Title:
Handhabbare Vorrichtung zum spanenden Bearbeiten von Werkstücken, zugehöriger Behälter für das Kühl- oder Schmiermittel, und Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine handhabbare Vorrichtung (1) zum spanenden Bearbeiten von Werkstücken, insbesondere zum Bohren, Fräsen oder Schleifen von Keramikfliesen, Steinplatten oder dergleichen, mit einer Antriebseinheit (5) und einer davon antreibbaren Werkzeugaufnahme (7) zur Aufnahme eines Werkzeugs (2), wobei die Vorrichtung (1) einen Behälter (9) zur Aufnahme eines Kühl- oder Schmiermittels aufweist und eine Verbindungseinrichtung (13), die eine Verbindung (20, 21, 24, 25) für das Kühl- oder Schmiermittel zwischen dem Behälter (9) und der Werkzeugaufnahme (7) bildet, einen zugehörigen Behälter (9) sowie ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Vorrichtung (1).




Inventors:
Hartmann, Wilfried (Leonberg, 71229, DE)
Application Number:
DE102004012388A
Publication Date:
09/29/2005
Filing Date:
03/13/2004
Assignee:
Maschinenfabrik Otto Baier GmbH (Asperg, 71679, DE)
International Classes:
B23Q11/10 (IPC1-7): B23Q11/10
Domestic Patent References:
DE1602876A1N/A
DE3611776A1N/A
DE68902852T2N/A



Attorney, Agent or Firm:
Bartels & Partner, Patentanwälte (Stuttgart)
Claims:
1. Handhabbare Vorrichtung (1) zum spanenden Bearbeiten von Werkstücken, insbesondere zum Bohren, Fräsen oder Schleifen von Keramikfliesen, Steinplatten oder dergleichen, mit einer Antriebseinheit (5) und einer davon antreibbaren Werkzeugaufnahme (7) zur Aufnahme eines Werkzeugs (2), wobei die Vorrichtung (1) einen Behälter (9) zur Aufnahme eines Kühl- oder Schmiermittels aufweist und eine Verbindungseinrichtung (13), die eine Verbindung (20, 21, 24, 25) für das Kühl- oder Schmiermittel zwischen dem Behälter (9) und der Werkzeugaufnahme (7) bildet.

2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühl- oder Schmiermittel im Behälter (9) unter einen in Bezug auf die Umgebung erhöhten Druck setzbar ist.

3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (9) eine manuell betätigbare Pumpe (11) aufweist.

4. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Ventils (16) der Durchfluss des Kühl- oder Schmiermittels einstellbar ist.

5. Vorrichtung (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (16) ein kombiniertes Regel- und Absperrventil ist, insbesondere dass in einer ersten Betätigungsart des Ventils (16) der Durchfluss einstellbar ist und in einer zweiten Betätigungsart des Ventils (16) unter Beibehaltung der Einstellung des Durchflusses das Ventil (16) absperrbar ist.

6. Vorrichtung (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (16) an der Verbindungseinrichtung (13) angeordnet ist.

7. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (9) lösbar an der Vorrichtung (1) festlegbar ist, insbesondere an der Verbindungseinrichtung (13) festlegbar ist.

8. Behälter (9) zum Festlegen an einer handhabbaren Vorrichtung (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei in dem Behälter (9) ein Kühl- oder Schmiermittel für das Werkzeug (2) der Vorrichtung (1) aufnehmbar ist und der Behälter (9) ein Anschlussmittel (12) aufweist zum dichten Verbinden mit einem korrespondierenden Anschlussmittel der Verbindungseinrichtung (13) der Vorrichtung (1), wobei weiterhin über das Anschlussmittel (12) das Kühl- oder Schmiermittel aus dem Behälter (9) an die Verbindungseinrichtung (13) und von dieser weiter an das Werkzeug (2) übergebbar ist, und dass durch das Anschlussmittel (12) der Behälter (9) auch mechanisch an der Vorrichtung (1) festlegbar ist.

9. Behälter (9) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in Baueinheit mit dem Behälter (9) eine manuell betätigbare Pumpe (11) ausgebildet ist, mittels der das Kühl- oder Schmiermittel unter einen in Bezug auf die Umgebung erhöhten Druck setzbar ist.

10. Verfahren zum Betreiben einer handhabbaren Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in Vorbereitung des Bearbeitungsvorgangs der Behälter (9) mit dem Kühl- oder Schmiermittel unter Druck gesetzt wird, dass der für die Bearbeitung erforderliche Volumenstrom des Kühl- oder Schmiermittels an der handhabbaren Vorrichtung (1) eingestellt oder kontrolliert wird, und dass erst anschließend das Werkzeug (2) in Eingriff mit dem Werkstück gebracht wird.

Description:

Die Erfindung betrifft eine handhabbare Vorrichtung zum spanenden Bearbeiten von Werkstücken, einen zugehöriger Behälter für das Kühl- oder Schmiermittel, sowie ein Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung.

Das spanende Bearbeiten von Werkstücken aus harten Werkstoffen, beispielsweise das Bohren in Keramikfliesen oder Natursteinplatten, ist äußerst zeitaufwendig und erfordert viel Erfahrung, damit es beim Bearbeiten und den dabei auftretenden Kräften nicht zu einer Beschädigung oder Zerstörung der Werkstücke kommt, beispielsweise zu einem Bruch der Fliesen oder dem Entstehen von Spannungsrissen in den spröden Werkstücken. Soweit hierfür Diamantbohrer eingesetzt werden, ist eine Wasserzufuhr zum Kühlen des Bohrers und des Werkstücks zweckmäßig oder sogar erforderlich, die aus einem beigestellten Vorratsbehälter erfolgen kann, der mit der Vorrichtung über einen Schlauch verbunden ist. Die zugehörigen Vorrichtungen sind stationär und großvolumig und bedürfen zusätzlicher Hilfsmittel wie beispielsweise einer ebenfalls großvolumigen Einrichtung zum Zuführen und Abführen von des Wassers.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung, einen zugehörigen Behälter für das Kühl- oder Schmiermittel sowie ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Vorrichtung bereitzustellen, welche die Nachteile des Standes der Technik überwinden. Insbesondere soll die Vorrichtung einschließlich des Behälters für das Kühl- oder Schmiermittel handhabbar sein, d. h. die von vorzugsweise einer einzigen Bedienperson getragen und in Einsatz gebracht werden können. Die Vorrichtung soll einfach handhabbar sein und dauerhaft zuverlässig im Betrieb. Gewicht und Größe sollen möglichst gering sein. Der zugehörige Behälter für das Kühl- oder Schmiermittel soll vorzugsweise möglichst einfach an der Vorrichtung festlegbar sein und zuverlässig einen Kühl- oder Schmiermittelfluss gewährleisten. Das Verfahren zum Betrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung soll möglichst einfach sein und dennoch eine ausreichende Kühlung und/oder Schmierung gewährleisten.

Diese Aufgabe ist durch die im Anspruch 1 bestimmte Vorrichtung sowie durch die in den nebengeordneten Ansprüchen bestimmten Behälter und Verfahren gelöst. Besondere Ausführungsarten der Erfindung sind in den Unteransprüchen bestimmt.

Die Aufgabe ist bei einer handhabbaren Vorrichtung zum spanenden Bearbeiten von Werkstücken, insbesondere zum Bohren, Fräsen oder Schleifen von Keramikfliesen, Steinplatten oder dergleichen, mit einer Antriebseinheit und einer davon antreibbaren Werkzeugaufnahme zur Aufnahme eines Werkzeugs, dadurch gelöst, dass die Vorrichtung einen Behälter zur Aufnahme eines Kühl- oder Schmiermittels aufweist und eine Verbindungseinrichtung, die eine Verbindung für das Kühl- oder Schmiermittel zwischen dem Behälter und der Werkzeugaufnahme bildet.

Bei dem Kühl- oder Schmiermittel handelt es sich insbesondere um eine Kühl- oder Schmierflüssigkeit, vorzugsweise auf Wasserbasis oder sogar im Wesentlichen oder vollständig aus Wasser bestehend. Der Behälter besteht vorzugsweise aus einem Kunststoff, beispielsweise aus Polyethylen, Polyamid oder Polypropylen. Das Leervolumen des Behälters kann zwischen wenigen Millilitern und einigen Litern betragen, vorzugsweise zwischen 100 ml und 2000 ml, insbesondere etwa 1000 ml. Mehr als 50 des Leervolumens können vorzugsweise mit dem Kühl- oder Schmiermittel gefüllt werden, vorzugsweise etwa 75 %. Der verbleibende Rest kann als Druckspeichervolumen verwendet werden. Neben dem Kühlen und/oder Schmieren kann das Kühl- oder Schmiermittel auch zum Wegschwemmen der beim spanenden Bearbeiten anfallenden Partikel verwendet werden.

Vorzugsweise ist der Behälter an der Verbindungseinrichtung festlegbar, vorzugsweise nur durch Aufstecken oder eine sonstige Montage, die ein schnelles Wechseln des Behälters erlaubt. Alternativ hierzu kann der Behälter auch fest mit der Vorrichtung verbunden sein oder sogar von der Vorrichtung integral ausgebildet sein. Weiter vorzugsweise ist die Verbindungseinrichtung und/oder die Festlegung des Behälters nahe oder an dem, dem Werkzeug zugewandten Ende der Vorrichtung angeordnet. Nahe oder am Ort der Verbindungseinrichtung weist die Vorrichtung die Werkzeugaufnahme für die Aufnahme eines Bearbeitungswerkzeuges auf, die beispielsweise eine mit Diamanten besetzte Bohrkrone aufweist. Die Werkzeugaufnahme weist an der Kontaktstelle zu dem Werkzeug eine Übergabeöffnung auf für die Übergabe des Kühl- oder Schmiermittels an das Werkzeug. Das Werkzeug weist hierfür in der Regel einen Kühl- oder Schmiermittelkanal auf, mit dem das zugeführte Kühl- oder Schmiermittel an den Ort der spanenden Bearbeitung transportiert werden kann, beispielsweise an die Krone des Bohrers.

Der Behälter kann vorzugsweise zusammen mit der Verbindungseinrichtung um die Werkzeugaufnahme, insbesondere um deren Drehachse, schwenkbar oder drehbar sein, um beispielsweise auch an schwer zugänglichen Stellen arbeiten zu können; in diesem Fall kann eine flüssigkeitsdichte Verbindung zwischen Behälter und Verbindungseinrichtung durch eine Ringnut erfolgen. Die Längsachse des Behälters kann mit der Längsachse der Vorrichtung im wesentlichen parallel verlaufen, oder mit dieser einen spitzen Winkel einschließen, beispielsweise zwischen 30 und 60°.

In einer besonderen Ausführungsart der Erfindung ist das Kühl- oder Schmiermittel im Behälter unter einen in Bezug auf die Umgebung erhöhten Druck setzbar. Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben einer solchen Vorrichtung erfolgt das Unterdrucksetzen vorzugsweise vor dem eigentlichen Bearbeitungsvorgang, zu dessen Beginn dann lediglich ein Ventil geöffnet werden muss, um den für die Bearbeitung erforderlichen Volumenstrom des Kühl- oder Schmiermittels bereitzustellen.

In einer besonderen Ausführungsart der Erfindung weist der Behälter eine manuell betätigbare Pumpe auf. Dabei kann es sich beispielsweise um eine handbetätigte Kolbenpumpe handeln. Vorzugsweise ist die Pumpe in Baueinheit mit dem Betätiger ausgebildet. Weiter vorzugsweise ist der Behälter durch eine verschließbare Öffnung wiederbefüllbar. Das Wiederbefüllen kann insbesondere dann, wenn es sich bei dem Kühl- oder Schmiermittel um Wasser handelt, auch direkt am Einsatzort durch Einfüllen von Leitungswasser erfolgen. Alternativ oder ergänzend zu einer manuell betätigbaren Pumpe kann an den Behälter auch ein Anschlussstutzen für Druckluft oder für eine Druckgaspatrone vorhanden sein, die Pumpe kann motorisch, insbesondere elektromotorisch angetrieben sein, oder es kann eine treibgasbildende Substanz beigefügt werden, beispielsweise Hydrogencarbonat zur Bildung von Kohlensäure. Darüber hinaus kann an dem Behälter und/oder der Vorrichtung eine Druckanzeige vorgesehen sein, um zu signalisieren, ob noch genügend Druck ansteht für ein ordnungsgemäßes und ausreichendes Zuführen des Kühl- oder Schmiermittels.

In einer besonderen Ausführungsart der Erfindung weist die Vorrichtung ein Ventil auf, mittels dem der Durchfluss des Kühl- oder Schmiermittels einstellbar ist. Vorzugsweise handelt es sich dabei um ein kombiniertes Regel- und Absperrventil, bei dem in einer ersten Betätigungsart des Ventils der Durchfluss einstellbar ist und in einer zweiten Betätigungsart des Ventils unter Beibehaltung des Durchflusses das Ventil absperrbar ist. Dadurch ist es beispielsweise in Vorbereitung des Bearbeitungsvorganges möglich, den Durchfluss des Kühl- und Schmiermittels einzustellen und dabei das Kühl- oder Schmiermittel beispielsweise in ein Auffangbehältnis oder in ein Waschbecken ablaufen zu lassen. Ist der Durchfluss korrekt eingestellt, beispielsweise mittels eines um eine Drehachse des Ventils drehbaren Schiebers, kann durch axiales Betätigen des Ventils dieses abgesperrt werden. Unmittelbar vor dem Beginn des Bearbeitungsvorganges kann dann bei unveränderter Einstellung des drehbaren Schiebers das Ventil durch axiale Betätigung wieder geöffnet werden, woraufhin sich der zuvor gewählte Durchfluss wieder einstellt. Das Ventil ist vorzugsweise an der Verbindungseinrichtung angeordnet, insbesondere in Baueinheit mit dieser ausgeführt.

Die Antriebseinheit der Vorrichtung ist vorzugsweise ein Elektromotor, dessen Drehzahl im Bedarfsfall regelbar ist. In einer besonderen Ausführungsart der Erfindung ist dem Elektromotor ein zweistufiges Getriebe nachgeschaltet, mit einem ersten Gang mit einer Leerlaufdrehzahl von etwa 3500 Umdrehungen pro Minute und mit einem zweiten Gang mit einer Leerlaufdrehzahl von etwa 8000 Umdrehungen pro Minute. Grundsätzlich kommen alternativ zu einem Elektroantrieb auch Druckluftantriebe, Verbrennungsmotorantriebe oder dergleichen in Betracht. Ein typisches Anwendungsgebiet der Erfindung ist der erfindungsgemäße Ausbau einer elektrisch angetriebenen Handbohrmaschine, beispielsweise für das Bohren bzw. Bearbeiten von Keramikfliesen oder Steinplatten in Küche oder Bad von Wohnräumen.

Die Erfindung betrifft auch einen Behälter zum Festlegen an einer vorstehend beschriebenen handhabbaren Vorrichtung, wobei in dem Behälter ein Kühl- oder Schmiermittel aufnehmbar ist. Der Behälter weist ein Anschlussmittel auf zum dichten Verbinden mit einem korrespondierenden Anschlussmittel der Verbindungseinrichtung der Vorrichtung. Beispielsweise kann der Behälter einen Rohrverbindungsstutzen aufweisen, der in eine entsprechende Öffnung in der Verbindungseinrichtung einsteckbar ist. Die Verbindung kann durch eine Überwurfmutter gesichert sein oder es kann sich um einen Bajonettverschluss handeln. Die Verbindung kann durch ein zusätzliches Dichtmittel, beispielsweise einen Dichtring, gegenüber der Umgebung abgedichtet sein. In der Verbindungseinrichtung sind vorzugsweise Kühl- oder Schmiermittelkanäle angeordnet, so dass über das Anschlussmittel das Kühl- oder Schmiermittel aus dem Behälter an das Werkzeug übergebbar ist, vorzugsweise unter Zwischenschaltung eines an der Verbindungseinrichtung angeordneten Regel- und/oder Absperrventils.

Durch das Anschlussmittel ist der Behälter vorzugsweise auch mechanisch an der Vorrichtung festlegbar. Vorzugsweise kann sich der Behälter darüber hinaus an einer von dem Anschlussmittel entfernten Stelle beispielsweise an einem Gehäuse der Vorrichtung zusätzlich abstützen. Möglich ist auch, dass der Behälter an einer von dem Anschlussmittel entfernten Stelle in eine von der Vorrichtung und insbesondere deren Gehäuse ausgebildeten Aufnahme einsetzbar ist und dort lösbar einrastet.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird bei der Inbetriebnahme der erfindungsgemäßen Vorrichtung zunächst und in Vorbereitung des Bearbeitungsvorganges der Behälter mit dem Kühl- oder Schmiermittel unter Druck gesetzt, beispielsweise durch Betätigen einer in Baueinheit mit dem Behälter ausgeführten Pumpe. Anschließend wird der für die Bearbeitung erforderliche Volumenstrom des Kühl- oder Schmiermittels an der handhabbaren Vorrichtung eingestellt, beispielsweise mittels eines an der Verbindungseinrichtung angeordneten Regel- und/oder Absperrventils, oder jedenfalls kontrolliert. Erst anschließend wird das Werkzeug in Eingriff mit dem Werkstück gebracht, beispielsweise durch das Betätigen eines elektrischen Schalters und das Ingangsetzen eines elektromotorischen Antriebs.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen mehrere Ausführungsbeispiele im Einzelnen beschrieben ist. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.

1 zeigt eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, und

2 zeigt einen Schnitt entsprechend II in der 1.

Die 1 zeigt eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, abschnittsweise in der Ansicht und abschnittsweise im Querschnitt. Dabei handelt es sich um eine handhabbare Vorrichtung 1 zum spanenden Bearbeiten von Werkstücken, im vorliegenden Fall um eine elektrisch angetriebene Handbohrmaschine zum Bohren oder genauer gesagt Schleifen von Keramikfliesen oder Steinplatten mittels eines in der 1 nur gestrichelt angedeuteten Werkzeuges 2, nämlich eines diamantbesetzten Bohrers.

In dem einen Handgriff 4 ausbildenden Gehäuse 3 ist neben einer Antriebseinheit 5, im dargestellten Ausführungsbeispiel einem mit Netzspannung betriebenen Elektromotor, auch ein im dargestellten Ausführungsbeispiel zweistufiges Getriebe 6 angeordnet, die in der Ansicht der 1 durch die Gehäuseschale des Gehäuses 3 verdeckt sind. Hiervon um die Drehachse 8 antreibbar ist eine Werkzeugaufnahme 7 zur Aufnahme des Werkzeuges 2. Die Festlegung des Werkzeugs 2 in der Werkzeugaufnahme 7 kann beispielsweise durch ein Gewinde oder durch einen Bajonettverschluss erfolgen. Die in der 1 dargestellten Lagerungen der antreibbaren Werkzeugaufnahme 7 in Bezug auf das Gehäuse 3 der Vorrichtung 1 entsprechen dem Stand der Technik und müssen daher an dieser Stelle nicht weiter beschrieben werden.

Oberhalb ist an dem Gehäuse 3 der Vorrichtung 1, mithin auf einer in Bezug auf eine Längsachse dem Handgriff 4 gegenüberliegenden Seite des Gehäuses 3, ist der Behälter 9 zur Aufnahme eines Kühl- oder Schmiermittels festlegbar. An seinem dem Handgriff 4 zugewandten axialen Ende geht von dem Behälter 9 die Handhabe 10 einer in Baueinheit mit dem Behälter 9 ausgebildeten handbetätigten Pumpe 11 ab, bei der es sich um eine Kolbenpumpe handelt, mit der das Kühl- oder Schmiermittel im Behälter 9 unter einen in Bezug auf die Umgebung erhöhten Druck gesetzt werden kann.

An oder nahe dem der Werkzeugaufnahme 7 zugewandten axialen Ende weist der Behälter 9 ein Anschlussmittel 12 auf, insbesondere einen in Bezug auf die Drehachse 8 und die Längsachse des Behälters 9 radial ausgerichteten Anschlussnippel zum Einstecken oder Einschrauben in eine korrespondierende Anschlussöffnung einer Verbindungseinrichtung 13, mittels der eine Verbindung zwischen dem Behälter und einer Zuführöffnung an der Werkzeugaufnahme 7 herstellbar ist. Die Steck- oder Schraubverbindung zwischen dem Behälter 9 und der Verbindungseinrichtung 13 kann durch eine Kontermutter 14 gesichert sein. Außerdem kann die Verbindungseinrichtung 13 an ihrer dem Behälter 9 zugewandten Seite eine Auskragung 15 aufweisen, die eine gewisse axiale Erstreckung in Richtung der Drehachse 8 aufweist, beispielsweise bis zu 50 % der axialen Erstreckung des Behälters 9. An dieser Auskragung 15 kann eine zugehörige von dem Behälter 9 ausgebildete Lasche festlegbar sein, welche das durch das Eigengewicht und die Füllung des Behälters 9 auftretende Kippmoment sowie das beim Betätigen der Handhabe 10 der Pumpe 11 auftretende Drehmoment aufnimmt und eine entsprechende Kraftbelastung vom Anschlussmittel 12 fernhält.

Auf der dem Anschlussmittel 12 in Bezug auf die Drehachse 8 gegenüberliegenden Seite weist die Verbindungseinrichtung 13 ein Ventil 16 auf, mit dem der Durchfluss des Kühl- oder Schmiermittels regelbar oder absperrbar ist. Zum Einstellen des Durchflusses kann ein Drehschieber 17 um eine rechtwinklig zur Drehachse 8 der Werkzeugaufnahme 7 und senkrecht zur Zeichenebene der 1 verlaufende Drehachse 28 (2) gedreht werden. Zum Absperren des Durchflusses wird der Absperrknopf 18 in Richtung der Drehachse 28 des Drehschiebers 17 axial betätigt. Die Zufuhr des Kühl- oder Schmiermittels erfolgt damit aus dem Behälter 9 über das Anschlussmittel 12 durch die Verbindungseinrichtung 13 und das Ventil 16 radial auf die von der Werkzeugaufnahme 7 gebildete Öffnung in einen entsprechenden Kühl- oder Schmiermittelkanal des Werkzeugs 2 und dort in axialer Richtung bis zum Ort der spanenden Bearbeitung des Werkstücks, in der Regel bis zur Bohrkrone des Werkzeugs 2.

In einer besonderen Ausführungsart weist der Behälter 9 ein Fassungsvermögen von insgesamt etwa 1000 ml auf, das bis zu 750 ml mit Wasser gefüllt wird. Damit können etwa 5 bis 10 Löcher mit einem Durchmesser zwischen 6 und 30 mm mit Drehzahlen zwischen 3500 und 8000 Umdrehungen in der Minute in eine Keramikfliese gebohrt werden, wie sie heute in Sanitärräumen verwendet werden. Der Wasserverbrauch liegt dabei bei etwa 100 ml je Bohrung.

Die 2 zeigt einen Schnitt entsprechend II in der 1 durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1. Der Fluss des Kühl- oder Schmiermittels verläuft zunächst aus dem Innern des Behälters 9 über das Anschlussmittel 12 in einen in der 2 im Wesentlichen horizontal verlaufenden ersten Abschnitt 20 eines Kühl- oder Schmiermittelkanals, der abschnittsweise als geradlinige zylindrische Bohrung ausgebildet ist. Daran schließt sich unter Bildung eines rechten Winkels ein in der Darstellung der 2 im Wesentlichen vertikal verlaufender zweiter Abschnitt 21 des Kühl- oder Schmiermittelkanals an, der in eine Ventilbohrung mündet, in der ein im Wesentlichen als Rohr ausgebildeter Ventilkörper 22 drehbar gelagert ist, der abschnittsweise an seiner Mantelfläche eine Öffnung 23 aufweist. Die Drehung des Ventilkörpers 22 erfolgt von außerhalb über den Drehschieber 17 (1).

Der Fluss des Kühl- oder Schmiermittels erfolgt anschließend in der Darstellung der 2 in einem im Wesentlichen horizontal sich erstreckenden dritten Abschnitt 24 bis zu einem an die Werkzeugaufnahme 7 heranreichenden vierten Abschnitt 25 des Kühl- oder Schmiermittelkanals, der auf der in Bezug auf die Längsachse des dritten Abschnitts 24 gegenüberliegenden Seite nach außen von einem Anschlussstutzen 26 verlängert wird, an den im Bedarfsfall beispielsweise ein Wasserschlauch anschließbar ist. Das Ventil 16 kann mehrere Schaltstellungen aufweisen, beispielsweise so geschaltet werden, dass entweder Kühl- oder Schmiermittel aus dem Behälter 9 in den vierten Abschnitt 25 oder von extern über den Anschlussstutzen 26 eingeleitet wird, oder dass der Behälter 9 über den Anschlussstutzen 26 befüllt wird.

Soll auch im Fall einer externen Versorgung mit Kühl- oder Schmiermittel eine Regelfunktion durch das Ventil 16 gegeben sein, ist der Ventilkörper 22 mit der zugehörigen Öffnung 23 an der entsprechenden axialen Stelle vorzusehen. In jedem Fall kann das Ventil 16 durch Betätigen des Absperrknopfes 18 in Richtung des Doppelpfeils 19 unabhängig und insbesondere unter Beibehaltung der jeweiligen Einstellung des Durchflusses abgesperrt bzw. wieder geöffnet werden.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Ventil 16 auf einer in Bezug auf die Drehachse 8 der Werkzeugaufnahme 7 dem Behälter 9 gegenüberliegenden Seite angeordnet. Es ist auch möglich, das Ventil 16auf einer dem Behälter 9 zugeordneten Seite anzuordnen, wodurch sich insbesondere die Länge des Kühl- oder Schmiermittelkanals verkürzen läßt.