzt registrierte Netzwerk ist in einem bestimmten Bereich auf der SIM-Karte, insbesondere in der Datei EF („Elementarg File”) LOCI, gespeichert. Im automatischen Bestimmungsmodus wird geprüft, ob das Heimatnetzwerk verfügbar ist und falls nicht, wird eine Liste von bevorzugten Netzwerken (in der Datei EF PLMNsel) in der Reihenfolge ihres Eintrages in der Liste auf Verfügbarkeit geprüft. Falls dann immer noch kein Netz gefunden werden konnte, werden andere verfügbare Netze mit einer guten Signalstärke überprüft. Wenn anhand dieses Mechanismus dann ein Netz bestimmt worden ist, wird dies zum Verbindungsaufbau verwendet.

Falls weder das Heimatnetzwerk noch ein Netzwerk aus der Liste mit bevorzugten Netzwerken verfügbar ist, wird gemäß dem eben beschriebenen automatischen Mechanismus ein anderes Netzwerk ausgewählt. Während des Betriebs, und üblicherweise auch dann, wenn das Gerät aus- und wieder angeschaltet wird, bleibt diese Netzwerk-Auswahl-Information in der vorstehend genannten Datei EF LOCI gespeichert. Mobilfunkgeräte sind in der Regel so voreingestellt, dass nach einem Ab- und wieder Anschalten in dem automatischen Bestimmungsmodus immer zuerst das in der Datei EF LOCI gespeicherte Netzwerk auf Verfügbarkeit überprüft wird. Ist in der Datei EF LOCI ein Netzwerk gespeichert, bei dem es sich dabei nicht um das in einer Roaming-Situation bevorzugte Netzwerk handelt, und ist dieses Netzwerk weiterhin verfügbar, wird daher nicht eine Verbindung mit dem bevorzugten Netzwerk hergestellt. Diese Situation ist insofern unbefriedigend, als der Teilnehmer länger als notwendig auf das ”falsche” Netzwerk festgelegt ist.

Ein weiterer Nachteil bei bisherigen Systemen aus dem Stand der Technik ist darin zu sehen, dass ein Wechsel von dem manuellen Auswahlmodus auf den automatischen Auswahlmodus nur unter bestimmten eingeschränkten Bedingungen möglich ist, insbesondere nicht während des Betriebs des Gerätes, sondern nur dann, wenn das Mobilfunkgerät aus- und wieder angeschaltet wird. Erst nach dem Anschalten ist der automatische Auswahl-Mechanismus voreingestellt.

Wünschenswert ist also, ein System in Bezug auf das Roaming bereitzustellen, das die Möglichkeit berücksichtigt, im Betriebszustand des Gerätes von einer manuellen Bestimmung eines bevorzugten Partner-Netzwerkes auf eine automatische Bestimmung desselben zu wechseln, ohne dass zusätzliche Aktionen, Befehle oder Schritte ausgeführt werden müssen.

Zur Verbesserung des Roamings zwischen einem Heimat-Netzwerk und fremden Partner-Netzwerken sind bereits verschiedene Ansätze bekannt.

So zeigt die WO 2004/047480 A1 ein Verfahren und ein System für ein Roaming-Management, das auf einer den jeweiligen Mobilfunktelefonen übergeordneten hierarchischen Ebene erfolgt. Dabei ist es vorgesehen, dass eine in der hierarchisch höheren Managementebene liegende Instanz das aktuelle Setting für das Roaming mit einem vom Netzwerkbetreiber gewünschten Setting für das Roaming vergleicht. Falls hier Unterschiede festgestellt werden, veranlasst die Management-Instanz eine Modifikation des Roaming-Settings in Übereinstimmung mit dem gewünschten Setting des Netzwerkbetreibers. Diese relativ komplexe Lösung erfordert den Einsatz von hierarchisch übergeordneten Modulen und ist nachteiligerweise mit einem hohen Kostenaufwand verbunden.

Die WO 01/86995 A1 betrifft ein Verfahren für eine erneute Auswahl eines Netzwerkes in einer besonderen Roaming-Situation, in der sich das Gebiet des Heimat-Netzwerkbetreibers mit einem Gebiet eines Partner-Netzwerkbetreibers überschneidet, und wobei in diesem Überschneidungsbereich ein Ausschnitt zu finden ist, in dem nur einer der beiden Netzwerkbetreiber verfügbar ist. Das hier vorgeschlagene Verfahren basiert jedoch ausschließlich auf einer automatischen Auswahl von bevorzugten Netzwerken im Rahmen des Roamings.

Die WO 02/091772 A1 ist auf einen weiteren Effekt im Rahmen des Roamings gerichtet und betrifft ein Roaming-Verfahren, bei dem neben der üblicherweise zur Verfügung gestellten Liste mit möglichen Partner-Netzwerken zusätzlich eine weitere Liste von verbotenen Netzwerken berücksichtigt wird.

Die WO 02/21861 A2 betrifft ein Verfahren zur automatischen Bereitstellung eines Roaming-Service für ein Mobiltelefon. Dabei wird neben einer automatischen Auswahl eines bevorzugten Netzwerkes, die auf Angaben des Netzwerkbetreibers basiert, auch eine manuelle Auswahl berücksichtigt, die gemäß den Vorgaben des Teilnehmers bzw. Mobilfunktelefonbenutzers ausgeführt wird. Ein Rücksetzen der manuellen Auswahl ist hier jedoch nicht vorgesehen.

Aus der EP 781 064 A2 ist ein Verfahren zur Bestimmung eines von einem Mobilfunkgerät zu nutzenden Netzwerkes bekannt, das einen Nutzer bei der Auswahl eines Netzwerkes unterstützt. Das vorgeschlagene Verfahren bietet zur Festlegung eines Netzwerkes einen manuellen Modus und einen automatischen Modus an. Wählt ein Nutzer ein Netzwerk mittels des manuellen Modus, unterstützt ihn das Mobilfunkgerät, indem es, wenn ein Gespräch aufgrund einer zu geringen Signalstärke oder auf Wunsch des Nutzers unterbrochen wurde oder der Nutzer dies ausdrücklich verlangt, in den automatischen Modus wechselt. Auf diese Weise wird erreicht, dass ein Nutzer jederzeit ein Netzwerk findet, unabhängig davon welcher Einstellungsmodus zuletzt gewählt war.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Weg aufzuzeigen, mit dem es möglich ist, die Flexibilität der Roaming-Situation zu erhöhen, falls der Teilnehmer manuell ein Netzwerk ausgewählt hat. Darüber hinaus sollen die Möglichkeiten für eine erneute Netzwerkauswahl verbessert werden, nachdem eine manuelle Netzwerkauswahl erfolgt ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Bestimmen eines bevorzugten Netzwerkes zum Aufbau einer Kommunikationsverbindung für ein Mobilfunkgerät im Rahmen eines Roamings gelöst.

Um dem vorstehend beschriebenen Problem bei bekannten Lösungen aus dem Stand der Technik zu begegnen, schlägt die Erfindung eine Erweiterung des bisherigen „Assisted Roamings” vor, indem eine manuelle Bestimmung eines bevorzugten Netzwerkes durch den Teilnehmer noch im Betriebzustand, also ohne erneutes Aus- und wieder Einschalten des Mobilfunkgerätes, zurückgesetzt werden kann, wobei nach dem Rücksetzen auf einen automatischen Bestimmungsmodus umgeschaltet wird.

Erfindungsgemäß wird das bevorzugte Netzwerk manuell und/oder automatisch aus einer Menge von verfügbaren Netzwerken vorbestimmt, falls ein Heimat-Netzwerk für das Mobilfunkgerät nicht verfügbar ist, wobei – im Falle einer manuellen Vorbestimmung – das Mobilfunkgerät nach einem konfigurierbaren Ereignis im Betriebszustand des Mobilfunkgerätes automatisch ein Rücksetzen der manuellen Vorbestimmung (das durch den Mobilfunkgerätebenutzer ausgelöst worden war) und ein automatisches Bestimmen des bevorzugten Netzwerkes gemäß einem Mechanismus zur automatischen Bestimmung erfolgt, ohne dass das Mobilfunkgerät aus- und wieder angeschaltet werden muss.

Darüberhinaus wird diese Aufgabe durch eine SIM-Karte, ein Computerprogrammprodukt und ein Mobilfunkgerät gemäß den beiliegenden nebengeordneten Ansprüchen gelöst.

Die erfindungsgemäße SIM-Karte ist zum Einsetzen in ein Mobilfunkgerät ausgelegt, wobei die SIM-Karte im Rahmen eines Roamings die Bestimmung eines bevorzugten Netzwerkes unterstützt und zumindest einen Speicherbereich umfasst, in dem Netzwerke abgelegt sind, die in einer Partnerschaftsbeziehung zu einem die SIM-Karte ausgebenden Netzwerk stehen, falls das Heimat-Netzwerk nicht verfügbar ist, wobei die SIM-Karte mit folgenden weiteren Bauteilen ausgestattet ist:

  • – einem manuellen Auswahlmodul, das zur manuellen Vorbestimmung des bevorzugten Netzwerkes durch den Teilnehmer ausgelegt ist,
  • – einem automatischen Auswahlmodul, das zur automatischen Vorbestimmung des bevorzugten Netzwerkes ausgelegt ist, wobei die automatische Vorbestimmung mittelbar oder unmittelbar von einem die SIM-Karte ausgebenden Netzwerkbetreiber gesteuert wird, und
  • – einem Rücksetz-Modul, das – im Falle einer manuellen Vorbestimmung durch das manuelle Auswahl-Modul – nach einem konfigurierbaren Ereignis in Bezug auf das Mobilfunkgerät während des Betriebs desselben zum automatischen Rücksetzen der manuellen Vorbestimmung und zur automatischen Bestimmung des bevorzugten Netzwerkes ausgelegt ist, also ohne dass das Mobilfunkgerät aus- und wieder angeschaltet werden muss.

Damit ergeben sich für den Betreiber eines Heimat-Netzwerkes – und damit für den die SIM-Karte ausgebenden Netzbetreiber – folgende Vorteile:

  • – Da ein Netzwerkbetreiber üblicherweise mehr Übersicht über alle möglichen verfügbaren Partner-Netzwerke mit den jeweiligen Roaming-Tarifen hat, ist es möglich das Roaming in Hinblick auf Kosten zu optimieren.
  • – Durch die Kostenoptimierung ist eine höhere Kundenbindung möglich.
  • – Darüberhinaus kann der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (auch ARPU genannt) durch Rabattierungs-Tarife mit dem entsprechenden Roaming-Partner erzielt werden.
  • – Desweiteren kann auch eine Optimierung der Auslastung des jeweiligen Partner-Netzwerkes erreicht werden.

Ein Mobilfunkgerät ist im Sinne dieser Anmeldung ein elektronisches Gerät, das zum Datenaustausch über ein Mobilfunknetz ausgebildet ist, wobei grundsätzlich ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Mobilfunknetzen möglich sein soll. Gemäß dem GSM-Standard (Global System for Mobile Communications) umfasst das mobile Gerät bzw. die mobile Station (mobile station, MS) eine mobile Ausstattung (mobile equipment, ME) und eine SIM-Karte. Üblicherweise handelt es sich um ein Mobiltelefon bekannter Ausgestaltung, etwa als Handy oder als Headset. Denkbar sind aber auch andere elektronische Geräte, die den Datenaustausch über Mobilfunknetzwerke abwickeln.

Ein Versorgungsbereich eines bestimmten Mobilfunknetzes wird Netzwerk genannt. Das Netzwerk kann von einem oder mehreren Betreibern betrieben werden. Bei den Netzwerkbetreibern kann es sich um Dienstanbieter auf dem Mobilfunksektor handeln, die entweder ein eigenes Netz haben oder Netz-Kapazitäten von anderen Betreibern zukaufen und ihren Teilnehmern zur Verfügung stellen.

Üblicherweise ist es vorgesehen, dass ein Heimat-Netzwerkbetreiber die SIM-Karte an den jeweiligen Teilnehmer ausgibt. Die SIM-Karte kann jedoch auch von anderen Netzwerkbetreibern ausgegeben werden. In der nachfolgenden Beschreibung wird unter dem Begriff „Heimat-Netzwerkbetreiber” bis auf explizit gekennzeichnete Ausnahmen stets der Netzbetreiber verstanden, der die SIM-Karte ausgegeben hat. Der Heimat-Netzwerkbetreiber hat Verträge mit anderen Netzwerkbetreibern, die in einer partnerschaftlichen Vertragsbeziehung mit ihm stehen. Diese Netzwerkbetreiber können auch als Partner-Netzwerkbetreiber bezeichnet werden und stellen ihr Netz in anderen geografischen Bereichen, insbesondere im Ausland, für eine Kommunikationsverbindung zur Verfügung.

Da es grundsätzlich mehrere Netzwerke bzw. Partner-Netzwerke gibt, muss ein bevorzugtes Netzwerk aus der Menge von verfügbaren Partner-Netzwerken bestimmt werden. Das Heimat-Netzwerk wird auch als HPLMN-Netz (Home Public Land Mobile Network) bezeichnet. Ein Netz aus der Menge der verfügbaren Partner-Netzwerke wird als PLMN-Netz (Public Land Mobile Network) bezeichnet. Falls das Heimat-Netzwerk für das Mobilfunkgerät nicht verfügbar ist, muss ein anderes Netzwerk gewählt werden. Ein Netzwerkwechsel kann jedoch auch andere Gründe haben. Falls ein Wechsel des Netzwerkes erforderlich oder gewünscht ist, muss ein Roaming-Verfahren eingeleitet werden.

Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, dass eine manuelle Vorbestimmung seitens des Teilnehmers nach einem konfigurierbaren Ereignis, das innerhalb der aktuellen Betriebszeit des Gerätes liegt, von einer automatischen Bestimmung des bevorzugten Netzwerkes überschrieben wird, wobei die automatische Bestimmung nur von Seiten des die SIM-Karte ausgebenden Netzwerkbetreibers und nicht von Seiten des Teilnehmers gesteuert wird.

Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung ist darin zu sehen, dass das Ereignis, aufgrund dessen eine Überprüfung erfolgt, ob das bevorzugte Netzwerk bisher manuell oder automatisch vorbestimmt worden ist, konfigurierbar ist. Üblicherweise ist das Ereignis zeitabhängig und wird von einem bestimmten Ereignis (oder einer Kombination von Ereignissen) des Mobilfunkgerätes oder des Netzwerkes ausgelöst. Vorteilhaft ist, dass das Ereignis vom Netzwerkbetreiber oder vom Mobiltelefon ohnehin zur Verfügung gestellt wird.

Für die Konfigurierung des Ereignisse kommen verschiedene Alternativen in Betracht.

Bei der ersten Möglichkeit ist das Ereignis auf eine so genannte HPLMN-SEARCH-PERIOD bezogen. Bei der HPLMN-Suchphase bzw. bei der HPLMN-SEARCH-PERIOD handelt es sich um einen zyklisch auftretenden Vorgang, bei dem die Verfügbarkeit des Heimat-Netzwerkes überprüft wird. Während der HPLMN-Suchphase wartet die mobile Station (MS) im Rahmen eines Roamings ab, ob das Heimat-Netz verfügbar ist, bevor sie sich in ein anderes Netz einzubuchen versucht. Dieses Ereignis wiederholt sich in festgelegten Zeitabständen (typischerweise alle 30 Minuten). In dieser Ausführungsform ist es – abhängig von dem Eintreten dieses Ereignisses, also vom Ablauf der HPLMN-SEARCH-PERIOD – vorgesehen, dass überprüft wird, ob das bisher vorbestimmte bevorzugte Netzwerk manuell oder automatisch vorbestimmt worden ist. Insbesondere wird überprüft, ob eine automatische Vorbestimmung erfolgt ist, indem geprüft wird, ob die Assisted-Roaming-Liste geladen ist. Falls die Assisted-Roaming-Liste geladen ist, kann davon ausgegangen werden, dass eine automatische Vorbestimmung erfolgt war. In diesem Fall wird nichts Weiteres unternommen bzw. es werden keine weiteren Schritte eingeleitet. Eine Applikation, die das erfindungsgemäße Verfahren umsetzen kann, verhält sich an dieser Stelle passiv. Falls die Assisted-Roaming-Liste nicht geladen ist, so dass davon ausgegangen werden kann, dass der Teilnehmer eine manuelle Vorbestimmung getroffen hat, wird der Wert der manuellen Vorbestimmung erfindungsgemäß mit dem Wert der Assisted-Roaming-Liste überschrieben.

In einer zweiten vorteilhaften alternativen Ausführungsform ist das Ereignis auf eine Gesprächssteuerung, insbesondere auf eine CALL CONTROLL bezogen. Über die CALL-CONTROLL-Funktion werden Informationen über ein Gespräch bzw. eine Sitzung verarbeitet. Insbesondere kann die CALL-CONTROLL-Funktion signalisieren, falls z. B. ein Gespräch beendet worden ist. In dieser Ausführungsform ist das Ereignis auf das Gesprächs-Ende bezogen. Im Unterschied zur vorstehend erwähnten HPLMN-Ausführungsform ist bei der CALL-CONTROLL-Ausführungsform vorgesehen, dass die erfindungsgemäße Überprüfung auf manuelle oder automatische Vorbestimmung im Anschluss an ein Gesprächs-Ende erfolgt. Die CALL-CONTROLL-Funktion informiert die erfindungsgemäß ausgebildete SIM-Karte oder eine übliche SIM-Karte, die mit dem erfindungsgemäßen Modul ausgestattet ist, über ein Gesprächs-Ende. Im Anschluss an dieses Gesprächs-Ende-Signal erfolgt die erfindungsgemäße Überprüfung, wie vorstehend beschrieben. Im Falle einer automatischen Vorbestimmung, so dass also die Assisted-Roaming-Liste geladen ist, verhält sich das Verfahren passiv, während es anderenfalls (also im Falle der manuellen Vorbestimmung) vorgesehen ist, dass die manuelle Vorbestimmung mit einem, vorzugsweise am höchsten priorisierten, Wert aus der Assisted-Roaming-Liste überschrieben wird.

In einer weiteren Ausführungsform ist das Ereignis ein in regelmäßigen Intervallen, z. B. alle 30 Sekunden, abgesetztes Statusabfragesignal, das von einem Mobilfunkgerät, das proaktive SIM-Karten unterstützt, an eine entsprechende proaktive SIM-Karte geschickt wird. Dabei kann vorgesehen sein, daß die proaktive SIM-Karte die Intervalldauer verändert.

Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung ist darin zu sehen, dass die erfindungsgemäße Überprüfung auf manuelle oder automatische Vorbestimmung dynamisch veränderlich ist, indem das Ereignis, das die Überprüfung triggert, konfigurierbar ist. Neben den beiden vorstehend erwähnten alternativen Ausführungsformen, die sich auf eine HPLMN-SEARCH-PERIOD oder auf eine CALL CONTROLL beziehen, sind noch weitere Ereignisse denkbar, die eine erfindungsgemäße Überprüfung auslösen können. Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass das Ereignis durch das Mobilfunkgerät selbst oder den die SIM-Karte ausgebenden Netzwerkbetreiber ausgelöst wird. Dies hat den Vorteil, dass keine weiteren Module notwendig sind und keine weitere hierarchisch übergeordnete Ebene involviert werden muss. Das System kann somit einfach und kostengünstig ausgebildet werden.

In der bevorzugten Ausführungsform ist es vorgesehen, dass das Ereignis vom Netzbetreiber mittelbar oder unmittelbar konfiguriert wird. Das heißt, dass der Netzwerkbetreiber über die automatische Bestimmung das Roaming-Verfahren steuert. Der Teilnehmer hat zwar eine Einflussmöglichkeit, indem er das bevorzugte Netzwerk auch manuell auswählt; diese Einflussmöglichkeit wird jedoch beschränkt, indem der Netzwerkbetreiber – sozusagen in letzter Instanz – über die Bestimmung des bevorzugten Netzwerkes entscheidet, da die automatische Auswahl gegenüber der manuellen Auswahl bevorzugt behandelt wird.

In der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass das konfigurierbare Ereignis so konfiguriert wird, dass es frühestens nach einem Ende einer Mobilfunksitzung bzw. nach einem Gesprächs-Ende erfolgen kann. Somit kann ein Wechsel eines Netzwerkbetreibers frühestens nach einem Gesprächs-Ende erfolgen. In alternativen Ausführungsformen kann es jedoch vorgesehen sein, dass das Ereignis auch innerhalb einer Sitzung und somit vor einem Gesprächs-Ende stattfindet, so dass auch ein Netzwerk-Wechsel während eines Gesprächs möglich wird. Dies umfasst den Abbau eines nicht mehr bevorzugten und den Aufbau eines (neu) bevorzugten Netzwerkes.

In der bevorzugten Ausführungsform ist es darüber hinaus vorgesehen, dass der Mechanismus zur automatischen Bestimmung mit dem Mechanismus zur automatischen Vorbestimmung des bevorzugten Netzwerkes übereinstimmt. Dies wird über einen Zugriff auf die Assisted-Roaming-Liste gewährleistet. In alternativen Ausführungsformen ist es jedoch möglich, dass der Mechanismus zur automatischen Vorbestimmung eines bevorzugten Netzwerkes von dem Mechanismus zur automatischen Bestimmung abweicht. Der Netzwerkbetreiber muss dann den Mechanismus zur automatischen Bestimmung spezifisch bestimmen. Denkbar wäre es in diesem Fall, dass immer zumindest ein Default-Netzwerk als bevorzugtes Netzwerk bestimmt wird.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass der Mechanismus zur automatischen Vorbestimmung eines bevorzugten Netzwerkes und der Mechanismus zur automatischen Bestimmung (falls diese voneinander abweichen) im Mobilfunkgerät selbst, insbesondere in einer entsprechend programmierten SIM-Karte, abgelegt sind. Diese Ausführungsform bezieht sich sozusagen auf ein statisches Roaming-Konzept. Alternativ kann das erfindungsgemäße Verfahren jedoch auch bei dynamischen Roaming-Konzepten angewendet werden, bei denen es vorgesehen ist, dass der Netzwerkbetreiber über eine entsprechende Luft-Schnittstelle roaming-bezogene Parameter übertragen kann. Die roaming-bezogenen Parameter finden dann erfindungsgemäß Einfluss bei der automatischen Bestimmung des bevorzugten Netzwerkes.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung kann das erfindungsgemäße Vorgehen in drei Stufen gegliedert sein:

  • – Manuelle oder automatische Vorbestimmung eines bevorzugten Netzwerkes,
  • – Überprüfen, auf welche Art die Vorbestimmung erfolgt ist (manuell oder automatisch) und
  • – gegebenenfalls Überschreiben einer manuellen Vorbestimmung mit einer automatischen Bestimmung.

Üblicherweise ist es vorgesehen, dass der Teilnehmer über das Überschreiben bzw. das Rücksetzen informiert wird. Falls also die manuelle Vorbestimmung mit der automatischen Bestimmung überschrieben worden ist, wird dies auf dem Mobilfunkgerät angezeigt. Dies kann entweder durch ein optisches oder ein akustisches Signal erfolgen.

In der Regel erfolgen die automatische Vorbestimmung und/oder die automatische Bestimmung (im Falle einer vorhergehenden Rücksetzung einer manuellen Vorbestimmung) auf der Assisted-Roaming-Liste. Ebenso kann die manuelle Auswahl auf der Assisted-Roaming-Liste erfolgen, indem der Teilnehmer ein Netzwerk aus der Liste auswählt. Darüber hinaus ist es möglich, dass der Teilnehmer unmittelbar ein Netzwerk eingibt, auch wenn es nicht in der Assisted-Roaming-Liste enthalten war. In alternativen Ausführungsformen ist es vorgesehen, dass neben der Assisted-Roaming-Liste auf andere Datenstrukturen zugegriffen wird, die Partner-Netzwerke enthalten, und die z. B. über eine entsprechende Schnittstelle von externen Modulen eingelesen werden können oder die in anderen Modulen innerhalb des Mobilfunkgerätes bzw. der SIM-Karte abgelegt sind.

Es ist möglich, dass das erfindungsgemäße Verfahren als separates bzw. selbständiges Modul in Form einer Applikation ausgebildet ist, die das bisherige Roaming-Verfahren erfindungsgemäß erweitert. Ebenso ist es möglich, dass alle oder einzelne Verfahrensschritte in Hardware-Bauteilen realisiert werden können.

Eine alternative Aufgabenlösung sieht ein Speichermedium vor, das zur Speicherung des vorstehend beschriebenen Verfahrens bestimmt ist und von einem Mikrocomputer lesbar ist.

Zusätzliche vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung mit deren Merkmalen und weiteren Vorteilen werden in der folgenden detaillierten Figurenbeschreibung anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:

1 ein Ablaufdiagramm von wesentlichen Verfahrensschritten gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung und

2 eine Darstellung von Modulen gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.

Die Erfindung wird nachstehend in Bezug auf die verfahrensgemäße Lösung der Aufgabe beschrieben. Die erwähnten alternativen Ausführungsformen, Vorteile und besonderen Merkmale der Erfindung sind dabei aber in gleicher Weise auf die vorrichtungsbezogenen Lösungen und auf die Lösung durch das Computerprogrammprodukt zu übertragen, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden.

Falls ein Anwender eines Mobiltelefons 10 den Bereich seines Heimat-Netzwerkes verlässt, so dass das Heimat-Netzwerk nicht mehr verfügbar ist, wird er mit dem erfindungsgemäß erweiterten Assisted Roaming-Verfahren bei der Auswahl eines bevorzugten Netzwerkes zum Aufbau einer Kommunikationsverbindung unterstützt.

Das Mobiltelefon 10 ist mit einer SIM-Karte SIM ausgestattet, die eine optionale Datei enthält, in der eine Liste von bevorzugten Netzwerken, eine Assisted-Roaming-Liste ARL, abgelegt ist. Diese Datei hat typischerweise die Gestalt eines EFs („Elementary File”).

Wie die Assisted-Roaming-Liste ARL verwendet wird, hängt von der Einstellung bzw. von dem Mechanismus eines Bestimmungsverfahrens für das Mobile Equipment ab. Die Einstellungen für das Bestimmungsverfahren im Rahmen des Roamings können entweder automatisch oder auch manuell bestimmt werden.

Wie in 1 dargestellt, erfolgt grundsätzlich eine Vorbestimmung eines bevorzugten Netzwerkes für das Mobiltelefon 10, wenn das Heimat-Netzwerk nicht verfügbar ist. Diese Vorbestimmung kann manuell oder automatisch erfolgen. Es ist auch möglich, eine kombinierte manuelle und automatische Vorbestimmung vorzunehmen, indem nach einer automatischen Vorbestimmung auf eine manuelle Vorbestimmung gewechselt wird. In diesem Fall erfolgte erst eine automatische Vorbestimmung eines bevorzugten Netzwerkes, die dann der Teilnehmer des Mobilfunktelefons 10 geändert hat, indem er manuell ein anderes Netzwerk als bevorzugtes Netzwerk aus der Menge von verfügbaren Netzwerken ausgewählt hat. Falls der Teilnehmer eine manuelle Vorbestimmung getroffen hat, war es bei bisherigen Systemen aus dem Stand der Technik nicht mehr möglich, diese manuelle Vorbestimmung zu modifizieren bzw. zu überschreiben.

Um dem Netzwerkbetreiber hier mehr Flexibilität zu gewähren, während gleichzeitig der Anwender des Mobiltelefons 10 in seiner Einflussmöglichkeit eingeschränkt wird, wird erfindungsgemäß überprüft, auf welche Art die bisherige Vorbestimmung erfolgt ist: manuell oder automatisch. Wie in 1 gezeigt ist, wird im Falle einer automatischen Vorbestimmung nichts Weiteres veranlasst, so dass die automatische Vorbestimmung als Bestimmung des bevorzugten Netzwerkes gilt.

Anderenfalls, also im Falle einer manuellen Vorbestimmung, wird diese manuelle Vorbestimmung zurückgesetzt, falls ein konfigurierbares Ereignis, das während des Betriebs des Telefons 10 auftritt, eingetreten ist. Falls das Ereignis noch nicht eingetreten ist, wird das Ereignis in zyklischen Abständen überprüft. Das Verfahren befindet sich somit in einer Warteschleife. Sobald das Ereignis eingetreten ist, erfolgt eine automatische Bestimmung gemäß einem Mechanismus zur automatischen Bestimmung.

In der bevorzugten Ausführungsform stimmt der Mechanismus zur automatischen Bestimmung identisch mit dem Mechanismus für die automatische Vorbestimmung überein. Beide Mechanismen basieren auf einem Zugriff auf die Assisted-Roaming-Liste ARL. In einer alternativen Ausführungsform unterscheidet sich der Mechanismus zur automatischen Bestimmung von dem Mechanismus für die automatische Vorbestimmung, so dass hier ebenfalls eine automatische Bestimmung, aber nach anderen Gesichtspunkten, ausgeführt wird. In der Regel werden alle Arten von automatischer Vorbestimmung bzw. automatischer Bestimmung von dem die SIM-Karte ausgebenden Netzwerkbetreiber, insbesondere vom Heimat-Netzwerkbetreiber, gesteuert. Auch falls der Mechanismus zur automatischen Bestimmung von dem Mechanismus zur automatischen Vorbestimmung abweicht, so basiert dennoch der Mechanismus zur automatischen Bestimmung auf einer Steuerung seitens des Heimat-Netzwerkbetreibers und kann üblicherweise nicht vom Teilnehmer des Mobiltelefon 10 verändert werden.

Sowohl im Fall der automatischen Vorbestimmung als auch im Falle der manuellen Vorbestimmung verbleibt das Mobiltelefon 10 mit dem ausgewählten Netzwerk verbunden, soweit dessen Verfügbarkeit sichergestellt werden kann.

In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist ein Sicherheits-Merkmal vorgesehen, das sicherstellt, dass die Assisted-Roaming-Liste ARL nicht unbeabsichtigt überschrieben wird.

Ein weiteres Merkmal betrifft die Möglichkeit für den Anwender, ein bevorzugtes Netzwerk, das einmal von ihm manuell vorbestimmt worden ist, beim Einschalten des Mobiltelefon 10 wieder zu erhalten.

In Zusammenhang mit 2 werden nachstehend die wesentlichen Bauteile einer erfindungsgemäßen Anordnung beschrieben. Die Anordnung ist grundsätzlich dazu bestimmt, das vorstehend beschriebene Verfahren und möglicherweise Alternativen und Weiterbildungen auszuführen. Grundsätzlich ist es möglich, dass die SIM-Karte 20 entsprechend den Vorgaben des Verfahrens programmiert ist.

Die SIM-Karte 20 ist zum Einetzen in das Mobilfunkgerät 10 bestimmt und unterstützt ein Roaming, indem auf der SIM-Karte 20 Partner-Netzwerke in Bezug zu einem Heimat-Netzwerk abgelegt sind. Die Partner-Netzwerke sind üblicherweise in der Assisted-Roaming-Liste ARL abgelegt. Darüber hinaus umfasst die SIM-Karte 20 ein manuelles Auswahlmodul M, über das die manuelle Vorbestimmung des bevorzugten Netzwerkes seitens des Anwenders ausgeführt wird. Parallel dazu ist ein automatisches Auswahlmodul A vorgesehen, mit dem die automatische Vorbestimmung des bevorzugten Netzwerkes erfolgt. Darüber hinaus ist ein Rücksetzmodul R vorgesehen, das – im Falle einer manuellen Vorbestimmung durch das manuelle Auswahlmodul M – nach einem konfigurierbaren Ereignis des Mobilfunkgerätes 10 die bisherige manuelle Vorbestimmung zurücksetzt und gemäß einem automatischen Mechanismus zur automatischen Bestimmung eine neue Bestimmung des bevorzugten Netzwerkes auslöst, ohne dass das Mobilfunkgerät aus- und wieder eingeschaltet werden muss.

In der bevorzugten Ausführungsform ist das Rücksetzmodul R zweistufig ausgebildet. In der ersten Stufe erfolgt eine Überprüfung, ob die Vorbestimmung manuell oder automatisch erfolgt ist. In der zweiten Stufe erfolgt – im Falle einer manuellen Vorbestimmung – eine automatische Neubestimmung gemäß einem Mechanismus zur automatischen Bestimmung.

Es ist jedoch auch möglich, die beiden vorstehend erwähnten Stufen des Rücksetzmoduls R auf unterschiedliche Bauteile aufzuteilen, indem das Rücksetzmodul R in seiner Funktionalität beschränkt wird und nur noch zur automatischen (Neu-)Bestimmung des bevorzugten Netzwerkes gemäß einem automatischen Mechanismus ausgelegt ist, während zusätzlich ein Überprüfungsmodul vorgesehen ist, das die Überprüfung (manuelle oder automatische Vorbestimmung) ausführt. Die Module A, M, R stehen in Datenaustausch miteinander und mit der Assisted-Roaming-Liste ARL. Dies ist in 2 dargestellt.

Ein wesentlicher Punkt der vorliegenden Erfindung ist darin zu sehen, dass das Überschreiben einer manuellen Vorbestimmung durch ein Ereignis getriggert wird, das auf der Ebene des Mobilfunktelefons 10 hegt und nicht auf einer hierarchisch höher liegenden Management-Ebene. Damit kann das erfindungsgemäße System autark gehalten werden, ohne dass es von äußeren Einflüssen abhängt.

Erfindungsgemäß ist also weiterhin auch eine manuelle Vorbestimmung möglich und vorgesehen, die jedoch in ihrer Relevanz insbesondere in Bezug auf die automatische Vorbestimmung beschränkt wird und der letzteren untergeordnet wird.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass alle vorstehend erwähnten Module ARL, A, M und R in dem Mobiltelefon 10 bzw. in der SIM-Karte 20 eingebettet sind. Um die Flexibilität des gesamten Systems zu erhöhen und eine gewisse Variabilität zu erreichen, ist es jedoch in alternativen Ausführungsformen ebenso möglich, einzelne oder alle Module ARL, A, M und R in separaten externen Einheiten auszubilden, die über eine entsprechende Schnittstelle mit der SIM-Karte 20 in Datenaustausch stehen. Üblicherweise wird es sich bei der Schnittstelle um eine Luft-Schnittstelle handeln.