Title:
Verfahren zur Nutzung mehrerer Mobilfunknetze mit einer SIM-Karte
Kind Code:
B4


Abstract:

Verfahren zur automatischen Aktivierung einer ersten Teilnehmerkennung eines ersten Mobilfunknetzes (1) in einem Mobilgerät (4) eines mobilen Nutzers, das eine SIM-Karte (5) mit mehreren Teilnehmerkennungen verschiedener Netzbetreiber enthält, sobald der Nutzer in eine Region kommt, die von dem ersten Mobilfunknetz (1) versorgt wird, und zum automatischen Aktivieren einer zweiten Teilnehmerkennung eines zweiten Mobilfunknetzes (2), wenn der Nutzer diese Region wieder verlässt, wobei
– das zweite Mobilfunknetz (2) ein landesweites Netz ist,
– das erste Mobilfunknetz (1) nur einzelne Gebiete des Landes versorgt,
– die beiden Mobilfunknetze (1, 2) von unterschiedlichen Netzbetreibern betrieben werden,
– die beiden Mobilfunknetze (1, 2) jeweils durch Funkzellen gebildet sind,
– der erste Netzbetreiber einen Orts-Server (7) für ortsabhängige Dienste betreibt, in dem Ortsdaten der Funkzellen beider Mobilfunknetze (1, 2) gespeichert sind,
– ein Anwendungsprogramm in der SIM-Karte (5) des Mobilgerätes (4) gespeichert ist, das durch eine Orts-Ereignis-Meldung aufgerufen wird, mit den Schritten
– sobald der Nutzer seine Position von einer Funkzelle (2a .. 2f) des zweiten Mobilfunknetzes in eine andere verändert, vom Mobilgerät eine Orts-Ereignis-Meldung für das Anwendungsprogramm in der SIM-Karte (5) ausgelöst wird,
– das Anwendungsprogramm die momentane Position des Benutzers in Bezug auf die Funkzellen des zweiten Mobilfunknetzes (2) an den Orts-Server (7) übermittelt,
– der Orts-Server (7) diese Position mit gespeicherten Daten über die Abdeckung der Funkzellen (1a .. 1e) des ersten Mobilfunknetzes (1) vergleicht, und
– falls die Position innerhalb der Abdeckung von Funkzellen des ersten Mobilfunknetzes (1) liegt,
– der Orts-Server (7) ein Signal zu dem Anwendungsprogramm sendet um auf die erste Teilnehmerkennung umzuschalten,
– und das Anwendungsprogramm die Teilnehmerkennung des ersten Mobilfunknetzes (1) aktiviert, und
– sobald der Nutzer die Abdeckung der Funkzellen des ersten Mobilfunknetzes (1) verlässt,
– das Mobilgerät (4) das Anwendungsprogramm über den Verlust des Zugangs zum ersten Mobilfunknetz (1) informiert, und ...




Inventors:
John, Thomas (34454, Bad Arolsen, DE)
Norris, Jeremy (Wokingham, GB)
Application Number:
DE102005011462A
Publication Date:
08/20/2015
Filing Date:
03/12/2005
Assignee:
Morpho Cards GmbH, 24220 (DE)



Foreign References:
WO2005018245A22005-02-24
Attorney, Agent or Firm:
Richardt Patentanwälte PartG mbB, 65185, Wiesbaden, DE
Claims:
1. Verfahren zur automatischen Aktivierung einer ersten Teilnehmerkennung eines ersten Mobilfunknetzes (1) in einem Mobilgerät (4) eines mobilen Nutzers, das eine SIM-Karte (5) mit mehreren Teilnehmerkennungen verschiedener Netzbetreiber enthält, sobald der Nutzer in eine Region kommt, die von dem ersten Mobilfunknetz (1) versorgt wird, und zum automatischen Aktivieren einer zweiten Teilnehmerkennung eines zweiten Mobilfunknetzes (2), wenn der Nutzer diese Region wieder verlässt, wobei
– das zweite Mobilfunknetz (2) ein landesweites Netz ist,
– das erste Mobilfunknetz (1) nur einzelne Gebiete des Landes versorgt,
– die beiden Mobilfunknetze (1, 2) von unterschiedlichen Netzbetreibern betrieben werden,
– die beiden Mobilfunknetze (1, 2) jeweils durch Funkzellen gebildet sind,
– der erste Netzbetreiber einen Orts-Server (7) für ortsabhängige Dienste betreibt, in dem Ortsdaten der Funkzellen beider Mobilfunknetze (1, 2) gespeichert sind,
– ein Anwendungsprogramm in der SIM-Karte (5) des Mobilgerätes (4) gespeichert ist, das durch eine Orts-Ereignis-Meldung aufgerufen wird, mit den Schritten
– sobald der Nutzer seine Position von einer Funkzelle (2a .. 2f) des zweiten Mobilfunknetzes in eine andere verändert, vom Mobilgerät eine Orts-Ereignis-Meldung für das Anwendungsprogramm in der SIM-Karte (5) ausgelöst wird,
– das Anwendungsprogramm die momentane Position des Benutzers in Bezug auf die Funkzellen des zweiten Mobilfunknetzes (2) an den Orts-Server (7) übermittelt,
– der Orts-Server (7) diese Position mit gespeicherten Daten über die Abdeckung der Funkzellen (1a .. 1e) des ersten Mobilfunknetzes (1) vergleicht, und
– falls die Position innerhalb der Abdeckung von Funkzellen des ersten Mobilfunknetzes (1) liegt,
– der Orts-Server (7) ein Signal zu dem Anwendungsprogramm sendet um auf die erste Teilnehmerkennung umzuschalten,
– und das Anwendungsprogramm die Teilnehmerkennung des ersten Mobilfunknetzes (1) aktiviert, und
– sobald der Nutzer die Abdeckung der Funkzellen des ersten Mobilfunknetzes (1) verlässt,
– das Mobilgerät (4) das Anwendungsprogramm über den Verlust des Zugangs zum ersten Mobilfunknetz (1) informiert, und
– das Anwendungsprogramm die Teilnehmerkennung des zweiten Mobilfunknetzes (2) im Mobilgerät (4) aktiviert.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mobilfunknetze (1, 2) nach dem GSM-Standard arbeiten.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationen zwischen dem Orts-Server (7) und dem Anwendungsprogramm über das Protokoll USSD übermittelt werden.

4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ortsdaten der Funkzellen des zweiten Mobilfunknetzes durch Feldstärkemessungen gewonnen sind.

5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mobilgerät (4) ein Mobiltelefon ist.

6. SIM-Karte (5) mit einem Anwendungsprogramm zur Abwicklung des Verfahrens nach Anspruch 1.

Description:

Die Erfindung beschreibt ein Verfahren zur automatischen Aktivierung einer ersten Teilnehmerkennung eines ersten Mobilfunknetzes in einem Mobilgerät eines mobilen Nutzers, das eine SIM-Karte mit mehreren Teilnehmerkennungen verschiedener Netzbetreiber enthält, sobald der Nutzer in eine Region kommt, die von dem ersten Mobilfunknetz versorgt wird, und zum automatischen Aktivieren einer zweiten Teilnehmerkennung eines zweiten Mobilfunknetzes, wenn der Nutzer diese Region wieder verlässt.

Der Betrieb eines Mobiltelefons in verschiedenen Mobilfunknetzen, insbesondere in unterschiedlichen Ländern, erfolgt üblicherweise über Roaming-Abkommen, die die Netzbetreiber miteinander getroffen haben. Dabei behält das Mobiltelefon seine Teilnehmerkennung aus seinem Heimatnetz und wird als Besucher in das fremde Netz aufgenommen. In einem solchen Fall hat der Besucher meist hohe Gebühren für seine Gespräche von und in das fremde Mobilfunknetz zu tragen.

Inzwischen sind SIM-Karten mit mehreren Teilnehmerkennungen für das mobile Telefonieren in verschiedenen Mobilfunknetzen bekannt, beispielsweise aus der Druckschrift EP 1 691 567 A1. Dabei wird das Mobiltelefon in jedem Mobilfunknetz, für das es eine Teilnehmerkennung besitzt, so behandelt, als befände es sich in seinem Heimatnetz mit den entsprechenden normalen Gebühren. Die Aufschläge für das Roaming entfallen. Solche Karten können grundsätzlich durch manuelles Umschalten der Teilnehmerkennung auf dem Mobiltelefon für den Betrieb mit dem jeweils gewünschten Mobilfunknetz benutzt werden. Ein Verfahren zur automatischen Umschaltung offenbart die Druckschrift WO 2005/018245 A2. Darin wird von einer Anwendung auf der SIM-Karte beim Ortswechsel geprüft, ob in dem danach verfügbaren Netz die aktuell verwendete Teilnehmerkennung auch weiterhin die Heimat-Teilnehmerkennung ist oder dazu auf eine andere der gespeicherten Teilnehmerkennungen gewechselt werden muss.

Netzbetreiber eines Mobilfunknetzes haben das Interesse, einen Nutzer möglichst während aller Aufenthalte in ihrem Mobilfunknetz auch automatisch mit der zu ihrem Netz gehörigen Teilnehmerkennung zu aktivieren.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren anzugeben, bei dem jeweils beim Erreichen und beim Verlassen eines bestimmten Mobilfunknetzes die zugehörige Teilnehmerkennung automatisch eingeschaltet bzw. wieder auf eine andere Teilnehmerkennung zurückgeschaltet wird.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Verfahrens gemäß Anspruch 1 sowie durch eine SIM-Karte, über die das Verfahren abgewickelt wird, gemäß Anspruch 6.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Das Verfahren erlaubt die automatische Aktivierung einer Teilnehmerkennung eines ersten Mobilfunknetzes, das nicht flächendeckend ausgelegt ist sondern nur lokale Inseln versorgt. Dieses Mobilfunknetz mag aber für den Nutzer sehr attraktiv sein, da es beispielsweise günstige Tarife oder spezielle Leistungsmerkmale anbietet. Dafür unterhält der erste Netzbetreiber einen Orts-Server, in dem die Ortsangaben der Funkzellen seines Netzes relativ zu den Ortsangaben der Funkzellen eines zweiten, landesweiten Mobilfunknetzes gespeichert sind.

Der Nutzer besitzt ein Mobilgerät mit einer SIM-Karte, auf der zumindest Teilnehmerkennungen für das erste und das zweite Mobilfunknetz gespeichert sind. Solange sich der Nutzer in Regionen bewegt, die nicht von Funkzellen des ersten Mobilfunknetzes versorgt sind, ist der Nutzer mit seiner zweiten Teilnehmerkennung in das zweite Mobilfunknetz eingebucht. Beim Wechsel von einer Funkzelle in eine benachbarte wird im Mobilgerät eine Orts-Ereignis-Meldung ausgelöst.

Die SIM-Karte des Mobilgerätes enthält ein Anwendungsprogramm, das eine solche Orts-Ereignis-Meldung auswertet. Es sendet die entsprechenden Ortsangaben der neuen Funkzelle an den Orts-Server des ersten Netzbetreibers. Der Orts-Server vergleicht diese Ortsangaben mit seinen gespeicherten Ortsangaben. Falls festgestellt wird, dass diese Funkzelle auch von einer Funkzelle des ersten Netzbetreibers versorgt wird, sendet der Orts-Server eine Aktivierungsmeldung an das Mobilgerät. Diese Aktivierungsmeldung wird von dem Anwendungsprogramm ausgewertet und das Mobilgerät auf die Teilnehmerkennung des ersten Mobilfunknetzes umgeschaltet. Wenn der Nutzer den Bereich der Funkzellen des ersten Mobilfunknetzes wieder verlässt, wird das Anwendungsprogramm vom Mobilgerät über den Verlust der Verbindung mit dem ersten Mobilfunknetz informiert. Daraufhin wechselt das Anwendungsprogramm wieder auf die Teilnehmerkennung des zweiten Mobilfunknetzes zurück.

Vorteilhafterweise arbeiten beide Mobilfunknetze nach den GSM-Standards und die Mobilgeräte sind GSM-Mobiltelefone.

Die Informationen zwischen dem Mobilgerät und dem Orts-Server über den Funkzellenwechsel und die Aktivierungsmeldung werden dabei vorteilhafterweise über das Protokoll USSD ausgetauscht.

Da die Ortsdaten der Funkzellen des zweiten Mobilfunknetzes normalerweise nicht dem Netzbetreiber des ersten Mobilfunknetzes zur Verfügung gestellt werden, müssen die Ortsdaten in den Gebieten, in denen Funkzellen des ersten Mobilfunknetzes installiert sind, durch Messung der Kenndaten und der jeweiligen Feldstärke gewonnen werden.

Die Erfindung wird anhand der Figuren näher erläutert.

1 zeigt einen Weg eines Nutzers durch zwei Mobilfunknetze;

2 zeigt die Konfiguration eines Mobiltelefons mit einem Orts-Server; und

3 zeigt ein Ablaufdiagramm der Umschaltung zwischen den Netzen.

In 1 ist das zweite Mobilfunknetz 2 durch wabenartige Zellen dargestellt. Das erste Mobilfunknetz 1 ist mit kreisförmigen Funkzellen dargestellt. Ein Nutzer legt einen Weg 3 durch diese Funkzellen 1, 2 zurück. Zunächst befindet sich der Nutzer gemäß dieser Zeichnung in der Funkzelle 2a des Mobilfunknetzes 2. Sobald er in die Funkzelle 2b wechselt, wird eine Orts-Ereignis-Meldung ausgelöst und das Mobilgerät auf die Teilnehmerkennung für das erste Mobilfunknetz 1 umgeschaltet. Nun bewegt sich der Nutzer durch die Funkzellen 1a, 1d, 1e, 1c bis er die Verbindung zu dem ersten Mobilfunknetz 1 verliert. Daraufhin wird automatisch auf die Teilnehmerkennung des zweiten Mobilfunknetzes 2 zurückgeschaltet.

Ebenso wird beim Betreten der Funkzelle 2d verfahren und wieder beim Erreichen der Funkzelle 2e bis der Nutzer in der Funkzelle 2f das Gebiet des ersten Mobilfunknetzes 1 verlässt und im zweiten Mobilfunknetz 2 eingebucht bleibt.

In 2 ist schematisch die Verbindung zwischen einem Mobiltelefon 4 und einem Orts-Server 7 dargestellt. In dem Mobiltelefon 4 befindet sich die SIM-Karte 5, deren Anwendungsprogramm über eine USSD-Verbindung 6 mit dem Orts-Server 7 kommuniziert. In dem Orts-Server 7 befindet sich die Orts-Datenbank 8, in der die Ortsdaten der Funkzellen der beiden Mobilfunknetze gespeichert sind.

In 3 ist ein Ablaufplan für die automatische Umschaltung des Mobilgerätes zwischen den beiden Mobilfunknetzen dargestellt. Zunächst wird das Mobilgerät im Netz II betrieben und bleibt in dem Modus, solange kein Übergang in eine andere Funkzelle stattfindet. Bei einem Übergang wird eine Orts-Ereignis-Meldung an das Anwendungsprogramm auf der SIM-Karte ausgelöst. Daraufhin wird die neue Zelleninformation an den Orts-Server übertragen. Dieser vergleicht die Zelleninformation mit der Abdeckung des Gebietes durch das Netz I. Falls die Position so liegt, dass keine Abdeckung durch das Netz I gegeben ist, bleibt das Mobilgerät in dem Netz II eingebucht.

Falls das Netz I diese Position abdeckt, wird ein Signal zum Umschalten der Teilnehmerkennung durch den Orts-Server an das Mobilgerät gesendet. Daraufhin aktiviert das Anwendungsprogramm auf der SIM-Karte des Mobilgerätes die Teilnehmerkennung für das Netz I und der Betrieb des Mobilgerätes erfolgt nun solange im Netz I, wie sich der Nutzer innerhalb der Abdeckung des Netzes I aufhält.

Verlässt der Nutzer die Abdeckung des Netzes I wird eine Orts-Ereignismeldung an das Anwendungsprogramm gegeben und das Anwendungsprogramm aktiviert wieder die Teilnehmerkennung des Netzes II. Der weitere Betrieb des Mobilgerätes erfolgt nun im Netz II.