Title:
Verfahren zum Fernsteuern der Auswahl einer Netzzugangstechnik durch ein mobiles Endgerät, mobiles Endgerät und Mobilfunknetzsystem
Kind Code:
A1


Abstract:

Aus Sicht des Vertragspartners eines Besitzers eines mobilen Endgeräts ist es nicht immer wünschenswert, wenn das mobile Endgerät einen Netzzugang über WLAN-Technologie oder verwandte Technologien schafft. Im Stand der Technik ist keine Möglichkeit vorhanden, mit dem mobilen Endgerät in Kommunikation zu treten, wenn es den WLAN-Zugang gewählt hat. Die Erfindung nutzt die Tatsache, dass zukünftig über von GSM oder UMTS verschiedene Netzwerke Kommunikation über Internetprotokoll ermöglicht ist. Eine zentrale Stelle (12) tritt dann mit dem mobilen Endgerät (10) in Kommunikation, erhält Informationen über den von dem mobilen Endgerät geschaffenen Netzzugang und übermittelt gegebenenfalls über das Internetprotokoll Nachrichten an das mobile Endgerät, die bewirken, dass das mobile Endgerät seine Netzzugangstechnik ändert.




Inventors:
Gröting, Wolfgang (Oberhausen, 46149, DE)
Mitjana, Enric (Brüssel/Bruxelles, BE)
Öttl, Martin (Weilheim, 82362, DE)
Application Number:
DE102005053501
Publication Date:
05/10/2007
Filing Date:
11/09/2005
Assignee:
Siemens AG (München, 80333, DE)
International Classes:



Claims:
1. Verfahren zum Fernsteuern der Auswahl einer Netzzugangstechnik durch ein mobiles Endgerät (10), bei dem:
– das mobile Endgerät (10) wiederholt mit Hilfe einer Funksteuerungseinheit (20) eine Netzzugangstechnik aus einer Gruppe von Netzzugangstechniken auswählt, wobei die Gruppe einerseits GSM und/oder UMTS enthält und anderseits nur Techniken enthält, bei denen eine Kommunikation über Internetprotokoll ermöglicht ist, und wobei ein Netzzugang vermittels der ausgewählten Netzzugangstechnik geschaffen wird,
– eine zentrale Stelle (12), die in der Lage ist, über Internetprotokoll zu kommunizieren, Signale empfängt, die Informationen über den geschaffenen Netzzugang des mobilen Endgeräts (10) enthalten,
– die zentrale Stelle im Falle, dass der Netzzugang nicht mit Hilfe GSM oder UMTS geschaffen wurde, bei Bestehen eines Bedürfnisses nach einem GSM- oder UMTS-Netzzugang für den mobilen Endteilnehmer aus Sicht der zentralen Stelle oder nach Verstreichen einer vorbestimmten Zeit nach Schaffung des Netzzugangs per Internetprotokoll eine Nachricht an das mobile Endgerät (10) sendet, die einen Wechsel der Netzzugangstechnik durch das mobile Endgerät (10) auslöst,
– das mobile Endgerät (10) die Nachricht per Internetprotokoll empfängt und auswertet und die Funksteuerungseinheit (20) derart ansteuert, dass der bestehende Netzzugang aufgelöst wird und ein GSM- oder UMTS-Netzzugang geschaffen wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Stelle durch die Signale Informationen über einen Datentransfer vermittels eines von einem GSM- oder UMTS-Netzzugang verschiedenen Netzgangs erhält und die Nachricht nach der zentralen Stelle mitgeteilter Beendigung des Datentransfers gesendet wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Stelle (12) regelmäßig Statusinformationen über einen Netzzugang des mobilen Endgeräts erhält und überwacht.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachricht direkt einen von dem mobilen Endgerät umsetzbaren Steuerbefehl für die Funksteuerungseinheit (20) enthält.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachricht Parameter enthält, die als Eingangsparameter für einen in dem mobilen Endgerät ablaufenden Algorithmus dienen, der Steuerbefehle für die Funksteuerungseinheit (20) erzeugt.

6. Mobiles Endgerät (10), mit einer Vielzahl von Netzzugangseinheiten (14, 16, 18) die unterschiedlichen Netzzugangstechniken entsprechen, wobei die Netzzugangstechniken eine erste Gruppe mit GSM- und/oder UMTS-Techniken und eine zweite Gruppe mit solchen Techniken umfassen, bei denen eine Kommunikation des mobilen Endgeräts über Internetprotokoll möglich ist, und mit einer Funksteuerungseinheit, die eine Auswahl einer Netzzugangseinheit vornimmt, dadurch gekennzeichnet, dass das mobile Endgerät (10) so programmiert ist (22), dass es über Internetprotokoll bestimmte Nachrichten empfangen kann, die einen Steuerschritt seitens der Funksteuerungseinheit (20) auslösen.

7. Mobilfunknetzsystem, mit:
– zumindest einem mobilen Endgerät (10), vorzugsweise gemäß Anspruch 6,
– einem Kernnetzwerk mit einer zentralen Stelle (12), die über Internetprotokoll mit dem mobilen Endgerät (10) kommunizieren kann,
– mehreren Teilnetzwerken (28, 34), die unterschiedlichen Netzzugangstechniken entsprechen, wobei die Teilnetzwerke eine erste Gruppe umfassen, die mit GSM- und/oder UMTS-Technik arbeitet und eine zweite Gruppe umfassen, die eine Kommunikation über Internetprotokoll ermöglichen,
– wobei das mobile Endgerät über die unterschiedlichen Teilnetzwerke wahlweise einen Netzzugang schaffen kann, und
– wobei bei Schaffung eines Netzzugangs über ein Teilnetzwerk (28) der zweiten Gruppe die zentrale Stelle (12) Nachrichten per Internetprotokoll an das mobile Endgerät senden kann.

8. Mobilfunknetzsystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachrichten an das bestimmte mobile Endgerät (10) gerichtete Botschaften enthalten oder Kurznachrichten sind, die von der zentralen Stelle an eine Vielzahl von mobilen Endgeräten gesendet werden (3).

9. Mobilfunknetzsystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Stelle (12) vermittels Nachrichten einen Wechsel des Netzzugangs des mobilen Endgeräts auf ein Teilnetzwerk (34) der ersten Gruppe bewirken kann.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Fernsteuern der Auswahl einer Netzzugangstechnik durch ein mobiles Endgerät sowie ein entsprechend ausgestaltetes mobiles Entgerät und ein Mobilfunknetzsystem, in dem das Verfahren durchführbar ist.

Bei modernen mobilen Endgeräten kann zwischen unterschiedlichen Netzzugangstechniken ausgewählt werden. Typische Netzzugangstechniken sind die GSM-Technik (Global System for Mobile Communication) und die UMTS-Technik (Universal Mobile Telecommunication System). Es gibt jedoch auch zahlreiche weitere Netzzugangstechniken, die in mobilen Endgeräten vorhanden sein können, beispielsweise die WLAN-Technik (Wireless Local Access Network).

Der Besitzer eines mobilen Endgeräts hat üblicherweise einen Vertrag mit einem Netzbetreiber, der ein Kernnetzwerk betreibt. Der Netzbetreiber stellt jedoch nicht sämtliche Teilnetzwerke zur Verfügung, die den unterschiedlichen Techniken entsprechen. Die Teilnetzwerke werden von anderen Betreibern zur Verfügung gestellt. Eine Nutzung eines Teilnetzwerks wird gegenüber dem Betreiber des Kernnetzwerks abgerechnet.

So ist es nicht verwunderlich, dass aus Sicht des Betreibers des Kernnetzwerkes manche Netzzugangstechniken bevorzugt sind und andere nicht.

Andererseits lässt sich die Wahl einer bestimmten Netzzugangstechnik jedoch nicht immer vermeiden.

So wäre es wünschenswert, dass der Betreiber des Kernnetzwerkes zumindest korrigierend in die Auswahl einer Netzzugangstechnik durch ein mobiles Endgerät (also entweder durch eine Gerätefunktionalität oder durch den Endteilnehmer, der das Endgerät bedient) eingreifen kann.

Bei GSM- und UMTS-Techniken gibt es gesonderte Kanäle (z. B. Broadcast-Kanal, also Übertragungskanal), über welche Parameter übertragen werden können, und über welchen eine solche Fernsteuerung stattfinden kann. Bei WLAN-Netzwerken gibt es jedoch keinen solchen vom Kernnetzbetreiber einstellbaren gesonderten Kanal.

Im Stand der Technik ist es also so, dass bei Schaffung eines Netzzuggangs über WLAN eine zentrale Stelle (Betreiber des Kernnetzwerks) nicht mit dem mobilen Endgerät über die Auswahl der Netzzugangstechnik kommunizieren kann. Gerade hier wäre dies jedoch wünschenswert, weil das WLAN-Netzwerk gerade ein von dem Betreiber nicht bevorzugtes Teilnetzwerk sein kann.

So ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Fernsteuern der Auswahl einer Netzzugangstechnik durch ein mobiles Endgerät bereitzustellen.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 1, durch ein mobiles Endgerät nach Patentanspruch 6 und durch ein Mobilfunknetzsystem nach Patentanspruch 7 gelöst.

Die Erfindung nutzt die Tatsache, dass bei denjenigen Netzzugangstechniken, bei denen es keinen gesonderten Signalisierungskanal gibt (also die von GSM und UMTS verschieden sind) in der nahen Zukunft stets die Möglichkeit geben wird, eine Kommunikation über ein Internetprotokoll zu ermöglichen. Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass nur die zentrale Stelle und das mobile Endgerät entsprechend ausgestaltet sein müssen, um eine Kommunikation per Internetprotokoll dann zu ermöglichen, wenn der Netzzugang über eine Netzzugangstechnik erfolgt, die von GSM oder UMTS verschieden ist.

Entsprechend umfasst also ein Verfahren nach der Erfindung, dass das mobile Endgerät wiederholt mit Hilfe einer Funksteuerungseinheit eine Netzzugangstechnik aus der Gruppe von Netzzugangstechniken auswählt, wobei die Gruppe einerseits GSM und/oder UMTS enthält und andererseits nur Techniken enthält, bei denen (auch) eine Kommunikation über Internetprotokoll ermöglicht ist. Es wird dann ein Netzzugang mittels der ausgewählten Netzzugangstechnik geschaffen. Unter „Netzzugang" wird hier nicht das Schaffen einer Verbindung mit einem anderen Teilnehmer verstanden, sondern das „Anschließen" oder „Einwählen" in ein bestimmtes Netz, was bei einem mobilen Endgerät dadurch verdeutlicht wird, dass ein Netz als „Vorhanden" angezeigt wird. Eine zentrale Stelle, die in der Lage ist, über Internetprotokoll zu kommunizieren, empfängt Signale, die Informationen über den geschaffen Netzgang des Endgeräts enthalten. Wesentlich ist hier, dass sie solche Signale empfängt. Wer diese Signale aussendet, ist hierbei von sekundärer Bedeutung. Letztlich kann sowohl das mobile Endgerät die Signale aussenden, sie können allerdings auch von Stellen in den Teilnetzwerken, die die jeweilige Netzzugangstechnik zur Verfügung stellen, erzeugt und ausgesendet werden.

Im Falle, dass der Netzzugang nicht mit Hilfe eines GSM-Teilnetzwerks oder eines UMTS-Netzwerks geschaffen wurde, sendet die zentrale Stelle bei Bestehen eines Bedürfnisses nach einem GSM- oder UMTS-Netzzugang für den mobilen Endteilnehmer aus Sicht der zentralen Stelle (z. B. wenn sie an mehrere Teilnehmer eine bestimmte Nachricht versenden will, die wegen ihres Formats nur über GSM oder UMTS übermittelt werden kann) oder nach Verstreichen einer vorbestimmten Zeit nach Schaffung des Netzzugangs per Internetprotokoll eine Nachricht an das mobile Endgerät, die einen Wechsel der Netzzugangstechnik des mobilen Endgeräts auslöst.

Das mobile Endgerät empfängt die Nachricht per Internetprotokoll, wertet sie aus und steuert die Funksteuerungseinheit derart an, dass der bestehende Netzzugang aufgelöst wird und ein GSM- oder UMTS-Netzzugang geschaffen wird.

Bevorzugt löst die zentrale Stelle den Wechsel des Netzzugangs erst dann aus, wenn der vorherige Netzzugang seine Funktion erfüllt hat. Beispielsweise wird ein WLAN-Netzwerk in bestimmten Fällen zum Telefonieren ausgewählt. Es ist dann sinnvoll, erst nach dem Telefonieren den Wechsel des Netzzugangs zu veranlassen. Um dies tun zu können, erhält die zentrale Stelle bevorzugt über die Signale Informationen über einen Datentransfer mittels eines von einem GSM- oder UMTS-Netzzugang verschiedenen Netzzugangs und sendet die Nachricht nach der zentralen Stelle mitgeteilter Beendigung des Datentransfers.

Es kann nur sein, dass die zentrale Stelle regelmäßig Statusinformationen über einen Netzzugang des mobilen Endgeräts erhält und überwacht und die Nachrichten nach bestimmten Zeitabläufen abgibt.

Eine Nachricht nach der Erfindung kann direkt ein von dem mobilen Endgerät umsetzbaren, also verstehbaren, Steuerbefehl für die Funksteuerungseinheit enthalten.

In aller Regel ist es schwer, in einer Nachricht einen Befehl für eine bestimmte Einheit eines Geräts zu übermitteln, der dann ausgeführt wird. Es kann jedoch auch an Techniken angeknüpft werden, die bei GSM und UMTS verwendet werden. Hierbei werden Parameter übermittelt, die als Eingangsparameter für einen Algorithmus in dem mobilen Endgerät dienen, und der Algorithmus erzeugt dann Steuerbefehle für die Funksteuerungseinheit. Die Nachricht kann naturgemäß solche Parameter enthalten, die dann einen Wechsel des Netzzugangs auslösen. Beim Wechsel des Netzzugangs kann vorgesehen sein, dass wahlweise ein GSM- oder UMTS-Netzzugang geschaffen wird. Der konkret von diesen beiden zu schaffende Netzzugang, also GMS oder UMTS, kann jedoch auch in der Nachricht vorgegeben sein.

Ein mobiles Endgerät nach der Erfindung umfasst eine Vielzahl von Netzzugangseinheiten, die unterschiedlichen Netzzugangstechniken entsprechen, wobei die Netzzugangstechniken eine erste Gruppe mit GSM- und/oder UMTS-Techniken und eine zweite Gruppe mit solchen Techniken umfasst, bei denen (auch) eine Kommunikation des mobilen Endgeräts über Internetprotokoll ermöglicht ist. Es umfasst auch eine Funksteuerungseinheit, die eine Auswahl einer Netzzugangseinheit ansteuert.

Das mobile Endgerät ist dabei vorteilhafterweise so programmiert, dass über Internetprotokoll bestimmte Nachrichten empfangen werden können, die einen Steuerschritt seitens der Funksteuereinheit auslösen.

Es sei hierbei darauf hingewiesen, dass die Grundidee nicht in dem Empfangen von Internetprotokollen liegt, sondern in der Auslegung des mobilen Endgeräts in einer bestimmten Art und Weise, die den Empfang bestimmter Nachrichten deswegen sinnvoll macht, weil in ihnen enthaltene oder aus ihn entnehmbare Steuerbefehle direkt das mobile Endgerät ansteuern.

Mit anderen Worten handelt es sich bei dem mobilen Endgerät nach der Erfindung um ein über Internetprotokoll fernsteuerbares mobiles Endgerät.

Ein Mobilfunknetzsystem nach der Erfindung umfasst zumindest ein mobiles Endgerät (z. B. der oben beschriebenen Art), ein Kernnetzwerk mit einer zentralen Stelle, die über Internetprotokoll mit dem mobilen Endgerät kommunizieren kann, und mehrere Teilnetzwerke, die unterschiedlichen Netzzugangstechniken entsprechen, wobei die Teilnetzwerke eine erste Gruppe umfassen, die mit GSM- und/oder UMTS-Technik arbeiten und eine zweite Gruppe umfassen, die (auch) eine Kommunikation über Internetprotokoll ermöglichen.

Das mobile Endgerät kann über die unterschiedlichen Teilnetzwerke einen Netzzugang schaffen (sich so bei dem jeweiligen Teilnetzwerk anmelden).

Bei Schaffung eines Netzzugangs über ein Teilnetzwerk der zweiten Gruppe kann dabei vorteilhafterweise die zentrale Stelle Nachrichten per Internetprotokoll an das mobile Endgerät senden.

Die Nachrichten können bestimmte an das mobile Endgerät gerichtete Botschaften (SMS-Botschaften) enthalten oder Kurznachrichten sein, die von der zentralen Stelle an eine Vielzahl von mobilen Endgeräten gesendet werden (sogenannte Cell-Broadcast-Botschaften). Es kann auch vorgesehen sein, dass die zentrale Stelle mittels der Nachrichten einen Wechsel des Netzzugangs des mobilen Endgeräts auf ein Teilnetzwerk der ersten Gruppe bewirken kann.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nun nachfolgend unter Bezug auf die Figuren beschrieben, in denen:

1 schematisch den Aufbau eines mobilen Endgeräts und einer zentralen Stelle in einem Kernnetzwerk zeigt,

2A schematisch die Verbindungen eines mobilen Endgeräts vor dem Wechsel des Netzzugangs und

2B die Verbindungen eines mobilen Endgeräts nach einem Netzzugangswechsel zeigt,

3 die Verbindung eines mobilen Endgeräts bei Empfangen von bestimmten Internetnachrichten zeigt.

1 zeigt den Aufbau eines mobilen Endgeräts 10 und eine dazu gehörige zentrale Stelle 12. Dargestellt ist hier, dass im mobilen Endgerät drei verschiedene Arten von Netzzugangstechniken zur Verfügung stehen. Eine erste Gruppe umfasst den UMTS-Netzzugang 14 und den GSM-Netzzugang 16. Eine zweite Gruppe ist aus dem WLAN-Netzzugang 18 gebildet.

Der WLAN-Netzzugang erlaubt das Kommunizieren über Internetprotokoll (IP), wobei üblicherweise als Internetadresse eine Adresse von dem Betreiber des jeweiligen Netzes, auf das Zugang geschaffen wird, zur Verfügung gestellt ist.

Eine Funksteuerungseinheit 20 (welche als Softwareblock in einem Mikroprozessor ausgebildet sein kann) wählt (situationsabhängig) unter den Netzzugängen 14, 16 und 18 einen passenden aus, so wie die Auswahl im Stand der Technik erfolgt.

Die zentrale Stelle 12 hat im Wesentlichen denselben Aufbau wie das mobile Endgerät 10, sie ist zur Kommunikation über die Netzzugänge 14', 16' und 18' ausgelegt.

Neu an dem mobilen Endgerät 10 und der zentralen Stelle 12 ist die Internetprotokollsoftware 22 in dem mobilen Endgerät und die Internetprotokollsoftware 24 in den zentralen Stellen.

Neu daran ist, dass das mobile Endgerät auf eine bestimmte Art und Weise programmiert sein muss, um Internetprotokoll-Daten nicht nur empfangen zu können, sondern auch auswerten zu können dahingehend, dass die Funksteuerungseinheit 20 in gewisser Weise beeinflusst ist. Siehe hierzu den Pfeil von der Internetprotokollsoftware 22 zur Funksteuerungseinheit 20 im mobilen Endgerät 10. Der Pfeil steht symbolisch für die Auswertung von Daten, die das mobile Endgerät 10 ausgehend von der zentralen Stelle 12 (beispielsweise über den WLAN-Netzanbieter als die Internetadresse bereitstellender Einheit) erhält (siehe Pfeil „IP-Daten" zwischen der zentralen Stelle 12 und dem mobilen Endgerät 10). Diese IP-Daten werden von der Internetprotokollsoftware 24 erzeugt, welche in Kommunikation mit einem Mikroprozessor 26 in der zentralen Stelle 12 steht. Der Mikroprozessor 26 verarbeitet Informationen, die es von dem mobilen Endgerät 10 über den aktuell ausgewählten Netzzugang 14, 16 oder 18 erhält (siehe gestrichelte Verbindung von den Netzzugängen 14, 14', 16, 16', 18, 18'). Die Informationen müssen nicht über eine Netzverbindung zwischen mobilem Endgerät und zentraler Stelle übersandt werden, sondern können auch über Dritte an die zentrale Stelle und den Mikroprozessor 26 übermittelt werden.

Der Mikroprozessor 26 wertet die ihm zur Verfügung stehenden Informationen aus. Wie weiter unten unter Bezug auf 2 beschrieben werden wird, ist teilweise ein Wechsel des gewählten Netzzugangs erforderlich oder wünschenswert. Der Mikroprozessor 26 aktiviert die Internetprotokollsoftware 24 dahingehend, dass sie entsprechende IP-Daten (Internetprotokoll-Daten) erzeugt.

Die Internetprotokollsoftware 22 erhält diese Daten und wirkt auf die Funksteuerungseinheit 20 derart ein, dass gegebenenfalls ein Wechsel des Netzzugangs erfolgen kann.

Dies ist in 2 näher dargestellt:
2A zeigt die Situation, dass ein Netzzugang des mobilen Endgeräts 10 über ein WLAN-Zugangsnetzwerk 28 geschaffen ist. Die bestehende Netzverbindung ist durch den Pfeil 30 symbolisch ausgedrückt. Das WLAN-Zugangsnetzwerk 28 hat eine Internetadresse, und somit kann eine Internetverbindung von dem Kernnetzwerk, also der zentralen Stelle 12 zu dem WLAN-Zugangsnetzwerk 28 hergestellt sein (siehe symbolische Leitung 32).

Stellen wir uns nun vor, dass mit dem mobilen Endgerät 10 über das WLAN-Zugangsnetzwerk 28 (unter Verwendung des WLAN-Netzzugangs 18, siehe 1) telefoniert wurde. Dem Kernnetzwerk wird über die Internetleitung 32 mitgeteilt (von dem WLAN-Zugangsnetzwerk 28), dass eine solche Verbindung besteht. Ist die Verbindung, also das Telefonat beendet, so teilt das WLAN-Zugangsnetzwerk 28 dem Kernnetzwerk 12 auch das Beendigen der Verbindung über die Leitung 32 mit.

Aus Sicht des Kernnetzwerks, das den Betreiber symbolisiert, der mit dem Besitzer des mobilen Endgeräts 10 in vertraglicher Beziehung steht, ist es sinnvoll, wenn das WLAN-Zugangsnetzwerk, das in aller Regel von einem anderen Betreiber angeboten wird, nicht zu häufig verwendet wird, weil dies mit Kosten sowohl für das Kernnetzwerk 12 als auch für den Besitzer des mobilen Endgeräts 10 verbunden ist. Wünschenswert ist ein Wechsel zum UMTS-Zugangsnetzwerk. Die Internetprotokollsoftware 24 der zentralen Stelle erzeugt daher Internetprotokoll-Daten, welche über das WLAN-Zugangsnetzwerk 28 und den Netzzugang 18 an das mobile Endgerät 10 übermittelt werden (vgl. Pfeil „IP-Daten" in 1). Das mobile Endgerät 10 erhält mittels dieser Daten den Befehl, den Netzzugang durch die Funksteuerungseinheit 20 zu wechseln.

Dies ist in 2B veranschaulicht:
Nach vollzogenem Wechsel besteht ein Netzzugang zum UMTS-Zugangsnetzwerk 34, und nicht mehr zum WLAN-Zugangsnetzwerk 28. Zwar gibt es zwischen dem UMTS-Zugangsnetzwerk 34 und der zentralen Stelle 12 keine Internetverbindung, es gibt aber die durch die gestrichelte Linie 36 angedeutete Möglichkeit des Datenaustauschs über das Netz (vgl. UMTS-Netzzugang 14' der zentralen Stelle 12 in 1).

Der Netzzugang des mobilen Endgeräts 10 ist nun so, wie es von der zentralen Stelle 12 gewünscht ist, nämlich er besteht über das UMTS-Zugangsnetzwerk 34.

Das Vorhandensein der Internetprotokollsoftware 22 und 24 in dem mobilen Endgerät 10 bzw. der zentralen Stelle 12 ermöglicht auch grundsätzlich das Übermitteln von sämtlichen internetfähigen Nachrichten über die Internetprotokoll-Verbindung.

Dies ist in 3 veranschaulicht:
Die zentrale Stelle 12 sendet eine IP-Nachricht, beispielsweise eine SMS, über das WLAN-Zugangsnetzwerk 28 und den Netzzugang (Funk 30, WLAN-Netzzugang 18) an das mobile Endgerät 10. Während sonst solche Nachrichten wie die SMS-Nachricht über UMTS oder GSM übermittelt werden würden, kann hier die Internetprotokollsoftware 22 und 24 dazu genutzt werden, internetprotokollfähige Nachrichten auszutauschen, ohne die aktuelle Verbindung zu verlassen. Hierdurch werden die Möglichkeiten des WLAN-Zugangsnetzwerks 28 erweitert.

Die Erfindung ist nicht auf die Konkurrenz von UMTS- und GSM-Netzzugang einerseits und WLAN-Netzzugang andererseits beschränkt. Derjenige Netzzugang, der wunschgemäß eher derjenige ist, der nicht zu wählen ist (dem also bei der vorliegenden Beschreibung der WLAN-Netzzugang entspricht), kann auch ein Netzzugang mit einer anderen Netzzugangstechnik, wie beispielsweise Bluetooth oder WiMAX (Worldwide interoperability for Microwave Access) sein. Wesentlich ist, dass die Möglichkeit der Kommunikation per Internetprotokoll (IP-Protokoll) besteht. Diese Möglichkeit wird jedoch gegenwärtig für zahlreiche Netzwerke geschaffen.

10
mobiles Endgerät
12
zentrale Stelle
14, 14'
UMTS-Netzzugang
16, 16'
GSM-Netzzugang
18, 18'
WLAN-Netzzugang
20
Funksteuerungseinheit
22
Internetprotokollsoftware im mobilen Endgerät
24
Internetprotokollsoftware in zentraler Stelle
26
Mikroprozessor
28
WLAN-Zugangsnetzwerk
30, 36
Verbindung
32
Leitung
34
UMTS-Zugangsnetzwerk